[...]Das ging und geht gerne in die "wir sind finanziell so unterlegen, da geht eh nichts"-Richtung. Aus der Logik heraus hätten Freiburg und Union es nie so weit schaffen können, aus der Logik heraus hätten Vereine wie Stuttgart, Hertha, Schalke, der HSV oder auch Werder nicht so tief fallen können. Aus der Logik heraus hätte auch Mainz sich nicht dermaßen stabil im (oberen) Mittelfeld festsetzen können, hätte Bochum nicht aufsteigen können, geschweige denn zwei Mal die Klasse halten.
[...]Insbesondere Freiburg dabei auf eine Art und Weise, die Werder gerne (fälschlicherweise) für sich proklamiert: besonnen, mit klarer Philosophie, einem ausgeprägten Fokus auf den eigenen Nachwuchs, großem Rückhalt fürs Team und Team ums Team, ohne finanziell über die Stränge zu schlagen und während man gleichzeitig den Baustein (im wahrsten Sinne des Wortes) für eine erfolgreiche Zukunft gelegt hat. Der Stadionneubau ist da in gewisser Weise das perfekte Symbolbild dessen, wie Freiburg eine Entwicklung schafft, an der Werder damals zerschellt ist. Freiburg würde auch nach 2 schlechten Jahren nicht so dastehen wie Werder jetzt, weil sie hinsichtlich ihres Eigenkapitals hervorragend aufgestellt sind, weil sie keine Kostenstruktur haben, die sich nur durch ein unrealistisches Maß sportlichen Erfolgs finanzieren kann.
[...]Aber Werder, und das zieht sich als Muster schon seit über einem Jahrzehnt des Misserfolgs durch den Verein, redet zwischendurch gerne von erfolgreichen Zeiten und großen Träumen, beansprucht gewisse Ideale für sich und zeigt dann ein Handeln, das hiermit nicht übereinstimmt. Man denke an den Abstieg und das Gerede einer jungen, hungrigen Mannschaft im Stile des VfB Stuttgart, mit der man etwas aufbauen wolle. Um dann konsequent auf eine der ältesten Mannschaften der Liga zu setzen, während man die U23 vor sich hin krepieren ließ, was nun, als Gipfel der Peinlichkeit für einen selbsternannten Ausbildungsverein, sogar im Abstieg aus einer schwachen Regionalliga in eine schwache Bremenliga mündete.
[...]Man denke an den schon unter Kohfeldt für sich beanspruchten Offensivfußball, der sich nach einem kurzen Strohfeuer schon bald in absolutes Chaos verwandelte und letztlich zu 1,5 Jahren furchtbarsten Antifußballs wurde, der jeglichen spielerischen Anspruch mit Füßen getreten hat, um dann letztlich abzusteigen.
Man denke an das Gerede vom NLZ, das seit Ewigkeiten nicht vorankommt, um nun an genau der Realität zu zerschellen, die schon seit Jahren immer wieder als solche benannt wurde.
Man denke an die Kommunikation von Fritz, Baumann und Kohfeldt während der Abstiegssaison als man lieber die direkte Konfrontation mit den Fans gesucht hat, von Scheinwelten und überzogenen Ansprüchen sprach, anstatt die Kritik am Horrorfußball zu akzeptieren und den vorhersehbaren Abstieg abzuwenden.
Man denke an Werner und Fritz vor ein paar Monaten, die selbst bei leisester Kritik und Vergleichen zur Abstiegssaison direkt zickig wurden, weil jegliche Kritik, so leise sie auch sein mag, die Bequemlichkeit gefährdet.
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E: Um das an dieser Stelle nochmal deutlich zu formulieren: die aktuellen Verantwortlichen, in besonderer Verantwortung als GF Sport Frank Baumann, haben den Verein an den Rande des finanziellen und sportlichen Ruins geführt. Sowohl der Aufstieg als auch der Klassenerhalt sind lediglich kleine, erste Schritte auf dem Weg dahin, diese desolate Arbeit der vorherigen Jahre wiedergutzumachen. Das gehört weiterhin zur Wahrheit des Status Quo. So schlecht, wie es dem Verein aktuell geht, geht es zu großen Teilen aufgrund der schlechten Arbeit der Verantwortlichen. [...]