Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Natürlich hat Abdennour schlimme Fehler gemacht, natürlich war es vielleicht keine gute Idee von TS ihn in dieser Situation zu bringen! Dennoch sehe ich keinen grund ihm schon jetzt gundsätzliche Fähigkeiten abzusprechen.
Da sind wir doch absolut einer Meinung, warum also die Schärfe ? (wobei ich bei der Einschätzung der Langzeitperspektive vielleicht ein wenig skeptisch bin, das geb' ich zu).

Es war heute einfach eine echte Wohltat, Petri Pasanen spielen zu sehen. Sicher hat nicht alles 100% geklappt und auch bei ihm war Naldo's Hilfe von Zeit zu Zeit mal gefragt - aber das war ja überhaupt kein Vergleich zu den Vorwochen. Die linke Abwehrseite war endlich wieder besetzt und das Abwehrzentrum konnte sich so wieder mehr auf seine Aufgaben konzentrieren (zumal Clemens Fritz auf rechts weiterhin einen sehr guten Ball spielt !).
Auch Peter Niemeyer hat mir ganz gut gefallen - und zwar nicht nur, weil dafür Tim Borowski draußen blieb, sondern weil er durchaus auch einige gute Szenen hatte und insgesamt (ein paar Stockfehler mal ausgenommen) gut gestanden und das Spiel mit entwickelt hat. Er war aktiv, ohne dabei zu überdrehen (von wegen gelb-rot nach 4 Minuten ...). Auch dies ein sehr angenehmer Wechsel. Zumindest bis Jensen/Bargfrede wieder richtig fit sind, sollte Peter Niemeyer in der Startelf bleiben. Mittelfeld-Streichkandidat nach dem längst überfälligen Tim Borowski ist für mich dann im Moment Mesut Özil - so leid mir das tut. Das scheint eine hartnäckigere Lähmung zu sein, die er mit sich rumschleppt. Aber im Moment fehlen da wohl die Alternativen, es sei denn, man zieht Marin ins Mittelfeld und spielt mit 2 Spitzen.

Wenn hier einer schrieb, dass man gesehen habe, dass man durchaus auch auf Spieler "aus der 2. Reihe" vertrauen könne, hab ich da eher den Eindruck, dass man sehen konnte, dass mancher Spieler aus der vermeintlichen 1. Reihe vielleicht doch eher der 2. Reihe zuzuordnen wäre ...

Der Trainer hat mal wieder vieles richtig gemacht, um die Zeichen auf grün zu stellen. Nur dass Hertha einen top Torwart hat, bewahrte sie vor einer höheren Niederlage - wirklich ein klasse Keeper, Respekt.
 
Wenn ich die Mannschaft so lobe, will ich das auch mal bei TS tun. Dass Abdennour und Borowski rausgenommen wurden, war nicht nur aufgrund von Leistungsaspekten wichtig, sondern auch, um die beiden nicht völlig zu desillusionieren.
Letztendlich hat es sich ja auch ausgezahlt. Und ich möchte mich auch noch für den Wechsel Niemeyer <-> Almeida bedanken, letzterer hat zwar auch schon bessere Tage erwischt, aber der Wechsel hat die Offensive definitiv belebt.
Die Abwehr stand heute m.E. recht solide und organisiert, einmal habe ich einen Schock bekommen, als wieder alle Mann an der Mittellinie standen, das war dann allerdings tatsächlich Abseits. Alles gut gelaufen heute, ich hoffe, das gibt genügend Selbstvertrauen und Motivation für die kommenden Aufgaben und TS vor allem den Schwung, dieses streckenweise geniale Kombinationsspiel von uns, das auch heute wieder aufflammen konnte, öfters zu entfachen. :tnx:
 
Das soll jetzt keine Hetzerei sein oder ne böse Unterstellung aber ich hab mir gerade die Highlights bzw. Tore angeschaut......

Claudio läuft (und sprintet nicht wie ein Spielkind) sofort in Richtung Trainerbank....fordert deutlich die Mannschaft auf ihm zu folgen....er umarmt (ebenfalls nicht wie ein Spielkind) Schaaf und zeigt damit eine deutliche und für mich ernst gemeinte Botschaft.....

