Das ist korrekt, daß ein Investor nicht der maßgebende Faktro für Erfolg oder Mißerfolg ist, denn entscheidend ist, die Arbeit der handelnden Protagonisten. Aber mit dem Geld eines Investors bietet sich die Chance, mit dem dadurch erweiterten finanziellen Handlungsspielraumdie sportliche Wettbewerbsfähigkeit nicht nur zu erhöhen, sondern vor allem diese grundlegend zu sichern. Die Geldspirale dreht sich immer weiter und schneller nach oben, Werder hingegen ist seit Jahren ohne Europapokaleinnahmen, die TV-Gelder sind durch die schlechten Platzierungen in den letzten 5 Jahren gesunken und der Stadionumbau ist auch noch längst nicht abbezahlt, sprich Werder verliert sukzessive finanziell immer mehr an Boden gegenüber der Ligakonkurrenz. Und durch die hohe Wahrscheinlichkeit eines Aufstiegs des Brauseclub in dieser Saison (trotz der gestrigen Niederlage) wird ab der kommenden Saison die Luft für Werder noch dünner.
Selbstverständlich sollte man nur dann einen Investor ins Boot holen, wenn die Rahmenbedingungen passen (daß man so einern "Reinquatscher" wie Kühne benötigt, sollte selbsterklärend sein), aber auf Dauer kann man sich bei Werder Bremen aufgrund der stetig steigenden Geldspirale sich diesem nicht verschließen, wenn man weiterhin in der Bundesliga wettbewerbsfähig bleiben möchte. Aber ebenso wenig wie ein Geldgeber ein Garant für den Erfolg sein kann, ist ebenso wenig Einbeziehung eines Investors in Form ein Kommanditisten gleichbedeutend damit, daß Werder Bremen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit verliert. Dahingehend problematisch kann es z.B. dann werden, wenn so es wie bei Hannover 96 ein Marin Kind sich mit dem Versprechen großer Investionen zum Präsidenten des Stammvereins wählen läßt und somit nach der Ausgliederung der Profabteilung den Vorsitz dem Komplementärs Hannover 96 GmbH & Co. KGaA übernahm und zeitgleich als Teilhaber der Sales & Service GmbH & Co. KG sukzessive die Kommanditanteile der Hannover 96 Hannover 96 GmbH & Co. KGaA erwerben konnte.