Allgemeine Situation des WerderTicketing

Letztendlich habe ich nur 10% (konservativ) und 15% (progressiv) Dynamik angewendet und berücksichtigte man hier noch den Catering Umsatz, so könnte man die 2 Millionen deutlich reißen.

Meinst du mit die 2 Millionen deutlich reißen, dass der Catering Umsatz steigt?
Die absolute Zahl der Zuschauer steigt ja nicht. Und wer mehr Geld für den Eintritt ausgibt, wird vermutlich eher an der Bratwurst sparen.

Gerade in Verbindung mit der Reduzierung der Dauerkarten, sehe ich eher einen Umsatz Rückgang. Denn meiner Erfahrung nach sind es oft die Dauerkartenbesitzer, die schon eine Stunde vor Anpfiff an ihren Stammtischen für guten Umsatz sorgen.
 
Dynamische Preise würden sich dann nach folgenden Regeln ergeben können:
  • Spielkategorie (z. B. Topspiel, Standard, geringere Nachfrage).
  • Zeitpunkt des Kaufs (Early‑Bird günstiger, Last‑Minute teurer).
  • Auslastungsgrad pro Block (z. B. Preisschritte bei 80%, 90%, 95% Auslastung).

Punkt 1 gibt es ja schon durch die Topspiel Zuschläge
Punkte 2 und 3 stell ich mir schwierig umzusetzen vor, da sich erfahrungsgemäß der Verkauf der Karten in einem wenige Stunden großen Zeitfenster abspielt. Die Karten, die spät nach Verkaufsstart noch verfügbar sind, sind in der Regel Weiterverkäufe von Fan zu Fan über die Ticketbörse.

EarlyBird Phase und Auslastungsgrad wären dann in einem Zeitfenster von vielleicht 5 Stunden angesiedelt. Das wäre dann tatsächlich nur noch reine Willkür und Zufall zu welchem Preis man ein Ticket bekommt.
 
Meinst du mit die 2 Millionen deutlich reißen, dass der Catering Umsatz steigt?
Die absolute Zahl der Zuschauer steigt ja nicht. Und wer mehr Geld für den Eintritt ausgibt, wird vermutlich eher an der Bratwurst sparen.

Ich meine, dass Fan die bereit sind einen höheren Preis zu bezahlen, auch für Catering mehr auszugeben. Vorausgesetzt natürlich, dass sich Catering verbessert und der Zugang (zum Catering) deutlich beschleunigt wird

Gerade in Verbindung mit der Reduzierung der Dauerkarten, sehe ich eher einen Umsatz Rückgang. Denn meiner Erfahrung nach sind es oft die Dauerkartenbesitzer, die schon eine Stunde vor Anpfiff an ihren Stammtischen für guten Umsatz sorgen.

Die Reduzierung der Dauerkartenbesitzer halte ich nicht für das große Problem, denn viele trinken und essen zumeist nicht im oder vor dem Stadion, sondern nutzen die Kneipen in der Nähe des Stadions. Alles steht und fällt aber damit, ob Werder es endlich vermag, seine hohen Catering Preise mit der Güte der Waren in Einklang zu bringen. Der VIP Bereich (3.400 Plätze) war bisher leider nicht wirklich zufriedenstellend, da müsste man ebenfalls ansetzen, auch hier gäbe es noch deutliche Steigerungsmöglichkeiten.
 
Die Einführung von Dynamic Pricing bei Werder Bremen macht mMn keinen Sinn.

Mit diesem Modell ließe sich die Nachfrage zwar gundsätzlich besser steuern, aber wozu? Tortz einer sportlich erneut negativen Heimbilanz war das Weserstadion in der letzten Saison lt. transfermarkt.de zu 98,7% ausgelastet. Wobei 0,7 der 1,3 nicht ausgelasteten Prozentpunkte darin begründet sind, dass Werder nach Beschwerden von Fans über zu große Enge im Stehplatzbereich der Ostkurve zu Beginn der Saison dort das Kartenkontingent um 300 Tagestickets kürzte. Nachfrage ist also ausreichend vorhanden.

Der größte Haken am Dynamic Pricing ist die mangelnde Transparenz und somit die eingeschränkte Planbarkeit für die Fans. Gerade bei einem traditionsreichen Verein mit einer sehr treuen Fangemeinde wie bei Werder Bremen erwarten viele Anhänger nachvollziehbare und faire Ticketpreise, die nicht von ständig wechselnden Marktmechanismen abhängen. Von den ohnehin schon vorhandenen Topzuschlägen mal ganz zu schweigen.

