Die von dir bevorzugte Kommunikation hat durchaus ihre Legitimation. Ich vermute jedoch, dass die Politik, Virololgen etc es u.a. auch deshalb anders handhaben, dass sie sich z.B. beim Auftreten von sich schnell verbreitenden und/oder gefährlichen Mutanten hinterher nicht vorwerfen lassen kann, z.B. nicht rechtzeitig, nicht ausreichend gewarnt bzw. die Risiken heruntergespielt zu haben - und sich somit erst recht und auch berechtigterweise angreifbarer machen. Ggf. sogar soweit angreifbar, dass sie gegen den Eide als Regierungspolitiker bzw. als Mediziner verstoßen hätten. Denn sowohl Regierungsmitglieder bei ihrem Amtseid als auch Mediziner beim Hippokratischen Eid schwören darauf, Schaden von Menschen abzuwenden.
Es sind immer mehr Mediziner und auch Virologen, die diesen Umgang nicht mehr gutheißen.
Und wann spricht man von rechtzeitig? Wie definierst Du das Wort?
Lauterbach ging es um den Herbst, sprich September/Oktober. Wenn man im August oder meinetwegen im Juli nun absehen kann, dass Variante XYZ (gefährlicher/harmloser/gleichbleibend) für den Herbst im Anmarsch ist oder zumindest im Anmarsch sein könnte, hat man 1-2 Monate Zeit zu warnen. Und man hätte was Handfestes, wovor man warnen kann. Heute warnt er aber vor etwas, das es Stand jetzt nicht gibt und das es vielleicht auch nicht geben wird.
Ist nur ein Beispiel, aber Dein Kind warnst Du ja nicht auf dem Weg zur Schule vor der am Mittag heißen Herdplatte. Du warnst es doch eher am Mittag, wenn es beim Kochen vor dem oder in der Nähe vom Herd steht.
Lauterbach hat nun 6 Monate Zeit, sich auf den Herbst von „Worstcase“ bis „fast alles tutti“ vorzubereiten. Damit hat er eigentlich mehr als genug zu tun. Wäre ja schön, wenn ausnahmsweise Herbst und Winter nicht so plötzlich kommen, was Corona betrifft.

