Der Finanzthread - und braucht Werder Bremen Investoren?

Das Zuflussprinzip ist aber doch im Einkommensteuergesetz geregelt?

Also die Disskusion hinsichtlich des Zuflußprinzips und der Realisierung des Transfererlöses Diego möchte ich noch einmal kurz näher erläutern.

Der Profifußball ist bei Werder Bremen in die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. Die KGaA weist Merkmale der Personengesellschaft auf, wird jedoch handels- und steuerrechtlich wie eine Kapitalgesellschaft behandelt.

Somit gilt das sogenannte Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB und nicht das sogenannte Zufluss- Abflussprinzip des § 11 EStG. Dies bedeutet, dass die Transferüberschüsse des Diego-Transfers (also die fest vereinbarte Ablösesumme - ohne erfolgsabhängige Zahlungen, da die Erfüllung ja noch nicht als sicher gilt- abzüglich des Restbuchwert des immateriellen Vermögensgegenstands "Diego" (dieser dürfte bei ca. 1,5 Mio liegen)) als Ertrag zum Erfüllungszeitpunkt zu realisieren ist und somit auch zu versteuern ist. Hinsichtlich der noch ausstehenden Zahlungen wird eine Forderung eingestellt, welche aber aufgrund der Laufzeit abgezinst werden könnte.

Die Transferzahlungen für Investitionen in das Spielervermögen werden als immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert und über die Laufzeit des Vertrages abgeschrieben.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in die Sache bringen.

GWG

Wesermike :svw_schal:
 
Aus aktuellem Anlass:

DFB.de

Die Teilnehmer am DFB-Pokal können sich auf höhere Einnahmen aus TV-Geldern und Bandenwerbung freuen.

2008/2009

1. Runde 97.942 Euro
2. Runde 227.133 Euro
3. Runde 454.267 Euro
Viertelfinale 908.533 Euro
Halbfinale 1.567.067 Euro
Verlierer Endspiel 1.707.307 Euro
DFB-Pokalsieger 2.560.960 Euro

Im Idealfall als Pokalsieger: 5,815902 Mio. Euro

2009/2010

1. Runde 100.000 Euro
2. Runde 237.500 Euro
3. Runde 493.500 Euro
Viertelfinale 1.037.500 Euro
Halbfinale 1.750.000 Euro
Verlierer Endspiel 2.000.000 Euro
DFB-Pokalsieger 2.500.000 Euro

Im Idealfall als Pokalsieger: 6,118500 Mio. Euro.
 
Dazu kommen noch die Einnahmen aus der zentral vermarkteten Bandenwerbung. Der KICKER hat dazu Zahlen für die 1. und 2. Runde veröffentlicht. Der genaue Anteil der Bandenwerbung hängt davon ab, ob der Verein ein Heim- oder Auswärtsspiel hat und ob die Begegnung live bei ARD/ZDF gezeigt wird.

Für die 1. Runde gab es aus der Bandenwerbung:
Heimvereine: jeweils 13.000 Euro
Gastvereine: Jeweils 9.000 Euro
Heimverein bei Livespiel: 270.000 Euro
Gastverein bei Livespiel: 180.000 Euro

Für die 2. Runde werden aus der Bandenwerbung ausgeschüttet:
Heimvereine: jeweils 32.000 Euro
Gastvereine: jeweils 22.000 Euro
Heimverein bei Livespiel: 324.000 Euro
Gastverein bei Livespiel: 216.000 Euro

Die Ausschüttungen für die nachfolgenden Runden (aus der Bandenwerbung) hat der KICKER nicht veröffentlicht.

Warum bei der Bandenwerbung zwischen Heim- und Gastmannschaft unterschieden wird, weiß ich nicht.

Hier noch ein Artikel zu der Verteilung der Zuschauereinnahmen im Pokal:
http://www.sportschau.de/sp/fussball/news200908/03/pokal_einnahmeteilung.jsp

Nach Abzug von Steuern, Stadionmiete, Verbandsabgaben, den Kosten für das Schiedsrichtergespann usw. bleibt ungefähr nur jeweils ein Drittel der Zuschauereinnahmen bei den Vereinen hängen.
 
Die UEFA hat die Prämien noch etwas nach unten korrigiert.

UEFA Europa League 2009/2010:
Gruppenphase: 900.000 €
Sieg in Gruppenphase: 120.000 €
Unentschieden in Gruppenphase: 60.000 €
Sechzehntelfinale: 180.000 €
Achtelfinale: 270.000 €
Viertelfinale: 360.000 €
Halbfinale: 630.000 €
Finale: 2.000.000 €
Endspielsieg: 1.000.000 €

Außerdem werden weitere 54 Mio. Euro als "Market Pool" ausgeschüttet, also abhängig von der Größe des einheimischen TV-Marktes. Wenn sich z.B. die Hertha nicht für die Gruppenphase qualifiziert, erhöht sich Werders Anteil am "Market Pool".

Insgesamt werden damit in der UEFA Europa League ab der Gruppenphase ca. 135 Mio. Euro ausgeschüttet. Ein Riesenunterschied zu den 750 Mio. Euro, die in der Champions League ausgeschüttet werden.

Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausl...ght.html?sid=b19ec50b249b688003f6cbee3336eb8e

Darüber hinaus ist der Jahresabschluss von Werder Bremen für das Geschäftsjahr 2007/2008 im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar. Die Personalkosten für den Lizenzspielerkader sind im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter gestiegen.

