Das Spiel im MG war ja schon ein Offenbarungseid, aber viel schlimmer fand ich die Äußerung vom Coach "Sollen wir jetzt einen Zauberer rufen?" nach dem Spiel? War es - in dieser Situation völlig unangebrachtes - Possenreißen oder schon ein Zeichen von Resignation?
Wohl eine Mischung aus beidem. Oder ganz einfach seine ihm eigene Art, mit kritischen Frage umzugehen.
Bei kritischen Fragen wirkt er in der Regel sehr unsouverän und "watscht" die Herren Voigt etc. gerne ab, geht über dessen Fragen einfach hinweg, anstatt sie zu beantworten.
Oder verfällt, wie in diesem Fall, in Sarkasmus.
Der größte Schock am Samstag, neben der erneuten Aufbietung Boro´s, war für mich der von mir befürchtete, "worst case", daß das Spiel genau so ablaufen wird, wie es in der letzten Zeit in BMG immer ablief: wir machen das Spiel - BMG macht die Tore und behält die punkte. Nur das es dieses Mal noch schlimmer wurde.
Ich hatte die naive Hoffnung, daß spätestens JETZT TS seine naive Offensivtaktik überdenken würde und dafür sorgt, daß wir zunächst defensiv sicherer stehen, um uns daraus ein gewisses Selbstvertrauen zurückzuholen.
Wie dumm von mir.
Was man dann nach 14 Minuten sehen konnte (musste), war einfach grausamste Ernüchterung. 0:3 nach 14 Min., ausgekontert, auswärts...
Mit einer Abwehreihe die quasi den widerstandslosen Freitod ERNEUT auf Höhe der Mittellinie wählte!
Das musste man erstmal sacken lassen...
Ich hatte im Vorfeld mit vielem gerechnet, dieses Szenario hätte selbst ich nicht für möglich gehalten.
Der Gipfel der Dämlichkeit, definitiv nicht mehr Steigerungsfähig.
Leider ist solch ein Auftritt in Gladbach nichts wahsinnig Neues. Eher alt bekannt. Nur die Protagonisten auf dem Feld wechseln dabei ab und an. Auf der Bank nicht.
Was auch dem letzten deutlich machen sollte, daß es nicht allein an der mangelnden Lernfähigkeit der Spieler liegen kann, daß sich solche Auftritte in aller Regelmäßigkeit wiederholen!
Diese Auftritte hat größtenteils ein Trainer zu verantworten, der am Samstag nicht zum ersten Mal zeigt, daß er in puncto System/Taktik in etwa die Felexibilität einer Bahnschiene hat.
Eine muntere Einladung an BMG uns im eingenen Stadion auszukontern. Genau das, was es zu Verhindern galt. Genau das, was man im Vorfeld befürchten mußte.
Das Problem ist mittlerweile, daß gewisse Dinge absehbar sind. Man fährt auf die Wand zu, ohne zu bremsen.
Man weiß, daß Schalke einem bspw. den Schneid im kämpferischen Bereich abkaufen wird. Ebenso Hamburg.
Das BMG oder FFM nur darauf warten, uns zuhause auszukontern.
Das wir traditionell schlecht und schläfrig aus der WP starten - wundert einen das, oder hat man sich darauf bereits insgeheim eingestellt!?
Man kann jetzt natürlich sagen, o.k., auch solch ein Tal werden wir schon selbstverständlich gemeinsam durchstehen. Kann man. Auf der anderen Seite könnte man auch versuchen, dafür sorge zu tragen, daß solche Phasen bzw. Täler gar nicht erst vorkommen.
Das Schlimme ist doch letztlich an der ganzen Situation, daß wir in diese durch Fehler geraten sind, die allesamt nicht neu und sogar bestens gekannt sind!
Das alles passiert nicht zum ersten Mal.
Mangelnde Einsatzbereitschaft in Spielen, wo es darauf ankommt, die Zweikämpfe anzunehmen, wie gegen S04 oder HH, ist kein zufälliges Phänomen, sondern tritt in aller Regelmäßigkeit auf. Und das nicht nur bei 2, 3 Spielern.
Da muß schon die Frage erlaubt sein, ob TS noch die Spieler erreicht und ob er noch in der Lage ist, diese so zu motivieren, daß man nicht nur gegen die Bayern 100% gibt. Bei diesem Punkt bin ich mir absolut nicht mehr sicher...
Auch wenn die Frage nach Alternativen sicherlich eine schwierige ist, so kann man dennoch nicht per se sagen, es darf slles so weiterlaufen wir bisher. Denn genau dabei seh ich die größte Gefahr, in dem man in Selbstgefälligkeit sio tut, als würde am Ende alles automatisch schon wieder gut enden.
Die letzte Saison endete durchaus noch gut durch den Pokalsieg und das Erreichen eines weiteren Finales.
Die Probleme in der BL wurden dadurch lediglich kaschiert und man übersah diese lapidar, da man am Ende doch zufrieden sein konnte. Was gab es da schon zu meckern?!
Augenwischerei, in meinen Augen. Denn bereits in der letzten Saison waren die Fehler zu beobachten, wie man sie heute erneut sieht.
Ob TS es irgendwann schaffen wird, alt bekannte Fehler und Einstellungsprobleme in den Griff zu bekommen? Ich weiß es nicht, habe da so allerdings meine Zweifel.
Unendlich viel Zeit sollte man ihm, trotz aller Verdienste, dafür nicht einräumen.