Besonders problematisch wäre eine Umsetzung mit unterschiedlichen Ticketkontingenten, beispielsweise einer 50/50-Aufteilung oder einer anderen Stückelung zwischen festen und dynamischen Preisen. Ein solches System würde das Preisgefüge zusätzlich verkomplizieren. Fans müssten nicht nur nachvollziehen, warum sich Preise ändern, sondern auch verstehen, welche Kontingente zu welchen Bedingungen verkauft werden. Dadurch steigt die Intransparenz erheblich und es entsteht schnell der Eindruck eines schwer nachvollziehbaren und unfairen Vergabesystems.

Hinzu käme, dass unterschiedliche Preise für vergleichbare Plätze das Gerechtigkeitsempfinden der Fans beeinträchtigen könnten. Wer den Ticketkauf nicht optimal timen kann oder auf bestimmte Spiele angewiesen ist, zahlt möglicherweise deutlich mehr als andere. Dies widerspricht nicht nur em Gedanken, Fußball für alle Fans zugänglich zu halten, sondern könnte "Abzocke" gewertet werden.
 
Punkt 1 gibt es ja schon durch die Topspiel Zuschläge
Punkte 2 und 3 stell ich mir schwierig umzusetzen vor, da sich erfahrungsgemäß der Verkauf der Karten in einem wenige Stunden großen Zeitfenster abspielt. Die Karten, die spät nach Verkaufsstart noch verfügbar sind, sind in der Regel Weiterverkäufe von Fan zu Fan über die Ticketbörse.

Punkt 1 könnte theoretisch in beide Richtungen laufen, oder man begrenzte die Kartenpreise auf einen Wert unter denen sie nicht fallen dürfen.

Punkt 3 halte ich ebenfalls für problemlos, das Ticketing müsste über ein sicheres und performantes Online-Portal von Werder laufen (registrierte User vorausgesetzt). Karten können nur über dasselbe Portal weitergegeben werden, so dass der Schwarzmarkt klein gehalten würde. Karten dürften zum Originalpreis übertragen oder Verkauft werden, niedrigerer Preis möglich, höherer Preis nicht.

Der Preis startet wie bei Ebay mit einem Mindestangebot und die Laufzeit des Verkaufs wäre zeitlich begrenzt (müsste man im Test natürlich vorab prüfen, wie lange solch eine Auktion dauern sollte.

EarlyBird Phase und Auslastungsgrad wären dann in einem Zeitfenster von vielleicht 5 Stunden angesiedelt. Das wäre dann tatsächlich nur noch reine Willkür und Zufall zu welchem Preis man ein Ticket bekommt.

Auf jeden Kategoriepreis wirkt zusätzlich ein Zeitfenster‑Multiplikator, der Anreize zum frühen Kauf setzt und Last‑Minute‑Nachfrage teurer macht.

Early‑Bird (>60 Tage vorher, ca. 30% der Käufer) mit Faktor 1,00, Standardfenster (14–60 Tage, ca. 45% der Käufer) Faktor 1,10 und
Last‑Minute (<14 Tage, ca. 25% der Käufer): Faktor 1,15 - 1,20.

Die Zahlen entsprechend empirisch erhobenen Daten, die sich natürlich verschieben könnten, sobald die Dynamik eingeführt würde. Die Multiplikatoren sind noch immer moderat und sobald sich das eingependelt hat, könnte man die Bandbreite vergrößern.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie man sich problemlos kurz vor dem Spiel an den Ticketbuden vor dem Stadion eine Karte holen konnte. Ist im Prinzip nur eine Gewohnheitssache, an die man die Fans schnell heranführen könnte.
 
Die Reduzierung der Dauerkartenbesitzer halte ich nicht für das große Problem, denn viele trinken und essen zumeist nicht im oder vor dem Stadion, sondern nutzen die Kneipen in der Nähe des Stadions. Alles steht und fällt aber damit, ob Werder es endlich vermag, seine hohen Catering Preise mit der Güte der Waren in Einklang zu bringen.
Die hohen Cateringpreise sind kein Alleinstellungsmerkmal von Werder, sondern ein generelles Phänomen bei Großveranstaltungen, wie z.B. auch bei Konzerten, Stadtfesten etc. In der Regel wird das Catering nicht vom Veranstalter selbst betrieben. Stattdessen werden die Cateringrechte für hohe Summen an externe Unternehmen vergeben, die diese Kosten zwangsläufig in ihre Preisgestaltung einfließen lassen.