Jetzt meine Frage an die, die im Stadion waren......wo waren die restlichen Spieler!?!?!? Der Bildschnitt zeigt nur kurz Pasanen der den Weg von Claudio kreuzt....als Piza und Schaaf sich umarmen ist keiner in Reichweite zu sehen!

Ich "verlang" ja keine komplette Mannschaft die aufeinander springt und feiert als wäre man gerade Meister geworden aber nach solch einer deutlichen Aufforderung hätte ich jetzt den ein oder anderen erwartet der ebenfalls zu TS läuft usw.....

Täuschen die Bilder oder war es wirklich so, das Pizarro offensichtlich alleine war??? Wenn ja, sollte man sich mal Gedanken machen.....
 
Wieder mal viel Platz gefüllt ohne auf die entscheidenden Punkte einzugehen. Was sagst du denn zu meiner Beobachtung über die "Kindermädchenaufgabe" von Naldo ?
Ist das abwegig ? Hast du das nicht so gesehen?
Du hast geschrieben, dass behauptet bzw. besonders Naldo zugeschoben wurde, schlecht ausgesehen zu haben, was schonmal in Bezug auf meinen Beitrag einfach nicht stimmt. Denn da ging es um ein nicht existentes Mittelfeld und eine falsche Ausrichtung als Mitgrund für gewisse Dinge - und dann erst in ein, zwei Szenen um Naldo. Da von mir also nicht explizit auf Naldo als Hauptgrund hingewiesen wurde, stellte sich die Frage gar nicht, ob ich darauf unbedingt hätte eingehen müssen. Wenn Du`s nicht verstehst, dann lass es doch bitte....
Und nein, ich habe das nicht nur so gesehen, aber es auch nicht als völlig abwegig betrachtet. Da eben die ganzen Abläufe und Ursachen und damit die Zusammenhänge wesentlich komplexer waren. Aber das habe ich ohnehin beschrieben. Was Du offenbar überlesen hast... :18:
Desweiteren gehst Du selbst auf nichts ein, was an Deinen Aussagen widerlegt wurde wie "locker überlaufen lassen", "1:1-Zweikämpfe" usw.

Ach ja - was ist mit meiner Einschätzung über Petri Pasanen's bisheriges Wirken in Abwehr und auf LV ? Da hattest du ja mehrfach angedeutet, dass Petri als LV ja wohl auch nicht so dolle daherkomme (ohne da jetzt irgendwie halbwegs konkret zu werden).
Zunächst mal ging es darum, was ein PP hätte machen können, wenn sämtliche Mannschaftsteile auf diese Art und Weise versagt hätten wie in Gladbach? Somit sind die "Pasanen-hätte-alles-besser-gemacht-Parolen" reine Vermutungen. Inwiefern sollte ich da noch konkreter werden?

Was Du hier und im Abdennour - Thread betreibst, ist eine reine Pro-Pasanen Debatte, den Du mit allen Mitteln zu verteidigen suchst und jede evtl. mögliche Konkurrenz so schlecht wie möglich hinstellen willst. Wenn dabei dann jeglicher Wille zum Differenzieren auf der Strecke bleibt, brauchst Du dich nicht wundern, wenn das jemand widerlegt. Das ist das Kernproblem des Forums - diese Nibelungenliebe zu bestimmten Spielern, die alles andere, insbesondere sachliche Auseinandersetzungen unmöglich macht.

Im wesentlichen geht es aber ja hier auch um das Wirken des Trainers. Und da bist du ja überraschender Weise jemand, der mit Kritik nicht spart. "Klar waren da auch erfolgreiche Phasen dabei in den letzten Jahren aber es gab auch immer wieder Leistungslöcher und das ist einfach nicht akzepabel (sinngemäß)". Derlei Aussagen sind in meinen Augen völlig neben der Spur. Wer behauptet, ein anderer Trainer hätte in dieser Zeit mehr aus dem seinerzeit kurz vor Liga 2 stehenden SV Werder herausgeholt, hat den von TS selbst kreierten "nassen Helm" auf.
Hach... die Ästhetiker.
Dauernd kommt hier im Thread irgendeiner derlei Sorte - ClickClickClecker, CrystalPalace und wie sie sich alle nennen um die Ecke, um die "Schaaf-ist-der-beste-und-einzige-für-Werder-weil-er-immer-alles-richtig-macht-und-den-kleinen-Provinzklub-nach-oben-geführt-hat" - Platte wieder aufzulegen. "Völlig neben der Spur" ist höchstens diese offen zur Schau gestellte, gehuldigte Demut im Verbund mit dem Bezichtigen anderer, sie würden dies nicht zu schätzen wissen und der überheblichen Manier, sich somit als "gewissenhaftere und bessere" Fans darzustellen.

