Ich bin überrascht über die Ereignisse, aber Potential zum Schocker hat ein Abgang von Oliver Burke für mich überhaupt nicht, wenn die Infos der Deichstube wirklich so stimmen. Ohne Frage ist es schade, dass wir dann schon wieder einen Spieler ablösefrei verlieren. Da Burke zuletzt erstmals in seiner Karriere mehrere Wochen in Folge überzeugt und seine immensen körperlichen Attribute gewinnbringend eingebracht hat, kann ich ein Bedauern über den Abgang verstehen, aber so sehr schmerzt mich das zumindest nicht.
Am Ende reden wir nun mal auch einem 28jährigen Stürmer, der hier in 43 Pflichtspielen für Werder 9 Scorerpunkte gesammelt hat. Bei jeder seiner Stationen im Profifußball ist er bisher brutal gefloppt, seit er damals als große Verheißung aufgrund seiner brutalen körperlichen Fähigkeiten nach Leipzig gewechselt ist. Dazu fiel er vor dieser Saison vermehrt durch eine ungenügende Arbeitseinstellung und fehlende Disziplin auf. Eine Garantie, dass er an den letzten Wochen dauerhaft anknüpfen kann, gibt uns niemand.
Man sollte auch nicht vergessen, dass er drei von fünf Scorerpunkte erst in diesem Monat gesammelt hat. Frankfurt und Stuttgart waren dabei auch ziemlich passende Gegner für seine Stärken und die Spiele fielen in eine Phase, in der die Mannschaft ohnehin gut drauf ist. Natürlich hat Burke an den beiden Siegen ohne jede Frage einen sehr großen Anteil, aber trotzdem sollte man den Gesamtkontext nicht gänzlich außen vor lassen und auch nicht so tun, als würde er seit Monaten die Gegner am laufenden Band in Grund und Boden spielen.
Insgesamt finde ich es nur richtig, dass sich Werder bei den Verhandlungen zu einer Vertragsverlängerung nicht direkt darauf einlässt, an das üppige Gehalt des Ursprungsvertrags anzuschließen.
Wenn er jetzt, wo er erstmals in seiner mehr als zehnjährigen Profikarriere, die voll ist von gefloppten Engagements bei zahlreichen Vereinen in verschiedenen Ländern und Ligen, mehrere Wochen am Stück eine ansprechende Leistung bringt, direkt das erstbeste Angebot annimmt und nicht mal weitere Verhandlungen mit Werder abwartet, um bei Union noch einen Tick mehr Geld zu kassieren, spricht das für mich auch nicht nach einer sportlich besonders nachhaltigen Karriereplanung.
Ich würde ihn Sonntag auch nicht starten lassen, aber nicht wegen des Wechsels, sondern wegen seiner schwachen Vorstellung gegen Bochum und weil auch das Spiel gegen St. Pauli eigentlich eher nicht sein Spiel sein dürfte.
[...] Aber OK, der allgemeine Tenor war ja hier eher die Zeit, in der er keine Leistung gezeigt hat. Zieht euch mal die Lobhudeleien über den tollen "Schotten mit dem Bart" rein, die während der letzten Wochen in den einzelnen Spieltagsthreads abgegangen sind und plötzlich, war er keinen Pfifferling mehr wert. [...]
Niemand sagt, dass er "keinen Pfifferling mehr wert" sei. Man möchte mit ihm trotz der insgesamt enttäuschenden drei Jahre hier doch sogar verlängern und betont öffentlich seinen Wert fürs Team. Werder bietet Burke mit 28 nur nicht mehr einen ganz so üppigen Vertrag an, wie bei seinem Wechsel nach Bremen 2022. Seitdem hat er die weit überwiegende Zeit sportlich herbe enttäuscht, sich Disziplinlosigkeiten geleistet und aufgrund seines gestiegenen Alters ist der potentielle Weiterverkaufswert gesunken. Insofern ist es nur folgerichtig, dass man den Vertrag anpassen wollte. Zumal das Angebot mit einer Kürzung um 40% dem Vernehmen nach ja nur das erste Angebot war und Werder seitdem sogar noch deutlich aufgebessert haben soll. Wenn Burke das nicht reicht und er ohne finale Rücksprache direkt bei einem anderen Verein unterschreiben möchte, ist das so. Werder bzw. Fritz und Niemeyer sollte man darauf mMn aber keinen Strick drehen.