Politik und Fußball in Bremen

Sehr interessant ist auch das auf der WOL-Website heute Nachmittag veröffentlichte Statement von Hess-Grunewald, das einige Rückschlüsse z. B. zu den Motiven des Senats zulässt:

https://www.werder.de/aktuell/news/profis/20162017/interview-hubertus-hess-grunewald-19052017/

Darin...:

Das Gericht hat nach der vorläufigen Beratung gesagt, dass es das Bremer Gesetz für „noch verfassungsgemäß“ hält, aber im Nachsatz auch betont: „Das kann man aber auch anders sehen.“ Das deutet in der Regel schon daraufhin, dass das Gericht sehr genau weiß, dass es auch gewichtige Gegenargumente in dieser Frage gibt......Diese Eindeutigkeit, die Innensenator Mäurer in Bezug auf die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes dort herausgehört haben will, konnte ich jedenfalls nicht vernehmen.“

Die Befürworter des Bremer Gesetzes inklusive Innensenator Mäurer beteuern bei jeder Gelegenheit, dass man Werder nicht schaden will, aber wir sind nicht naiv. Am Ende werden sie mit den Achseln zucken und feststellen, dass sie nicht anders konnten. Keiner konnte mir bisher wirklich erklären, wie man sicherstellen will, dass Werder am Ende des gerichtlichen Verfahrens keinen Schaden nimmt.“
Das zeugt nicht gerade von großem Vertrauen gegenüber dem Parteifreund Mäurer.

Der Senator wirft der DFL fehlende Kommunikationsbereitschaft vor.... Es wird vollkommen verschwiegen, dass wir für unseren Kurs, konstruktiv mitzuhelfen, die Polizeieinsatzzeiten zu verringern, die Unterstützung der Gewerkschaft der Polizei haben, die in Bremen die große Mehrheit der Polizisten vertritt. Die sinkenden Polizei-Einsatzzeiten als ein Teilerfolg des guten Miteinanders in Bremen werden nicht thematisiert.
Will man nicht gar daran "verdienen", indem man die "Mehrkosten bei Hochrisikospielen" an den auch durch die Mitarbeit Werders bereits reduzierten Kosten für die Grundversorgung "(normale Bundesligaspiele) bemisst? Rein mathematisch errechnet man quasi deshalb eine hohe/höhere Differenz, weil man (stillschweigend) einen reduzierten Basiswert berücksichtigt?

Nur mit dem Finger auf die „reiche Gelddruckmaschine DFL“ zu zeigen, „die nur verdient und nichts abgeben will“. Das halte ich für sehr durchsichtig und nicht zielführend. Der Fußball hat sich 2012 gemeinsam mit der Innenministerkonferenz zu einem sehr umfangreichen Maßnahmen-Paket für mehr Sicherheit und Prävention verpflichtet und alle geforderten Punkte umgesetzt. Der Fußball will sogar sehr engagiert mithelfen, mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem umzugehen. Und Werder ist dabei vorangegangen.....All diese positiven Entwicklungen, werden vom juristischen Weg der Stadt Bremen torpediert
Mehr als deutliche Ansagen....! :kaffee:

Wir mussten erst vor zwei Jahren ein bedeutungsloses Testspiel in der Sommervorbereitung gegen Hannover 96 auf ausdrücklichen Wunsch der Polizei ohne Zuschauer durchführen. Wir sehen doch wie Gewalttourismus am 1. Mai sinnvolle politische Demonstrationen unterwandert und die Polizei in Anspruch nimmt. Wir haben doch sehr deutlich dokumentieren können, dass es Auseinandersetzungen am Spieltag im Stadtgebiet gibt, die auf politische Gegensätze zurückzuführen sind und mit Fußball nichts zu tun haben außer die Bühne zu nutzen. Das zeigt doch deutlich, dass wir nur gemeinsam und mit großem Einsatz für Prävention die Einsatzzeiten der Polizisten, die einen sehr schwierigen Job machen, verringern können
Sehr kluge Aussagen.

