Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Wer verweigert den Arbeitslosen denn die Teilhabe? Die Frage ist doch eher, ob die Teilhabe ausschließlich durch mehr Geld zu erreichen ist. Kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen bieten nahezu ausnahmslos sehr günstige Tarife für Menschen mit geringem Einkommen, und Teilhabe in Form von ehrenamtlichem Engagement in Vereinen ist oftmals sogar kostenlos zu bekommen - man muss nur wollen...

Also bei uns kostet ein Kinoticket z.B. 7 Euro... was schwierig ist, wenn man gerade mal 5 Euro am Tag oder so für Essen / Kleidung etc. hat
 
Ich verdiene derzeit 700.- brutto plus Provision. Die ist aber lächerlich (liegt an der Provisionszahlung des Arbeitgebers als auch an den recht teuren Preisen, die das Verkaufen sowieso nicht leicht machen). Ich war ein Monat arbeitslos und habe den ersten Job, den ich finden konnte angenommen (habe es mir besser ausgerechnet, jetzt bin ich drei Monate dabei und weiß nicht, wie ich über die Runden kommen soll). Ich habe vorher ungefähr das vierfache verdient. Mein alter Arbeitgeber konnte/wollte mich aber nicht unbefristet übernehmen. Ich hatte vorher meine Zeitverträge gehabt und da war alles in Ordnung. Würde es diesen blöden Kündigungsschutz nicht geben, dann wäre ich noch da.
Meine Idealvorstellung wäre halt, den Kündigungsschutz zu lockern und die Lohnnebenkosten drastisch zu senken. Das wäre ein Ansporn für viele Arbeitgeber wieder vermehrt einzustellen und nicht nur diese Sklavenhändler mit der Arbeitnehmerüberlassung zu beauftragen. Gleichzeitig müßte man die verlorengegangen Einnahmen durch eine höhere Mwst. kompensieren. Außerdem sollten sämtliche Subventionen abgebaut werden (der durchschnittliche Arbeitsplatz in der Montanindustrie wird in Deutschland durchschnittlich mit über 70.000.- Euro subventioniert, d.h. wenn die für gleiches Geld zu Hause bleiben würden, könnte man schon rund 50% sparen).
 
Ich verdiene derzeit 700.- brutto plus Provision. Die ist aber lächerlich (liegt an der Provisionszahlung des Arbeitgebers als auch an den recht teuren Preisen, die das Verkaufen sowieso nicht leicht machen). Ich war ein Monat arbeitslos und habe den ersten Job, den ich finden konnte angenommen (habe es mir besser ausgerechnet, jetzt bin ich drei Monate dabei und weiß nicht, wie ich über die Runden kommen soll). Ich habe vorher ungefähr das vierfache verdient. Mein alter Arbeitgeber konnte/wollte mich aber nicht unbefristet übernehmen. Ich hatte vorher meine Zeitverträge gehabt und da war alles in Ordnung. Würde es diesen blöden Kündigungsschutz nicht geben, dann wäre ich noch da.
Meine Idealvorstellung wäre halt, den Kündigungsschutz zu lockern und die Lohnnebenkosten drastisch zu senken. Das wäre ein Ansporn für viele Arbeitgeber wieder vermehrt einzustellen und nicht nur diese Sklavenhändler mit der Arbeitnehmerüberlassung zu beauftragen. Gleichzeitig müßte man die verlorengegangen Einnahmen durch eine höhere Mwst. kompensieren. Außerdem sollten sämtliche Subventionen abgebaut werden (der durchschnittliche Arbeitsplatz in der Montanindustrie wird in Deutschland durchschnittlich mit über 70.000.- Euro subventioniert, d.h. wenn die für gleiches Geld zu Hause bleiben würden, könnte man schon rund 50% sparen).

Eine höhere MwSt belastet genau die Familien, denen du zuerst Geld geben willst, von daher ist das total widersinnig. Und ich bin klar gegen die Aufhebung des Kündigungsschutzes, weil es für die allermeisten Menschen auch einfach wichtig ist, ein bisschen planen zu können. Du kannst doch nicht wollen, dass irgendwelche junge Familien, wo der Vater eigtl einen guten Job hat von den einen auf den anderen Tag arbeitslos werden kann. Überleg mal, was diese Maßnahme für eine psychische Auswirkung auf die Menschen hätte, ständig mit der Angst zu leben direkt gekündigt werden zu können.
 
