Wieder mal viel Platz gefüllt ohne auf die entscheidenden Punkte einzugehen. Was sagst du denn zu meiner Beobachtung über die "Kindermädchenaufgabe" von Naldo ?
Ist das abwegig ? Hast du das nicht so gesehen?
Du hast geschrieben, dass behauptet bzw. besonders Naldo zugeschoben wurde, schlecht ausgesehen zu haben, was schonmal in Bezug auf meinen Beitrag einfach nicht stimmt. Denn da ging es um ein nicht existentes Mittelfeld und eine falsche Ausrichtung als Mitgrund für gewisse Dinge - und dann erst in ein, zwei Szenen um Naldo. Da von mir also nicht explizit auf Naldo als Hauptgrund hingewiesen wurde, stellte sich die Frage gar nicht, ob ich darauf unbedingt hätte eingehen müssen. Wenn Du`s nicht verstehst, dann lass es doch bitte....
Und nein, ich habe das
nicht nur so gesehen, aber es auch nicht als völlig abwegig betrachtet. Da eben die ganzen Abläufe und Ursachen und damit die Zusammenhänge wesentlich komplexer waren. Aber das habe ich ohnehin beschrieben. Was Du offenbar überlesen hast... :18:
Desweiteren gehst Du selbst auf nichts ein, was an Deinen Aussagen widerlegt wurde wie "locker überlaufen lassen", "1:1-Zweikämpfe" usw.
Ach ja - was ist mit meiner Einschätzung über Petri Pasanen's bisheriges Wirken in Abwehr und auf LV ? Da hattest du ja mehrfach angedeutet, dass Petri als LV ja wohl auch nicht so dolle daherkomme (ohne da jetzt irgendwie halbwegs konkret zu werden).
Zunächst mal ging es darum, was ein PP hätte machen können, wenn sämtliche Mannschaftsteile auf diese Art und Weise versagt hätten wie in Gladbach? Somit sind die "Pasanen-hätte-alles-besser-gemacht-Parolen" reine Vermutungen. Inwiefern sollte ich da noch konkreter werden?
Was Du hier und im Abdennour - Thread betreibst, ist eine reine Pro-Pasanen Debatte, den Du mit allen Mitteln zu verteidigen suchst und jede evtl. mögliche Konkurrenz so schlecht wie möglich hinstellen willst. Wenn dabei dann jeglicher Wille zum Differenzieren auf der Strecke bleibt, brauchst Du dich nicht wundern, wenn das jemand widerlegt. Das ist das Kernproblem des Forums - diese Nibelungenliebe zu bestimmten Spielern, die alles andere, insbesondere sachliche Auseinandersetzungen unmöglich macht.
Im wesentlichen geht es aber ja hier auch um das Wirken des Trainers. Und da bist du ja überraschender Weise jemand, der mit Kritik nicht spart. "Klar waren da auch erfolgreiche Phasen dabei in den letzten Jahren aber es gab auch immer wieder Leistungslöcher und das ist einfach nicht akzepabel (sinngemäß)". Derlei Aussagen sind in meinen Augen völlig neben der Spur. Wer behauptet, ein anderer Trainer hätte in dieser Zeit mehr aus dem seinerzeit kurz vor Liga 2 stehenden SV Werder herausgeholt, hat den von TS selbst kreierten "nassen Helm" auf.
Hach... die Ästhetiker.
Dauernd kommt hier im Thread irgendeiner derlei Sorte - ClickClickClecker, CrystalPalace und wie sie sich alle nennen um die Ecke, um die "Schaaf-ist-der-beste-und-einzige-für-Werder-weil-er-immer-alles-richtig-macht-und-den-kleinen-Provinzklub-nach-oben-geführt-hat" - Platte wieder aufzulegen. "Völlig neben der Spur" ist höchstens diese offen zur Schau gestellte, gehuldigte Demut im Verbund mit dem Bezichtigen anderer, sie würden dies nicht zu schätzen wissen und der überheblichen Manier, sich somit als "gewissenhaftere und bessere" Fans darzustellen.
Weder habe ich irgendwo "Schaaf-raus" gerufen, noch abgestritten, was er für Werder geleistet hat. Aber das ist es, was Ihr nicht versteht.
