Alles rund um Schule & Lehrer

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas matt
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Keine Frage, als verbeamtete Lehrkraft kannst du dir so einiges erlauben ohne nennenswerte Konsequenzen und unbestritten gibt es Privilegien. Dennoch reißen sich die Leute trotz offenkundigem Lehrermangel, ordentlicher Bezahlung, sicherem Arbeitsplatz und Ferien nicht gerade um diesen Job und auch das dürfte Gründe haben...
Und doch kenne ich einige, die auf Lehramt studieren. Warum tun die das, wenn es doch so ein übler Job ist?
 
Es kommt, wie bei jedem anderen Job bei dem die Arbeitsschritte nicht in so feste Rahmen gepresst sind eben darauf an was man investiert und da variiert das von Person zu Person. Lehrer haben aber einen wie ich finde viel zu schlechten Ruf. Ich hab auch mal überlegt in die Richtung zu gehen. Meine Erfahrungen in Schule und Berufsschule haben mich davon abgebracht.
 
Es kommt, wie bei jedem anderen Job bei dem die Arbeitsschritte nicht in so feste Rahmen gepresst sind eben darauf an was man investiert und da variiert das von Person zu Person. Lehrer haben aber einen wie ich finde viel zu schlechten Ruf. Ich hab auch mal überlegt in die Richtung zu gehen. Meine Erfahrungen in Schule und Berufsschule haben mich davon abgebracht.

Die Persönlichkeit entscheidet zum einen, zum anderen natürlich auch die Fächerkombinationen. Mathe und Physik sind weniger arbeitsreich als Deutsch und Englisch zum Beispiel.

Gleichzeitig hat sich der Beruf auch organisatorisch grundlegende geändert. Während früher die Eltern maximal zweimal im Jahr zum Elternsprechtag gekommen sind, erwarten einige heute 24/7 Erreichbarkeit via private Handynummer, Festnetznummer und Mailadresse und die Lehrer bekommen da häufig nur selten Unterstützung durch die Schule. Z.B. Diensthandys, welche man Abends oder am Wochenende ausschalten, gibt's nur selten, ebenso wie Mailadressen von der Schule.

Und ja ich habe auch Bekannte und Verwandte die Lehrer sind. Einige kommen gut klar, andere gehen am Stock - je nach Fächerkombi und Unterstützung in der Schule.
 
Die Persönlichkeit entscheidet zum einen, zum anderen natürlich auch die Fächerkombinationen. Mathe und Physik sind weniger arbeitsreich als Deutsch und Englisch zum Beispiel.

Gleichzeitig hat sich der Beruf auch organisatorisch grundlegende geändert. Während früher die Eltern maximal zweimal im Jahr zum Elternsprechtag gekommen sind, erwarten einige heute 24/7 Erreichbarkeit via private Handynummer, Festnetznummer und Mailadresse und die Lehrer bekommen da häufig nur selten Unterstützung durch die Schule. Z.B. Diensthandys, welche man Abends oder am Wochenende ausschalten, gibt's nur selten, ebenso wie Mailadressen von der Schule.

Und ja ich habe auch Bekannte und Verwandte die Lehrer sind. Einige kommen gut klar, andere gehen am Stock - je nach Fächerkombi und Unterstützung in der Schule.
Guter Punkt mit der Wandlung!

Ich bin Lehrersohn (Latein / Geschichte / Gemeinschaftskunde / Politik) und würde das Arbeitspensum von damals schon als hoch einschätzen, zumindest was mein Vater daraus gemacht hat. Aber es war wahrscheinlich auch schwieriger, zu der Zeit, an einem Gymnasium daran kaputtzugehen. Umso besser. (<--- für mich)
 