@hibernian
du hast studiert und arbeitest jetzt für 3 Euro die Stunde, das ist nicht dein Ernst oder? :rolleyes: Lockerung des Kündigungsschutzes...klar... wenn mal eine kleine Krise ist, stehen dann Millionen Familien von einen auf den anderen Monat ohne Geld da... genau das braucht eine soziale Marktwirtschaft.. Anarchie für Unternehmen

Ja, das ist leider mein Ernst. Und einer meiner besten Freunde steht derzeit genauso da (Hartz IV und hat mehr Einkommen als ich!). Der hat auch Ausbildung, Studium mit zwei Abschlüßen dann ein Jahr gearbeitet und bekommt nix.

Diese "Anarchie" hat Dänemark weit nach vorne gebracht. Es soll ja weiterhin Sozialleistungen geben nur sollen sie überwiegend über die Mwst. finanziert werden. Denn da beteiligen sich auch die besserverdienenden durch ihr teures Konsumverhalten stärker an den Sozialleistungen.
 
Konzerte kosten idR zwischen 5 (regionale Bands) und 150 Euro (Weltbekannte Bands), Fußballstadion kostet mehr als 15 Euro, Lesungen kosten bei uns 7 Euro im Theater, Theaterbesuche zwischen 6 und 50 Euro..

Ja, und? Das, was du beschreibst, ist doch nur ein kleiner Ausschnitt der Kultur. Viele Stadtbüchereien ermöglichen Kindern und Jugendlichen die kostenlose Leihe von Büchern, Hörbüchern und anderen Medien, und für Erwachsene liegt die Leihgebühr bei etwa 15 Euro pro Jahr - umgerechnet also 1,25 Euro pro Monat oder etwas mehr als 4 Cent pro Tag. Darüber hinaus gibt es zahllose Vereine von Musik-, Theater- oder Filmfreunden, die eigene Veranstaltungen organisieren, die für ihre Mitglieder vielfach kostenlos sind. Die Mitgliedschaft in einem solchen Verein ermöglicht zudem oft noch deutliche Rabatte bei anderen Veranstaltungen. Wer also selbst etwas aktiv wird und sich umsieht, findet selbst auf dem platten Land vielfältige Möglichkeiten zur Teilhabe an Kultur.
 
Ja, und? Das, was du beschreibst, ist doch nur ein kleiner Ausschnitt der Kultur. Viele Stadtbüchereien ermöglichen Kindern und Jugendlichen die kostenlose Leihe von Büchern, Hörbüchern und anderen Medien, und für Erwachsene liegt die Leihgebühr bei etwa 15 Euro pro Jahr - umgerechnet also 1,25 Euro pro Monat oder etwas mehr als 4 Cent pro Tag. Darüber hinaus gibt es zahllose Vereine von Musik-, Theater- oder Filmfreunden, die eigene Veranstaltungen organisieren, die für ihre Mitglieder vielfach kostenlos sind. Die Mitgliedschaft in einem solchen Verein ermöglicht zudem oft noch deutliche Rabatte bei anderen Veranstaltungen. Wer also selbst etwas aktiv wird und sich umsieht, findet selbst auf dem platten Land vielfältige Möglichkeiten zur Teilhabe an Kultur.

naja ich habe nur die Dinge aufgegriffen, die du angeführt hast^^
Bücher ausleihen und alleine zu Hause lesen meine ich nicht mit Kultur, es geht mehr darum, neue Leute kennenzulernen, also nicht so abgegrenzt leben, wie es heute Hartz4 Empfänger oft tun. Von Filmfreunden habe ich noch nie was gehört, aber hört sich lustig an :D
 
Bücher ausleihen und alleine zu Hause lesen meine ich nicht mit Kultur, es geht mehr darum, neue Leute kennenzulernen, also nicht so abgegrenzt leben, wie es heute Hartz4 Empfänger oft tun.

Vielleicht solltest du mal wieder eine Bücherei von innen sehen - die haben heute nämlich nur noch ganz am Rande etwas mit den alten Klischees zu tun. Vielmehr bemühen sich die meisten Büchereien mit einem abwechslungsreichen Programm um neue Leserkreise und bieten auch selbst Veranstaltungen an.

