Das bedeutet auch, dass man aus einer Statistik nicht ableiten kann, wie gut der Trainer ist. Das geht nur über das aktuelle Geschehen.
Eben, und wenn das Geschehen zur jeweiligen Zeit eben genau das Geschehen vergangener Spielzeiten vor Augen führt mit Problemen, die wir seit JAHREN immer wieder haben, sukzessive der Muster, die erst zu diesen Krisen führen, lässt sich das sogar eindeutig auf den Trainerstab zurückführen. Es ging daher nie um die Statistik allein, aber als sinnvoller Beleg dient es schon, unabhängig von jeglicher mathematischer Korrektheit.
Wobei ich gar nicht mal über das aktuelle Geschehen reden will und in diesem Zusammenhang auch nicht verstehe, warum Du mich dauernd angreifst und ich mich hier rechtfertigen muss wegen Sachen, die inzwischen Monate zurückliegen.
Wir können also allenfalls darüber reden, was in der jeweiligen Zeit verkehrt läuft.
Schwerlich. Denn eine solche Ansicht .....
Vom 2. bis zum 10. Spieltag dieser Saison hat Werder z.T. einen Fußball zum abgewöhnen gespielt. Die Spiele waren zwar einigermaßen erfolgreich, aber entsetzlich langweilig. Ich bin froh, dass wir uns inzwischen einen anderen Stil angewöhnt haben, und nehme für diese Entwicklung auch gerne das Zwischentief mit 5 Niederlagen in Folge in Kauf.
..... spiegelt schon, sagen wir mal, eine bemerkenswerte Sicht der Dinge wahr. Wir haben in Leverkusen, in Stuttgart und gegen Hoffenheim das Beste gesehen, was Werder in Sachen Raumbeherrschung, Spiel gegen den Ball, generell taktischem Vorgehen über 90 Minuten und Gegnerorientierung seit vielen, vielen Jahren geboten hat. Auf diese Weise haben wir jedenfalls spielstarke Teams neutralisiert, nicht mal ein einziges Gegentor zugelassen, wo wir vor nicht allzu langer Zeit noch 3:6 oder 3:4-Niederlagen kassiert, zwischendurch mal 5:2 - Siege gefeiert, aber unter dem Strich durch grenzenlose, eigene Dummheit zu wenig gepunktet haben. Andernfalls habe ich dann auch nichts gegen ein 0:0 zwischendurch daheim gegen Hannover, wenn eine klare Weiterentwicklung erkennbar ist.
Ich fand es sehr beeindruckend, wie Schaaf das hinbekommen hat und noch beeindruckender, dass er das mit diesem Personal und diesem System hinbekommen hat. Das war hochinteressant. Hier zu erzählen, das wäre einfach nur entsetzlich langweilig, spricht den Fakten Hohn.
Was aber ist dann passiert? In Bochum waren erste Anzeichen zu sehen, dass die Mannschaft die Stabilität nicht halten kann, in Nürnberg ließen wir uns dann wieder überlaufen und auskontern wie eine C-Jugend-Elf und retteten das Spiel wie auch in Bochum hauptsächlich über die individuelle Klasse. Das wäre alles per se nicht schlimm gewesen, denn keine Mannschaft spielt durchgehend konstant. Doch spätestens nach diesem Nürnberg-Spiel hätten die Alarmglocken läuten müssen. Doch dann das ist mein Eindruck, der sich immer mehr verfestigt - geschah das, was Schaaf in schöner Regelmäßigkeit widerfährt. Er fiel in die alte Fallen, ließ unter dem Deckmantel der niederlagenlose Serie ein nicht funktionierendes System, zunächst aufgrund von Ausfällen und daher nichtfunktionierendem Personal so weiterlaufen und ehe wir uns versahen, standen wir bei zehn Spielen mit nur einem Sieg. Erst wieder aus der völligen Not geboren änderte TS, um die sechste Niederlage in Folge zu verhindern. Warum aber müssen wir erst immer ohne Not in diese Notlage geraten? Zumal das nicht neu ist und die Gründe praktisch auf dem Tisch liegen?
Mein Vorwurf an Schaaf ist seit 2009 nicht der, dass er Sachen nicht erkennt oder nicht imstande ist, diese zu ändern, denn das hat er bereits mehrfach gezeigt. Sondern der, dass er nicht in der Lage zu sein scheint, offensichtlich schon aus innerem Antrieb heraus, dies konsequent durchzuziehen. Nur macht es Ganze eigentlich noch schlimmer, weil a) allein diese Saison und die letztjährige Rückrunde beweisen, dass wir bessere Ergebnisse erzielen, wenn wir klüger Fußball spielen, genauso wie wir nachweislich überwiegend dümmlich aussehen - und abschneiden, wenn wir das nicht tun. sowie b) ebenso öfter betont wurde, dass Werder mehr als andere von sportlichem Erfolg abhängig ist.
Dass Du dabei noch fröhlich erzählst, dieser (alte, naive) Stil und damit die 5 Niederlagen in Serie wären kein Problem, ist in meinen Augen extrem realitätsfern. Ich glaube aber auch nicht, dass KATS das unter dem Strich so sehen und schon gar nicht, dass 95% der Werder-Fans das so sehen. Fußball ist kein Zirkus, sondern mittlerweile ein sehr kommerziell abhängiger Sport, was irgendwann auch einen Verein wie Werder zwingt, Ergebnisse zu bringen. Und da stellt sich irgendwann die Frage, inwieweit die Stärken des Trainers noch die (scheinbar nicht abzustellenden) Nachteile aufwiegen. Ich halte Schaaf keinesfalls für eine Null und würde ihn gerne noch viel länger hier sehen. Nur, realistisch gesehen sollte nach dieser Saison hinterfragt und sich ehrlich mit Schaaf zusammengesetzt werden, ob es Sinn und Zweck der Sache sein kann, dass ein Trainer, der Spieler individuell weiterentwickelt, zu Höchstleistungen bringt und damit hohe Transfererlöse generiert, umgekehrt aber diese Erfolge aus simpler Borniertheit und Trägheit mit dem Hintern wieder einreißt, da er es schon länger nicht mehr schafft, aus einer qualitativ hochwertigen Belegschaft dieses über eine ganze Saison herauszuholen. Wünschenswert wäre der große Lerneffekt Schaaf`s, nach dem ein Umdenken auch längerfristig erfolgt, nur daran zu glauben, fällt schwer.
Im Übrigen halte ich auch das Attraktivitätsargument für unsinnig. Als Schaaf die Raute mit Diego und immer schlechter besetzten Halbpositionen unverändert durchzog, ging nach und nach zuerst der Kombinationsfußball und später auch die Ergebnisse verloren.
Ein Team wie unseres hat das spielerische Potential ohnehin, nur kommt es darauf an, dieses zur richtigen Zeit abzurufen. Dazu gehört,
zuerst die Sicherheit zu finden und damit Selbstvertrauen zu erlangen, um dann das eigene Spiel spielen zu können. Und nicht umgekehrt, wie Werder das gerne zu tun pflegt.