Da ist zwar was dran, das Problem ist jedoch ein ziemlich idealistisches Lager innerhalb der Grünen. Da ist die CDU oft nicht aufgrund der Inhalte böse, sondern weil es die CDU ist. Innerhalb der grünen Basis liegt grade bei den Fundis in der Partei da Zündstoff. Der muss erstmal überwunden werden.
Zweitens muss man auch an die nächsten Wahlen denken. Der Anspruch ist ja, prozentual in den nächsten 4,8,12.. Jahren immer weiter zuzulegen. Pragmatisches Abweichen zur Mitte = sich angreifbar machen für die Linkspartei und dort Stimmen einbüßen, die sich womöglich von anderen parteien wieder einnehmen lassen. Womöglich.
Die Standpunkte, die zugestanden wurden, hätte es ja in einer rot-rot-grünen Koalition ähnlich gegeben. Wo ihr Recht habt: Da wäre allerdings die Grüne Abgrenzung und die Handschrift der Partei nicht derartig zu lesen gewesen. In der Politik als solche entstünde aber innerhalb der grünen Ressorts kaum ein Unterschied, die Partei als solche hätte auch nicht mehr Einfluss als in der anderen Koalition - nur, dass viele Inhalte sich dort ohnehin überschneiden würden.
Es ist richtig, sich von Lafontaine zu distanzieren. Der hat Ullrich unterschätzt, dachte, ihn einfach an der Nase herumführen zu können. Allerdings muss man auch auf die Grünen Standpunkte achten. Maaß als Ministerpräsident wäre jedem Grünen lieber gewesen als Müller. Rot-rot-grün hätte klar mehr Inhalte bedeutet, und das, wenn imemr der Grundsatz der Partei gilt: "Inhalte vor Macht". Das taktische ist da sekundär, auch wenn die Partei die Abgrenzung von der Linkspartei braucht. So macht man sich mehr und mehr zur Alternative der alternativen Linken, und auch des Wunschpartners, der SPD.
Dennoch macht dieser Entschluss die Grünen authentisch. Die Koalition läuft nur aufgrund Müllers Zugeständnissen. Eine Notlösung ist es aber, denn die Idealvorstellung der Grünen war Jamaica nicht. Wäre es so einfach, wäre Jamaica viel öfter ein Thema. Ist es aber nicht. Wäre statt Lafontaines Ramelows Linke der Partner, wäre das rot-rot-grün geworden.