Vor diesem Hintergrund geht der Wunsch oder gar die Forderung, die Cateringpreise stärker an der Qualität der angebotenen Speisen und Getränke auszurichten, an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen völlig vorbei.
 
Die Einführung von Dynamic Pricing bei Werder Bremen macht mMn keinen Sinn.

Mit diesem Modell ließe sich die Nachfrage zwar gundsätzlich besser steuern, aber wozu? Tortz einer sportlich erneut negativen Heimbilanz war das Weserstadion in der letzten Saison lt. transfermarkt.de zu 98,7% ausgelastet. Wobei 0,7 der 1,3 nicht ausgelasteten Prozentpunkte darin begründet sind, dass Werder nach Beschwerden von Fans über zu große Enge im Stehplatzbereich der Ostkurve zu Beginn der Saison dort das Kartenkontingent um 300 Tagestickets kürzte. Nachfrage ist also ausreichend vorhanden.

Aber das ist doch genau der Ansatz, die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Allein die Anzahl der zusätzlichen Dauerkartennachfrager (10.000 stehen auf der Warteliste) ist enorm und ich habe irgendwo (müsste es raussuchen) gelesen, dass bei bestimmten Topspielen die Gesamtnachfrage 4 - 5 mal so hoch war.
Der größte Haken am Dynamic Pricing ist die mangelnde Transparenz und somit die eingeschränkte Planbarkeit für die Fans. Gerade bei einem traditionsreichen Verein mit einer sehr treuen Fangemeinde wie bei Werder Bremen erwarten viele Anhänger nachvollziehbare und faire Ticketpreise, die nicht von ständig wechselnden Marktmechanismen abhängen. Von den ohnehin schon vorhandenen Topzuschlägen mal ganz zu schweigen.

Werder hat sich bekanntlich gegen Dynamic Pricing entschieden und man hatte vermutlich die gleichen Bedenken wie Du sie hier äußerst. Nachvollziehbar ist der Einwand, dass die treue Fangemeinde den Bruch des Werderfamilien Gedanken als Hauptgrund anbrächte und somit die verschworene Einheit, gerade in den schlechteren Zeiten, verloren ginge. Ein sehr berechtigter Einwand der aber andererseits hauptsächlich die Fans beträfe, die dauerhaft an eine Karte kommen und denen sich der frustrierende Moment, wieder einmal bei der Verlosung nicht berücksichtigt worden zu sein, gar nicht stellt.

Ich beziehe das nur exemplarisch auf meine Situation der in Düsseldorf wohnend, gerne 5 - 6 Heimspiele in der Saison sehen würde, bereit ist deutlich mehr zu zahlen, aber nur selten eine Karte erhält. Natürlich habe ich Präferenzen (Nord) und komme für Ost bzw. West nicht in Frage.

Transparents gibt es auch bei Ebay, das halte ich für akzeptable und ein knappes Gut bekommt man eben nicht notwendigerweise im Abonnement.

Besonders problematisch wäre eine Umsetzung mit unterschiedlichen Ticketkontingenten, beispielsweise einer 50/50-Aufteilung oder einer anderen Stückelung zwischen festen und dynamischen Preisen. Ein solches System würde das Preisgefüge zusätzlich verkomplizieren. Fans müssten nicht nur nachvollziehen, warum sich Preise ändern, sondern auch verstehen, welche Kontingente zu welchen Bedingungen verkauft werden. Dadurch steigt die Intransparenz erheblich und es entsteht schnell der Eindruck eines schwer nachvollziehbaren und unfairen Vergabesystems.

Das kann man doch alles entsprechend kommunizieren und die Gestaltung des Portals einfach halten. Ebay versteht auch jeder, das dürfte kein Hexenwerk sein.

Hinzu käme, dass unterschiedliche Preise für vergleichbare Plätze das Gerechtigkeitsempfinden der Fans beeinträchtigen könnten. Wer den Ticketkauf nicht optimal timen kann oder auf bestimmte Spiele angewiesen ist, zahlt möglicherweise deutlich mehr als andere. Dies widerspricht nicht nur em Gedanken, Fußball für alle Fans zugänglich zu halten, sondern könnte "Abzocke" gewertet werden.

