Daniel Thioune (Cheftrainer)

Das wünscht sich meiner Einschätzung nach ein größer werdender Teil der Werder-Fans und -mitglieder auch; siehe die Online-Petition zu Beginn des Jahres. Aber trotz dieses Anstiegs ist dies das nur eine kleine Minderheit. Denn die Mehrheit goutiert (zumindest schweigend) Strategien und Vorgehensweisen von Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Ergo wird sich daran auch nichts signifikant ändern.

Ich sage auch bewusst wir. Denn auch wir Fans haben unseren Anteil daran, das sich diese denke "lieber ein 5:4 als ein 1:0" hier verfestigt hat. Diese Zeit ist aber vorbei und das sollten manche Leute akzeptieren
 
Ich sage auch bewusst wir. Denn auch wir Fans haben unseren Anteil daran, das sich diese denke "lieber ein 5:4 als ein 1:0" hier verfestigt hat. Diese Zeit ist aber vorbei und das sollten manche Leute akzeptieren

Mir ist ein 2-0 immer am liebsten. ;)
Dennoch wenn Werder in der Lage wäre 5 Tore in einen Spiel zu schießen, dann habe ich auch nichts dagegen, wenn das Spiel 5- 2 endet.

Doch in der Aktuellen Situation bin ich froh wenn Werder überhaupt Tore schießt.

Mit der Richtigen Strategie im Offensivespiel würde man auch zwangsläufig zu mehr Toren kommen. Mal schauen ob da im Sommer was tut.
 
Da gehe ich mit. Und wir beides nicht haben, sollten wir diesen Markenkern begraben und uns auf etwas neues konzentrieren. Ich will erfolgreichen Fußball hier sehen und nicht mehr in Schönheit sterben
Wie Du mit Deinem Post indirekt aussagst, war der gezeigte Fußball von Werder in dieser Saison weder sonderlich erfolgreich, noch schön anzusehen, und auf dem "Sterbebett" (Platz 17) lagen wir auch 2 Spieltage plus ein paar Tage "Intensivstation" (Relegationsplatz).
Hätte es den Trainerwechsel von HS zu DT nicht gegeben, dürften wir uns kommende Saison sicher auf etwas Neues (2. Liga) konzentrieren. Zum Glück ging dieser Kelch an uns vorüber, nun gilt es, die neue Saison vernünftig zu planen, eine ordentliche Vorbereitung zu absolvieren und bspw. nicht wieder in Runde 1 des DFB-Pokals auszuscheiden!
 
Mir ist ein 2-0 immer am liebsten. ;)
Dennoch wenn Werder in der Lage wäre 5 Tore in einen Spiel zu schießen, dann habe ich auch nichts dagegen, wenn das Spiel 5- 2 endet.

Doch in der Aktuellen Situation bin ich froh wenn Werder überhaupt Tore schießt.

Mit der Richtigen Strategie im Offensivespiel würde man auch zwangsläufig zu mehr Toren kommen. Mal schauen ob da im Sommer was tut.

Ich würde auch gerne immer soweit wie möglich ein 2-0 sehen. Und wenn wir uns nur aufs Kontern dabei verlassen, dann ist es so.
 
Das ist durchaus richtig. Jedoch ist Steffen hier absolut nicht aus der Verantwortung zu nehmen. Der Trainer ist maßgeblich in Transfers mit eingebunden, insbesondere auch was die Wunschspieler angeht (Asllani war z.B. einer), aber auch was Spieler angeht, die der Trainer vielleicht nicht mehr will (Ducksch würde ich stark vermuten, aber gibt keinen Beweis). Wenn der Trainer keine Spieler fordert, bekommt er auch keine. 100% können wir jedoch nicht sagen, was genau da im Sommer vorgefallen ist. Steffen sehe ich hier aber keineswegs unbeteiligt.

