Was soll daran sackstark sein? Wenn man wie Frankfurt, die als eines der wenigen Teams die Bayerndominanz durchbrechen und den Pokal auch gewinnen konnten, ist die Bezeichnung sackstark nachvollziehbar. VF im Pokalfinale ist nicht sackstark sondern speziell bei der Zulosung unterklassiger Gegner durchaus zu erwarten. Ziemlich amuesant wie hier teilweise wieder uebertrieben wird.
Ich finde es nicht amüsant, sondern einfach irritierend und auch einigermaßen respektlos, wie sich einige User darum bemühen, wirklich mit größter Konsequenz alles zu geben, um Kohfeldt mit den unsinnigsten Vorwürfen so schlecht wie irgendmöglich zu reden und dabei dabei ablehnen, ihre Meinungen auch nur ansatzweise zu fundieren. Es gibt sicherlich genug berechtigte Kritik an Kohfeldt: Die miserable letzte Bundesligasaison und die Teilhabe an den beiden schwachen Transferperioden 2019/20 sind nicht zu leugnen.
Aber wie kann man bitte ernsthaft Kohfeldts starke Pokalbilanz bestreiten? Bisher haben wir in allen vier Saisons unter Kohfeldt mindestens das Viertelfinale erreicht, in dieser Saison ist sogar noch mehr drin. Mal als Vergleich die Bilanz anderer Vereine in den besagten vier Saisons: Unter den 12 noch im Pokal vertretenen Vereinen (vor den Mittwochabendspielen) hat es Wolfsburg 2017/18 ins Viertelfinale geschafft, Leipzig 2018/19 einmal ins Finale und Schalke 2019/20 und 2018/19 ins Viertelfinale sowie 2017/18 ins Halbfinale.
Falls Schalke also heute gewinnt, haben die eine ebenso gute Pokalbilanz wie wir.
Die anderen feststehenden (Dortmund [!], Essen, Kiel) oder möglichen Viertelfinalvertreter (Bochum, Regensburg, Köln, Stuttgart und Gladbach [!]) haben es im besagten Vierjahres-Zeitraum nicht ein einziges Mal ins Viertelfinale geschafft. Und auch wenn man alle anderen deutschen Vereine betrachtet haben nur Frankfurt (Sieger 2017/18 und Halbfinale 2020/21 bei zwei Patzern in der ersten bzw. zweiten Runde) und Leverkusen (Finale 2019/20 und Halbfinale 2017/18) eine ähnlich gute Bilanz. Damit gehören wir also in Kohfeldts Amtszeit nach Bayern und vll. Frankfurt auf Augenhöhe mit Leverkusen (und je nach Pokalergebnis evtl. Schalke) zu den erfolgreichsten vier bis fünf Mannschaften seit Kohfeldts Amtsbeginn. Wenn das keine starke Bilanz ist, weiß ich es auch nicht.
Und auch wenn man es sich mal im Detail anschaut: 2017/18 sind wir in Leverkusen ausgeschieden, nachweislich in erster Linie aufgrund massiver Benachteiligung (wir erinnern uns an den glasklaren verweigerten Elfmeter für Werder beim Stand von 2:0 und die unstrittige, aber nicht gezückte Rote Karte für Bailey, der später noch entscheidend am Sieg der Leverkusener beteiligt war). 2019/20 hätten wir beinahe selbst die "Bayerndominanz gebrochen" und waren drauf und dran das Halbfinalheimspiel gegen die Bayern zu drehen, bis Siebert auf eine Schwalbe Comans reinfiel und die Szene skandalöserweise nicht auf dem Videobildschirm überprüfte. An dem Abend wäre es ansonsten definitiv möglich gewesen, das Finale zu erreichen oder sogar den Pokal zu holen. Übrigens besonders interessant, dass es eine Schirientscheidung war, die uns daran hinderte, die Bayern zu schlagen, wenn man bedenkt, dass Frankfurt das Pokalfinale gegen die Bayern vor allem auch wegen eines ganz großen Schiribocks überhaupt gewinnen konnte.
2019/20 sind wir verdient auswärts in Frankfurt ausgeschieden. Dazu kommen aber in all den Jahren auch weitere gute bis sehr gute Spiele gegen Bundesligisten (Schalke, Freiburg und vor allem zwei Mal Dortmund). Und ja: Wir haben auch gegen unterklassige Teams gespielt, aber auch da finde ich es bemerkenswert, dass wir eigentlich nie etwas anbrennen lassen haben und stets souverän gewannen. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist haben nicht nur gestern Dortmund gegen Paderborn und Leverkusen gegen Essen, sondern auch unsere einstigen Pleiten in Saarbrücken, Münster, Lotte, Heidenheim, (dem damaligen Drittligisten) Bielefeld und Pirmasens gezeigt.