Ich verstehe Deinen und Sneers Punkt. Mal ganz davon abgesehen, dass diese Denkweise ein Armutszeugnis für jeden Spieler wäre, geht es konkret um jede einzelne Minute eines Spieles und das zutage gebrachte Verhalten der Mannschaft und der einzelnen Spieler. Und den Spielern muss es während eines Spieles - fernab von theoretisch strategischen Schwurbeleien von Journalisten oder Fans, die sich abgehoben ums große Ganze drehen - scheißegal sein, gegen wen sie da spielen und gewinnen wollen. Und diesen unbedingten Siegeswillen sehe ich bei dieser Mannschaft seit Monaten nicht mehr. Entweder die Mannschaft tritt gleich völlig lasch und bräsig auf oder es geht immer genau ab der Minute rapide bergab, in der es einen Rückschlag gibt bzw. sie sich ein Gegentor gefangen haben. Selbst wenn es wie heute nur der Ausgleich ist. Heute müssen sie professionell den 2. Konter setzen und das 0:2 machen. Wurde 1a durch ME verstümpert. Kurz darauf das 1:1. Reaktion? Schütteln, Mund abputzen und weiter Rasen fressen? Nein, das Gegenteil. Bis auf Angst, Mutlosigkeit und noch größere Verunsicherung kommt da oft nichts. Und wenn es Chancen gibt, wird vor dem Tor "unglücklich" agiert (DAS Attribut für Sargent), weil es dann doch "sehr anspruchsvoll war, den Ball zu verarbeiten" oder schlicht versagt (Selkes Kopfball). In dieser Mannschaft liegt so unfassbar viel im argen, dass man gar nicht mehr weiß, wo man da anfangen soll, individuell oder spielstrategisch. Da ist nichts, absolut nichts, dass auch nur ansatzweise auf eine stabile Leistung gegen Mainz hindeuten würde. Geschweige denn auf einen "wichtigeren Sieg gegen die untere Konkurrenz", weil es ja bisher ein paar Mal geklappt hat. Entweder fehlt die Torgeilheit und Zielstrebigkeit wie gegen Stuttgart und man verliert auf komplett dämliche Art und Weise oder man bekommt vor lauter Furcht nicht mal mehr die einfachsten Pässe oder Ballannahmen hin wie gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner, gegen die Punkte ja nur Bonus wären. Diese Mannschaft kann keinen Hebel umlegen und spielt auf einmal gegen Mainz viel stabiler als gegen durchaus verwundbare Dortmunder. Die Grundlagen stimmen schon länger wieder nicht mehr. Und ja, die derzeitige Entwicklung erinnert mächtig an die von S04 in 2020. Deshalb geht meine schwindende Hoffnung weiter auf glücklichen Klassenerhalt. Meine Gedanken drehen sich allerdings um eine mögliche nächste Saison in der 1. Liga und wie die ohne gravierende Änderungen aussehen wird. Mit dieser Truppe wird es Werder 1 zu 1 so ergehen wie S04 in dieser Saison. Diese Truppe ist durch. Da würde vermutlich auch ein anderer Trainer nicht mehr rausholen.
Du magst in vielen Punkten recht haben, in einem jedoch nicht.
Nämlich Werder mit den Kapriolen von S04 zu vergleichen.
Bei S04 herrscht jahrelang selbstgemachtes Chaos der Eitelkeiten.
Geldverbrennung war auf der Tagesordnung.
Das ist für einen Verein grundsätzlich übel und auf Sicht tödlich.
Bei Werder hingegen gibt es diese chaotischen Zustände nicht.
Vielleicht, nein gewiss, wurde in den erfolgreichen Jahren an der falschen Stelle gespart bzw. unglückliche Prioritäten gesetzt (Stadion).
Nur erfolgte das immer nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit.
Ich glaube man kann keinen der seit Jahren handelnden Akteuren Verantwortungslosigkeit vorwerfen.
Vielleicht zuviel Klüngel, was aber wohl so nicht selbstreflektiert zu werden scheint.
Wenn dann eine finanziell schwierige Lage entsteht, dann kommen als Ergebnis die sportlichen Probleme heraus.
Und, wenn dann noch, einer der m.M.n. unfähigsten Manager der BL, FB, das Sagen hat und vom AR in seinem Handeln unterstützt bzw. es abgesegnet wird, dann muss man sich über die, seit dem Abgang von MK, bestehenden sportlichen Ergebnisse nicht wundern.
FK mag einen gewissen Anteil daran haben, ist bei allem jedoch das kleinste Rädchen im knirschenden Getriebe.
Nochmals.
Werder mit S04 zu vergleichen, ist, trotz aller Probleme, eine Beleidigung für Werder Bremen und deren Fans.
Und, das schreibe ich nicht, weil ich BVB-Fan bin.
Mir, als Leipziger, geht S04 nämlich am Allerwertesten vorbei, sie sind mir egal.
Das schreibe ich als meine Meinung zu solch einem Vergleich.