Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber bei mir verschwindet immer mehr dieses "Wir sind Werder Bremen" Gefühl. Ausgelöst auch vielleicht durch Corona, ich weißt es nicht. Entscheidend sind für mich der Fußball und die Ergebnisse. Der aktuelle Fußball von Werder ist für mich Dutt 2.0 mit etwas besseren Ergebnissen. Nichts dolles eben. Als Fan vermisse ich den "Werder-Fußball" oder zumindest den Ansatz davon. Wahrscheinlich wurden wir auch verwöhnt in den Jahren unter TS. Aber was FK mit der Mannschaft auf den Platz bringt, das hätten vermutlich VS und AN dann auch noch mit etwas Glück geschafft. Unter den zwei letztgenannten z.B. und auch am Anfang von FK hatte man noch teilweise dieses besondere Werder-Feeling (vermutlich der übliche Anfangshype unter einem neuen Trainer). Aber das ist seit mindestens 1.5 Jahren komplett weg und es wird irgendwie immer fader. Klar, jetzt kommen die FK-Befürworter mit "Wo lebst Du?...Klassenerhalt ist das Ziel...Wir haben uns stabilisiert...Das ist erfolgreicher Fußball...Mehr geht nicht mit der Mannschaft...Der Kader ist zu schlecht".

Aber irgendwie kann man als Werder-Fan doch mehr erwarten als der jetzige Zustand. Siehe Beispiele wie bei Union, in Freiburg. Da geht es ja auch irgendwie auch mit limitierten finanziellen Mitteln. Vom Gefühl her erinnert mich das etwas an den HSV nach der geschafften Relegation gegen den KSC in der Saison 2014/2015. In der Saison 2015/2016 hatten die sich stabilisiert mit dem 10. Tabellenplatz, alles schien gut zu laufen. In der Saison 2016/2017 dann der 14. Tabellenplatz und dann kam die Saison 2017/2018. Hoffe es kommt nicht so, aber sehe doch etwas die Gefahr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann ich von mir nicht behaupten, ich habe immer noch das "Wir sind Werder Gefühl"! Aber ich kann es verstehen, wenn es jemanden anders ergeht. Klar trauere ich auch darüber, wie der Verein in den letzten 10 Jahren "abgestürzt ist, aber ich sehe gerade in dieser Saison, dass wir uns stabilisieren und im Prinzip einen guten Weg gehen. Fussball wie Dutt 2.0 sehe ich überhaupt nicht, auch wenn es Halbzeiten wie gestern gibt, bei denen ich denke, was die die ganze Woche denn so machen und einüben. Aber ich stehe weiter zu dem Verein und sehe das wie in meiner Ehe: "In guten wie in schlechten Tagen!" ;) Wenn es nur darum ging, erfolgreichen und tollen Fussball zu sehen, wäre ich längst in das Fanlager der Bayern gewechselt.
Es gab ja auch früher beim "Werder Fussball", wie du ihn nennst, genügend Kritiker, die meinten, dass mehr auf Ergebnis und nicht Erlebnis geachtet werden soll. Aktuelle praktiziert der Verein das Erstgenannte relativ gut, aber ich bin mir recht sicher, dass auch das Zweitgenannte bald wieder offensichtlicher wird. Wenn die Mannschaft stabiler steht, geht in dieser Richtung auch wieder mehr. Aktuell geht es tatsächlich um den Klassenerhalt, da kann man, auch wenn ich mir persönlich auch viel mehr erhofft habe, kaum etwas anderes sagen. Auch wenn es nervt.
Freiburg und Union laufen gerade gut, keine Frage. Beide Vereine sind mir auch sehr sympathisch, aber in meinen Augen eher ein schlechtes Beispiel. Freiburg ist eine Mannschaft, die im Prinzip jedes Jahr gegen den Abstieg spielt und keine Probleme damit hat, wenn es sie mal erwischt und bei Union würde ich noch abwarten, wie sich das weiter entwickelt.
Es gibt zudem ja auch Gegenbeispiele wie Schalke, Berlin, Mainz und Köln, bei denen es mit Sicherheit eine andere Erwartungshaltung gibt.
Ich habe auch etwas benötigt, zu verstehen, dass es ein sehr langer Weg werden wird, um an die erfolgreichen Zeiten wieder anzuknüpfen. Wenn wir es denn überhaupt nochmal schaffen sollten, denn die finanziell erheblich besser gestellten Vereine geben ihre Plätze ja nicht freiwillig her. Aber grundsätzlich empfinde ich es so, dass wir auf diesem Weg unterwegs sind.
 
