Bremen
Moderator
Was hat das bitte mit naiv zu tun? Du scheinst wohl eher nicht die Geschichte bzw. Bedeutung der Regenbogenfahne zu kennen, denn sonst wüsstest du, dass diese ihren Ursprung in den späten 1970er Jahren in der LGTBQ-Szene hatte, der es um gesellschaftliche Akzeptanz ihrer sexuellen Orientierung ging bzw. immer noch geht - und nicht darum, bestimmte Staaten / Regierungen ans Bein zu pinkeln. Denn Homophobie ist in demokratischen (bzw. sich demokratisch nennenden) Ländern primär ein gesellschaftliches Problem. Denn wenn Homophobie zum Teil der Staatdoktrin wird, dann liegt das i.d.R. daran, dass diese in den jeweiligen Ländern so weit verbreitet ist, dass Partien mit homophoben Parolen von der Mehrheit dieser Gesellschaft in die Regierungen gewählt werden.Also für so naiv hätte ich dich jetzt nicht gehalten.
Vielleicht deshalb, weil gezielte Aktionen mehr Wirkung zeigen (können), als wenn diese im Gießkannenprinzip angewendet werden und somit schneller Abnutzungseffekten unterliegen?Warum machen die jetzt denn erst dieses riesige Fass auf, ausgerechnet gegen Ungarn und nicht schon in einem der ersten beiden Spiele?
Zufall?
Warum wohl haben z.B. die Belgier ausgerechnet beim Spiel gegen Russland in St. Petersburg sich durch dem Niederknien mit der Bewegung "Black Lives Matter" solidarisiert? Zufall? Wohl kaum, weil sie vermutlich damit gerechnet hatten, dass die russischen Spieler demonstrativ stehenbleiben und ein großer Teil der heimischen Zuschauer pfeifen würde. Über diese Geste ist auf der Homepage der ARD Sportschau zu lesen:
Diese Geste wird also von der UEFA erlaubt, ein in Regenbogenfarben erleuchtetes Stadion dagegen nicht? Passt nicht wirklich zusammen, oder?"Die UEFA tritt mit null Toleranz gegen Rassismus ein", teilte der Verband auf Anfrage der Sportschau mit. "Jeder Spieler, der eine Gleichstellung von Menschen fordert, indem er sich niederkniet, hat die Erlaubnis dazu."
Edit:
Der Grund dieser Differenzierung scheint wohl - wenig verwunderlich - eher monetäre Gründe zu haben. Denn nachdem Budapest schon als Ausweichort in der CL fungierte, ist die ungarische Hauptstadt nun auch als Ort für das EM-Finale im Gespräch, weil die britische Regierung wegen der Corona-Delta-Variante die geltenden Einreisereglungen für UFEA-Funktionäre, Sponsoren, Medien, Mannschaften, Betreuer (ja, genau in dieser Rangfolge) nicht lockern will, während in Ungarn Türe und Tore offen stehen, damit der Rubel weiter rollen kann...
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