@CrystalPalace
Es stimmt, die "um-jeden-Preis-Identität-wahren"-Haltung Werder`s macht es tatsächlich hin und wieder sehr schwierig, sich damit zu arrangieren. Vor allem, wenn einer wie ich aus einer anderen Gegend Deutschlands kommt. Möglich, dass es deshalb schwerer zu verstehen ist, als Du, Paul Tergat, Jablonski oder andere das können. Möglich, dass es eine Mentalitäts-Frage ist. Vielleicht ist es wirklich notwendig, zu akzeptieren, dass zum Beispiel immer die selben Fehler gemacht werden (dürfen), weil es einfach dazugehört.
Aber eine etwas andere Denkweise, die sich stützt auf Analysen und eigenen Erfahrungen, als Absurdität oder Anti-Werder-Haltung abzukanzeln, ist unsäglich und spricht wiederrum für Dich.
Allerdings...
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Auch hier würde ich ein Leistungsprinzip (schlechte Spiele bedeutet Auszeit) und noch mehr Mut, unsere zweite Garde ins Spiel zu werfen begrüßen. Aber auch diese Charaktereigenschaft sehe ich bei Schaaf nicht gegeben. Er gibt ja auch zu, kein Freund der Rotation zu sein.
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Mut zur Neustrukturierung:
Auch eine Fähigkeit, die nicht jedem Menschen geben ist. Selbstkritik, Analysieren der gebenden Umstände, das Abwägen und den Mut alte Strukturen aufzubrechen um neue zu schaffen. All das sehe ich weder bei Schaaf noch allgemein im Moment bei Werder Bremen. Allgemein sehe ich diese geistige Flexibilität nur selten in dieser Stadt. Ich bin selbst Bremer und bin immer wieder überrascht, mit welch einer Gelassenheit und schon fast hanseatischer Sturheit in dieser Stadt Politik betrieben wird. Gute Bsp. wäre hier Städteplanung, Wirtschaftsklüngel (nicht wahr Hr. Stollberg) und Finanzpolitik. Aber sorry, ich drifte ab. Trotzdem ist diese bremensische Sturheit eine charaktereigenschaft von Schaaf.
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Kurz um: Auch hier glaube ich nicht, dass Schaaf die alten Fehler noch abstellen wird. In meinen Augen ist er so langsam betriebsblind geworden.
...unterlegt der Auszug aus diesem Beitrag zwar Deine Identitäts-Erklärung, zeigt aber auch, dass nicht jeder Bremer es so als gegeben hinzunehmen scheint, wie Du es darstellst.
Wenn Du wagen und gewinnen so meintest, okay! Aber dass der Erfolg dem recht gibt, ist wiederrum eine kühne These, wenn ich mir die Spielverläufe (optisches Übergewicht) anschaue und das dagegenhalte, was in der Summe dabei rausgekommen ist. Auch behaupte ich nicht, dass es diesen, idealen Fussball gibt, sondern immer nur, dass es vielleicht wünschenswert wäre, mehr in diese Richtung zu optimieren. Was sicherlich mit dem Spieler-Potential möglich sein sollte.
Naja, und darüber hinaus müsstest Du mir die erwähnte, kontinuierliche Entwicklung einmal näher erklären. Aktuell haben wir unsere Punkteausbeute der Spieltage 18-25., also dem dritten Saisonquartal und der nachweislich schlechtesten Bremer Saisonphase im Mittelwert der Schaaf-Ära mit 11 Punkten exakt eingestellt.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wir weiterhin genau in diesem Zeitraum höhere oder anvisierte Saisonziele aufgeben müssen, KA die Ziele nach unten korrigiert, dass darüber hinaus die Muster, wie wir in diese Krisen geraten, die gleichen sind. Und komme mir nicht wieder mit Wahrscheinlichkeitsrechnung, um die Grösse des statistischen Fehlers Unkonstanz, aber nicht schlechtere Saisonphasen beweisen zu lassen. Wo sich die Fehlergrösse nur durch lediglich eine von inzwischen 11 Spielzeiten, die viel besser war, ergibt.