Wer liesst denn noch heutzutage?

So etwas finde ich grundsätzlich interessant, was haben sich die Künstler beim Lied gedacht, Musikabmischung, Aufnahmetechniken etc. :top:
Ist aber ein richtig fetter Schinken (Format ist knapp unter A4 und über 620 Seiten) – da werde ich wohl etwas brauchen …

ich lese aber zugegebenermaßen derzeit wenig privat, weil ich dienstlich so viel lesen darf, dass ich nach Feierabend doch meist lieber etwas anderes mache. Da redigierendes Lesen außerdem naturgemäß auch ein komplett anderes Lesen ist als lustvolles Schmökern, fällt mir da auch mitunter die Umstellung etwas schwer zum Freizeitgenuss …
 
Ist aber ein richtig fetter Schinken (Format ist knapp unter A4 und über 620 Seiten) – da werde ich wohl etwas brauchen …

ich lese aber zugegebenermaßen derzeit wenig privat, weil ich dienstlich so viel lesen darf, dass ich nach Feierabend doch meist lieber etwas anderes mache. Da redigierendes Lesen außerdem naturgemäß auch ein komplett anderes Lesen ist als lustvolles Schmökern, fällt mir da auch mitunter die Umstellung etwas schwer zum Freizeitgenuss …
A4 und 620 Seiten, das klingt nach einer Menge Kurzweil ;) Was treibst Du beruflich, das Lesen Arbeit bedeutet?
 
The Barca Complex von Simon Kuper (Englisch).

Das Buch gibt Einblick in die Entwicklung des katalonischen Clubs vom regionalen Schwergewicht zur globalen Marke, welche Einflüsse Johan Cruijff auf den Club und den Weltfußball hat und hatte und wie der Verein sich dann zum FC Messi gewandelt hat.

Darünerhinaus gibt es interessante Einsichten allgemein in die Welt der Fußballprofis, La Masia und wie der Club sich in der Frage der katalanischen Unabhängigkeit aufstellt. Ich habe jedenfalls viel über Katalonien und den spanischen Fußball gelernt.
 
Mickey7 von Edward Ashton.

Hatte eine News gelesen, dass der Regisseur von Parasite auf dem Buch seinen nächsten Film basiert. Inklusive einer Reihe von Hollywoodstars. Ist Science Fiction und flott gelesen da nur 300 Seiten lang. Hat mir gut gefallen.
 
Bin gerade bei "Alles geben" von Neven Subotic
Es ist im positiven Sinne erstaunlich, dass ausgerechnet ein hochbezahlter (inzwischen ehemaliger) Fußballprofi, der mit Geld um sich warf, mitten in seiner Spieler-Karriere sich nicht nur kritische Gedanken um die Narrative des Profifußball und der globalisierten Gesellschaft machte, sondern schon als aktiver Profi eine Stiftung gründete, um diese ungerechte Welt, in der der Wohlstand der reichen Länder auf der Ausbeuten der armen Länder basiert, zumindest ein kleines bisschen gerechter zu gestalten Und sich auch von Widerständen seitens der Vereine diesen nicht von seinem Vorhaben abbringen ließ:


[...]Ich habe in den vergangenen Jahren in meinem Job als Fußballer oft erlebt, dass ein Verantwortlicher im Verein auf mich zukam und sagte, dass ich mit meiner Stiftung mal den Ball etwas flacher halten und mich mehr auf das Spiel fokussieren sollte. Ich hätte verstanden, wenn man mir gesagt hätte: Du spielst schlecht, du arbeitest nicht hart genug. Darum schien es aber nicht zu gehen. Es ging allein um die Möglichkeit, dass ich schlecht spielen, unkonzentriert sein könnte; meine Arbeit für die Stiftung könnte mich vom Fußball ablenken, ein Scheitern im Konjunktiv. Wenn ich einen Fehler machte, lag die Begründung nahe: Das liegt daran, dass er sich zu sehr auf die Stiftung konzentriert. Während ich die Trainingszeiten in meinen Kalender auf dem Handy eingab, sagte bei einem Verein mal jemand zu mir: Warum hast du eigentlich einen Kalender? Hast du überhaupt noch Zeit zum Training? Ein Trainer, der erfuhr, dass ich einen Tag vor einem Spiel einen geschäftlichen Frühstückstermin in einem Café hatte, wollte von mir wissen: Warst du wirklich da? Eine Frage, die offensichtlich eine Unterstellung war, als hätte ich etwas Verbotenes getan. Ich glaube nicht, dass anderen Spielern nahegelegt wurde, nicht mehr Playstation zu zocken. Manche taten es sicher bis um drei Uhr nachts. Aber von mir, der darauf achtete, immer wenigstens acht Stunden zu schlafen, um morgens auf dem Platz in Topform zu sein, verlangte man eine Rechtfertigung [...]