Aber hier auch nochmal: Eigentlich war schon lange vor Ole Werners Entlassung klar, dass sich Transfers hinziehen würden. Es fanden lange Zeit Gespräche zwischen Ole und Fritz statt, wodurch bis zum Schluss völlig unklar war, ob man gemeinsam weitermachen würde. Dadurch verzögerte sich schon viel. Dann kam die Freistellung am 27.05.25 und es vergingen knapp 5 Wochen bis zum Dienstantritt von Steffen, der dann wieder Zeit brauchte, um überhaupt festzustellen, was er für seine Spielweise benötigen würde (kann Fritz nicht wissen, was Steffen spielen will).
Der Fehler lag hier mMn schon darin, dass man Steffen nicht diktiert hat, dass er exakt wie Ole Werner weiterspielen lassen soll.



Ich hab hier wie gesagt eine klare Vorstellung von Steffens nicht vorhandenen Trainerfähigkeiten, dass wir in dieser Hinsicht einfach nicht zusammenkommen. Ich sehe Fehler bei Fritz (beschränkt durch die ihm gegebenen Mittel), aber auch klar bei Steffen, dessen Einstellung auch wieder Fritz war.

Meine Einschätzung zu Beginn der Saison waren übrigens so 42-45 Punkte. Das war rein auf den Kader bezogen. Wäre ein deutlicher Abfall zu Ole Werner, aber auch keine große Not gewesen. Mit Steffen wären wir mMn bei ca. 25 Punkten gelandet, mit Thioune in der gesamten Saison wohl irgendwo in dem von mir geschätzten Bereich von 40-45. Wird klar, warum ich zu meiner Einschätzung komme, dass Steffen das Hauptproblem war und Thioune hier deutlich besser abschneidet? Du musst das nicht teilen, aber ich möchte gerne zeigen, wie ich zu dieser Einschätzung komme.


Rest siehe anderer Post an Spielerberaterin.

Nein, Horst Steffen ist nicht aus der Verantwortung zu nehmen und zwar ist er u. a. für die Mannschaftsführung zuständig.
Es ist ihm mMn leider nicht gelungen, sich gegen etablierte Kräfte im Team durchzusetzen. Das mag auch an seiner Art von
Führungsstil/Mentalität gelegen haben.
Dies zu erkennen, ist aber in erster Linie Aufgabe des GFS, denn der Art einen Blick auf die Mannschaft sowie den Charakter einzelner
Spieler.
Tja und leider ist es ihm auch nicht gelungen eine sportliche Linie zu erstellen. Dies aber liegt auch wiederum am GFS/Kaderplaner,
denn der Kader stand nicht rechtzeitig zur Verfügung.
Hinzu kamen Verletzungen und wo niemand drüber spricht, dass alle etablierten Spieler besonders zu Beginn ohne Form dastanden.
Stage (Schlüsselspieler) lief lange Zeit nach seiner Verletzung der Form hinterher. Friedl, auch wenn er teilweise positionsfremd eingesetzt
wurde spielt mMn auf einem überschaubaren Niveau. Schmid ebenfalls. Hier nur die Führungsspieler genannt.
Ein weiterer Fehler den Steffen gemacht hat war die unnötige Umstellung von Viererkette auf Dreierkette. Dadurch hat er sich selbst entmannt.
Kommen wir zu Asllani, was der in deiner Aufzählung soll weiß ich gar nicht, aber was ich weiß ist Asllani war Spieler der Hoffenheimer.
Außerdem unter Vertrag bei ROGON und der Geschäftsführer heißt niemand anders Roger Wittmann, ein besonders guter Freund von
Dietmar Hopp. Frag mal bei deiner Schwiegerfamilie nach, die mit den außerordentlichen guten Informationen.
1+1= na?
Kommen wir zu Ducksch, den deiner Vermutung nach der Trainer nicht mehr haben wollte. Nee, es ist gibt sicherlich keinen Beweis, aber
folgende Daten lassen deine Vermutung verpuffen und verweisen diese wie so viele Weisheiten von dir ins Reich der Fabeln.