Im Betrachtungszeitraum wurden insgesamt rd. TEUR 26.440 an fixen Gehältern sowie rd. TEUR 16.519 an erfolgs- und einsatzabhängigen Spielprämien ausgezahlt. Darüber hinaus sind rd. TEUR 2.750 an Jahresleistungsprämien angefallen. Dies sind vertraglich individuell festgelegte variable Gehaltsbestandteile, welche nach Absolvierung einer Mindestanzahl von Spielen zur Auszahlung kommen.

Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen für Gehälter und Prämien auf rd. TEUR 45.709. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren dies rd. TEUR 46.428.

Im Betrachtungszeitraum wurden insgesamt TEUR 719 weniger an Gehältern und Prämien aufgewendet als in der Vorsaison.

Die Verträge bei Werder sind also sehr leistungsbezogen. Deshalb sind die in der Öffentlichkeit kolportierten Gehaltszahlen auch mit großer Vorsicht zu genießen. Erstens weiß man nicht, ob sie überhaupt stimmen oder schlicht geraten sind. Zweitens weiß man nicht, ob der leistungsbezogene Teil des Gehalts bereits mit einbezogen ist oder nicht. Und drittens weiß man nicht, ob damit das Netto- oder Bruttogehalt gemeint ist.
 
Warum verkauft Werder eignetlich nicht den Stadionnamen?

Haben sich die Verantwortlichen dazu mal geäußert?
Ich finde, das ist eine sehr gute Einnahmequelle.
 
Warum verkauft Werder eignetlich nicht den Stadionnamen?

Haben sich die Verantwortlichen dazu mal geäußert?
Ich finde, das ist eine sehr gute Einnahmequelle.

na hoffentlich tuhen sie es nciht bzw nciht so schnell

gedanklich würde es eh mehr geld geben nach dem umbau des stadions... aber ich gehe lieber ins Weserstadion als ka in die EWE-TEL Arena... obwohl mit Becks Arena könnte ich leben ;)

naja das geht aber vielen fans so nicht nur in Bremen am samstag ist hier in rostock eine demo für Fankultur von den Suptras... die hätten auch lieber den Namen Ostseestadion wieder als weiterhin DKB Arena ^^
 
Der Name ist mir doch egal.

Meinetwegen kann das Ding auch nen ganz perversen Namen haben.

Für mich wird es immer das Weserstadion sein.

Und wenn es dafür ordentlich Geld gibt, warum nicht?
 
Warum verkauft Werder eignetlich nicht den Stadionnamen?

Haben sich die Verantwortlichen dazu mal geäußert?
Ich finde, das ist eine sehr gute Einnahmequelle.

Weil man die Namensrechte nicht zweimal verkaufen kann.

Machen wir es doch wie der HSV! Jedes Jahr ein neuer Name! :applaus:

Ja.. sowie der eine HSV Fan damals zu mir:

"HSHNord was? Für mich bleibt es immer die AOL-Arena"
 
Weil man die Namensrechte nicht zweimal verkaufen kann.

Hm? Das verstehe ich nicht, kannst du das bitte näher erläutern? Hat Bremen die Namensrechte etwa schon verkauft?

Gerade gefunden:

Für Klaus Allofs (52), Klub-Boss beim deutschen Pokalsieger Werder Bremen, ist die Champions-League-Qualifikation unerlässlich, um den aktuellen Kader des Bundesliga-Dritten auch für die kommende Saison halten zu können. Man müsse dauerhaft in der Champions League spielen, um sich diese Spieler leisten können, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung bei den Hanseaten in einem Interview mit dem Bremer Weser-Kurier.

Soviel zum Thema, dass Werder noch soviel Geld auf der hohen Kante für Neuverpflichtungen hat...:rolleyes:
Vielleicht hat man dieses Jahr die fehlenden CL-Einnahmen mit den Diego-Millionen kompensieren können.
 
so siehts aus. steht aber auch so gut wie jedes jahr in der bilanz (also dass ohne cl der kader nicht finanzierbar ist)

Also wenn ich mal kurz klugsch***en darf: In der Bilanz steht das nicht, sondern im Prognosebericht, der Teil des Jahresabschlusses ist.

Im Jahresabschluss zum 30.6.2008, den man unter www.ebundesanzeiger.de einsehen kann (der Abschluss zum 30.6.2009 ist noch nicht veröffentlicht), heißt es z.B.:
"Im Betrachtungszeitraum wurden insgesamt TEUR 26.440 an fixen Gehältern sowie TEUR 16.519 an erfolgs- und einsatzabhängigen Spielprämien ausgezahlt. Darüber hinaus sind TEUR 2.750 an Jahresleistungsprämien angefallen."

Das Konzernergebnis nach Steuern betrug übrigens TEUR 2.361.

Im Prognosebericht heißt es weiter:
"Es muss also festgehalten werden, dass der derzeit vorhandene Kostenapparat auch für die Werder Bremen GmbH & Co KG aA nur unter der Voraussetzung der Teilnahme an der UEFA Champions League finanziert werden kann.

Wie bereits ausgeführt, hängt die wirtschaftliche Entwicklung und Bestandsfähigkeit der Werder Bremen GmbH & Co KG aA in erheblichem Maße direkt von schwer vorhersehbaren sportlichen Erfolgen ab."
 
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