Im Laufe einer Saison ein System umzustellen ist ähnlich wie auf einen fahrenden Zug aufspringen zu wollen.

Wenn es im Kader nur zu einzelnen Veränderungen gekommen wäre, dann wäre dein Vorschlag u.U. dennoch eine Option. Aber
denn um im 3-5-2 Offensivdruck aufzubauen fehlen uns schlicht und ergreifend an adäquaten Spielern: Ducksch und Burke sind weg und Weiser, offensiv wie defensiv
der 3-5-2-Schlüsselspieler bei uns, fällt verletzungsbedingt noch einige Monate aus. Wer aus dem derzeit verfügbaren Kader ist in der Lage, die erforderliche Offensiv-Power zu generieren?
Defensiv spricht sogar noch weniger für eine Fortführung des 3-5-2, weil eines der großen Schwächen dieses System ist, dass man durch die zwei auf den Flügeln spielenden AVs dem Gegner viel Raum lässt und leichter auszurechen ist. Das brachte uns schon mit eingespielten eingespielten Defensivformationen in Schwierigkeiten. Aus dieser eingespielten Formationen stehen jedoch Vejlkovic, Groß sowie Köhn nicht mehr zur Verfügung und neben dem bereits erwähnten Weiser sind Pieper und Stage ebenfalls verletzt. Wie würde das wohl mit dem derzeit verfügbaren Personal enden?
Hinzu kommt, dass mit Backhaus ein junger Keeper zwischen den Pfosten stehen wird, für den trotz seiner 33 Einsätze in der Eredivise die raue Bundesligaluft Neuland ist. Und somit eine einigermaßen solide Defensive vor sich braucht und keine, die dem Gegner größere Räume für Anspielstationen liefert. Damit ihm nicht bei seinem ersten Werder-Bundesligaspiel von Beginn an nicht ähnliches blüht wie einst Hermann Rülander, der bei seinem S11-Einsatz, ebenfalls in Frankfurt, in 78 Minuten 7 Gegentore kassierte.