Deichstube am 19.05.25
"Es könnte mein letztes Spiel gewesen sein"


Ole Werner Entlassung: 27.05.25
Verpflichtung von Horst Steffen: 29.05.25
Es ist wohl eher zu vermuten, dass hier die Chemie zwischen GFS und MD nicht mehr stimmte und beide andere Vorstellungen hatten.

Witzig!
CF kann nicht wissen was Steffen spielen will? Ich glaube schon das man sich auf beiden Seiten einig war, welches System präferiert wird.
Deine fünf Wochen kannst du dir schenken. HS wollte sich einen ganz normalen Überblick verschaffen.
Meinst du ein Mbangula mit einer systemspezifischen Spielposition wurde erst am Tag der Verpflichtung (23.07.) gescoutet???
Außerdem standen zu dem Zeitpunkt auch noch ein paar gedachte Transfers/Abgänge an!!!
Weiterer Unsinn ist eine von dir geforderte Übernahme seitens der GFS an den Trainer, völlig irre.

Du hast als Laie eine klare Vorstellung von den Trainerfähigkeiten? Dass von jemanden zu hören der selbst noch keine Mannschaft
geführt hat ist absolut der Kategorie Stammtisch zuzuordnen und mehr nicht. Das lässt sich auch nicht über der "Qualitäten als
Knipser" in der Kreisklasse kompensieren.
Wenn du eine fachlich, wertbringende, differenzierte Bewertung über das Scheitern von HS bringen würdest, wärst du glaubhafter.
So sind es in erster Linie emotionale und von Antisympathie geprägte Eindrücke, welche in Teilen ätzende Züge hat.
Zum letzten Absatz, niedliche Zahlenspiele und toll wie du dich immer selbst feierst.
 
Ok, Vereinspolitik!
Es ist sehr interessant, mal solch einen Einblick in andere Vereine zu bekommen. Gerade als Schalker, bei dem oft berüchtigt benannten "ach ja so hochemotionalem Publikum / Umfeld", ist man schon leicht verwundert, über die ausgebliebene nordische Ruhe, die anscheinend an der Weser herrscht, bzw. eben abhanden gekommen ist, sollte man diese mit dem Disput hier vergleichen dürfen, bzw. (ich) es richtig interpretiere.
Ist vielleicht mit Frank Baumann diese nordische Ruhe, von Bremen ausgerechnet auf Schalke ausgewandert!?
Das wäre wohl auch zu weit hergeholt, eher Seemannsgarn und Wunschdenken, denn Realität.
Bevor ein Kriesenerprobter-, bewährter Schalker hier seine Ratschläge erteilt (ersma 12 € ins Phrasenschwein)

"bei schönem Wetter kann jeder Matt ein guter Kapitän sein, der wahre Hochsee Kapitän zeigt sich im stärksten Sturm, wenn er gekonnt das Schiff raus manövriert".

In diesem Sinne, "behaltet eure euch auszeichnende, nötige Ruhe" , sollte das erste Gebot lauten.
 
Ergänzend hierzu: die, auch von mir gerne so bezeichnete Tretertruppe aus Augsburg, hat sich im Vergleich zu uns zwar 9 gelbe Karten mehr eingefangen, dagegen jedoch auch nur einen einzigen, gelb-roten Platzverweis. Wenigstens hierbei bewegen wir uns mit der Puppenkiste auf Augenhöhe, während wir ihnen sportlich-tabellarisch nur von hinten zuwinken können - mit dem Fernglas versteht sich...
Ehrlich gesagt ist das mit der Treter Truppe und dem Torwart auch schon länger her
Mittlerweile spielt Augsburg auch einen ganz ansehnlichen Ball, jedenfalls besser als wir.
 