Und doch kenne ich einige, die auf Lehramt studieren. Warum tun die das, wenn es doch so ein übler Job ist?
Ich weiß nicht, ob es Ausdruck Deiner Einstellung zur Erwerbstätigkeit eines Menschen ist, oder einfach nur Unbedachtheit von "Job" (= Erwerbstätigkeit zum Broterwerb ist das für mich) zu sprechen. Ich verwende lieber das schöne deutsche Wort Beruf, das nicht umsonst verwandt ist mit Berufung. Es gibt tatsächlich einen Anteil unter den LehrerInnen, die sich berufen fühlen, jungen Menschen etwas beizubringen/Wissen zu vermitteln. (Bei AltenpflegerInnen bspw. geht man davon aus, dass diese eine Art Berufung verspüren, sich um alte/hilflose Menschen zu kümmern).
Natürlich ist das nicht bei allen der Fall bzw. sind Aspekte wie Arbeitsplatzsicherheit und/oder Beamtenstatus sicherlich auch Gesichtspunkte, die einen Anteil an der Berufswahl haben (können). Oder es gibt Leute, die wirklich an das Klischee glauben, dass ein Lehrer vormittags Recht habe und nachmittags frei - die werden dann halt spätestens beim ersten Schulpraktikum eines besseren belehrt (oder sind dann die Negativbeispiele, die praktisch jeder aus seiner eigenen Schulzeit mit Namen und Fach kennt).
Schließlich noch ein weiteres Wort dazu: es gibt einen massiven Nachwuchsmangel im Bereich der Lehrkräfte, was sicherlich auch daran liegt, dass eben vielen Menschen bewusst ist, dass das oben angesprochene Klischee wenig mit der Realität zu tun hat und dass die Anforderungen an einen Lehrer/ eine Lehrerin zwischen Eltern, Schülern und Politik (und eigenem Gewissen) nicht "ohne" sind.
 
Ich habe absoluten Respekt vor denjenigen, die Lehrer sind oder werden (wollen). Während meiner Schulzeit hatte ich kurzzeitig überlegt, ob ich den Job machen möchte, aber mich schnell aus diversen Erwägungen dagegen entschieden.

Und das, obwohl ich auf dem Land in die Schule gegangen bin (d. h. es gab keine Thematiken wie soziale Brennpunkte, Schüler mit Migrationshintergrund, die ggf. besondere Förderung brauchen, etc.) und obwohl die Eltern damals zumindest in meiner Wahrnehmung noch sehr viel mehr abgewogen haben, ob ein Problem ihres Kindes in der Schule (sei es Noten oder auch Verhalten) nicht eher ein Problem ihres Kindes ist als ein Problem des Lehrers oder der Schule. Heute höre ich an allen Ecken und Enden, dass sich Eltern bei der Schulleitung beschweren, wenn ein Lehrer etwas strenger ist, oder dass sie ggf. sogar Anwälte einschalten, wenn aus ihrer Sicht entweder die Noten zu schlecht sind oder die Arbeit zu schwer für ihr armes Kind war. Natürlich gibt es Fälle, in denen der Lehrer das Problem ist, aber mit Sicherheit nicht in der Häufigkeit, in der es Eltern heute so sehen.

Von daher, ja, Lehrer sein, gerade, wenn verbeamtet, hat Vorteile, insb. Sicherheit des Arbeitsplatzes oder freie Zeit (fachabhängig) und ggf. Versorgung im Krankheitsfall, Pension, (Früh)verrentung. Zu den letzten Punkten sage ich bewusst "ggf.", da ich mich damit nicht gut auskenne. Für mich ist das aber zum großen Teil Schmerzensgeld bzw. ein Bonus für einen anspruchsvollen Job, den ich gerade in der heutigen Zeit unter keinen Umständen machen möchte.

Ungeachtet dessen verstehe ich generell nicht, warum Lehrer verbeamtet werden. Gerade das Parallelsystem zwischen Beamten und Angestellten, das gerade besteht, ist innerhalb der Lehrerschaft mMn total unfair. Die Verbeamtung sollte mMn dringend komplett abgeschafft werden. Da sie aber aktuell zwischen Schulen - und Bundesländern - auch als Wettbewerbsvorteil genutzt wird, um Lehrer zu gewinnen, sehe ich nicht, dass sich Politiker konsequent heranwagen. Zumal das, soweit ich weiß, Ländersache ist.

Meine ehemalige Schule verliert jedenfalls in schöner Regelmäßigkeit engagierte Lehrer, weil sie dort keine Verbeamtung bekommen können und dafür dann die Schule wechseln.
 
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Ich habe absoluten Respekt vor denjenigen, die Lehrer sind oder werden (wollen).
:tnx: Wobei bei mir dieser Respekt noch über den Lehrerberuf hinausgeht, denn ErzieherInnen, Pflegekräfte, Krankenhauspersonal etc. zählen für mich ebenso hinzu.

Der Träger des Kindergartens, den mein Nachwuchs als Kind besuchte, war weder staatlich noch kirchlich, sondern ein eingetragener Verein, dessen Vorstand sich aus Kreis der Eltern zusammensetzte. In den Jahren habe ich die Kassenprüfung übernommen und war regelrecht entsetzt, wie gering das Einkommen von 2 Erzieherinnen - 1 Vollzeit (Leitung), 1 Teilzeit - sowie einer noch schlechter verdienenden Kinderpflegerin war. Das und die Gespräche mit dem Personal haben mir die Augen dafür geöffnet, daß man für solche Berufe - denen man das wichtigste anvertraut, was man hat, sprich die engsten Familienangehörigen - über einen äußerst hohen Impetus verfügen muß und es oft beschämend ist, daß diese Menschen gemessen an ihren Verantwortungen und in großen Teilen auch durch die Belastungen im 2- oder 3-Schichtbetrieb unterbezahlt sind.
 