Weder habe ich irgendwo "Schaaf-raus" gerufen, noch abgestritten, was er für Werder geleistet hat. Aber das ist es, was Ihr nicht versteht.

Der Fussball ist einer kontinuierlichen Entwicklung unterworfen, so wie das tägliche Leben auch. Und in der Regel bleiben die auf der Strecke, die entweder komplett unfähig sind, sich dem anzupassen, oder die - wie Werder - das vielleicht gar nicht wollen, weil sie glauben, sich schon rein traditionsgemäß anders positionieren zu müssen. Dabei geht es keinesfalls darum, den Trainer rauszuschmeißen, sondern sich grundsätzlich - vom Selbstverständnis her schon anders zu begreifen. Und dazu gehört, nicht nur Dinge richtig zu erkennen, sondern auch diesen Erkenntnissen nach rechtzeitig zu handeln. Dazu gehört, dass ein Trainer genug Druck bekommt, dazu gehört, dass hernach eine Mannschaft zu spüren bekommt, dass sie etwas falsch macht.

Das Spiel gestern war wieder mal der beste Beweis. Gestern hat TS aus meiner Sicht vieles richtig gemacht, grösstenteils war es sein Verdienst. Er hat System, Ausrichtung und Taktik der Situation angepasst. Er hat durch einen Zerstörer mehr im MF eine wichtige Komponente ebenso eingebaut, wie einen defensivstarken LV und richtigerweise mit einer offensiven Dreierreihe hinter einem Stürmer gespielt. Dadurch kam Struktur und Linie sowohl in das Offensivspiel, als auch in die Defensive sowie in die Wechselwirkung/Balance zwischen beiden. Ausserdem stimmte plötzlich die Einstellung und der Kampfgeist - die wichtigste Vorrausetzung überhaupt. Hertha hat in den drei Spielen zuvor sowohl sich selbst genug Chancen erarbeitet als auch dem Gegner wenige gewährt, dazu überlegen agiert. So eine Mannschaft muss - Letzter hin oder her - erstmal geschlagen werden, besonders nach eigenen sieben sieglosen Spielen und dem damit einhergehenden, verlorenen Selbstvertrauen. Auf letzteres lassen sich auch getrost die kleinen, alten Problemchen im Spielverlauf zurückführen. Schaaf hat freilich sein System nach einer Stunde wieder aufs Alte revidiert - das wiederrum fand ich weniger glücklich. Aber es hat unter dem Strich den Sieg gebracht, obwohl ich überzeugt bin, dass bei ein bisschen mehr Geduld auch dieses System am Ende für einen 1:0-Sieg gereicht hätte.

Gleichzeitig wird uns aber eines klar und deutlich vor Augen geführt - es geht, wenn man will. Und da sind wir bei dem, was ich immer anprangere - dass dies erst nach fünf Niederlagen in Folge geschieht. Erstmals nach dem Nürnberg-Spiel, spätestens aber nach der Heimpartie gegen Wolfsburg war ziemlich erkennbar, dass die Stabilität im Gebilde mehr und mehr brüchig wird, dass etwas nicht passt. Doch es wurde so weitergespielt - gleiches System, gleiche Akteure, gleiche Spielführung. Ergebnis absehbar. Und unnötig.

Leider ist es das, was sich in schöner Regelmäßigkeit Jahr für Jahr wiederholt und zu bestimmten, gleichen Saisonphasen dann in Resultaten ausufert. Und erst dann reagiert wird, wenn es sowieso schon frappierend offen auf der Hand liegt, woran es hapert. Umgekehrt macht das aber den über den Tellerrand hinausschauenden Fan fast wahnsinnig, ein schön und erfolgreich spielendes Team zu sehen, dass sich immer wieder selbst um den verdienten Lohn bringt, und schlimmer noch, sich regelmäßig und punktgenau der Lächerlichkeit preisgibt.

