Würdest Du vermuten, dass garantierte Normalschichten (8 Std. höchstens am Stück), 2 freie Tage/Woche, garantierter Urlaub am Stück sowie ein besseres Gehalt die Leute wieder zurückholen könnten?
Ich stelle mir es so vor, dass eine Station die Mindestanzahl an Mitarbeitern hat + 2 Leute extra. Und keine Pflegeeinrichtung (Kranken- oder Altenpflege) darf ohne Einhaltung dieser gesetzlichen Regeln überhaupt auf dem Markt sein. Hoher Mindestlohn wäre Pflicht.
Beim alten Arbeitgeber (privater Pflegedienst) musste man auch schon mal 10 bis 22 Tage am Stück arbeiten. Das war keine Seltenheit.
8 Stunden am Stück hast du in den stationären Einrichtungen, da geschichtet wird.
Bei der Diakonie ist es besser geregelt, auch durch einen kirchlichen Tarifvertrag.
Ich bin jetzt ein Jahr dort und die Arbeitsbedingungen sind sehr gut.
Mehr als 7 Tage gibt es nicht und danach 2 Tage frei, oft wird es so gelegt dass du auch 3 oder 4 Tage (mit Wochenende) hast.
Auch der Lohn ist geregelt.
Die Kolleginnen und Kollegen von Vivantes und der Berliner Charité haben mit ihrem Streik (einmalig bisher) ein Zeichen gesetzt.
Wir hätten Macht, wenn wir besser organisiert werden.
Denn man braucht uns.
Eine Pflegekammer wie bei den Ärzten soll ja auch im Aufbau sein. Das wäre auf jeden Fall eine gute Sache.
Die Bedingungen müssten verbessert werden, klar. Aber man sieht ja, dass in vielen Bereichen unser Beruf "nur" auf das Wechseln von Inkontinenzmaterialien begrenzt wird.
Und natürlich ist es schön, wenn wir einkaufen und die Bude sauber machen.
Körperpflege wird, obwohl nötig, von vielen Patienten abgelehnt. Aber als "billige Putzkraft" ist man gerne gesehen!
Ich sehe mich als Pflegekraft und nicht als Reinigungs - oder Küchenfee, die Wocheneinkäufe erledigt oder in 4(!)Läden geschickt wird!
Es sind Leistungen, die sicherlich auch dazu gehören! Aber manche Leute vergessen, dass der Einkauf dafür ist, damit LEBENSMITTEL eingeholt werden und nicht F****Stuff von Rossmann, Alkoholika oder Schreibwaren im großen Stil!
Zumal wir 19(! Minuten Zeit haben bzw bezahlt bekommen.
Würde da vieles anders organisieren.
1. Werden diese Kaufrauschaktionen von der Pflege Kasse bezahlt und dort geht man ja davon aus, dass eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und der Patient sich selbst nicht mehr versorgen kann.
Wenn aber nur Putzen oder einkaufen verlangt werden die Körperpflege mit den Worten abgelehnt wird "das mache ich noch alles alleine", frage ich mich manchmal schon, ob die wirklich einen Pflegedienst benötigen bzw den bekommen haben.
2.würde ich als PDL eines Pflegedienstes die Einkäufe online kaufen (die Patienten geben einen Tag vorher ihren Einkaufszettel und gfs das Geld mit) mit Rewe oder Edeka ließe sich da was machen.... Dafür nehmen meine Leute nur den Einkauf mit und haben mehr Zeit bei der Körperpflege.
3.Würde ich keine Extras liefern ohne Körperpflege.
4. Einkäufe über 15kg und in mehreren Läden gibt's auch bei uns nicht. Hatte da vergangene Woche ein gutes Gespräch mit der PDL, die da hinter uns steht. Und der Patientin habe ich das freundlich mitgeteilt, dass ich nur in einen Laden gehe und keine Vorräte kaufe (4 Flaschen Portwein)