Der Fussball ist einer kontinuierlichen Entwicklung unterworfen, so wie das tägliche Leben auch. Und in der Regel bleiben die auf der Strecke, die entweder komplett unfähig sind, sich dem anzupassen, oder die - wie Werder - das vielleicht gar nicht wollen, weil sie glauben, sich schon rein traditionsgemäß anders positionieren zu müssen. Dabei geht es keinesfalls darum, den Trainer rauszuschmeißen, sondern sich grundsätzlich - vom Selbstverständnis her schon anders zu begreifen. Und dazu gehört, nicht nur Dinge richtig zu erkennen, sondern auch diesen Erkenntnissen nach rechtzeitig zu handeln. Dazu gehört, dass ein Trainer genug Druck bekommt, dazu gehört, dass hernach eine Mannschaft zu spüren bekommt, dass sie etwas falsch macht.
Das Spiel gestern war wieder mal der beste Beweis. Gestern hat TS aus meiner Sicht vieles richtig gemacht, grösstenteils war es sein Verdienst. Er hat System, Ausrichtung und Taktik der Situation angepasst. Er hat durch einen Zerstörer mehr im MF eine wichtige Komponente ebenso eingebaut, wie einen defensivstarken LV und richtigerweise mit einer offensiven Dreierreihe hinter einem Stürmer gespielt. Dadurch kam Struktur und Linie sowohl in das Offensivspiel, als auch in die Defensive sowie in die Wechselwirkung/Balance zwischen beiden. Ausserdem stimmte plötzlich die Einstellung und der Kampfgeist - die wichtigste Vorrausetzung überhaupt. Hertha hat in den drei Spielen zuvor sowohl sich selbst genug Chancen erarbeitet als auch dem Gegner wenige gewährt, dazu überlegen agiert. So eine Mannschaft muss - Letzter hin oder her - erstmal geschlagen werden, besonders nach eigenen sieben sieglosen Spielen und dem damit einhergehenden, verlorenen Selbstvertrauen. Auf letzteres lassen sich auch getrost die kleinen, alten Problemchen im Spielverlauf zurückführen. Schaaf hat freilich sein System nach einer Stunde wieder aufs Alte revidiert - das wiederrum fand ich weniger glücklich. Aber es hat unter dem Strich den Sieg gebracht, obwohl ich überzeugt bin, dass bei ein bisschen mehr Geduld auch dieses System am Ende für einen 1:0-Sieg gereicht hätte.
Gleichzeitig wird uns aber eines klar und deutlich vor Augen geführt - es geht, wenn man will. Und da sind wir bei dem, was ich immer anprangere - dass dies erst nach fünf Niederlagen in Folge geschieht. Erstmals nach dem Nürnberg-Spiel, spätestens aber nach der Heimpartie gegen Wolfsburg war ziemlich erkennbar, dass die Stabilität im Gebilde mehr und mehr brüchig wird, dass etwas nicht passt. Doch es wurde so weitergespielt - gleiches System, gleiche Akteure, gleiche Spielführung. Ergebnis absehbar. Und unnötig.
Leider ist es das, was sich in schöner Regelmäßigkeit Jahr für Jahr wiederholt und zu bestimmten, gleichen Saisonphasen dann in Resultaten ausufert. Und erst dann reagiert wird, wenn es sowieso schon frappierend offen auf der Hand liegt, woran es hapert. Umgekehrt macht das aber den über den Tellerrand hinausschauenden Fan fast wahnsinnig, ein schön und erfolgreich spielendes Team zu sehen, dass sich immer wieder selbst um den verdienten Lohn bringt, und schlimmer noch, sich regelmäßig und punktgenau der Lächerlichkeit preisgibt.
Andere Mannschaften bekommen Probleme, weil sie der erhöhten Erwartungshaltung nicht gewachsen sind, weil sie auf Dreifachbelastung nicht klarkommen, weil sie durch Kleinkriege in Vorständen beeinträchtigt sind, weil sie falsch eingekauft haben. Das ist schwerer in den Griff zu bekommen.
Werder dagegen scheitert - so meine Meinung - an hausgemachten und gleichzeitig uralten Problemen, die kaum mit oben genannten Dingen zusammenhängen können, da sie mit immer unterschiedlich besetzten Teams passieren. Und DAS ist das Ärgerliche.
Aber derlei "kleine" Fehleinschätzungen sehe ich ihm ebenso wie gelegentliche "Misserfolgsphasen" gern nach.
Ich nicht. Weil "klein" und "gelegentlich" nun wirklich kein Argument mehr ist.