Andere Mannschaften bekommen Probleme, weil sie der erhöhten Erwartungshaltung nicht gewachsen sind, weil sie auf Dreifachbelastung nicht klarkommen, weil sie durch Kleinkriege in Vorständen beeinträchtigt sind, weil sie falsch eingekauft haben. Das ist schwerer in den Griff zu bekommen.
Werder dagegen scheitert - so meine Meinung - an hausgemachten und gleichzeitig uralten Problemen, die kaum mit oben genannten Dingen zusammenhängen können, da sie mit immer unterschiedlich besetzten Teams passieren. Und DAS ist das Ärgerliche.

Aber derlei "kleine" Fehleinschätzungen sehe ich ihm ebenso wie gelegentliche "Misserfolgsphasen" gern nach.
Ich nicht. Weil "klein" und "gelegentlich" nun wirklich kein Argument mehr ist.
 
Sorry, Mick, aber hast Du Dir eigentlich vorgenommen, neue Rekorde in punkto Länge Deiner Posts aufzustellen?
Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass hier sehr viel persönliche Eitelkeit im Spiel ist. Und prinizipielle Rechthaberei.
So, wie Du für Dich in Anspruch nimmst, Thomas Schaaf differenziert zu beurteilen (was für meinen Geschmack bei Lob allerdings immer sehr schnell in "Endlich tut er mal, was ich schon immer gesagt habe" ausartet), solltest Du auch anderen zugestehen, dass sie mehr als nur kritiklose Schaaf-Anbeter sind. Auch der Vorwurf der Überheblichkeit fällt da sehr schnell auf Dich selbst zurück.
Ja, gestern hat Thomas Schaaf vieles richtig gemacht. Vor allem aber - und das sage ich als Schaaf-Fan - hat die Mannschaft diesmal vieles richtig gemacht. Und das hätte sie auch schon in den Spielen davor gekonnt: rennen, kämpfen, dem Mitspieler helfen, keinen Ball verloren geben etc.
 
[...]
Täuschen die Bilder oder war es wirklich so, das Pizarro offensichtlich alleine war??? Wenn ja, sollte man sich mal Gedanken machen.....

wenn man genug gedanken zum verschwenden über hat...

Zitat von WerderOnline:
Diese sachliche Art des Trainers kommt bei der Mannschaft an. Sie unterstrich nach dem Abpfiff des Hertha-Spiels ganz deutlich, dass sie auch für den Trainer gespielt hat. "Die letzten Wochen waren für jeden von uns eine schwere Zeit, aber er ist immer ruhig und geduldig geblieben, hat uns jedes Mal wieder auf unsere Fehler hingewiesen. Das hat sich ausgezahlt. Claudios Lauf zur Trainerbank nach seinem Treffer war dafür sicher auch ein Symbol", sagte Clemens Fritz. Aaron Hunt wurde noch deutlicher: "Dass es wieder solche Stimmen gab, ist einfach lächerlich. Über Thomas Schaaf zu diskutieren ist völliger Schwachsinn." Und auch Torsten Frings legte nach: "Bei uns braucht es gar nicht solche Symbolik. Es ist gar keine Frage, dass Thomas hier weiterhin der richtige Mann ist."
 
Die Aussage "für den Trainer gespielt habe", verrät auch viel über das Gebilde innerhalb der Mannschaft.

Hm, und was?

Es ist mir prinzipiell völlig egal, aus welcher Motivation heraus, die Spieler vorgestern endlich gescheit ihrer Profession nachgegangen sind. Dass aber die Spieler mit solchen Aussagen an die Öffentlichkeit gehen, widerspricht dem Totschlagargument "der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr", völligst und lässt diese Aussage das sein, was sie von vorn herein war: Totaler Mist.

Die entscheidenden Faktoren waren Freitag der Einsatz Pasanen´s und Niemeyers, die es möglich machten, aus einer geschlossenen Defensive heraus zu agieren. Das System war nicht neu - das System wurde nur umgesetzt. Insofern verbietet sich auch die Taktik-Aufrechnerei, denn es wurde doch offensichtlich, dass das vorherige Auftreten, nicht ausschließlich mit der taktischen Ausrichtung zu erklären ist, viel mehr aber mit der defensiven Disziplin.

