Also ich halte diese Aussage ehrlich gesagt für ein Totschlagargument. Damit kann alles und jedes Fehlverhalten begründet werden und in einer konsequenten Argumentationskette müsstest Du jetzt sämtliche Studien und Szenarien bzgl. der Wirksamkeit von Masken anzweifeln, da es immer Menschen gibt, die diese nicht korrekt tragen. Das ist eine Argumentationskette die ich eher aus dem "Verweigerungslager" kenne.
Aber ok - ich gebe Dir natürlich Recht. Halten sich Menschen nicht an Regeln und Vorgaben ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht.
Zu den Studien: Ich habe den Eindruck, dass Du die Links dazu nicht wirklich gelesen hast oder? Denn das o.g. Fettgedruckte wird explizit erwähnt u.a. hier nochmal:
https://www.rnd.de/reise/corona-ris...eckungsgefahr-2GBFAZEAVVDUZCDN75WGC3YNSM.html
Wie wurden die Studien durchgeführt (hier mal als Beispiel anhand von vorher durchgeführten Tests):
D.h.: Die Studien werden unter realen Bedingungen durchgeführt und nicht im Labor.
Auch die deutsche Lungenstiftung kommt zu ähnlichen Ergebnissen:
https://www.lungenaerzte-im-netz.de...die-ansteckungsgefahr-mit-corona-im-flugzeug/
Quintessenz ist, dass medizinische Masken (am besten FFP2), vorherige Tests (diese sind sogar extrem wirksam s.o.) und Abstand (ja, das wird hier in den seltensten Fällen gegeben sein und kann man daher vergessen) Flugreisen nicht wirklich zu einem Infektionstreiber machen.
Nächster Punkt
Das ist auch wieder ein Totschlagargument. Wer kann sagen, dass der Koch oder die Kellner im Restaurant mir nicht aufs Essen genießt haben oder mit Symptomen zur Arbeit gekommen sind?
Die Luftfahrtindustrie ist eine der am stärksten kontrollierten und reglementierten Verkehrssysteme der Welt - wenn nicht sogar das am stärksten Kontrollierte. Überspitzt gesagt: Jeder Cent, der da ungeplant in der Kabine auf den Boden fällt wird dokumentiert. U.a. auch die Wartungsintervalle und Austauschzyklen. Wenn ich da kein Vertrauen in die Abläufe habe, sollte ich am besten gar keinen Fuß mehr in ein Flugzeug setzen.
Hier dazu mal eine Quelle:
https://www.airliners.de/wie-flugzeug-inspektion-antworten-cockpit/43722
Hier heißt es:
Ich gehe mal stark davon aus, dass gerade diese Filter im Moment eine der wichtigsten Betriebsstoffe sind und regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden. Ja natürlich, auch hier gibt es wieder schwarze Schaafe (exemplarisch mal Ryan Air genannt) - solche Linien würde ich aber grundsätzlich meiden.
Kann ich wirklich nur noch Vertrauen in bestimmte Abläufe haben, wenn ich selber involviert bin (in diesem Fall neben dem Techniker gestanden habe und persönlich den Zustand des Filters gecheckt habe?)?.
Dazu hier auch noch eine Quelle wie die Luftzirkulation in Flugzeugen funktioniert:
https://www.dw.com/de/faktencheck-wie-groß-ist-die-ansteckungsgefahr-im-flugzeug/a-57310652
Ja das machen Menschen freiwillig. Ich zum Beispiel oder mehrere meiner Freunde und Bekannte. Diese haben vor Ihren Urlauben (ob geflogen oder nicht war egal) sieben Tage vorher und nachher die Kontakte auf ein Minimum reduziert z.B. nur noch einkaufen gegangen und das dann zu Randzeiten. Gleichzeitig habe ich mich bspw. nach der Ankunft im Zwei-Tages-Rhythmus getestet. Das wird man sicherlich auch wieder nicht von vielen Menschen erwarten können, aber das ist genau die Eigenverantwortung, die immer wieder betont wird.
Am Ende ist es so, dass es viele Quellen und Untersuchungen gibt, die aufzeigen, dass der Aufenthalt in Flugzeugen keine oder wenn dann nur eine sehr geringe Rolle im Infektionsgeschehen spielt. Es gibt kaum eine Quelle die Gegenteiliges skizziert.
Ich kann und will Dir Deine persönlichen Empfindungen gar nicht ausreden, aber ein bissel weniger Pauschalisierungen ala "Flugreisen sind der größte Infektionsherd ever" (ja ich weiß überspitzt und drastischer formuliert als getan) würden anhand der aktuellen Quellen- und Datenlage gut tun. Wie gesagt, wird sich nicht an Regeln gehalten wird es immer ein Risiko geben, sonst wären wir auch nicht in der aktuellen Situation.