Ähnlich wie mein Vorredner sehe ich es auch. Was er völlig ausklammert ist der Plan, den unsere Geschäftsführung eigentlich hat.
Da sehe ich uns miserabel aufgestellt. Wenn jetzt noch Rashica, nach dem Abgang von Chong, der beinahe letzte Aussenspieler mit Tempo weggegeben wird um finanzielle Löcher zu stopfen, hab ich die allerletzte Hoffnung aufgegeben, dass das mit dem noch was wird.
 
Aber ich stehe weiter zu dem Verein und sehe das wie in meiner Ehe: "In guten wie in schlechten Tagen!" ;) Wenn es nur darum ging, erfolgreichen und tollen Fussball zu sehen, wäre ich längst in das Fanlager der Bayern gewechselt.

Das steht doch außer Frage.

Freiburg ist eine Mannschaft, die im Prinzip jedes Jahr gegen den Abstieg spielt und keine Probleme damit hat, wenn es sie mal erwischt.
Und Werder spielt nicht seit Jahren gegen den Abstieg? Ob Werder dann Probleme hätte, ist spekulativ.


Ich habe auch etwas benötigt, zu verstehen, dass es ein sehr langer Weg werden wird, um an die erfolgreichen Zeiten wieder anzuknüpfen.

Ok :D
 
Ähnlich wie mein Vorredner sehe ich es auch. Was er völlig ausklammert ist der Plan, den unsere Geschäftsführung eigentlich hat.
Da sehe ich uns miserabel aufgestellt. Wenn jetzt noch Rashica, nach dem Abgang von Chong, der beinahe letzte Aussenspieler mit Tempo weggegeben wird um finanzielle Löcher zu stopfen, hab ich die allerletzte Hoffnung aufgegeben, dass das mit dem noch was wird.
Da muss man dann doch mal Dutt zitieren: "Der Plan ist, dass du einen Plan hast." Bei uns scheint das so zu sein, dass man in dieser Saison mit Rumpelfußball die Klasse hält, im Pokal so weit kommt wie möglich und dann "Schaun mer ma, dann sehen mer scho!" (Zitat von irgend so einem anderen Trainerfuzzy aus Söderland).
 
Da muss man dann doch mal Dutt zitieren: "Der Plan ist, dass du einen Plan hast." Bei uns scheint das so zu sein, dass man in dieser Saison mit Rumpelfußball die Klasse hält, im Pokal so weit kommt wie möglich und dann "Schaun mer ma, dann sehen mer scho!" (Zitat von irgend so einem anderen Trainerfuzzy aus Söderland).
Nun ja, die Liga ist gerade im unteren Bereich so schwach, dass das für uns aller Wahrscheinlichkeit nach reichen wird.
Der Zweck heiligt da die Mittel mMn.
Klar ist das nicht besonders attraktiv aber und das ist neu, kann mich nicht erinnern wann wir zuletzt defensiv so stabil waren, geht natürlich auf Kosten der Offensive aber sei es drum.
Für mich wirkt das aber nicht besonders nachhaltig, das reicht vermutlich in diesem Jahr die Klasse zu halten und dann?
Hoffnungsvolle/kreative Transfers wird es wahrscheinlich nicht, geben, man setzt weiterhin wohl auf die Jugend, was momentan auch gut aufgeht.
Gegen Schalke schätze ich die erste Halbzeit mal als Lernprozess ein, den man mit jungen Spielern einpreisen muss.
Ich kann mir irgendwie kein Szenario vorstellen, wo du sagst, wow, da passiert richtig was erfolgversprechendes.
Man eiert irgendwo im Nirgendwo der Liga rum ohne das man das Gefühl hat, dass sich das nach oben verschieben könnte.
 
