Bremen
Moderator
Und das, obwohl ich auf dem Land in die Schule gegangen bin (d. h. es gab keine Thematiken wie soziale Brennpunkte, Schüler mit Migrationshintergrund, die ggf. besondere Förderung brauchen, etc.) und obwohl die Eltern damals zumindest in meiner Wahrnehmung noch sehr viel mehr abgewogen haben, ob ein Problem ihres Kindes in der Schule (sei es Noten oder auch Verhalten) nicht eher ein Problem ihres Kindes ist als ein Problem des Lehrers oder der Schule. Heute höre ich an allen Ecken und Enden, dass sich Eltern bei der Schulleitung beschweren, wenn ein Lehrer etwas strenger ist, oder dass sie ggf. sogar Anwälte einschalten, wenn aus ihrer Sicht entweder die Noten zu schlecht sind oder die Arbeit zu schwer für ihr armes Kind war. Natürlich gibt es Fälle, in denen der Lehrer das Problem ist, aber mit Sicherheit nicht in der Häufigkeit, in der es Eltern heute so sehen.

Das deckt sich mit meinen Einschätzung Die Eltern neigen heutzutage viel mehr dazu, sich bei der Schulleitung zu beschweren. Bis zu einem gewissen Grad war/ist das sogar legitim und richtig gewesen, denn gerade bei konservativ geführten Schulen pflegten noch bis in die 1980er Jahre hinein viele Eltern einen wenig bis unkritischen Blick auf das Wirken der LehrerInnen auf ihre Kinder, der hin bis zur Unfehlbarkeit des Lehrkörpers reichte. Doch Schule und Lehrkörper haben sich seitdem stark verändert. Ich erkenne das v.a. an 2 von mehr besuchten Schulen, die zu meiner Schulzeit ein sehr konservatives Leit- und Weltbild inne hatten; vor allem das Gymnasium im tief katholischen Niederrhein, welches erst beginnend mit dem Schuljahr 1979/80 (!) gemsichtgeschlechtliche Klassen zuließ aber jetzt seit mittlerweile vielen Jahren über eine liberale, weltoffene, innovative und Eigenverantwortung fördernde Philosophie verfügt. Von das daher besteht mMn deutlich weniger Anlaß für elterliche Reklamationen als sie tatsächlich vorkommen.
1899% Zustimmung. Das von Kaiser Wilhelm I. eingeführte Berufsbeamtentum in Deutschland wucherte im Laufe der folgenden Jahrzehnte in den unterschiedlichsten Regierungsformen immer mehr aus. In der heutigen Zeit reicht es jedoch völlig aus, daß nur noch in den Berufen / Posten Verbeamtungen vorgenommen werden, wo sie im Rahmen der hoheitlichen Aufgaben der Staatsgewalt d.h. Polizei, Finanzamt/Zoll, Bundeswehr, Aufsichtsbehörden, Ordnungspolitik erforderlich sind.Ungeachtet dessen verstehe ich generell nicht, warum Lehrer verbeamtet werden. Gerade das Parallelsystem zwischen Beamten und Angestellten, das gerade besteht, ist innerhalb der Lehrerschaft mMn total unfair. Die Verbeamtung sollte mMn dringend komplett abgeschafft werden.




;-)