Also bitte komme mir nicht mit Gerechtigkeitsempfindung daher, wir leben im Wettbewerb und Werder ist nicht die Wohlfahrt. Will man einen finanziell gesunden Verein, der dann die zusätzlichen Erträge sofort wieder zu reinvestieren hätte, oder möchte man den Status Quo behalten ?
 
Die hohen Cateringpreise sind kein Alleinstellungsmerkmal von Werder, sondern ein generelles Phänomen bei Großveranstaltungen, wie z.B. auch bei Konzerten, Stadtfesten etc. In der Regel wird das Catering nicht vom Veranstalter selbst betrieben. Stattdessen werden die Cateringrechte für hohe Summen an externe Unternehmen vergeben, die diese Kosten zwangsläufig in ihre Preisgestaltung einfließen lassen.

Nur weil die anderen es so machen, muss man es bei Werder nicht so fortführen. Der aktuelle Caterer wurde auch unter dubiosen Umständen zuletzt auch ausgetauscht, da hat es ganz offensichtlich an der notwendigen Hygiene und Qualität gemangelt. Konkurrenz belebt das Geschäft, dann muss man eben ein Modell entwickeln, dass einerseits die Kosten senkt und andererseits die Qualität erhöht. Noch viel wichtiger ist, geschultes Personal einzusetzen, die zügig arbeiten und zugleich auch noch souverän mit schwierigen Situationen umgehen können. Ich möchte in der 15 Minutenpause nicht eine halbe Stunde anstehen müssen, sondern zügig an mein Getränk bzw. Essen herankommen. Kann der Caterer nicht alleine lösen, dafür muss Werder entsprechend sorgen.

Vor diesem Hintergrund geht der Wunsch oder gar die Forderung, die Cateringpreise stärker an der Qualität der angebotenen Speisen und Getränke auszurichten, an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen völlig vorbei.

Sehe ich anders (s.o.)
 
Auch wenn ich die Idee grundsätzlich spannend finde, würde eine 10%ige Erhöhung aller Ticketpreise vermutlich identischen Unmut bei den Fans hervorrufen, aber bei deutlich geringerem Verwaltungsaufwand.
 
Auch wenn ich die Idee grundsätzlich spannend finde, würde eine 10%ige Erhöhung aller Ticketpreise vermutlich identischen Unmut bei den Fans hervorrufen, aber bei deutlich geringerem Verwaltungsaufwand.

Nein, das 50/50 Modell würde nur 50 % der Karten verteuern, der Rest bliebe im üblichen Preisgefüge. Also 21.000 Dauerkartenbesitzer und 50 % der Gästefans (1.950) würden den normalen Preis erhalten. Das Kontingent an Dauerkarten läge großzügig bei 50 % bezogen auf die Gesamtkapazität des Stadions, Übrig blieben 19.500 Karten in der dynamischen Preisgestaltung.

Für mich persönlich der versucht 5 - 6 Spiele pro Saison in Bremen zu sehen, dabei aber nur 3 - 4 mal den Zuschlag erhält, wäre das ideal. Ich wäre z.B. bereit für die Nordtribüne (ca. 75,-- EUR) auch 150,-- EUR zu zahlen, für Spiele gegen den HSV auch deutlich mehr. Selbst wenn ich das doppelte zahlte wäre es nicht sicher, dass ich die Karte erhielte, würde also u.U. auch mehr bezahlen, nur um mal wieder eine Karte zu bekommen.

Ich glaube schon, dass es da genügend Leute gibt die ähnlich denken, müsste Werder eben eine Umfrage bei seinen Mitgliedern durchführen um das besser einschätzen zu können. Das Modell könnte man mit entsprechendem Vorlauf von 2 - 3 Saisons mit Sicherheit umsetzen, allein der Wille (oder die finanziellen Notwendigkeit) müsste vorhanden sein.
 
Zum Thema Gerechtigkeitsgefühl:

Es ist für jeden ganz normal, wenn man bei Germanwings, guenstiger.de oder Idealo den besten Preis erzielen. oder für das nächst Bad Bunny Konzert eine der raren Karten ergattern möchte, da gibt es die glücklichen Momente überhaupt ein Ticket bekommen zu haben und wenn ich kurzfristig nach Mallorca fliegen möchte ist es normal, dass der Preis höher liegen dürfte, als noch der vor 3 Monaten.

Werder ist nicht Bayern, aber der Weg zurück zum Erfolg muss auch mit den eigenen Ambitionen wachsen. Wenn man wieder bessere Leistungen sehen möchte, muss die Handbremse gelöst und die Optionen neu ausgelotet werden.
 