Nun, es ging gegen die Hertha - den Tabellenletzten. Von der Papierform ein leichtes Spiel. Aber auch sie haben Hinten dicht gemacht und wenig Raum gelassen, sodass es gefühlte Ewigkeiten dauerte, bis der Torerfolg sich einstellte. Aber die Mannschaft hat endlich Geduld und Moral bewiesen. Wir haben solche Spiele auch schon anders, erfolgloser gestaltet. Und man weiß, wie es mit einem angeknockten Gegner laufen kann.

Das stimmt mich alles positiv und wenn es gelingt, am Dienstag den Faden an gleicher Stelle aufzunehmen, werden wir auch in Hannover drei Punkte mitnehmen können. Dann sähe die Lage schon wieder etwas entspannter aus.
 
immer wieder interessant, die tatsächliche Aufstellung, wo sich die Spieler hauptsächlich aufhalten:

Wiese
---------------16er---------------



Merte......Naldo


Fritz...................................Pasanen
----------------Mittellinie----------------
Frings Niemeyer
Hunt

Özil Piza
Marin

--------16er---------
 
Gleichzeitig wird uns aber eines klar und deutlich vor Augen geführt - es geht, wenn man will. Und da sind wir bei dem, was ich immer anprangere - dass dies erst nach fünf Niederlagen in Folge geschieht. Erstmals nach dem Nürnberg-Spiel, spätestens aber nach der Heimpartie gegen Wolfsburg war ziemlich erkennbar, dass die Stabilität im Gebilde mehr und mehr brüchig wird, dass etwas nicht passt. Doch es wurde so weitergespielt - gleiches System, gleiche Akteure, gleiche Spielführung. Ergebnis absehbar. Und unnötig.

Mal wieder alles genau auf den Punkt gebracht. Danke!
 
Zitat von Lothar Matthäus;862873:
Dass aber die Spieler mit solchen Aussagen an die Öffentlichkeit gehen, widerspricht dem Totschlagargument "der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr", völligst und lässt diese Aussage das sein, was sie von vorn herein war: Totaler Mist.
:tnx: Das war sowieso nie ein Argument. Ich hätte da eher den Ansatz, dass TS die Mannschaft zu viel erreicht, dass die Distanz fehlt.

Das System war nicht neu - das System wurde nur umgesetzt. Insofern verbietet sich auch die Taktik-Aufrechnerei, denn es wurde doch offensichtlich, dass das vorherige Auftreten, nicht ausschließlich mit der taktischen Ausrichtung zu erklären ist, viel mehr aber mit der defensiven Disziplin.
"Nicht ausschließlich" trifft es in etwa.
Wer mal aktiv im Fussball unterwegs war, ob als Trainer oder Spieler, der wird wissen, dass von einzelnen Spielern seltenst genau das umgesetzt wird bzw. umgesetzt werden kann, was vorher klar besprochen wurde. TS wird sicherlich nicht gegen Bayern oder in Gladbach gefordert haben, dass im Mittelfeld die Steilpässe ungehindert gespielt werden dürfen, dass Özil, Marin oder Hunt schon vorne nicht dagegen halten und ihre Gegenspieler laufen lassen, Frings und Boro Räume preisgeben und passiv umherirren. Soweit ist schon deutlich, wo die Schuld der Spieler liegt.

Das ist aber nur die eine Seite. Denn grundsätzlich gibt der Trainer die Tragweite der Handlungskompetenz, die die Spieler auf dem Feld haben dürfen oder nicht, vor, er legt fest, wie und mit welcher Ausrichtung gegen den Gegner agiert oder auf den Gegner reagiert werden darf/soll und welche Mittel angewendet werden können, sollte es nicht funktionieren. Und er muss in der Lage sein, bei Nicht-Funktionieren auch während des Spielverlauf zu reagieren.

