Nach dem Auftritt gestern.....musste man erstmal durchatmen, um nicht zu extensiv zu werden.
Die Mannschaft ist gestern bei allen Medien so zerrissen worden, wie ich es selten in der Bundesliga erlebt habe. Der Prozess der Selbstauflösung ist sichtbar vorangeschritten. Der Wille, ein Spiel zu gewinnen ist dem ' bloß-nicht-verlieren-Wollen' gewichen. Die Motivation, alles zu geben, kann damit nicht mehr abgerufen werden - und damit fehlen bestimmt 10-20 Prozent des Leistungsvermögens. Das sind in der BL schon Welten.
Das Auftreten auf Verletzungspech zurückzuführen, ist nun nur noch eine Ausrede, denn trotz der Ausfälle und Rückkehrer war das gestern nicht bundesligareif, damit zeigt sich klar, dass der Kader in der ersten Elf, vielleicht Zwölf/Dreizehn mittelmäßig besetzt ist, die weiteren Spieler erreichen aber nicht die Anforderungen. Das kann zum Einen an der Wahl ausgemusterter/gescheiterter Spieler liegen, die es einfach nicht mehr schaffen und denen das Kämpferische abgeht - oder es liegt am Training, in dem Einstellung, Motivation und Selbstverständnis nicht genügend thematisiert werden und den Spielern somit das Verständnis dafür fehlt. Für beide Punkte kann die Mannschaft nicht direkt etwas, sondern die Zuständigkeit liegt bei Baumann bzw. Kohfeldt. Im Rahmen einer neutralen Analyse dürfte das eruiert werden. Nur wer erwartet, dass in Bremen tatsächlich vorbehaltlos und hart analysiert wird (wer schießt sich schon gern ins Knie?). Ich jedenfalls nicht.
Die Mannschaft selbst kann sich in dieser Lage nicht helfen. Es fehlt der Impuls von außen. Ich habe meine Zweifel, dass Kohfeldt noch der richtige dafür ist. Er kann Krisen nicht, das hat sich auch in seiner Zeit als U23-Trainer gezeigt. Klingt zwar medial alles nett, was er von sich gibt, hört sich auch verständig an....sind aber Nebelkerzen. Nichts Anderes. Wenn er wüsste, woran es krankt, hätte er es abgestellt. Man muss nur kurz Personalentscheidungen, positionsfremdes Aufstellen, teamgeistfeindliche Einsatzgarantien, unnötigen Offensivzwang, Systemfehler (z.B. Dreierkektte) und den Trainingszustand begutachten, dann weiß man schon, in welchen Bereichen der Kader überfordert wird. Damit macht ein Trainer eine Mannschaft kaputt. Und dieses Team von Werder liegt am Boden. Da braucht es jetzt nicht Straftraining, Rapport und Konsequenzen, jetzt ist Aufbauarbeit gefragt und Rückkehr zu den basics. Und die anderen Themen wie Hybridrasen, Physioabteilung, med. Betreuung etc. wären dann in einem zweiten Schritt zu behandeln.
Mit anderen Worten: Viel zu wenig Zeit für Werder in der Winterpause. Und leider die falschen Personen auf den entscheidenden Positionen. Nicht nur in der Mannschaft, auch im Triumvirat.