Die Persönlichkeit entscheidet zum einen, zum anderen natürlich auch die Fächerkombinationen. Mathe und Physik sind weniger arbeitsreich als Deutsch und Englisch zum Beispiel.

Gleichzeitig hat sich der Beruf auch organisatorisch grundlegende geändert. Während früher die Eltern maximal zweimal im Jahr zum Elternsprechtag gekommen sind, erwarten einige heute 24/7 Erreichbarkeit via private Handynummer, Festnetznummer und Mailadresse und die Lehrer bekommen da häufig nur selten Unterstützung durch die Schule. Z.B. Diensthandys, welche man Abends oder am Wochenende ausschalten, gibt's nur selten, ebenso wie Mailadressen von der Schule.

Und ja ich habe auch Bekannte und Verwandte die Lehrer sind. Einige kommen gut klar, andere gehen am Stock - je nach Fächerkombi und Unterstützung in der Schule.
Unsere Tochter war Mitglied einer WA-Gruppe der Klasse ihres Sohnes. Sie ist jetzt ausgetreten!
Stress machen heutzutage die Eltern. Ließe man Kinder und Lehrer gewähren, wäre vieles einfacher.
 
Immer wenn man einen Experten braucht ist er nicht da....:(
Barney Gumble könnte aus dem Nähkästchen plaudern.;)
Könnte daran liegen, dass ich zu der Uhrzeit gestern noch in der Schule war. Wie übrigens 4 der 5 Tage diese Woche. Und jetzt bin ich es auch wieder. Daher spannende Diskussion über Arbeitszeiten hier ;)

edit: arbeitszeit diese woche (in zeitstunden bevor Missverständnisse entstehen)
4 mal 14 Stunden
1 mal 7 stunden
Und heute dürften so 5-6 dazu kommen. Morgen zuhause am eigenen Schreibtisch nochmal rund 4-6 Stunden geschätzt.

edit 2: unterrichtszeit diese woche (auch in zeitstunden): 7,5
 
Zuletzt bearbeitet:
Könnte daran liegen, dass ich zu der Uhrzeit gestern noch in der Schule war. Wie übrigens 4 der 5 Tage diese Woche. Und jetzt bin ich es auch wieder. Daher spannende Diskussion über Arbeitszeiten hier ;)

edit: arbeitszeit diese woche (in zeitstunden bevor Missverständnisse entstehen)
4 mal 14 Stunden
1 mal 7 stunden
Und heute dürften so 5-6 dazu kommen. Morgen zuhause am eigenen Schreibtisch nochmal rund 4-6 Stunden geschätzt.
Dabei wäre interessant zu erfahren, womit Du z.B. deine 14 Stundentage gefüllt hast. In einem von @holgerwehlage verlinkten Artikel gab es Tabellen, wo bei der am Ende des Tages immer Stand:
16:00-21:00 Uhr
Unterrichtsvorbereitung, Dienstmails beantworten
Diese 5 Stunden wurden in die Endabrechnung einbezogen!
Damit ihr nicht suchen müsst: https://www.zeit.de/gesellschaft/sc...eit-stress-ferien-ausgleich-protokoll/seite-2

Wenn ich meine Zeiten so aufgedröselt hätte, wäre ich auch locker auf >60 Stunden gekommen. Ein bischen realer darf es schon sein.
 
Dabei wäre interessant zu erfahren, womit Du z.B. deine 14 Stundentage gefüllt hast. In einem von @holgerwehlage verlinkten Artikel gab es Tabellen, wo bei der am Ende des Tages immer Stand:
16:00-21:00 Uhr
Unterrichtsvorbereitung, Dienstmails beantworten
Diese 5 Stunden wurden in die Endabrechnung einbezogen!
Damit ihr nicht suchen müsst: https://www.zeit.de/gesellschaft/sc...eit-stress-ferien-ausgleich-protokoll/seite-2

Wenn ich meine Zeiten so aufgedröselt hätte, wäre ich auch locker auf >60 Stunden gekommen. Ein bischen realer darf es schon sein.
Ich nehme mir heute Nachmittag/Abend die Zeit zu antworten. Sonst muss ich die zeit im Forum noch rausrechnen ;)
 
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