Bremen
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@Klinsi 4 Werder-Coach
Natürlich hat das System mit staatlichen Regulierungsmöglichkeiten seine Schwächen (erst recht wenn man es z.B. mit einer Abwrackprämie falsch anpackt) aber jede Medaille hat zwei Seiten, so auch die freie Marktwirtschaft mit staatlicher Zurückhaltung, die Beispiele dafür habe ich ja bereits genannt und im schlimmsten Fall kann eine staatlich nicht Marktwirtschaft zu preistreibenden Monopolen und Kartellen führen, die nach dem Empfinden der meisten Bundesbürger durch Lobbyarbeit und Seilschaften sogar in unserer sozialen Marktwirtschaft schon teilweise (z.B. in der Energiebranche) vorhanden sind.
Es ist zwar korrekt, daß Keynes in den 70er Jahren von Friedman widerlegt wurde, denn Friedman war seinerzeit das Nonplusultra in der Wirtschaftswissenschaft, aber mittlerweile sind fast 40 Jahren vergangen, und damals waren viele Entwicklungen der folgende Jahrzehnte wie Zusammenbruch des Ostblocks mit seinen wirtschaftlichen Folgen oder das Wachstum im globalen Handel noch gar nicht abzusehen, so daß Friedmans Theorien stellenweise von der Zeit überholt wurden, zumal heutzutage die mehrheitliche Erwartung der Bevölkerungen in den demokratischen Staaten nach einer sozial verträglichen Wirtschaftspolitik höher ist als damals, gerade weil in den letzten Jahrzehnten viele Sozialleistungen gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Und daß die britische Wirtschaft Ende der 70er Jahre am Boden lag, lag wohl kaum an der sozialen Marktwirtschaft, denn als eines der der traditionellsten Ökonomien mit freier Marktwirtschaft und auch aus historischer Sicht wird man sich in GB zur damaligen Zeit wohl kaum die bundesdeutschen Erfindung soziale Marktwirtschaft angeeignet haben. Dieser Niedergang hatte andere Gründe, z.B. gab es noch vor der ersten Ölkrise Engpässe in der Energieversorgung, so daß ein Zwang zum Energiesparen verursacht wurde und eine für die desaströse 3-Tage-Woche in der Industrie zur Folge hatte, Großbritannien war von dem weltweiten Kurssturz von Jan. 73 Dez. 74 besonders hart betroffen (während die an der New York Börse gehandelten Aktien nur 45% an Wert verloren, gaben die Papiere in London 73% nach) und das starke englische Pfund schwächte die Außenhandelsbilanz erheblich. Premier Harold Wilson, der Wirtschaftswissenschaft in Oxford studiert hatte, hat sich jahrelang gegen die Abwertung des Pfund gewehrt, bis er es irgendwann auch nicht mehr vermeiden konnte. Thatcher konnte hier zwar gegensteuern, wobei ihr die Rohölvorkommen vor der britischen Küste zu Gute kamen, aber das als Erfolg der freien Marktwirtschaft zu feiern, ist bei einer Verdoppelung der Arbeitslosenzahlen und einer dramatischen Erhöhung der Zahl von Sozialhilfeempfängern (1990 waren es 60 Prozent mehr als 1979) äußerst fragwürdig.
Nun aber btt: Das liberale Bürgergeld mit seinem Touch freier Marktwirtschaft kann wenn überhaupt nur dann mit unserer sozialen Marktwirtschaft kompatibel sein, wenn es auf einer sozial gerechten Finanzierung basiert. Sollten sich aber die Gerüchten bestätigen, die ja nicht zuletzt durch den Versprecher eines Mitglied des FDP-Bundesvorstandes geschürt wurden, daß die FDP ihre Reform mit einer Mehrwertsteuererhöhung finanzieren möchte, dann kann von besseren sozialen Ergebnissen in keinster Weise die Rede sein, denn eine Erhöhung der MWSt. belastet nicht nur die unteren Einkommensgruppen (die angeblich vom Bürgergeld profitieren sollten) überproportional, sondern sie lähmt auch den Konsum im Allgemeinen und das wird für unsere derzeit ohnehin kränkelnde Wirtschaft (Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, daß der Tiefpunkt der derzeitigen Rezession erst im Jahr 2010 erreicht sein wird) negative Folgen haben.
Wir Deutschen jammern oft über unsere wirtschaftlichen Verhältnisse, aber wenn man die letzten Jahrzehnte in vergleichbaren Staaten betrachtet, ist das immer noch ein Jammern auf sehr hohem Niveau, und das haben wir weder einem sozialen Staatskapitalismus, noch den liberalen Thesen von Friedman, Hayek oder Mises zu verdanken, sondern der von Ludwig Erhard geprägten sozialen Marktwirtschaft.