Wenn du Kultur aber nur verstehst als Gelegenheit zum Knüpfen neuer Bekanntschaften, dann klingt deine Forderung nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze schlicht nach einem Kneipenzuschlag auf den Regelsatz. Und selbst unter diesem Gesichtspunkt lässt sich deine Forderung ohne zusätzliches Geld erfüllen, denn die kaum überschaubare Fülle an Vereinen in Deutschland bietet mehr als genug Gelegenheiten für neue Kontakte. Und selbst für die, die die Vereinsbeiträge scheuen, finden sich mit lockeren Clubs und Interessengemeinschaften Anküpfungspunkte in ausreichender Zahl. Man muss nur das Haus verlassen und sie aufsuchen...
 
Ja,ja, der Mindestlohn. Mit dem läuft es in den USA ja auch so gut. Ich bekomme derzeit bei über 50 Stunden Arbeit pro Woche knapp über drei Euro die Stunde (als Arbeitsloser hatte ich mehr). Und ich bin gegen einen Mindestlohn, aber für eine lockerung des Kündigungsschutz. Denn mit diesem hätte ich meinen alten Job wohl noch (Arbeitgeber möchte keine unbefristeten Arbeitnehmer mehr haben, ich konnte es auch verstehen) und hätte auch nicht das Problem, etwas ordentliches neues zu finden.
Diese Polemik gegen schwarz/gelb von den ganzen möchtegern Linken (ja, ich kenn noch aus Unizeiten genug von denen, die gegen Kapital und so sind, aber Studium gesponsort von den Eltern und die Semesterferien in Indien oder China verbrachten während ich die ganze Zeit am Arbeiten war um einigermaßen durchs Studium zu kommen) geht mir mächtig auf den Keks.

:tnx:

Also ehrlich gesagt hört sich das ziemlich schwierig an. Wie soll denn ein Arbeitgeber genau sagen können wieviel Umsatz/Stunde ein neuer Arbeitnehmer bringt? Die FDP will ja Bürokratie abbauen und ich denke dieses System führt zum Gegenteil.

Man muss es vielleicht auch nicht auf die Stunde genau rechnen. Ich wollte damit auch nur noch einmal den Zusammenhang zwischen Grenznutzen und dem Anreiz zu Neueinstellungen hinweisen. Liegt der Mindestlohn über dem Nutzen, den sich der Arbeitgeber von der Neueinstellung verspricht, lohnt es sich für ihn schlicht nicht, jemanden einzustellen. Natürlich kann man das auch auf den Monat oder das Jahr rechnen;) Ich habe halt die Stunde gewählt, weil beim Mindestlohn ja auch immer über Stundenlöhne gesprochen wird.
Was die Bürokratie angeht: Durch das Bürgergeld werden die vielen verschiedenen Transferleistungen, die man zur Zeit von genauso vielen verschiedenen Ämtern bekommt, zusammengefasst und aus einer Hand (Finanzamt) ausgezahlt. Dadurch wird so viel Bürokratie abgebaut, dass man sich die Einführung eines Kontrollmechanismus gegen Mißbrauch leisten kann.
 
Vielleicht solltest du mal wieder eine Bücherei von innen sehen - die haben heute nämlich nur noch ganz am Rande etwas mit den alten Klischees zu tun. Vielmehr bemühen sich die meisten Büchereien mit einem abwechslungsreichen Programm um neue Leserkreise und bieten auch selbst Veranstaltungen an.

Ca. 100 Meter neben mir ist die Uni Bibo und ich war schön öfter dort...

Wenn du Kultur aber nur verstehst als Gelegenheit zum Knüpfen neuer Bekanntschaften, dann klingt deine Forderung nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze schlicht nach einem Kneipenzuschlag auf den Regelsatz.

An dieser Stelle brechen wir die Diskussion besser ab :-)
Aber mal als Denkanstoß: Jedes 5. Kind in Deutschland ist arm. Die Eltern, alles Kneipengänger, die das Geld versaufen statt ihren Kindern was zum Essen zu kaufen? Hauptsache der Staat hält sich überall raus, dann wird alles besser... sieht man ja, diese Armut ist erst durch den Sozialismus der letzten 20 Jahre in Deutschland entstanden, deswegen brauchen wir jetzt dringend mal eine Regierung, die den Markt in Ruhe lässt.
/Ironie off
 
Ca. 100 Meter neben mir ist die Uni Bibo und ich war schön öfter dort...