Erreicht wurde für Bremen nichts außer jetzt anfallende Gerichts- und Anwaltskosten sowie Ausgaben für Gutachten. Man darf doch die Richtigkeit der Strategie bezweifeln. Ich bin sehr gespannt, ob die parlamentarische Mehrheit, die die Einführung des Gesetzes im Jahr 2014 ermöglicht hat, überhaupt noch Bestand hat. Die Oppositionsparteien lehnen den Weg komplett ab. Die Grünen haben damals aus Koalitionsgründen zugestimmt, ohne überzeugt zu sein. Und in meiner Partei, der SPD, die alles federführend vorangetrieben hat, beobachte ich schon, dass relevante Persönlichkeiten mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich sind.
Wie stehen denn eigentlich die Bremer Finanzsenatorin und der Bremer Bürgermeister zum Vorstoß Mäurers? :confused:

Vielleicht ist es aber auch das Wissen um das konstruktive Miteinander, weshalb wir uns als Werder Bremen in der Frage der Polizeikosten so engagiert in die Argumentation einmischen. Wir sind einfach überzeugt, dass es einen gemeinsamen Weg, einen besseren Weg gibt. Werder und die Bundesliga sind für die Stadt Bremen kein Zuschuss-Geschäft. Ganz im Gegenteil. Dafür werden wir zeitnah aktuelle Zahlen vorlegen.“
Na, wenn da man nicht derzeit wertvolles Porzellan zerschlagen wird....?! :(
 
Na, wenn da man nicht derzeit wertvolles Porzellan zerschlagen wird....?! :(

Mäurer ist ein Depp und ich denke bei Werder (und nicht nur dort) schütteln alle nur noch mit dem Kopf. Vor allem ist es an strategischer Dummheit wohl kaum zu überbieten wie der Kerl alleine losstürmt ohne zumindest den ein oder anderen Innenminister der anderen Länder an seiner Seite zu wissen. Ich weiß auch nicht was seine Beweggründe sind, vielleicht ist es ein ausgeprägter Narzissmus weil er sich alleine mit der DFL anlegt. Um Geld kann es am Ende des Tages jedenfalls nicht gehen denn wir reden hier über Mehrkosten in Höhe von 0,01%(sic!) des Bremer Landes-Etats...in diesen Größenordnungen ist Bremen doch spendabel, da bereitet man einem großen Logistikdienstleister doch in vorauseilendem Gehorsam das Feld, während der nach Achim geht.......
 
So jetzt können im Weserstadion Plakate aufgehängt werden mit "Scheiß DFB". Wer eine andere Entscheidung erwartet hat, tja der war doch naiv. Werder hat absolut keine Lobby mehr im DFB. Und dann noch die Sache mit den Risikospielen und den Kostenbeteiligungen. Wobei ich da sagen muss, so verkehrt halt ich dies nicht. Nur hätte dies besser vorbereitet sein müssen. Irgendwie hat man das Gefühl die Vorfälle in den Stadien werden immer mehr. Wenigstens muss sich Bremen jetzt keine Gedanken machen über Randale im Zuge der EM.
 
Ein sehr gutes Urteil für Bremen. Die DFL wird die Kosten auf den SVW umlegen. Mittlerweile sind fast 2 Mio€ aufgelaufen? Nun wird es noch ein Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht geben. Aber ich würde davon ausgehen, dass sie diesem Urteil folgen werden.
Da wir im Föderalismus leben, werden manche Bundesländer dem Urteil Folge leisten und manche eben nicht. Aber Bremen wird Werder zur Kasse bitten, denn die DFL hat schon angekündigt, diese Kosten auf den SVW umlegen zu wollen. Ein schöner Erfolg für unsere Genossen in der Landesregierung und im ASR des SVW.
 
Ein sehr gutes Urteil für Bremen. Die DFL wird die Kosten auf den SVW umlegen. Mittlerweile sind fast 2 Mio€ aufgelaufen? Nun wird es noch ein Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht geben. Aber ich würde davon ausgehen, dass sie diesem Urteil folgen werden.
Da wir im Föderalismus leben, werden manche Bundesländer dem Urteil Folge leisten und manche eben nicht. Aber Bremen wird Werder zur Kasse bitten, denn die DFL hat schon angekündigt, diese Kosten auf den SVW umlegen zu wollen. Ein schöner Erfolg für unsere Genossen in der Landesregierung und im ASR des SVW.
Sollte das so kommen, kann das Wort "Bremen" aus dem Mannschaftsnamen der Profis gestrichen werden. Heißen sie ab dann eben FC Werder.
 
