Hertha BSC Berlin

Das

Die Anteile der Komplementär-GmbH werden weiter von Herthas Geschäftsführung gehalten.
verstehe ich nicht. Musste kurz googeln:

Ein Komplementär ist in der juristischen Fachsprache der persönlich haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft
Wenn Windhorst 60% hält, dann bleiben doch für den Komplementär nur 40%....oder was bedeutet das. Ist ja anscheinend juristisch korrekt aber ich verstehe es nicht :confused: Oder bedeutet das, das der haftende Gesellschafter das volle Risiko und Verantwortung trägt aber nicht über die Mehrheitsanteile verfügt?
Wenn ich das richtig verstanden habe, bestimmt der Komplementär die Geschäfte, egal wieviel Anteile an Kommanditisten gehen.
Muss rechtlich wohl alles richtig sein, ist aber auch ein kompliziertes Konstrukt, was Außenstehende aufgrund evtl Absprachen Betreff Gewinn-und Verlust nicht durchblicken (sollen ;)).

Habe ich aus den Kommentaren:

Hertha umgeht gar nichts, weil 'Hertha BSC e.V' zu 100% Eigentümer der 'Hertha BSC Verwaltungs GmbH' ist, die als Komplementär der KGaA fungiert. Was der Satzung der DFL vollends entspricht.

Die Hertha umght hier gar nichts. Das ist völlig irriführend geschrieben. Windhorst kann so viel Geld investieren wie er möchte. Und er kann sogar 100% der Kommanditanteile halten. Solange er aber nicht als Komplementär mehr 50% Anteil hat ist alles in Ordnung. Denn so kann er weiterhin nichts alleine bestimmen.

Ebenso wie der gerade BVB keine Aktiengesellschaft ist, sondern eine Komanditgesellschaft (auf Aktien) ist auch die Hertha eine solche KGaA - nur dass deren Komanditanteile (Aktien) nicht an der Börse gehandelt werden.
 
Danke. Aber noch mal nachgefragt (sorry, mein Hirn ist nicht sonderlich kompatibel für diese Dinge)
Kein Problem ;) Mein letzter BWL-Unterricht ist auch schon über 30 Jahre her, jedoch am Grundlegendem hat sich dahingehend nicht viel geändert.


Das bedeutet doch aber, dass sich die Hertha im Zweifel selbst ins Knie schießt oder nicht? Also Peil hält die Mehrheit, ist aber von der GF ausgeschlossen. Weil die GF 100% bei der Hertha liegt, ist 50+1 damit gewährleistet. Peil ist aber eine Investment-Gesellschaft und verfügt über fremdes Kapital und ist somit seinen Anlegern verpflichtet. Um dieser Verpflichtung gerecht zu werden, müssen sie selbstverständlich auch steuernd Einfluss nehmen können und zwar über die 4 AR Sitze hinaus (denn das sind nur 4 von 9). Wenn sie Einfluss nehmen und den Laden vor die Wand knallen lassen, haftet die Hertha voll. Wenn sie ihrer Meinung nach keinen hinreichenden Einfluss nehmen können, ziehen sie jede Unterstützung zurück und der Laden kracht erneut vor die Wand (weil das eben kein Gönner ist sondern ein Invest).
Ja. wie vermutlich alle Kommanditisten möchte wohl auch Peil langfristig am Ende der Geschäftsjahre schwarze Zahlen sehen, sprich ihren Anteil am Gewinn abbekommen und demzufolge kann Peil auch versuchen, im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten als Kommanditist Einfluß auf die Geschicke zu nehmen. Sind die Erträge zu gering bzw. die roten Zahlen zu hoch und/oder kann Peil seine Vorstellungen zu wenig durchsetzen, kann es im Rahmen a) der gesetzlichen Möglichkeiten und b) des Gesellschaftervertrags durchaus passieren, dass Peil sich zurückzieht. Und wenn es der Hertha dann nicht gelänge, rechtezeitig einen neuen Investor zu finden, wird sie im worst case ein Fall für den Konkursverwalter werden.


Also ist das ganze eine Wette der Hertha, Motto: "Wird schon" ? Oder setzt man darauf, dass sich zur Not irgendein arabischer Investor findet der die verramschten Anteile von Peil übernimmt und dann Geld investiert (und nicht den Ismaik macht)?
Spekulatius. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder ist die Hertha für Peil ein langfristiges Invest, um möglichst Jahr für Jahr Rendite einzustreichen. Oder es wird darauf spekuliert, dass bei einer prosperierenden Hertha sich ein (arabischer) Investor findet, der bereit ist, für die Kommanditisten-Anteile eine Summe zu zahlen, die weit über den Marktwert / zu erwartenden Renditen liegt. So wie ich Windei... Windhorst einschätze, ist letzteres die wahrscheinlichere Variante.
 
Wenn ich das richtig verstanden habe, bestimmt der Komplementär die Geschäfte, egal wieviel Anteile an Kommanditisten gehen.