Also bitte komme mir nicht mit Gerechtigkeitsempfindung daher, wir leben im Wettbewerb und Werder ist nicht die Wohlfahrt. Will man einen finanziell gesunden Verein, der dann die zusätzlichen Erträge sofort wieder zu reinvestieren hätte, oder möchte man den Status Quo behalten ?
Die Zeiten, in denen die Ticketverkäufe die wichtigste Einnahmequelle waren, sind lange vorbei. Das spiegelt sich auch in Werders Wertpapierprospekt wider, wo der Anteil des Ticketing am Gesamtumsatz mit ca. 10 % beziffert wird.

Darauf aufbauend ein Rechenbeispiel: Im Geschäftsjahr 2024/25 belief sich Werders Umsatz auf ca. 143 Mio. €. Das bedeutet, dass sich der Ticketumsatz – abzüglich der Mehrwertsteuer – auf rund 12 Mio. € belief. Würden, deinem Vorschlag entsprechend, 50 % der Tickets, also ein Grundpreisvolumen von 6 Mio. €, über Dynamic Pricing veräußert, lägen selbst bei einem durchschnittlichen (!) Mehrerlös von 25 % die zusätzlichen Einnahmen durch Dynamic Pricing bei gerade einmal 1,5 Mio. €.

Mit Mehreinnahmen von 1,5 Mio. € pro Jahr lässt sich ein Verein, der gemäß Zwischenkonzernabschluss zum 31.12.2025 unter anderem 25 Mio. € an Verbindlichkeiten aus Anleihen sowie weitere 4,3 Mio. € gegenüber Kreditinstituten mit sich schleppt, nicht sanieren. Das sind lediglich ein paar Tropfen auf den heißen Stein – mehr nicht.
 
Nur weil die anderen es so machen, muss man es bei Werder nicht so fortführen.
Im Grundsatz kann das richtig sein - in diesem speziellen Fall jedoch nicht. Das Catering an externes Unternehmen zu vergeben sichert dem Ausrichter planbare Einnahmen, losgelöst davon, wie viele Speisen und Getränke verkauft werden, braucht sich nicht um Personal und Warenbeschaffung zu kümmern etc. pp. Oder anders formuliert: unternehmerische Risiko trägt der Caterer. Ein weiterer Vorteil ist, dass spezialisierte Caterer über viel Erfahrung bei Großveranstaltungen verfügen und dementsprechend effizienter arbeiten (sollten).
 
Die Zeiten, in denen die Ticketverkäufe die wichtigste Einnahmequelle waren, sind lange vorbei. Das spiegelt sich auch in Werders Wertpapierprospekt wider, wo der Anteil des Ticketing am Gesamtumsatz mit ca. 10 % beziffert wird.

Darauf aufbauend ein Rechenbeispiel: Im Geschäftsjahr 2024/25 belief sich Werders Umsatz auf ca. 143 Mio. €. Das bedeutet, dass sich der Ticketumsatz – abzüglich der Mehrwertsteuer – auf rund 12 Mio. € belief. Würden, deinem Vorschlag entsprechend, 50 % der Tickets, also ein Grundpreisvolumen von 6 Mio. €, über Dynamic Pricing veräußert, lägen selbst bei einem durchschnittlichen (!) Mehrerlös von 25 % die zusätzlichen Einnahmen durch Dynamic Pricing bei gerade einmal 1,5 Mio. €.

Mit Mehreinnahmen von 1,5 Mio. € pro Jahr lässt sich ein Verein, der gemäß Zwischenkonzernabschluss zum 31.12.2025 unter anderem 25 Mio. € an Verbindlichkeiten aus Anleihen sowie weitere 4,3 Mio. € gegenüber Kreditinstituten mit sich schleppt, nicht sanieren. Das sind lediglich ein paar Tropfen auf den heißen Stein – mehr nicht.

Zunächst einmal geht es darum weitere Einnahmen generieren zu können, ein Anliegen was bei einem klammen Verein wie Werder niemals der falsch gewählte Ansatz sein kann.

Deine Aussage vergleicht eine wiederkehrende jährliche Zusatzeinnahme von 1,5 Mio. Euro p.a. (ich hatte bis 1,9 Mio errechnet, aber nehmen wir Deinen Wert) mit einem einmaligen Bestandswert (Schuldenstand von ca. 25 + 4,3 = 29,3 Mio. Euro). Dieser Vergleich hinkt jedoch, denn einen Verein sanieren zu wollen heißt nicht, Schulden in einem Jahr zu tilgen, sondern die Ertragskraft dauerhaft zu verbessern, sodass Zins- und Tilgungslast tragbar werden.

