Das Problem ist, dass selbst die noch unbeschriebenen Spieler, die mal das Potential zu Stars haben, mittlerweile halt Summen im teilweise hohen einstelligen Millionenbereich kosten, und Werder sich dann halt entscheiden muss, wohin der Weg gehen soll. Beruhigen wird sich der Markt nicht mehr, und darauf zu hoffen, ist pures Wunschdenken. Der Fußball durchlebt gerade eine Phase des kapitalismus in Reinkultur. Entweder man passt sich den Gegebenheiten an oder wird langfristig verdrängt.
So weit, so richtig. Nur der Denkfehler beginnt beim letzten Satz: Hier wird so getan, als hätte Werder die Wahl, ob zum Beispiel Mandzukic für 10 Mio. geholt wird, oder eben nicht.
Ich denke nicht, dass Klaus Allofs so überzeugt von allen Spielern des Kaders ist, dass er allen Spielern den Sprung in die Stammelf und mit diesen Leuten in die CL zutraut. Sicherlich weiß auch die sportliche Leitung, dass es notwendig ist, den Kader aufzustocken, um die Qualität zu erreichen, die für umsetzung der sportlichen Ziele notwendig ist. Nur bedingt das-Ablösebudget, dass man hier abwägt, zwischen sportlicher Notwendigkeit und finanziellem Aufwand. Das hat doch nichts damit zu tun, dass er eine Verpflichtung verpasst hat oder z.B. Marin, Mandzukic, Zuculini oder Pizarro für nicht geeignet hält - oder dass er alternativ Niemeyer, Vranjes, Sanogo oder Rosenberg für potenziell stärker hält. Wenn ein Interesse an dem Spieler Marin besteht, wird man versuchen ihn zu holen. Aber nicht für 12 Mio., denn dann stehen andere vakante Positionen auf der Kippe. Z.B. auch die Verpflichtung Pizarros, die man gerne umsetzen möchte. Man muss sich dann eben die Frage stellen, wo die Prioritäten liegen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es zu Marin einen Plan B gibt. Ob das eine andere Neuverpflichtung ist, ob es ein Leihgeschäft sein könnte, um das eine Jahr ohne Marin zu überbrücken. Wer weiß.