Ist vielleicht mit Frank Baumann diese nordische Ruhe, von Bremen ausgerechnet auf Schalke ausgewandert!?
Glaub mir, die Stimmung unter Baumann war genauso und der hat etwas geschafft, was Fritz bisher nicht geschafft hat - absteigen.

Es ist auch trügerisch. Eigentlich ist die Stimmung hier in Bremen wesentlich besser als es das Internet vermittelt. Ist doch überall so. Im Internet sind die ganzen Schreihälse unterwegs, der Mainstream ist aber eigentlich ziemlich ruhig und gelassen.

Dazu kommt, dass man sich hier berechtigterweise die alten Tage zurückwünscht. Da leben viele leider in der Vergangenheit. Die Realität sieht anders aus und ich weiß auch nicht, ob wir jemals wieder in den Top3 unterwegs sein werden. Ich sehe uns maximal in der Rolle von Freiburg und selbst das wird vielen zu wenig sein.
 
Ich sehe uns maximal in der Rolle von Freiburg und selbst das wird vielen zu wenig sein.
Oha, lieber @*Eisbaer* bis zur erstaunlichen Form und derzeitig komfortablen Situation von Freiburg ist aber noch ein sehr langer Weg. Da liegt für mich noch gefühlt ein tiefes Tal zwischen den beiden Vereinen. Man schaue sich nur mal die solide Finanzlage des Vereins an.
Übrigens kann Frank Baumann auch Aufstieg, wie er gerade mit den Schalkern eindrucksvoll beweisen konnte. Hut ab, was bei denen diese Saison abgegangen ist und natürlich gehören die unbedingt in die Bundesliga.
 
Findest Du? Mag sein. Mach ich manchmal ganz gerne… : - ))

Dennoch sehe ich wenige Vereine, die es ohne finanzstarke Mäzene hinbekommen, langfristig richtig gute Arbeit abzuliefern. Da ändert es für mich auch nichts, wenn zwischendurch mal ne Saison in Europa abfällt, wenn es danach wieder gegen den Abstieg geht … oder sogar in den Abstieg.

Ich glaub, dass es gar nicht so einfach ist, in dem Haifischbecken Profi-Fußball heute etwas auf die Beine zu stellen. (Und noch mal: ich will damit nix schön reden!)

Daher Respekt vor Freiburg! Die schaffen das, was uns mal vor 20-25 Jahren ausgezeichnet hat.
Von langfristig rede ich nicht, das halte ich für Vereine wie uns auch nicht für darstellbar aber 2-3 Jahre wären mal nett und das halte ich auch für möglich.
 
Oha, lieber @*Eisbaer* bis zur erstaunlichen Form und derzeitig komfortablen Situation von Freiburg ist aber noch ein sehr langer Weg. Da liegt für mich noch gefühlt ein tiefes Tal zwischen den beiden Vereinen. Man schaue sich nur mal die solide Finanzlage des Vereins an.
Übrigens kann Frank Baumann auch Aufstieg, wie er gerade mit den Schalkern eindrucksvoll beweisen konnte. Hut ab, was bei denen diese Saison abgegangen ist und natürlich gehören die unbedingt in die Bundesliga.
Ich sagte auch "maximal". Aber Freiburg ist auch ein Auf und Ab zwischen Europa und Abstiegskampf.
 
Das ist tatsächlich schon sehr zynisch, da wir ja gesehen haben welchen Unterschied ein Trainer ausmachen kann.
Welchen Unterschied meinst du? Steffen vs. Thioune? Also 0,90 :1,00 Punkte / Spiel? Prozentual mag das ein Unterschied sein, aber dennoch bleibt man mit hochgerechnet 34 Punkte in einer Saison ist grundsätzlich ein Abstiegskandidat. Ist ähnlich wie in der Schule: wenn du Halbjahreszeugnis zwei glatte Fünfen in zwei Hauptfächern hast und am Schuljahresende nur in einem der beiden Fächer dich nur marginal
auf eine 4- verbesserst, bist du grundsätzlich auch für das kommende Schuljahr erneut ein Kandidat, dass Klassenziel nicht erreichen zu können.