Schaaf hat klare Vorstellungen, wie "sein Fussball" aussehen soll - ballorientiert, aktives und aggressives Pressing, nach Balleroberung direktes und schnelles Spiel, möglichst in die Senkrechte. Soweit eine sehr gute Auffassung, die er auch schon öfter durchsetzen konnte.
Das Kardinalproblem seit vielen Jahren liegt mMn nicht darin, dass Schaaf sein Konzept nicht vermitteln und perfektionieren kann, sondern darin, dass er keine Varianten vermitteln kann, vielleicht sogar gar keine parat hat, die es geben könnte, sollte "sein Fussball" aus den verschiedensten Gründen nicht funktionieren. Die Mannschaften Werder`s sind in der Ära Schaaf sehr, sehr begrenzt in ihren (variablen) Möglichkeiten der Spielführung. Dies zeigt sich bei den verschiedensten Spielverläufen, Konstellationen und gegen unterschiedlichste Kontrahenten. Gehen wir gegen äußerst destruktive, vordergründig auf Zerstörung bedachte Gegner an und bringt dann das Kombinationsspiel keinen Erfolg, sitzen die Torchancen nicht, hat Werder als einzige Antwort, noch mehr von diesen, nicht funktionierenden Mitteln anzuwenden. Mit dem Ergebnis, dass das Ganze irgendwann noch enger und unmöglicher wird und die Erfolgsaussichten gegen Null tendieren. Das Gleiche geschieht gegen Gegner, die ausserdem stark kontern, da reagieren wir, selbst, wenn wir nicht in Rückstand liegen, aber zugelassene Torchancen das Übel schon aufzeigen, noch offensiver, die Mannschaft sucht die Flucht nach vorn - mit dem gleichen Ergebnis. Statt phasenweise das Tempo rauszunehmen, sich zurückzuziehen oder nach Bedarf selbst lange Bälle zu schlagen, um dem Kontrahenten zu zeigen "wir können auch anders" und ihn damit zu verunsichern. Ausloten und täuschen als wichtigste Mittel werden regelmäßig ausgeblendet. Das alles lässt mich schlussfolgern, dass die Mannschaft einfach nichts anderes kennt.

Wenn bei uns alles optimal passt, das Pressing zu Ballgewinnen führt, der Raum zum Ball laufen lassen gefunden wird, das Eins-gegen-Eins funktioniert, können wir jeden Gegner in der BL schlagen. Wenn nicht, sind wir in der Regel auf verlorenem Posten, da uns andere Möglichkeiten völlig fremd sind. Und das ist weniger die Schuld der Spieler, als die der sportlichen Leitung.

Und zu dem ganzen Unheil kommt dann noch dazu, dass viel zu spät auf Dinge reagiert wird, dass viel zu lange etwas laufen gelassen wird, dessen Erfolgsaussichten praktisch nicht vorhanden sind.

Angemessene Spielführungen oder ein angepasstes Spielsystem hatten wir mal letzte Rückrunde gegen Stuttgart, wo uns der Gegner in die Karten spielte und diesmal zwischen dem 3. und 9. Spieltag. Dummerweise sorgte dies wieder zum "Überdrehen" und dem Vergessen dessen, was erfolgreich war. Und dagegen wurde wiederrum zu spät entgegengesteuert. Also das, was uns zyklisch pro Saison zurückwirft. Und das, was uns trotz individueller Klasse und hohem Aufwand immer wieder unsere Saisonziele verbaut.

Insofern, @Lothar Matthäus, verbietet sich die Aufrechnerei der taktischen Ausrichtung keineswegs. Im Gegenteil.

Das stimmt mich alles positiv und wenn es gelingt, am Dienstag den Faden an gleicher Stelle aufzunehmen, werden wir auch in Hannover drei Punkte mitnehmen können. Dann sähe die Lage schon wieder etwas entspannter aus.
Hoffen wir`s. Dortmund in München, HSV in Stuttgart - und schwupps, sind es bei Werder-Sieg nur noch zwei Punkte.
 

Mick, wenn Du es so siehst, dann liegen wir inhaltlich ziemlich beieinander. Ich habe die Verantwortlichkeit der Spieler ein wenig höher eingeschätzt, als Du. Mag sein, dass Du recht hast und der eine oder andere Spieler mit den Anforderungen des Trainers überfordert ist. Mag sein, dass die sportliche Leitung zu spät eingegriffen hat und wochenlang auf´s falsche Pferd setzte.

