Hamburger SV - Die Wiederaufgestiegenen

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Demnächt nur noch mit Fahrradhelm...:lol:

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Wen hatten wir da so?
Walter, recht lange da, vorher ziemlich unbeschriebenes Blatt, Thioune, von dem ich viel halte aber eben auch (noch) nicht auf höherem Niveau, Titz, naja.
Wen gab es da noch?
Jedenfalls kein Kaliber wie Baumgart.
Bin gespannt.
Ich denke längerfristig und an van Marwijk, Veh und Co. Und was hat denn ein Baumgart bisher erreicht? Auch nix Dolles, außer, dass er charismatisch ist. Klar, die Aufstiege mit Paderborn und Köln. Danach aber auch wieder Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;). Wird da auch in 2 Jahren nicht mehr sein, sicher.
 
Gab es beim HSV um Weihnachten herum nicht eine große Analyse? Warum zog Boldt da nicht schon die Notbremse? Mal sehen, wie lange er sich noch halten kann.
Du weißt doch wie das ist mit den großen Analysen, man meint mit viel Reden, alles auf den Tisch packen und Besserungsgelöbnisse wäre es getan, blöd nur wenn alles bleibt wie es ist. Frag mal Fritz, Baumann und Kohfeldt.
 

Ja, 2019. Die Stuttgarter haben aber nach wenigen Monaten bereits erkannt wen sie sich da geholt haben. Hier, klingt fast wie aus dem Jahr 2024, oder?

Der Walter-Ball stieß in Stuttgart schnell an seine Grenzen. Die tief stehenden Gegner hatten die Varianten schnell entschlüsselt, für überraschende Läufe fehlten schlicht die Räume. Zwar erspielte sich der VfB dennoch immer wieder Chancen, in der Hektik der Rotationen fehlte aber stets die Ruhe beim Abschluss. Tim Walter justierte immer mehr nach, von seinen eigentlichen Vorstellungen war am Ende kaum mehr etwas zu sehen. So war der VfB defensiv zwar stabiler, konnte seine Überlegenheit und den hohen Ballbesitzanteil aber nur selten in klare Siege ummünzen. Begeisternde Spiele, wie sie vorausgesagt worden waren, blieben nahezu komplett aus, die sportliche Führung sah zuletzt keine klare Linie mehr in den VfB-Auftritten.
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Walters Fußball verlangt volle Identifikation. Nur wer dem Coach bedingungslos folgt und vertraut, geht auf dem Platz auf Anweisung des Trainers ins Risiko, verlässt ständig seine Position und macht Dinge, die er bislang für unmöglich hielt. Zu Beginn der Saison hat sich die Mannschaft komplett darauf eingelassen. Doch das Vertrauen bröckelte, als die Erfolge nur noch unregelmäßig zustande kamen. Dazu sind auch Walters Umgangsformen mit seinen Spielern gewöhnungsbedürftig. Der Coach ist geradeheraus, schroff und schießt verbal auch mal übers Ziel hinaus.
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Die Außendarstellung: „Wer mich holt, weiß, was er bekommt“, hatte Tim Walter schon früh betont – und das nicht nur auf seine Art des Fußballs bezogen. Auch bei öffentlichen Auftritten war der Coach offensiv und unkonventionell unterwegs, widersprach auch mal seinen Vorgesetzten oder kritisierte einzelne Spieler direkt. Das grenzte immer wieder an Großmäuligkeit oder gar Arroganz („Uns stellt keiner ein Bein“). Der Verein war stets bemüht, den Coach in der Spur zu halten, stieß dabei aber an Grenzen.
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Tim Walter tüftelte immer wieder an seiner Mannschaft herum, vertraute Spielern voll, entzog ihnen dann irgendwann aber doch das Vertrauen, schmiss sie danach wieder in den Ring. So hatten zunächst zwar alle Profis das Gefühl, mittendrin zu sein. Ein stabiles Gebilde entstand aber nie, nur auf ganz wenigen Positionen herrschte Kontinuität, am Ende vollzog der Coach sogar auf der Torhüterposition einen Wechsel – ohne ersichtlichen Grund.
 
Ob das eins zu eins auf die aktuelle Situation beim HSV bzw die Situation zuletzt mit Tim Walter bezogen werden kann, kann ich nicht wirklich beurteilen. Allerdings kommt einem da einiges bekannt vor.

Ich denke man kann nicht behaupten, Walter habe versucht defensiver zu spielen, auf Kosten der Offensive. Das ist ja eben gerade sein Genickbruch gewesen, die vielen Gegentore infolge der Spielweise, wobei mancher Punkt ja anscheindend noch recht glücklich zustande kam (Hansa zuletzt). Denke Baumgart ist schon genau der richtige Mann für die Aufgabe jetzt. Mal schauen, ob er versucht die Mannschaft umzupolen und ob sie das überhaupt noch kann. Darin liegt dann im übrigen ja eine ganz eigene Gefahr. Trainerwechsel helfen ja vor allem dann, wenn das Selbstvertrauen verloren ist und/oder Mannschaft und Trainer sich entzweit haben. Ich denke, beides kann man beim HSV nicht behaupten. Insofern liegt in diesem Trainerwechsel durchaus ein Risiko.
 
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