Auch für Nicht-Fußballfans eine sehr empfehlenswerte, nachdenklich machende Lektüre, die nicht nur dem Prof-Fußball, sondern auch unserer Gesellschaft und damit jeden einzelnen von uns aus der selbigen einen nicht gerade angenehmen Spiegel vorhält.
 
Ich mache mir ab und zu ein Hörbuch an während ich z.B. etwas am PC arbeite. Wenn mich dann irgendwann jemand gefragt hat, ob ich Buch XY gelesen hätte, habe ich das dann immer fröhlich bejaht. Kürzlich hat mich dann ein Freund mit der schmerzlichen Wahrheit konfrontiert, dass das zwar mit hören viel, mit lesen aber nichts zu tun hat. Wenn ich meinem Fünfjährigen ein Märchen vorlese hat er es zwar gehört, aber eben nicht selbst gelesen. Da musste ich mir dann doch kleinlaut selbst eingestehen wesentlich weniger Bücher zu "lesen" als ich gedacht hatte.
 
Deswegen heißt es Hör- und nicht Lesbuch ! ;) :D

@Bremen Dieser Vereinsmitarbeiter kam sicherlich aus dem Hause des BVB, vielleicht Watzke himself oder sein Anhängsel Cramer. :rolleyes:

Lg EFO
 
Ich mache mir ab und zu ein Hörbuch an während ich z.B. etwas am PC arbeite. Wenn mich dann irgendwann jemand gefragt hat, ob ich Buch XY gelesen hätte, habe ich das dann immer fröhlich bejaht. Kürzlich hat mich dann ein Freund mit der schmerzlichen Wahrheit konfrontiert, dass das zwar mit hören viel, mit lesen aber nichts zu tun hat. Wenn ich meinem Fünfjährigen ein Märchen vorlese hat er es zwar gehört, aber eben nicht selbst gelesen. Da musste ich mir dann doch kleinlaut selbst eingestehen wesentlich weniger Bücher zu "lesen" als ich gedacht hatte.
Da hilft dann nur die Umschreibung: "Ich kenne das Buch" :D
Bis jetzt hatte ich nur einmal ein Hörbuch, "Er ist wieder da" mit Christoph Maria Herbst als Sprecher. Das war genau das Richtige auf der Fahrt nach Österreich. :D
 
Ich mache mir ab und zu ein Hörbuch an während ich z.B. etwas am PC arbeite. Wenn mich dann irgendwann jemand gefragt hat, ob ich Buch XY gelesen hätte, habe ich das dann immer fröhlich bejaht. Kürzlich hat mich dann ein Freund mit der schmerzlichen Wahrheit konfrontiert, dass das zwar mit hören viel, mit lesen aber nichts zu tun hat. Wenn ich meinem Fünfjährigen ein Märchen vorlese hat er es zwar gehört, aber eben nicht selbst gelesen. Da musste ich mir dann doch kleinlaut selbst eingestehen wesentlich weniger Bücher zu "lesen" als ich gedacht hatte.
Lange Zeit war bzw. bin ich nach wie vor grundsätzlich der Ansicht, dass ein gedrucktes Buch gegenüber Kindle etc. oder Hörbücher alternativlos ist. Mittlerweile bin ich jedoch dazu übergangen, Bücher aus zeitlichen Gründen überwiegend bei einem Audio-Streaming-Dienst, auch parallel zu anderen Aktivitäten, zu hören. Was nebenbei auch eine Menge Geld spart, denn für 15 € stehen in 30 Tagen bis zu 100 Stunden zur Verfügung. Der Nachteil kann sein, dass die vorlesende Stimme subjektiv als unangenehm empfunden werden kann, aber das hatte ich bei > 50 Büchern erst ein einziges Mal.
 