Nur, was ich immer wieder aus Deinen Beiträgen heraus lesen wollte, war, dass es Deine Auffassung war, die sportliche Leitung hätte das Problem an sich nicht erkannt und würde diese ignorieren. Es gehört nun einmal zur Philosophie des Trainers dazu, dass a) das Anforderungenprofil an den teils sehr jungen Spielern, sehr hoch ist, da das Werderspiel viel taktische Kompetenz, Laufbereitschaft und eine hohe Auffassungsgabe erfordert und b) dass es sich ein Stammspieler unter ihm auch erlauben darf, das eine oder andere schlechtere Spiel abzuliefern. Vielleicht hätte sich diese ganze Diskussion erst gar nicht ergeben, wären Spieler, wie Boenisch, Bargfrede, Jensen und vor allem Pizarro, nicht langfristig verletzt. Denn gerade letztere Beiden erfüllen dieses Profil in vollem Umfange und sind eigentlich kaum ersetzbar, wenn sie denn auf höchstem Niveau agieren.

Schauen wir doch jetzt einfach mal, was die nächsten Spiele bringen und wie sich das System bewährt - bald ja auch schon gegen stärkere Gegner. Dass sich die Mannschaft steigern muss, um in den nächsten Wochen zu bestehen, wissen wir alle.
 
Zitat von Lothar Matthäus;864753:
Nur, was ich immer wieder aus Deinen Beiträgen heraus lesen wollte, war, dass es Deine Auffassung war, die sportliche Leitung hätte das Problem an sich nicht erkannt und würde diese ignorieren.
Naja, eben das ist es, was viele hier vielleicht falsch verstanden haben oder vielleicht auch von meiner Seite falsch ausgedrückt wurde und nach gewissen Niederlagen zu sehr emotional unterlegt war. Es ging mir nie darum, zu behaupten, dass dies nicht erkannt wird (wäre ja fatal), sondern dass die Bedeutung dessen unterschätzt wird, mMn auch in dem Glauben, dass es keine besseren Alternativen als bspw. das Festhalten an Altbewährtem gäbe. Dazu kommt dann eine gewisse Trägheit mit dem Hintergrund des Verweises auf alte Erfolge, wo ja alles richtig gemacht wurde. Ein Fehler meiner Meinung nach, der unter anderem dazu führt, dass Werder in gewissen Saisonphasen fast schon chronisch stottert. Ich denke aber, dass das auch in einer traditionellen Geschichte begründet liegt. Dazu fand ich diesen Teil-Beitrag hochinteressant:
Mut zur Neustrukturierung:
Auch eine Fähigkeit, die nicht jedem Menschen geben ist. Selbstkritik, Analysieren der gebenden Umstände, das Abwägen und den Mut alte Strukturen aufzubrechen um neue zu schaffen. All das sehe ich weder bei Schaaf noch allgemein im Moment bei Werder Bremen. Allgemein sehe ich diese geistige Flexibilität nur selten in dieser Stadt. Ich bin selbst Bremer und bin immer wieder überrascht, mit welch einer Gelassenheit und schon fast hanseatischer Sturheit in dieser Stadt Politik betrieben wird. Gute Bsp. wäre hier Städteplanung, Wirtschaftsklüngel (nicht wahr Hr. Stollberg) und Finanzpolitik. Aber sorry, ich drifte ab. Trotzdem ist diese bremensische Sturheit eine charaktereigenschaft von Schaaf.
Kann nur ein echter Bremer beurteilen! :applaus: :svw_applaus:
 
