Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Jein. Umgekehrt hat es die Union mehr oder weniger erfolgreich geschafft, wohl die Mehrheit der wirklich rechten, aber noch demokratischen Wähler an sich zu binden, weil sie es bisher erfolgreich verhindert hat, dass sich eine demokratische Partei rechts von ihr etablieren konnte. Wenn es aus historischen Gründen, wie es bei der Linken der Fall ist, eine rechte Partei gäbe, wie es auf der Linken Die Linke ist, dann hätte es für die CDU/CSU vielleicht auch enger werden können in einer Zeit, in der die Poiltik eher von Leuten wie Wulff, Rüttgers und vor allem Merkel und der Großen Koalition bestimmt wird und stramm rechte Positionen keine große Rolle mehr spielen und auch kaum Vertreter finden, schon gar nicht solche, die in der CDU was werden.

Also Rüttgers halte ich schon für ganz schön rechts, aber mit dem Rest hast du Recht.
 
meine vermutung ist ja, dass man in der mitte nicht so viele stimmen verlieren würde, wie man links (und damit meinte ich einem beitrag nicht nur wähler der linken, sondern halt auch enttäuschte stammwähler, die gar nicht wählen waren) dazugewinnen kann...

Die SPD war ja bis Mitte der 90er mehr links, aber da haben sie sich in dieser Position bei den Bundestagswahlen eine Klatsche nach der anderen abgeholt, so daß man damals zu der Erkenntnis gekommen ist, sich programatisch als "neue Mitte" zuzuordenen, um bei Union und FDP Stimmen wegzufischen, womit die SPD ja auch die Bundestagswahl 1998 gewann.

2009 steht die Wirtschaft aber schlechter dar als vor 11 Jahren, und somit ist das Verlangen in der Bevölkerung nach sozialer Sicherheit wieder größer geworden, und damit ist auch das Wählerpotential für den linken politischen Flügel wieder angewachsen. Aus diesem Feld hatte die SPD sich jedoch vor 11 Jahren verabschiedet, so daß große Teile in der Bevölkerung, nicht zuletzt durch die Agenda 2010, der SPD eine soziale Kompetenz nicht mehr zutrauen, so daß sie ihre Stimmen den links von der SPD stehenden Parteien gegeben haben.

Vom Standpunkt anno 1998 war der Ruck in Mitte für die SPD in Anbetracht der damaligen wirtschaftlichen Lage die richtige Entscheidung, aber aus heutiger Sicht jedoch ein krasser Irrtum. Die SPD hätte sich zwar wieder auf ihre traditionellen Werte besinnen können, um in dem aufgrund der wirtschaftlichen Lage größer gewordenen linken Spektrum Stimmen zu sammeln, aber so ein Zick-Zack-Kurs hätte nicht nur eine nicht klare politische Linie bedeutet, sondern die SPD hätte damit auch indirekt eingestanden, daß ihre Sozialpolitik der letzten Dekade ein schwerwiegender Fehler war.
 
@Bremen
eigentlich alles richtig was du zur entwicklung der SPD in den letzten 10-15jahren sagst... und ich halte es auch für richtig, dass in zeiten der krise die soziale sicherung wieder mehr bedeutung bei den bürgern hat...dies steht mMn aber im klaren widerspruch zum wahlergebnis.

und ich bleibe auch bei meiner meinung, das die SPD nur wieder mehr wählerstimmen bekommen kann, wenn wieder ein schritt nach links gemacht wird... dies ist ja auch der wunsch der parteibasis... sicherlich würde dies einen zick-zack-lauf bedeuten und die SPD würde sicherlich erstmal nicht sonderlich glaubwürdig rüber kommen, aber es gibt genug bürger, die dann wieder SPD wählen würden...
 
@ WeizenOlli

Ob der Stimmengewinn bei einem Linksruck der SPD die Verluste aufgrund Unglaubwürdigkeit ausgleicht, darüber kann man nur spekulieren, aber ich gebe Dir recht, daß es möglich wäre - aber auch nur bei einer kränkelnden Wirtschaftslage.

Aber die SPD hat sich das Deasater auch noch aus einem anderen Grund zuzuschreiben: im Zuge der Agenda 2010 hat Schröder vorher führende Gewerkschaftsfunktionäre in die Regierungsverantwortung miteinbezogen, um die Gewerkschaften "mundtot" zu machen, dies haben der SPD viele Gewerkschafter, bis dahin mit großer Mehrheit SPD-Wähler-Potential, bis heute nicht verziehen.
 
Es geht hier nicht darum was ich will, sondern darum, dass SPD Grüne und Linke in Thüringen fast das selbe Programm haben und Ramelow auf sein Anrecht auf den Ministerpräsidentenposten verzichtet hat. Es wäre nur logisch, da rot-ror-grün zu versuchen.

Sowieso ein Witz, dass Ramelow Ministerpräsident werden will, obwohl er nur aus der drittstärksten Fraktion kommt...
 

Ist doch gut, rot-rot-grün halte ich für ein absolut fragiles Bündnis, da vor allem die Grünen sich mehr in die Mitte der Gesellschaft entwickelt haben und es sicherlich zwischen Linken und Grünen relativ wenig Schnittpunkte gibt. Man vergleiche dazu nur mal das Wählerklientel der Linken mit dem der Grünen.

Ich hoffe in der Zukunft eher auf Schwarz-Grün.
 
Ist doch gut, rot-rot-grün halte ich für ein absolut fragiles Bündnis, da vor allem die Grünen sich mehr in die Mitte der Gesellschaft entwickelt haben und es sicherlich zwischen Linken und Grünen relativ wenig Schnittpunkte gibt. Man vergleiche dazu nur mal das Wählerklientel der Linken mit dem der Grünen.