Die Standards sollten weiter im Trainingsfokus stehen, absolut. Aber ich glaube nicht, dass Standards vernachlässigt werden. Letzte Saison sahen wir bei Standards richtig schlecht aus, diese Saison läuft es doch viel, viel besser.
Werden aktuell wohl nicht, aber wurden. Denn schon in den letzten Jahren der Ära TS waren die Standards größtenteils zum Haareraufen (v.a. die Variante, mit 2 Mann an der Fahne eine Ecke auszuführen :facepalm: ) - sofern nicht gerade Naldo, Frings oder Juno einen knallharten Schuß aus der Hüfte holten - die nicht selten mit Konter und wiederholt auch Tore für die Gegner endeten (dass die Standards in 19/20 im Vergleich zu heute noch schlechter waren, dahingehend gehe ich mir Dir d'accord - aber was war in 19/20 nicht schlechter als vorher bzw. nachher?). Wieso, weshalb, warum, können nur die jeweilgen Trainer beantworten, aber meine Vermutung ist, dass im Zuge des off. Markenkern mit dem Ziel spielerischer Lösungen die Standards trotz ihrer wachsenden Bedeutung nicht die erforderliche Berücksichtigung im Training fanden.
 
Nun ja, die Liga ist gerade im unteren Bereich so schwach, dass das für uns aller Wahrscheinlichkeit nach reichen wird.
Der Zweck heiligt da die Mittel mMn.
Klar ist das nicht besonders attraktiv aber und das ist neu, kann mich nicht erinnern wann wir zuletzt defensiv so stabil waren, geht natürlich auf Kosten der Offensive aber sei es drum.
Für mich wirkt das aber nicht besonders nachhaltig, das reicht vermutlich in diesem Jahr die Klasse zu halten und dann?
Hoffnungsvolle/kreative Transfers wird es wahrscheinlich nicht, geben, man setzt weiterhin wohl auf die Jugend, was momentan auch gut aufgeht.
Gegen Schalke schätze ich die erste Halbzeit mal als Lernprozess ein, den man mit jungen Spielern einpreisen muss.
Ich kann mir irgendwie kein Szenario vorstellen, wo du sagst, wow, da passiert richtig was erfolgversprechendes.
Man eiert irgendwo im Nirgendwo der Liga rum ohne das man das Gefühl hat, dass sich das nach oben verschieben könnte.
Jupp. Nach unten geht damit aber auf längere Sicht so einiges. Derzeit halte ich das im Übrigen auch für richtig. Ist mir immer noch lieber als diese verzweifelten Versuche, auch gegen deutlich stärkere Teams mitspielen zu wollen und dann immer vier plus x Tore zu kassieren.
 
Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber bei mir verschwindet immer mehr dieses "Wir sind Werder Bremen" Gefühl.[...]
Kann ich von mir nicht behaupten, ich habe immer noch das "Wir sind Werder Gefühl"! [...]

