Auflösung zur kleinen Denksportaufgabe vom Vorabend:
Politik und Konzerne treiben den KI‑Rechenzentrums‑Ausbau massiv voran, obwohl er Energie‑, Klima‑ und Wasserziele erheblich belastet und dabei zeitgleich von Bürgern radikale Einsparungen bei Mobilität und Energieverbrauch verlangen - ein Paradoxon.
Bis 2030 wird es mindestens eine Verdoppelung des Gesamtverbrauchs der Rechenzentren und eine Verelfachung (11x) allein der KI‑Last (ca. 50 → 550 TWh) geben und dieser Ausbau passiert innerhalb weniger Jahre, also genau in dem Zeitraum, in dem Staaten eigentlich ihren Gesamtenergieverbrauch und die Emissionen stark senken müssten, um Klimaziele überhaupt noch zu erreichen.
Woher kommt eigentlich der Strom ?
Global stammt
etwa die Hälfte des Rechenzentrums‑Stroms weiter aus fossilen Quellen (Gas, Kohle), mit regional stark variierender Mischung. Große Anbieter gleichen ihren Verbrauch bilanziell über Ökostromverträge aus, beziehen aber physisch weiterhin Strom aus Netzen, in denen fossile Erzeugung wesentlich zur Deckung der 24/7‑Last beiträgt.
Der zusätzliche KI‑Strombedarf verschärft damit faktisch die Abhängigkeit von fossilen und/oder nuklearen Kraftwerken, bis Speicher und Netze massiv ausgebaut sind.
Wie ist die Zuverlässigkeit der Stromquellen ?
Wind und Solar sind physikalisch volatil: Tag‑Nacht‑Zyklen, Wetter, jahreszeitliche Schwankungen und Dunkelflauten verhindern eine eigenständige 24/7‑Versorgung. Studien zeigen, dass 100% Versorgung eines großen Rechenzentrums rein mit Wind/Solar nur mit extremem Überbau (mehrfache Überkapazität) plus großen Speichern und Backup‑Kraftwerken (z.B. Wasserstoff, Biogas) denkbar ist – technisch machbar, aber heute weder flächendeckend verfügbar noch wirtschaftlich etabliert. Praktisch wird die Lücke zwischen volatilem Grünstrom und konstanter Rechenlast derzeit hauptsächlich durch
Erdgas‑ und Kohlekraftwerke bzw. durch Importe aus entsprechend gespeisten Netzen geschlossen.
Während Haushalte und Verkehr (Autos, Heizung, Fliegen) zu teils drastischen Einsparungen, Verhaltensänderungen und teurer Effizienztechnik aufgefordert werden, gelten KI‑Rechenzentren politisch als „strategisch“, „systemrelevant“ und „Wachstumsmotor“ und werden oft priorisiert angeschlossen. Der Ausbau dieser energiehungrigen Infrastruktur bindet erhebliche Mengen erneuerbarer Energie, die dann anderen Sektoren für Dekarbonisierung fehlt, was die Energiewende insgesamt ausbremst. Die Folge ist eine Verteilungsfrage. Regulierungsdruck liegt vor allem auf Bürgern und kleinen Unternehmen, während Konzerne mit dem Hinweis auf Standort‑ und Technologiewettbewerb weitreichende Ausnahmen und Unterstützung erhalten.
Wir werden also eine noch viel stärkere Schrumpfung der Wirtschaft und mit ihr den Verlust von vielen Millionen Arbeitsplätzen erleben, während die Kapazitäten für die KI weiter ausgebaut werden.
@Theonlein hat es richtig erkannt, es handelt sich um eine Transformationsphase die mit ca. 15 - 20 Jahren Dauer anzusetzen ist, denn die Verlagerung der Rechenzentren in den Weltraum ist keine Phantasie, sondern eine längst geplante und in den Anfängen befindliche Realität. SpaceX ist nur eines mehrerer Projekte in diese Richtung, Google ist ebenfalls am Start und interessanterweise ist selbst die Idee Trumps "Grönland" übernehmen zu wollen noch nicht vom Tisch, denn auch dort sollen riesige Rechenzentren entstehen.
Die Auswirkungen auf die Menschheit ist aber sehr viel fundamentaler, aber dazu komme ich noch zu einem späteren Zeitpunkt.