Ja, aber was hat denn dann Peil erworben? Also bei Dortmund zb steht

Kommanditaktionäre
59,86 %: Streubesitz
9,83 %: Evonik Industries
9,35 %: Bernd Geske
5,53 %: Borussia Dortmund e. V.
5,43 %: Signal Iduna
5,00 %: Ralph Dommermuth Beteiligungen GmbH
5,00 %: Puma
Komplementär-GmbH Borussia Dortmund
Geschäftsführungs-GmbH
→ 100 %: Borussia Dortmund e. V.​

Also hält der e.V. 5,53% seiner Aktien und handelt als Komplementär, einen Mehrheitseigner gibt es nicht.

Bei der Hertha ist es so:

Kommanditaktionäre
49,9 %: Peil Investment B.V.
50,1 %: Hertha BSC e. V.
Komplementär-GmbH Hertha BSC Verwaltung GmbH
→ 100 %: Hertha BSC e. V.


Der e.v. hält 50,1% und ist Mehrheitseigner. WAS genau hat Peil denn dann erworben? Also 60% von was?
 
Der e.v. hält 50,1% und ist Mehrheitseigner. WAS genau hat Peil denn dann erworben? Also 60% von was?

Peil hat (meines Wissen sogar 66,6%) Kommanditistenanteile erworben. Weil das daraus resultierende Stimmrecht jedoch ein Verstoß gegen die 50+1 bedeutet, ist im Gesellschaftervertrag festgelegt, das beim e.V. trotz des geringeren monetären Anteils bei den nicht veräußerten KG-Anteilen (40% bzw, 33,3%) ein Stimmrecht von 50+1 verbleibt.
 
Peil hat (meines Wissen sogar 66,6%) Kommanditistenanteile erworben. Weil das daraus resultierende Stimmrecht jedoch ein Verstoß gegen die 50+1 bedeutet, ist im Gesellschaftervertrag festgelegt, das beim e.V. trotz des geringeren monetären Anteils bei den nicht veräußerten KG-Anteilen (40% bzw, 33,3%) ein Stimmrecht von 50+1 verbleibt.

Das überfordert mich :lol: Also stimmt die Angabe bei wikipedia nicht und die Hertha hat zwar weiterhin 50,1% Stimmrecht aber nur 33,3% Anteile und nicht 50,1%? Das klingt nach einem seriösen und tragfähigen Konzept :ugly:
 
Kann mich an ein Zweitligannachholspiel Mitte der Neunziger zwischen der Hertha und dem VfB Oldenburg erinnern. Da verloren sich in dem damals nur teilüberdachten Olympiastadion nur 3.000 Zuschauer. Das war ein Witz.
München bekommt es mit dem Olympiastadion ja auch hin. Meine dann sollen die Leute da im Senat sich mal um Großereignisse mehr bemühen. Dann kann man das Ding auch nutzen. Für mich bleibt die Schüssel für Fußball einfach untauglich.
Wenn ich mich an die Stadionpläne der Hertha richtig erinnere waren die aber von Größe und Art des geplanten Stadions recht „realistisch“.
ja, wohl eine Kapazität von 42.000 bis 50.000. Liegt in etwa in den Sphären, in denen sie sich vom Schnitt bewegt haben vor Corona
 
Das überfordert mich :lol: Also stimmt die Angabe bei wikipedia nicht und die Hertha hat zwar weiterhin 50,1% Stimmrecht aber nur 33,3% Anteile und nicht 50,1%?

Nicht alles, was bei Wikipedia steht, entspricht zwangsläufig den Tatsachen. Im Fall der Hertha ist es jedoch tatsächlich so, dass der e.V. trotz einer Minderheit an KG-Anteilen über ein 50+1-Stimmrecht verfügt.
 
Das überfordert mich :lol: Also stimmt die Angabe bei wikipedia nicht und die Hertha hat zwar weiterhin 50,1% Stimmrecht aber nur 33,3% Anteile und nicht 50,1%? Das klingt nach einem seriösen und tragfähigen Konzept :ugly:
ja, da haben sie die 50+1 Regel elegant umschiffen können, aber nicht dagegen verstoßen....
Nur : sie können ja nur noch 33% verkaufen....
So viel ich weiß ist von den Windhorst Millionen schon einiges ausgegeben.
Bevor Windhorst und Tennor einsteigen konnte musste der ehemalige Investor KKR ausgelöst werden. Die knapp 70 Mio € wurden durch Kredite und eine Anleihe (so viel ich weiß) finanziert worden. Die sind bis 2022 oder 24 fällig.... Also haben sie schon 19/20( Minus 87 Mio €) und 20/21(Sommer Minus 23 Mio €) 110 Mio € an Transfers umgesetzt! Bleiben von den 375 Mio Euro noch 265 Mio Euro übrig
In der Infrastruktur soll auch investiert werden. Man will Verbindlichkeiten abbauen.
Hier ein Auszug aus dem Berliner Tagesspiegel( vom 25.10.2020)
"Die Hertha BSC KGaA hat im Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust von 59 Millionen Euro gemacht. Die Verbindlichkeiten sind dadurch auf knapp 142 Millionen Euro angestiegen – nach 87,4 Millionen Euro vor einem Jahr, was vor allem auf den Rückkauf der Anteile des Finanzinvestors KKR zurückzuführen war. Diesmal spricht Schiller von Einschlägen, die das Coronavirus in Herthas Bilanz hinterlassen habe."