Kann man auf verschiedene Weisen interpretieren. Wie du ja weißt, ich sehe die Entwicklung von Werder eher in Phasen, nicht in einem großen Ganzen der Erfolglosigkeit. Macht für mich auch wenig Sinn, denn dann kann auch gleich bis 1899 zurückblicken in der Ursachenforschung. Letztendlich resultiert alles bei Werder aus vergangenen Erfolgen, Entscheidungen, etc., nicht nur die letzten 20 Jahre.

Daher bin ich eher bei kurzen Phasen, die man thematisch trennen kann, z.B. Double-Ära (1999-2010), Niedergangs-Ära (2010-2021), Neuaufbau-Ära (2021-heute).
Genau diese Trennung in einzelne Phasen ist grundlegend verfehlt. Profifußball funktioniert eben nicht in isolierten Kapiteln, sondern als kontinuierliches Geschäft, in dem Entwicklungen über Jahre hinweg nachwirken. Gute Entscheidungen schaffen Strukturen, finanzielle Stabilität und sportliche Attraktivität – und ziehen dadurch bessere Spieler, Trainer sowie Investitionen an. Schlechte Entscheidungen hingegen hinterlassen oft über Jahre oder sogar Jahrzehnte gravierende sportliche und wirtschaftliche Folgen. Gerade wir Werder-Fans, die beide Seiten erlebt haben, sollten das wissen.

Denn dass Werder im Mai 2025 eine neue Anleihe emittieren musste, bei der Schuldverschreibungen in Höhe von 6,8 Mio. € gezeichnet wurden, lag eben nicht monokausal an den vergangenen wenigen Jahren. Denn die Ursachen reichen deutlich weiter zurück:

Bereits in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre häuften sich Transferflops, wodurch die Transfererlöse sukzessive einbrachen. Das hatte nicht nur finanzielle Folgen, sondern entzog dem Kader Schritt für Schritt seine sportliche Qualität und Tiefe. Leistungsträger konnten nicht mehr adäquat ersetzt werden, während sportlich die Abwärtsspirale begann.

Die Konsequenzen waren dramatisch: Werder stürzte innerhalb nur einer Saison (2010/11) vom regelmäßigen Europapokal-Teilnehmer zu einem Club ab, der fortan überwiegend gegen den Abstieg spielt. Dieser sportliche Bedeutungsverlust war kein kurzfristiger Einbruch, sondern markierte den Beginn einer langfristigen Erosion: weniger internationale Einnahmen, geringere Attraktivität für Spieler, sinkende sportliche Qualität und dadurch wiederum schlechtere Ergebnisse.

Zusätzlich verschärft wurde diese Entwicklung durch den Finanzierungsplan des Stadionumbaus zwischen 2008 und 2011, der auf dauerhaft 20 Heimspielen pro Saison kalkuliert war – also faktisch auf regelmäßige internationale Teilnahme. Eine Zahl, die Werder in den vergangenen 15 Spielzeiten bekanntlich nur noch selten erreicht hat. Damit verschwand nicht nur ein erheblicher Teil der kalkulierten Einnahmen, sondern gleichzeitig auch die sportliche Grundlage, um dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben. Oder anders formuliert: Während andere Vereine ihre internationalen Einnahmen in Kaderqualität reinvestieren konnten, musste Werder zunehmend Geld für Zins und Tilgung aufwenden. Zulasten der sportlichen Substanz.