Ein sehr gutes Urteil für Bremen. Die DFL wird die Kosten auf den SVW umlegen. Mittlerweile sind fast 2 Mio€ aufgelaufen? Nun wird es noch ein Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht geben. Aber ich würde davon ausgehen, dass sie diesem Urteil folgen werden.
Da wir im Föderalismus leben, werden manche Bundesländer dem Urteil Folge leisten und manche eben nicht. Aber Bremen wird Werder zur Kasse bitten, denn die DFL hat schon angekündigt, diese Kosten auf den SVW umlegen zu wollen. Ein schöner Erfolg für unsere Genossen in der Landesregierung und im ASR des SVW.

Sollte das Bundesverwaltungsgericht dem zustimmen wird es zukünftig wohl keinerlei Veranstaltungen mehr geben. Oder wie erklärt man das die DFL die Kosten übernehmen soll aber der Polizeieinsatz bei der Breminale oder dem Freimarkt nicht vom Veranstalter getragen werden?

Kann Werder dann bei "hochsicherheitsspielen" einfach das Gästekontingent streichen?

Und wie verhält es sich dann mit den Steuern von DFL/Werder. Wenn die Steuern nicht mehr für die Polizeieinsätze genommen werden müssen diese dann noch entrichtet werden?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So siehts aus ......... bietet doch herrlich Raum für aller Art Verschwörungstheorien ....... :klatsch:
Obwohl, wenn ich es mir richtig überlege, sollten wir das Thema ausklammern. Nach Meinung einiger sollte hier im Forum ausschließlich über Sport diskutiert werden. Dieses Thema ist aber eindeutig ein politisches.
"Was? Aber das berührt doch auch den Sport, von daher ist es doch legitim", ruft es aus den Beiträgen. "Richtig!", ruft es zurück, "das gilt bei den Beiträgen über Nicht-Europäische Spieler (mit dieser Formulierung kann ich wenigstens nicht falsch liegen) aber auch."
Mal schauen, was der Spagat so mit sich bringt.
 
Sollte das Bundesverwaltungsgericht dem zustimmen wird es zukünftig wohl keinerlei Veranstaltungen mehr geben. Oder wie erklärt man das die DFL die Kosten übernehmen soll aber der Polizeieinsatz bei der Breminale oder dem Freimarkt nicht vom Veranstalter getragen werden?

Kann Werder dann bei "hochsicherheitsspielen" einfach das Gästekontingent streichen?

Und wie verhält es sich dann mit den Steuern von DFL/Werder. Wenn die Steuern nicht mehr für die Polizeieinsätze genommen werden müssen diese dann noch entrichtet werden?
Dazu ein Zitat von Reinhard Rauball: „Der Fußball ist nicht Verursacher von Gewalt, und eine bloße Umverteilung von Kosten führt nicht zur notwendigen Reduzierung der Polizeieinsätze. Es ist für uns weiterhin nicht nachvollziehbar, dass der Fußball für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, die eine Kernaufgabe des Staates ist und der Allgemeinheit zugutekommt, verantwortlich sein soll.“
Das kann man so oder so sehen. Die DFL hat auch argumentiert, dass Werder der Veranstalter sei? Dem kann ich gar nicht folgen, weil Werder eben nicht den Zeitpunkt der Spielen veranschlagt sondern lediglich den Ort. Ich habe für beide Seiten Sympathien.
Die Steuerpflicht hat damit gar nichts zu tun. Jeder Mensch und jede Organisation entsprechend ihres Status (Personengesellschaft vs KG) sind zunächst einmal steuerpflichtig. Je nach Einkommen aber auch befreit oder begünstigt.
Für Werder ist die Situation hochbrisant. Falls sie absteigen sollten, muss der Senat vor diesem o.g. Hintergrund klar seine Position beibehalten und eben nicht Zugeständnisse an den SVW machen, damit die irgendwie überleben. @Bremen hat zwar unlängst aufgelistet, welche finanzielle Beiträge des Landes Bremen an den SVW in der Vergangenheit gemacht worden sind, aber das geht nun gar nicht mehr. Das wäre völlig inkonsequent.
Was haben uns denn die Seilschaften zum Senat die letzten Jahre gebracht? Das ist zB ein Ergebnis davon. Es wird Zeit, dass Werder sich auch als Verein von seiner Landesregierung emanzipiert. Das ist dann schmerzlich evtl. existenzbedrohend, aber es wäre konsequent.
 
Das ist doch ein Witz. Müssen die Veranstalter von Demonstrationen oder Festivalbetreiber usw. denn auch die Kosten für Polizeieinsätze tragen, die ihretwegen stattfinden?
 
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