Lange Zeit war bzw. bin ich nach wie vor grundsätzlich der Ansicht, dass ein gedrucktes Buch gegenüber Kindle etc. oder Hörbücher alternativlos ist.

Bei mir hat der geschenkte EBook Reader tatsächlich dazu geführt, dass ich wieder mehr gelesen habe. Ist leider wieder eingeschlafen, aber ich war selber verblüfft über den Effekt. Das Ding ist halt klein und praktisch und man hat "immer" eine kleine Bibliothek dabei.
 
Bei mir hat der geschenkte EBook Reader tatsächlich dazu geführt, dass ich wieder mehr gelesen habe. Ist leider wieder eingeschlafen, aber ich war selber verblüfft über den Effekt. Das Ding ist halt klein und praktisch und man hat "immer" eine kleine Bibliothek dabei.
Seitdem ich den Streaming-Dienst nutze, ist mein Konsum an Büchern deutlich gestiegen. Weil zuvor oft die Option von Buch oder einer anderen Aktivität im Raum stand, wobei auch aufgrund wichtigerer Dinge das Buch oft hinten anstehen musste. Mit dem E-Book lassen sich viele dieser Aktivitäten kombinieren, auch wenn es z.B. nur am Wochenende morgens darum geht, die Brötchen vom Bäcker zu holen.
 
Ich lese fast ausschließlich nur über den ebook-Reader, über iPad in Verbindung mit Internet zum Nachschlagen von Begrifflichkeiten etc. eine tolle Sache, und immer Bücher zur Auswahl dabei, und sei es im Wartezimmer bei Ärzten.
 
Derzeit bin ich bei "Ein kalter Strom" von der schottischen Krimi-Autorin Val McDermid. Die Handlung findet jedoch überwiegend nicht in Schottland, sondern in den Nierderlanden und Deutschland statt, wo mehrere Psychologie-Dozenten auf sehr ähnliche Weise ermordet wurde.

Einer dieser Morde fand auch in Bremen statt und das Haus, in dem der dortige Mord geschah, wurde damit beschrieben, dass sich in einem Zimmer an den Wänden Fußball-Poster von Werder Bremen hingen.
 
Tobias Ginsburg - Die Reise ins Reich mit dem Untertitel "Unter Rechtsextremisten, Reichsbürgern und anderen Verschwörungstheoretikern"

Der herausgebende Rohwolt-Verlag schreibt dazu:

Acht Monate lang tauchte Tobias Ginsburg inkognito in die Szene der «Reichsbürger» und rechten Verschwörungstheoretiker ein. Er baute sich eine Scheinidentität im Netz auf und bewegte sich unter AfD-Politikern, gewaltbereiten Neonazis und friedensbewegten Esoterikern in Braun, Sektierern und Systemumstürzlern. Sein Buch ist ein ebenso erschütternder wie komischer Streifzug durch eine Welt böser Verführer und verführter Irregeleiteter, das zugleich einen neuen, literarischen Ton in die investigative Reportage einführt. Ein ungewöhnliches Enthüllungsbuch.

Anfangs war ich skeptisch, ob eine investigative Reportage über eine in unserer Gesellschaft bedrohlich wachsende, bedenkliche Entwicklung mit einer komischen Schreibweise darstellen lässt. Jedoch nach wenigen Minuten stellte ich fest: ja, es ist kompatibel. Denn der Autor versteht es, das perfide Gedankengut dieser dort beschriebenen Gruppierungen auf brillanter Weise mit zum Teil bissiger Ironie zu pointieren, ohne dabei belehrend bzw. besserwisserisch zu wirken. Und dennoch zwischen den Zeilen den Rechtsextremisten, Reichsbürgern und anderen Verschwörungstheoretikern damit den Spiegel vorzuhalten, dass sie nicht alle Latten am Zaun haben.

 
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