Ihr habt - zumindest für mein subjektives Empfinden - beide Recht. Das "Wir sind Werder Bremen Gefühl" ist bei mir trotz der ganzen Sch.. in den letzten mehr als 10 Jahren nach wie vor vorhanden. Was wohl auch daran liegt, dass bei weit über 40 Jahren Sympathie für Werder und im 37. Jahr Werder-Fan zu sein, sich nicht mit einem Federstrich beenden lassen bzw. ich ein solche Ende auch gar nicht will. Allerdings hat dieses Wir-Gefühl bei mir sehr stark gelitten. Nicht weil die Ergebnisse zu oft schlecht waren oder sind, denn die sind letztlich auch nur Symptome. Niederlagen gehören zum Sport dazu, und nur wer verliert bzw. verlieren kann, weiß den Wert von Siegen und Erfolgen zu schätzen. Und der Turbokapitalismus im Fußball hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Hauptursache für diese schlechten Ergebnisse bzw. dem Abklingen des Wir-Gefühls bei mir ist, dass Werder Bremen seit Mitte/Ende der CL-Jahren immer weniger das verkörpert, womit die Grün-Weißen viele Fans und ebenfalls viele Sympathien oder zumindest Respekt bei Anhängern von anderen Vereinen sammelte, denn Werder Bremen war über viele Jahre ein Club, der...
a) ... sich durch weitsichtiges Denken und Handeln auszeichnete
b) ... den Blick über den Tellerrand nicht scheute
c) ... es verstand, auch rechtzetig zu agieren (zB war das Weserstadion die erste BL-Arena mit Business-Logen) statt immer nur Entwicklungen reagierend hinterher rennen zu müssen
d) ... die Klaviatur zwischen Wagemut und Risikobereitschaft bei Investitionen hervorragend beherrschte
e) ... überwiegend ein sehr gutes Gespür für gute Transfers zeigte
f) .... besonders im Erfolg die Bodenhaftung behielt
Davon ist vieles in den letzten 10-15 Jahren verloren gegangen und somit ging auch einiges vom "Wir sind Werder Bremen Gefühl" verloren.
 
Werden aktuell wohl nicht, aber wurden. Denn schon in den letzten Jahren der Ära TS waren die Standards größtenteils zum Haareraufen (v.a. die Variante, mit 2 Mann an der Fahne eine Ecke auszuführen :facepalm: ) - sofern nicht gerade Naldo, Frings oder Juno einen knallharten Schuß aus der Hüfte holten - die nicht selten mit Konter und wiederholt auch Tore für die Gegner endeten (dass die Standards in 19/20 im Vergleich zu heute noch schlechter waren, dahingehend gehe ich mir Dir d'accord - aber was war in 19/20 nicht schlechter als vorher bzw. nachher?). Wieso, weshalb, warum, können nur die jeweilgen Trainer beantworten, aber meine Vermutung ist, dass im Zuge des off. Markenkern mit dem Ziel spielerischer Lösungen die Standards trotz ihrer wachsenden Bedeutung nicht die erforderliche Berücksichtigung im Training fanden.

BTW: Erinnerst du dich noch an die guten alten Abseitsecken, bei denen man es mit der von dir beschriebenen Technik mehrfach schaffte, sich bei der Ausführung einer eigenen Ecke selbst ins Abseits zu stellen? :D
 
Dass die Offensive per se unter der 3/5-Kette leidet, ist ein Irrtum. Richtig angewendet kann sie sogar offensiv erfolgreich sein, jedoch stellt diese Variante einer offensiven Interpreation wegen ihrer defensiven Anfälligkeit hohe Anfordungen an das Personal: denn die AV müssen sehr viel Laufarbeit mit zum Teil hohen Tempo verrichten sowie über ein hohes Maß an Spielintelligenz (u.a. schnelle und richtige Antipitation, gutes Umschaltspiel) verfügen. Außerdem bedarf einer stabilen IV zuzüglich eines defensivstarken 6er als zusätzlicher Absicherung. Jeodch fehlt uns dafür das adäquate Personal; daher sollte der derzeitige Status Quo mit der defensiven 3/5-Kette nur eine Übergangslösung sein.

Riiiiiichtig:tnx::top:, da greift der Sachverstand vollumfänglich.
Ich weiß du brauchst da nicht meine Fürsprache, war mir persönlich aber wichtig, dass ich hier mit mehr als 100% und ohne Widerspruch
dabei bin
 
Ähnlich wie mein Vorredner sehe ich es auch. Was er völlig ausklammert ist der Plan, den unsere Geschäftsführung eigentlich hat.
Da sehe ich uns miserabel aufgestellt. Wenn jetzt noch Rashica, nach dem Abgang von Chong, der beinahe letzte Aussenspieler mit Tempo weggegeben wird um finanzielle Löcher zu stopfen, hab ich die allerletzte Hoffnung aufgegeben, dass das mit dem noch was wird.

Interessant wird es im Sommer.;)
 
Back
Top