Bei einem Zinssatz von 5,75% p.a. auf die 25‑Mio‑Anleihe entstehen jährliche Zinskosten von rund 1,44 Mio. EUR. Der Dynamic‑Pricing Mehrerlös von 1,5 Mio. Euro würde diese Zinslast fast vollständig decken, was somit kein „Tropfen auf den heißen Stein“, sondern eine relevante Stellschraube im laufenden Ergebnis darstellt.

Werder wies für 2024/25 einen Jahresfehlbetrag von 7,4 Mio. Euro aus, für die erste Hälfte 2025/26 einen Verlust von 4,8 Mio. EUR. Gemessen an diesen Verlustgrößen ist ein zusätzlicher Ertrag von 1,5 Mio. Euro pro Jahr eine Verbesserung des Jahresfehlbetrags um ca. 20% (bezogen auf 7,4 Mio. EUR). Natürlich saniert sich Werder nicht alleine dadurch, aber es wäre ein wichtiger Baustein in einem Strauß von Maßnahmen.

Angesichts des drastischen Rückgangs des Finanzmittelfonds von 46,6 Mio. auf 11,8 Mio. EUR binnen eines Halbjahres ist jede zusätzliche, planbare und margenstarke Einnahmequelle (Ticketing hat kaum variable Zusatzkosten) für die kurzfristige Liquiditätssteuerung relevanter, als es der reine Vergleich mit dem Gesamtschuldenberg suggeriert.

Aus dem Bündel an Maßnahmen wäre natürlich ganz besonders die Kostensenkungen im Personal- oder Transferbereich zu nennen, das habe ich zigfach im Thread "Gesamtsituation der Mannschaft" wiederholt, genau das macht Werder doch gerade diese Saison. Dabei ist es auch nicht hilfreich, wenn die Fans namhafte Verstärkungen fordern, während wir hier über Möglichkeiten des Schuldenabbaus diskutieren.

Die 3. Säule läge in der Generierung weiterer Sponsoring- oder Medienerlöse, aber das gehört hier auch nicht in den Thread.

Dynamische Preisfindung ist nur ein Hebel von diversen anderen und hat zumindest als Gedankenmodell seine klare Berechtigung.
 
Im Grundsatz kann das richtig sein - in diesem speziellen Fall jedoch nicht. Das Catering an externes Unternehmen zu vergeben sichert dem Ausrichter planbare Einnahmen, losgelöst davon, wie viele Speisen und Getränke verkauft werden, braucht sich nicht um Personal und Warenbeschaffung zu kümmern etc. pp. Oder anders formuliert: unternehmerische Risiko trägt der Caterer. Ein weiterer Vorteil ist, dass spezialisierte Caterer über viel Erfahrung bei Großveranstaltungen verfügen und dementsprechend effizienter arbeiten (sollten).

Wirklich gut läuft es mit dem Catering der Supreme Sports Hospitality GmbH nicht, immerhin haben diese vor genau 2 Jahren dies anspruchsvolle Aufgabe übernommen, der BSW sogar ein Antrittsgeld über 5 Mio. bezahlten, jedoch immer wieder mit erheblichen Qualitätsproblemen aufwartete.

Beim ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund kam es zu langen Wartezeiten, kalten Speisen und teilweise leeren Verkaufsständen. Daraufhin wurde Zusammenarbeit mit dem zuständigen Stadion-Manager Thomas Gutzeit wurde im September 2024 einvernehmlich beendet.

Im Juni 2026 gab es erneut erhebliche Probleme, dieses mal aufgrund von Hygienemängeln in der Vereinskantine (nicht im öffentlichen Stadionbereich). Nach Beanstandungen durch Lebensmittelkontrolleure im Jahr 2025 wurden alle betroffenen Bereiche saniert und das gesamte Küchenteam ausgetauscht.

Ja, eine externe Vergabe hat Vorteile wie Du Sie beschrieben hast, jedoch auch hier gibt es offensichtlich deutliche Probleme und es stellt sich zumindest die Frage, ob eine interne Lösung nicht zumindest in Erwägung gezogen werden sollte. Aktuell läuft der Vertrag noch 11 Jahre, so dass sich diese Frage wohl nur dann stellte, sollten erneute Unzulänglichkeiten auftauchen.
 
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