Schaaf hat klare Vorstellungen, wie "sein Fussball" aussehen soll - ballorientiert, aktives und aggressives Pressing, nach Balleroberung direktes und schnelles Spiel, möglichst in die Senkrechte. Soweit eine sehr gute Auffassung, die er auch schon öfter durchsetzen konnte.
Das Kardinalproblem seit vielen Jahren liegt mMn nicht darin, dass Schaaf sein Konzept nicht vermitteln und perfektionieren kann, sondern darin, dass er keine Varianten vermitteln kann, vielleicht sogar gar keine parat hat, die es geben könnte, sollte "sein Fussball" aus den verschiedensten Gründen nicht funktionieren. Die Mannschaften Werder`s sind in der Ära Schaaf sehr, sehr begrenzt in ihren (variablen) Möglichkeiten der Spielführung. Dies zeigt sich bei den verschiedensten Spielverläufen, Konstellationen und gegen unterschiedlichste Kontrahenten. Gehen wir gegen äußerst destruktive, vordergründig auf Zerstörung bedachte Gegner an und bringt dann das Kombinationsspiel keinen Erfolg, sitzen die Torchancen nicht, hat Werder als einzige Antwort, noch mehr von diesen, nicht funktionierenden Mitteln anzuwenden. Mit dem Ergebnis, dass das Ganze irgendwann noch enger und unmöglicher wird und die Erfolgsaussichten gegen Null tendieren. Das Gleiche geschieht gegen Gegner, die ausserdem stark kontern, da reagieren wir, selbst, wenn wir nicht in Rückstand liegen, aber zugelassene Torchancen das Übel schon aufzeigen, noch offensiver, die Mannschaft sucht die Flucht nach vorn - mit dem gleichen Ergebnis. Statt phasenweise das Tempo rauszunehmen, sich zurückzuziehen oder nach Bedarf selbst lange Bälle zu schlagen, um dem Kontrahenten zu zeigen "wir können auch anders" und ihn damit zu verunsichern. Ausloten und täuschen als wichtigste Mittel werden regelmäßig ausgeblendet. Das alles lässt mich schlussfolgern, dass die Mannschaft einfach nichts anderes kennt.

Wenn bei uns alles optimal passt, das Pressing zu Ballgewinnen führt, der Raum zum Ball laufen lassen gefunden wird, das Eins-gegen-Eins funktioniert, können wir jeden Gegner in der BL schlagen. Wenn nicht, sind wir in der Regel auf verlorenem Posten, da uns andere Möglichkeiten völlig fremd sind. Und das ist weniger die Schuld der Spieler, als die der sportlichen Leitung.

In diesem Punkt muss ich dir zustimmen, auch wenn ich es nicht ganz so "unheilvoll" sehe.
Werder spielt mir zwar auch zu oft den typischen Stiefel runter, aber wir haben letztes Jahr in den Pokalwettbewerben bewiesen, dass wir uns anpassen können. Einfach die Viererkette 30 Meter weiter zurück. Das ging in den Pokalen immer ohne Probleme.

Tatsache ist und bleibt, dass Werder unter Schaaf eine Mannschaft ist, die mehr versucht das Spiel zu diktieren und zu gestalten, anstatt es anzunehmen wie es ist und drauf zu reagieren (Mainz macht das diese Saison klasse).
Mir gefällt es so wie wir es machen. Die Misere hängt diese Saison mMn sowie so zu 75% am Mangel eines zweiten sehr guten Stürmers. Sei es um 4-4-2 zu spielen oder im Fall eines Pizarro Ausfalles ein brauchbares 4-5-1 anzubieten.

Schau dir mal dies an:

http://www.wahretabelle.de/wahretabelle/torschuss-statistik.php

Auch wenn dies Torschüsse und keine Torchancen sind, stehen wir ganz oben. Wir spielen uns das gut heraus, haben aber zu wenig Vollstrecker.
Und die Tabelle:

http://www.wahretabelle.de/wahretabelle/zweikampfsieger.php

Das kann mMn alles nicht total lügen.
Mit nem zweiten richtigen Stürmer würden wir die meisten Diskusionen (zu recht?) nicht führen.
 
Nunja, den Gegner ins Abseits zu stellen ist sicherlich schon ne ordentliche Leistung für ne Viererkette!

Dennoch birgt es auch einige Gefahr, ständig weit aufzurücken und auf Abseits zu spielen. In 9 von 10 Fällen gehts vielleicht gut, aber wenn es mal kein Abseits ist (oder der Schiri-Assistent das nicht korrekt beurteilt hat) ist der gegnerische Stürmer meistens durch und marschiert auf Wiese zu.

Aber es ist nunmal die Philosophie des modernen Fussballs. Die Viererkette rückt weit auf, um das Spielgeschehen möglichst weit in die gegnerische Hälfte zu drücken. Andererseits auch, um kein zu großes Loch zwischen Abwehr und Offensive entstehen zu lassen, also quasi, um der Offensive etwas Rückendeckung zu geben.

Probleme dabei sind mMn, dass Mertesacker doch relativ langsam ist und dass unsere Außenverteidiger oftmals sehr weit aufrücken und demzufolge nicht mehr schnell genug nach hinten kommen. Besonders gegen den HSV mit dem schnellen Elia war das sehr gut zu sehen.
 
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