" Dass das Ergebnis so drastisch ausfällt, hängt mit zwei Faktoren zusammen: zum einen mit den Einnahmeverlusten durch die Pandemie; zum anderen mit den Investitionen des Klubs in die Mannschaft. Deswegen hatte Hertha für das Geschäftsjahr ohnehin einen Verlust einkalkuliert, durch Corona fiel er noch einmal deutlich höher aus. „Bei uns kumulieren sich beide Effekte“, sagte Schiller in einem Mediengespräch zur Vorstellung der Bilanz."

" Auf knapp 36 Millionen Euro bezifferte Herthas Geschäftsführer die Mindereinnahmen im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen, und bis zum Ende der laufenden Saison, für die Hertha jetzt ohne Zuschauer plant, käme noch einmal ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag hinzu. Damit bewegt sich der Klub nach Schillers Einschätzung im Ligavergleich am oberen Rand.

Auch die Mannschaft ist durch die Transfers im vergangenen Sommer (Dodi Lukebakio) und vor allem im Winter (Matheus Cunha, Santiago Ascacibar und Krzysztof Piatek) deutlich teurer geworden. Der Lizenspieleretat stieg auf jetzt 70 Millionen Euro. Trotzdem glaubt Schiller, „dass wir einer der Vereine mit der höchsten Cash-Position sind und einer sehr guten Eigenkapitalausstattung, die sich auch noch einmal verbessern wird“. Das Eigenkapital der Kommanditgesellschaft auf Aktien ist von 123 auf 146 Millionen Euro gestiegen"
 
Die Verbindlichkeiten sind dadurch auf knapp 142 Millionen Euro angestiegen – nach 87,4 Millionen Euro vor einem Jahr, was vor allem auf den Rückkauf der Anteile des Finanzinvestors KKR zurückzuführen war.

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Trotzdem glaubt Schiller, „dass wir einer der Vereine mit der höchsten Cash-Position sind und einer sehr guten Eigenkapitalausstattung, die sich auch noch einmal verbessern wird“. Das Eigenkapital der Kommanditgesellschaft auf Aktien ist von 123 auf 146 Millionen Euro gestiegen""

Das tönt für mein Laien-Hirn wie beste Fan-Verarsche. Verschuldung um 60mio gestiegen, EK um 23mio gestiegen. Ob da, wie beim HSV, auch 40mio für die Namensrechte (aka Heiße Luft) drin stecken?
 
wenn dort stehen würde, dass 1+1=3 ist, so mancher Mitmensch das ungefiltert für wahr ansehen würde

Vermutlich. Aber das ist das gute an einer Wiki: Sowas steht da halt nicht lange ;) Wenn doch, werden viele Prüfungen den Bach runter gehen aber damit das nicht passiert, steht es eben...naja, usw ;) Als Schwarm funktionieren wir insgesamt eigentlich gar nicht so schlecht. Wenn wir wollen.
 
Bei Labbadia nachvollziehbar. Aber Preetz? Der darf ja trotz zweier Abstiege weiterwursteln. Oder kippt sein Stuhl, weil Windhorst (bzw. seine Paladine) Druck ausüben?
es wird zunehmend ungemütlich in der Hauptstadt Und das nicht alleine wegen Corona...
Was den Geldgebern übel aufstößt ist die Art und Weise, wie Hertha trotz grosser Investitionen in die Mannschaft nix zustande bringt, das keine Mentalität auf dem Platz ist, dass kein einziger teurer Neuzugang bislang die Elf besser gemacht hat und sie ihre teure Ablöse wert sind.
Der Trainer hat einen schlechteren Schnitt als Covic und Klinsmann vor ihm.
Das schaut sich Windhorst nicht mehr lange an..... Die Hertha ist momentan näher an der 2.Bundesliga als am internationalen Geschäft.
Ja, Preetz,.... Der ist immer noch da, trotz zweier Abstiege und einigen fatalen Fehlgriffen in der Trainer Frage.....
Sein Kader ist schlecht zusammen gestellt. Schrieb ich ja gestern schon..... Mentalität ging!!!! Waren qualitativ vielleicht (oder wahrscheinlich) limitierter als ihre teuren Nachfolger!!!! Aber von der Mentalität und Hierarchie waren sie eben sehr wichtig
 
Ja, Preetz,.... Der ist immer noch da, trotz zweier Abstiege und einigen fatalen Fehlgriffen in der Trainer Frage.....
Sein Kader ist schlecht zusammen gestellt. Schrieb ich ja gestern schon..... Mentalität ging!!!! Waren qualitativ vielleicht (oder wahrscheinlich) limitierter als ihre teuren Nachfolger!!!! Aber von der Mentalität und Hierarchie waren sie eben sehr wichtig
Preetz könnte mit Baumann einen virtuellen Stammtisch unter dem Motto "Trotz zahlreicher Fehlgriffe bin ich weiterhin im Amt" gründen :ugly:
 
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