Das waren die eigentlichen Auslöser jener von dir als „Niedergangs-Ära (2010-2021)", in der weitere schwerwiegende sportliche und wirtschaftliche Fehlentscheidungen getroffen wurden. Die Folge war nicht einfach nur ein wirtschaftlicher Rückschritt, sondern vor allem ein massiver sportlicher Absturz: ein über Jahre schleichender Qualitätsverlust im Kader, ständige Trainerwechsel, fehlende sportliche Kontinuität und schließlich 2021 der erstmalige Abstieg in die 2. Bundesliga nach über 40 Jahren. Dieser Abstieg war nicht das Ergebnis einer einzelnen schlechten Saison, sondern die logische Konsequenz einer jahrelangen sportlichen Erosion.

Was folgte? Die Emission einer hoch verzinsten Anleihe über 18,2 Mio. €, die die Liquidität des Vereins und somit die Lizenz für die Saison 2021/22 sicherte. Also jene Saison, die du als Beginn der „Neuaufbau-Ära (seit 2021)" tituliertest. Mit Konsequenzen, die bis in die Gegenwart reichen:

Die hohen finanziellen Belastungen, deren Missmanagement-Wurzeln vor ca. 20 Jahren zu wuchern anfingen, schränkten und schränken den Handlungsspielraum bis heute massiv ein, weil nach wie vor viel Geld in Steine statt in Beine investiert werden muss. Denn um die alte Anleihe fristgerecht Ende Juli dieses Jahres zurückzahlen zu können, musste Werder über Jahre Rücklagen bilden. Geld, das entsprechend nicht in den Kader investiert werden konnte. Gerade weil signifikante Transferüberschüsse seit langer Zeit ausbleiben, fehlt bis heute die finanzielle Grundlage für einen nachhaltigen sportlichen Aufschwung. Jedoch reichten selbst diese finanziellen Restriktionen immer noch nicht aus, so dass im Mai 2025 eine neue Anleihe emittiert werden musste, um die alten Schuldverschreibungen zweieinhalb Monaten zurückzahlen zu können. Und auch für diese neue Anleihe müssen Rücklagen gebildet werden, die zulasten des Kaderbudgets gehen.

Diese Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart lassen sich nicht mit einem Federstrich wegwischen bzw. der Tastenkombination Strg+X löschen. Auch wenn die grün-weiße Fan-Seele es nicht wahrhaben will.
 
Welchen Unterschied meinst du? Steffen vs. Thioune
Eigentlich meinte ich Steffen vs. Werner.
Auch wenn ich einen deutlichen Unterschied zwischen Thioune und Steffen sehe, so groß wie zwischen Werner und Steffen ist der nun bisher nicht nach 100 Tagen.

Beim Rest gehe ich jetzt mal nicht auf alles ein. Du weißt ja, dass wir vieles ähnlich sehen.

Mir ging es gar nicht mal um Entscheidungen, die nachwirken, sondern um Werder als Ganzes. Warum ist der Verein wie er ist? Warum herrscht hier Vetternwirtschaft etc.? Da muss man dann tatsächlich bis 1899 zurückgehen, weil eines zum anderen führte.

Rein sportlich kann ich Phasen durchaus thematisch trennen. Es gab nun ohne Zweifel diverse Ären wie oben beschrieben.
Wo willst du Grenzen ziehen? Du ziehst deine Grenze vor 15 Jahren. Aber warum? Auch diese Entscheidungen gehen auf Entscheidungrn zurück, die vorher getroffen wurden. Das ist ein Rattenschwanz. Hier dann eine Grenze zu ziehen, ist genauso willkürlich wie meine Trennung, sie umfaßt nur einen größeren Zeitraum.
 
Vor der jetzigen Saison habe ich gesagt, dass durch den Trainerwechsel und den schlechteren Kader maximal 40-45 Punkte drin sein würden, aber kein Abstiegskampf. Das war rein auf den Kader bezogen, da ich Steffen nicht einschätzen konnte. Der Kader war und ist für mich definitiv kein Kader, der klar im Abstiegskampf stecken müsste.
War diese Einschätzung des Kaders ggf. ein bisschen naiv? Ich frage nicht nur in Alleinbetrachtung des Werder-Kaders, sondern auch in Hinblick dessen, dass in der 1. Bundesliga seit ein paar Jahren zu beobachten ist, dass zwischen dem ca. obersten Drittel und den beiden Dritteln darunter hinsichtlich der Punktausbeute eine große Lücke klafft. D.h. dass ca. 2/3 der Liga, zu denen auch Werder gehört, bzw. deren Fans nicht in die Selbstgefälligkeit verfallen sollten, dass der eigene Club gänzlich unabsteigbar sein sollte.
 