Ich sprach nicht von Universitätsbibliotheken, sondern von öffentlichen Büchereien, wie es sie selbst in kleineren Kommunen häufig gibt.

An dieser Stelle brechen wir die Diskussion besser ab :-)
Aber mal als Denkanstoß: Jedes 5. Kind in Deutschland ist arm. Die Eltern, alles Kneipengänger, die das Geld versaufen statt ihren Kindern was zum Essen zu kaufen? Hauptsache der Staat hält sich überall raus, dann wird alles besser... sieht man ja, diese Armut ist erst durch den Sozialismus der letzten 20 Jahre in Deutschland entstanden, deswegen brauchen wir jetzt dringend mal eine Regierung, die den Markt in Ruhe lässt.
/Ironie off

Würdest du mein Posting an dieser Stelle bitte noch einmal lesen? Ich habe keinesfalls alle Geringverdiener als Kneipengänger beschimpft. Das abgeschmackte Klassenkampfgefasel kannst du also stecken lassen.
 
An dieser Stelle brechen wir die Diskussion besser ab :-)
Aber mal als Denkanstoß: Jedes 5. Kind in Deutschland ist arm. Die Eltern, alles Kneipengänger, die das Geld versaufen statt ihren Kindern was zum Essen zu kaufen? Hauptsache der Staat hält sich überall raus, dann wird alles besser... sieht man ja, diese Armut ist erst durch den Sozialismus der letzten 20 Jahre in Deutschland entstanden, deswegen brauchen wir jetzt dringend mal eine Regierung, die den Markt in Ruhe lässt.
/Ironie off
Das Wort Kinderarmut ist für mich eh ein Unwort. Das ist eine Definitionssache. Kinderarmut in Deutschland ist nicht gleichbedeutend damit, dass ein Kind hungert und nix zum Anziehen hat. Sowas gibt es hier in Deutschland eigentlich nicht. Eigentlich, weils immer mal wieder vorkommt, aber dann liegts an den Eltern und nicht an Hartz4.

Die große Frage ist ja, was sollte man Arbeitslosen an Kultur usw. zugestehen?
Kino, Stadion, Theater usw. sind alles keine Dinge, die man dauernd macht, bzw. dauernd machen sollte, wenn man kein Geld hat. Einmal im Monat reicht völlig. Es ist ja nicht so, dass ein Arbeitsloser völlig vereinsamt, weil er sich nichts mehr leisten kann. Das ist ein Hirngespinst. Es gibt ca. eine Million Dinge, die man machen kann, die nix kosten oder nur sehr wenig. Und einmal im Monat kann sich auch ein Hartz4-Empfänger durchaus einen Stadionbesuch leisten, wenn er das Geld richtig einteilt. Wenn man schon eine Pauschale für sowas festlegen will, dann würde ich 50€ vorschlagen. Das reicht dicke, um sogar wöchentlich was zu unternehmen. Ich gebe im Moment sogar weit weniger für mein Vergnügen aus und bin eigentlich jedes Wochenende beschäftigt, z.B. mit Sport, Ehrenamt, Freunden usw. und schaue mir die Auswärtsspiele von Werder in ner Kneipe und die Heimspiele im Stadion an.
 
Und ich bin klar gegen die Aufhebung des Kündigungsschutzes, weil es für die allermeisten Menschen auch einfach wichtig ist, ein bisschen planen zu können. Du kannst doch nicht wollen, dass irgendwelche junge Familien, wo der Vater eigtl einen guten Job hat von den einen auf den anderen Tag arbeitslos werden kann. Überleg mal, was diese Maßnahme für eine psychische Auswirkung auf die Menschen hätte, ständig mit der Angst zu leben direkt gekündigt werden zu können.

Reduzierung des Kündigungsschutzes bedeutet ja nicht in erster Linie Verkürzung der Kündigungsfristen, sondern Herunterschrauben der Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes.

Ich will hier mal ein Geheimnis verraten. Der Kündigungsschutz dient im Prinzip einzig und allein einer bestimmten Branche, der ich auch angehöre, und die damit Geld verdient. Nämlich den Anwälten die sich mit Arbeitsrecht beschäftigen.