Natürlich hat das System mit staatlichen Regulierungsmöglichkeiten seine Schwächen (erst recht wenn man es z.B. mit einer Abwrackprämie falsch anpackt) aber jede Medaille hat zwei Seiten, so auch die freie Marktwirtschaft mit staatlicher Zurückhaltung, die Beispiele dafür habe ich ja bereits genannt und im schlimmsten Fall kann eine staatlich nicht Marktwirtschaft zu preistreibenden Monopolen und Kartellen führen, die nach dem Empfinden der meisten Bundesbürger durch Lobbyarbeit und Seilschaften sogar in unserer sozialen Marktwirtschaft schon teilweise (z.B. in der Energiebranche) vorhanden sind.
Es ist zwar korrekt, daß Keynes in den 70er Jahren von Friedman widerlegt wurde, denn Friedman war seinerzeit das Nonplusultra in der Wirtschaftswissenschaft, aber mittlerweile sind fast 40 Jahren vergangen, und damals waren viele Entwicklungen der folgende Jahrzehnte wie Zusammenbruch des Ostblocks mit seinen wirtschaftlichen Folgen oder das Wachstum im globalen Handel noch gar nicht abzusehen, so daß Friedmans Theorien stellenweise von der Zeit überholt wurden, zumal heutzutage die mehrheitliche Erwartung der Bevölkerungen in den demokratischen Staaten nach einer sozial verträglichen Wirtschaftspolitik höher ist als damals, gerade weil in den letzten Jahrzehnten viele Sozialleistungen gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Und daß die britische Wirtschaft Ende der 70er Jahre am Boden lag, lag wohl kaum an der sozialen Marktwirtschaft, denn als eines der der traditionellsten Ökonomien mit freier Marktwirtschaft und auch aus historischer Sicht wird man sich in GB zur damaligen Zeit wohl kaum die bundesdeutschen Erfindung soziale Marktwirtschaft angeeignet haben. Dieser Niedergang hatte andere Gründe, z.B. gab es noch vor der ersten Ölkrise Engpässe in der Energieversorgung, so daß ein Zwang zum Energiesparen verursacht wurde und eine für die desaströse 3-Tage-Woche in der Industrie zur Folge hatte, Großbritannien war von dem weltweiten Kurssturz von Jan. 73 Dez. 74 besonders hart betroffen (während die an der New York Börse gehandelten Aktien nur 45% an Wert verloren, gaben die Papiere in London 73% nach) und das starke englische Pfund schwächte die Außenhandelsbilanz erheblich. Premier Harold Wilson, der Wirtschaftswissenschaft in Oxford studiert hatte, hat sich jahrelang gegen die Abwertung des Pfund gewehrt, bis er es irgendwann auch nicht mehr vermeiden konnte. Thatcher konnte hier zwar gegensteuern, wobei ihr die Rohölvorkommen vor der britischen Küste zu Gute kamen, aber das als Erfolg der freien Marktwirtschaft zu feiern, ist bei einer Verdoppelung der Arbeitslosenzahlen und einer dramatischen Erhöhung der Zahl von Sozialhilfeempfängern (1990 waren es 60 Prozent mehr als 1979) äußerst fragwürdig.
Nun aber btt: Das liberale Bürgergeld mit seinem Touch freier Marktwirtschaft kann wenn überhaupt nur dann mit unserer sozialen Marktwirtschaft kompatibel sein, wenn es auf einer sozial gerechten Finanzierung basiert. Sollten sich aber die Gerüchten bestätigen, die ja nicht zuletzt durch den Versprecher eines Mitglied des FDP-Bundesvorstandes geschürt wurden, daß die FDP ihre Reform mit einer Mehrwertsteuererhöhung finanzieren möchte, dann kann von besseren sozialen Ergebnissen in keinster Weise die Rede sein, denn eine Erhöhung der MWSt. belastet nicht nur die unteren Einkommensgruppen (die angeblich vom Bürgergeld profitieren sollten) überproportional, sondern sie lähmt auch den Konsum im Allgemeinen und das wird für unsere derzeit ohnehin kränkelnde Wirtschaft (Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, daß der Tiefpunkt der derzeitigen Rezession erst im Jahr 2010 erreicht sein wird) negative Folgen haben.
Wir Deutschen jammern oft über unsere wirtschaftlichen Verhältnisse, aber wenn man die letzten Jahrzehnte in vergleichbaren Staaten betrachtet, ist das immer noch ein Jammern auf sehr hohem Niveau, und das haben wir weder einem sozialen Staatskapitalismus, noch den liberalen Thesen von Friedman, Hayek oder Mises zu verdanken, sondern der von Ludwig Erhard geprägten sozialen Marktwirtschaft.


wer verspricht niedrigere steuern, ein versprechen das man in den nächsten 10 jahren wohl nich halten können wird? wer Ups, ich muss meine Wortwahl ändern 