Ich hoffe in der Zukunft eher auf Schwarz-Grün.

Naja ich sehe da einige Unvereinbarkeiten von schwarz und grün.. z.B. Atom, Klimaschutz, innere Sicherheit.
Das Grüne Programm von der BT Wahl war so zwischen SPD und Linke.
 
Ein Ausblick auf die möglichen Entwicklungen in der kommenden Legislaturperiode...

Ich denke, die SPD wird sich nach links öffnen (muss sie, um den Fall zu stoppen). Gleichzeitig werden es die Regierungsparteien bei weiterhin kriselnder Wirtschaft schwierig haben, ihre Mehrheit 2013 zu halten. Ist natürlich nur Spekulation, aber nicht unrealistisch.
 
Ein Ausblick auf die möglichen Entwicklungen in der kommenden Legislaturperiode...

Ich denke, die SPD wird sich nach links öffnen (muss sie, um den Fall zu stoppen). Gleichzeitig werden es die Regierungsparteien bei weiterhin kriselnder Wirtschaft schwierig haben, ihre Mehrheit 2013 zu halten. Ist natürlich nur Spekulation, aber nicht unrealistisch.

Sehe ich eher andersherum. Schon in der vergangenen großen Koalition war auffallend, dass Erfolge meistens der CDU, Misserfolge meistens der SPD (hier vor allem FM Peer Steinbrück) zugeschoben wurden. Ich glaube außerdem, dass es in den nächsten drei Jahren ein starkes Wachstum (kumulativ) geben wird. Auch hier wird die Regierung (allen voran der schöne Guido) die Erfolge als Resultat von schwarz-gelb sehen. Vielen ist nicht bewusst, dass Erfolge und Misserfolge oftmals auf Altlasten begründet sind. Man muss es nur halt gut darstellen und sich ins Rampenlicht rücken.

Bin mal gepannt, ob der schöne Guido sich wirklich mit seinen Forderungen (keine Tabus) durchsetzen wird. Wenn nicht, hat gerade er ein Problem. Ist doch gerade er der Wortführer, wenn es um nicht gehaltene Versprechungen geht. Ja, man liest richtig: Ich mag Weidenfäller, äh, Westerwelle nicht.
 
Ich glaube außerdem, dass es in den nächsten drei Jahren ein starkes Wachstum (kumulativ) geben wird. Auch hier wird die Regierung die Erfolge als Resultat von schwarz-gelb sehen.

das ist wirklich ein entscheidender punkt und bei dem muss man einfach abwarten. die entwicklung der wirtschaft ins positive dürfte schwarz-gelb sogar noch mehr zuspruch bringen, schließlich gelten sie als die finanzexperten. aber wenn nicht sehen sie sich einem linken dreier-block im kommenden wahlkampf gegenüber.
 
Bin mal gepannt, ob der schöne Guido sich wirklich mit seinen Forderungen (keine Tabus) durchsetzen wird. Wenn nicht, hat gerade er ein Problem. Ist doch gerade er der Wortführer, wenn es um nicht gehaltene Versprechungen geht. Ja, man liest richtig: Ich mag Weidenfäller, äh, Westerwelle nicht.

Lügenkanzler Schröder würde ich in der Kategorie eher als Wortführer sehen. Wann hat denn bitte nochmal Westerwelle ein Versprechen nicht gehalten?

Diejenigen die den Schwarzgelbe Teufel an die Wand malen, dürfen sich hier übrigens ein wenig schlauer machen:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,652817,00.html
 
:confused:
Inwiefern greifen die Hartz-Gestze denn deiner Meinung nach in die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie ein? Und wenn dem so wäre, weshalb gibt es dann keinen entsprechenden Spruch vom Bundesverfassungsgericht dazu?



Welche Rechte haben die Arbeitnehmer denn verloren? Kündigungsschutz oder was meinst du? Oder willst du auf die verkürzte Dauer der ALG-Zahlungen anspielen? Das ist aber kein Recht, sondern ein Anspruch auf Zahlung und nirgendwo steht zementiert, wie lange dieser zu gewähren ist.

Ich begründe das gern:
Die Perspektive Hartz IV hat in vielen Betrieben die Angst davor geschürt, die eigenen Rechte wahrzunehmen. Viele Beschäftigte sind eingeschüchtert, trauen sich nicht mehr, ihre Rechte durchzusetzen, um Tarifverbesserungen zu kämpfen. Die Hartzgesetze einschließlich der verschärften Zumutbarkeitsregeln haben insofern die Arbeitnehmermacht geschwächt und damit die Balance ("Waffengleichheit") zugunsten der Arbeitgeber verschoben.

Welche Rechte Arbeitnehmer verloren haben:
Schutzvorschriften im Arbeitnehmerüberlassungegestz wurden abgeschafft: Es gibt keine Begrenzung der Höchstausleihdauer mehr (vor der so genannten Reform: zuletzt max. 24 Monate). Das führt dazu, dass Stammarbeitsplätze mit so genannten Leiharbeitern (auf Dauer!) besetzt werden, um die Branchentarife zu unterschreiten.
 
zugegeben, es ist etwas plakativ und polemisch - doch wer bitte will ernsthaft erzählen, dass mit der FDP jetzt die soziale Kälte herein bricht?

Das macht die FDP schon selbst, denn wie man heute morgen in den Nachrichten hören konnte, geht die FDP geht heute u.a. mit der Lockerung des Kündigungsschutzes und der Abschaffung des gesetzlichen Mindestlohns in einigen Branchen in die Vorgespräche zu den Koalitionsverhandlungen, und damit auf direktem Gegenkurs zur Union.
 
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