Arbeitgeber die einem AN kündigen wollen, tun das erfahrungsgemäß auch dann, wenn der AN unter das Kündigungsschutzgesetz fällt. Sie lassen es dann eben auf einen Prozess vor dem Arbeitsgericht ankommen und kaufen sich nötigenfalls mit einer entsprechenden Abfindung frei.

Ich glaube nicht, dass man bei Abschaffung oder Reduzierung des Kündigungsschutzes (mehr wäre in Deutschland eh nicht möglich) in eine Hire-and-Fire-Mentalität abrutschen würde. Die viel zitierten skandinavischen (im Übrigen sehr sozialdemokratisch geprägten) Länder machen das Gegenteil vor.

Könnte man ohne große Begründung und hohe Kosten kündigen, würden sehr viele AG auch schneller neue Leute einstellen. Heute wird dann die bestehende Arbeit lieber auf die bestehende Belegschaft verteilt, die Überstunden anhäuft, weil sich gerade kleinere AG nicht trauen jemanden neues einzustellen aus Angst vor der nächsten Krise.

Für den Mindestlohn gilt im Prinzip dasselbe. Aus der Praxis weiß ich, dass dieses für viele kleinere Unternehmer der sichere Tod wäre.
 
@ karussellbremser

:tnx:

@ Unbash

Erhöhung des Spitzensteuersatzes bringt doch nix. Da gibt es wieder genügend Abschreibungsmöglichkeiten (Immobilien z.B.). Nein, am meißten Sinn macht es tatsächlich die Mwst. um ein paar Prozentpunkte zu erhöhen (außer Lebensnotwendige Sachen wie Lebensmittel) und dafür die Lohnnebenkosten zu senken. Wie schon mehrfach geschrieben, sollte dann natürlich auch der Kündigungsschutz gelockert werden. Das wäre ein richtig großer Anreitz für Arbeitgeber wieder Personal in der eigenen Firma einzustellen und nicht diese Personaldienstleister zu beauftragen. Denn dort zahlen die AG richtig viel Asche für, ist aber unterm Strich günstiger, als jemanden einen unbefristeten Vertrag zu geben.
Dein Argument mit der Planungssicherheit, die vielleicht unsere Eltern hatten die 30 oder 40 Jahre im gleichen Unternehmen wahren, die gibt es in Zukunft sowieso nicht mehr allzu häufig.
 
Nein, am meißten Sinn macht es tatsächlich die Mwst. um ein paar Prozentpunkte zu erhöhen (außer Lebensnotwendige Sachen wie Lebensmittel) und dafür die Lohnnebenkosten zu senken.

Du willst die Mehrwertsteuer erhöhen, um die Löhne zu senken?

"Lohnnebenkosten" sind der Anteil des Lohnes, den der Unternehmer direkt an die Sozialversicherung abführt, damit daraus später die Leistungen bezahlt werden. "Senkung der Lohnnebenkosten" heißt demnach für den Beschäftigten: Der Bruttolohn wird reduziert, damit er später weniger aus der Sozialversicherung bekommt!

Und dafür soll dann die Mehrwertsteuer erhöht werden.

Dass dadurch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, halte ich nicht für realistisch. Ich glaube nicht, dass es Unternehmer gibt, die denken "Ich würde ja jemanden einstellen. Derzeit würde mich dieser Angestellte pro Monat 2000 € kosten. Das ist mir zuviel. Wenn es nur noch 1950 € wären, dann würde ich einstellen."

Wobei eine Reduzierung der Lohnnebenkosten durchaus möglich wäre, wenn man beispielsweise die Pharmalobby nicht mehr die Ärzte dazu beeinflussen würde, Arzneimittel mit Patentschutz zu verschreiben. Denn dadurch werden Medikamente zu höheren Preisen ohne entsprechenden Zugewinn an Wirksamkeit verschrieben. Für diese Kosten müssen dann die Versicherten aufkommen.
 
@Bremerland: Bei den Lohnnebenkosten gibt es Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile. Eine Senkung der Lohnnebenkosten wäre keine Senkung des Bruttolohns, sondern eine Erhöhung des Nettoanteils.
 
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