War diese Einschätzung des Kaders ggf. ein bisschen naiv? Ich frage nicht nur in Alleinbetrachtung des Werder-Kaders, sondern auch in Hinblick dessen, dass in der 1. Bundesliga seit ein paar Jahren zu beobachten ist, dass zwischen dem ca. obersten Drittel und den beiden Dritteln darunter hinsichtlich der Punktausbeute eine große Lücke klafft. D.h. dass ca. 2/3 der Liga, zu denen auch Werder gehört, bzw. deren Fans nicht in die Selbstgefälligkeit verfallen sollten, dass der eigene Club gänzlich unabsteigbar sein sollte.
Ich weiß nicht, finde meine Einschätzung immer noch sehr nah an der Realität. Letztendlich reden wir hier über 8-13 Punkte Unterschied zum jetzigen Punktestand (gehen wir mal von Niederlage Samstag aus). Soviel ist das gar nicht. Die Niederlagen gegen Pauli, Köln und Hamburg waren genauso vermeidbar wie die entsprechenden Unentschieden. Allein durch diese Niederlagen sind es schon 9 Punkte.
 
Ich weiß nicht, finde meine Einschätzung immer noch sehr nah an der Realität. Letztendlich reden wir hier über 8-13 Punkte Unterschied zum jetzigen Punktestand (gehen wir mal von Niederlage Samstag aus). Soviel ist das gar nicht. Die Niederlagen gegen Pauli, Köln und Hamburg waren genauso vermeidbar wie die entsprechenden Unentschieden. Allein durch diese Niederlagen sind es schon 9 Punkte.
In jeder Saison und unter jedem Trainer gab und gibt es ein paar Spiele, in denen Niederlagen vermeidbar sind. Egal, ob ein Club um Europa oder um den Klassenerhalt spielt.
So groß war der Umbruch leistungstechnisch eigentlich gar nicht. Ducksch, das wars. Und Weiser langfristig ausgefallen.
Auch das ist mir zu monokausal. Oder zu binär nach dem Motto "0 oder 1, dazwischen gibt es nichts" Denn wie vorhin geschrieben, war die Mannschaft vor dem Umbruch deutlich eingespielter und verfügte über mehr Erstliga-Erfahrung als der aktuelle Kader. In einem komplexen System wie Fußball sind es stets mehrere Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Und selbst wenn es "nur" Ducksch war, so obliegt es der sportlichen Geschäftsführung, für einigermaßen adäquaten Ersatz zu sorgen. Gerade unter dem Aspekt, dass Ducksch in 24/25 unser bester Scorer war. Zumal es auch unserem Supermanager Fritz nicht entgangen sein sollte, dass selbst mit Ducksch unsere Chancenverwertung nicht gerade rosig war.

Und in dieser Saison ist die Chancenverwertung noch schlechter geworden. Mit Thioune - um so langsam auf das Thema dieses Thread zurückkommen - hat sie sich im Vergleich zu Steffen-Ära zwar leicht verbessert, ist aber trotzdem noch ziemlich weit entfernt, um mit weniger Sorgen in die Zukunft blicken zu können. Nicht wegen DT, sondern wegen der strukturellen Baustellen, die für den Erfolg kontraproduktiv sind. Denn auch nach dem Trainerwechsel sind neben der fehlenden Durchschlagskraft in der Offensive, zu einfache Gegentore und blutleere Auftritte wie gegen Augsburg allgegenwärtig.
 
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