Also grundsätzlich kann man sagen, dass Werder seit Ende der Ära Schaaf immer gegen den Abstieg spielt und ziemlich konzeptlos daherkommt.
In der Ära Schaaf konnte man teilweise auch am Ende durchaus noch ein Konzept erkennen, was leider durch viele individuelle Patzer zunichte gemacht wurde, so dass man sich in eine Situation bugsierte, in der man gegen den Abstieg spielte und teilweise total planos agierte.
Hierzu muss man sagen, dass TS leider nie die Umstellung von extrem guten Spielern zu Durchschnittsspielern vollziehen konnte und immer an seinem Offensivkonzept fesgehalten hat. Kann man halt nicht mit jeder Kaderzusammenstellung spielen. Ich war zu der Zeit zwar wie viele Werderfans zwiegespalten, auf der einen Seite für eine Entlassung von TS weil sich das ganze nicht mehr einzuspielen schien, war auf der anderen Seite aber auch extrem skeptisch, da halt nicht alleine der Trainier die Schuld trug sondern von Einzelspielern viele unnötige Fehler verursacht wurden, habe am Ende aber doch einen Versuch mit einem neuen Trainer begrüßt.
Dann kam die Zeit mit Dutt. Zunächst konnte man in einigen Zeitungen lesen was er vor hatte und die theorethischen Konzepte ließen tollen Fußball vermuten. Leider habe ich in der Bundesliga vor und nacher nie wieder konzeptlosere Mannschaften als Werder unter Dutt gesehen. Da standen teilweise Spieler auf dem Feld die angespielt wurde und ein Fragezeichen über dem Kopf hatten was sie denn nun mit dem Ball machen sollten. Ich sag nur 0 Torschüsse gegen Bayern...einmaliger Rekord! Glückwunsch!
Mit Viktor Skripnik hatte ich eingentlich wieder Hoffnung geschöpft, da er die Mannschaft zu erreichen schien, als er sie übernahm. Leider hielt der Effekt nur so lange bis die Mannschaft offensichtlich gerettet war. Wohl eher ein kurzfristiger "Trainereffekt".
Seitdem muss man leider sagen, dass auch Viktor Skripnik eher konzeptlos durch die Welt irrt. Schon vor Saisonbeginn hat er in den Vorbereitungsspielen immer dem Werderweg folgend die jungen Spieler eingesetzt. Aber dann kurz nach Saisonbeginn diese Spieler in die zweite Mannschaft zu verbannen und wieder auf etablierte Kräfte zu setzen lässt leider nicht auf einen zielgerichteten Weg schließen. Entweder...Oder aber nicht "Ich weiss noch nicht genau...aber ist ja nur Bundesliga". Auch, dass er ständig auf Nachwuchskräfte wie Öztunali setzt, obwohl dieser seit etlichen Spielen keine überzeugenden Leistungen bringt erinnert eher an ein festhalten an Spielern wie "Barten" oder "Borel". Öztunali hat sicher mehr Talent, aber wenn er es auf dem Platz nicht zeigt gehört er nicht in die Mannschaft. Experimente mit Vestergaard auf der 6, wo dieser sichtlich Schwierigkeiten offenbarte, aber ständig an gleicher Position wieder aufgestellt wird, zeigen deutlich die taktischen Defizite des Trainers.
Ich bin davon überzeugt, dass die Spieler von Werder vielen Teams der Bundesliga in Nichts nachstehen. Wenn man nur Beispiele wie Hertha oder Mainz anführen möchte, muss man sagen wir stehen relativ schlecht da. Nimmt man aber Mannschaften wie Frankfurt oder Hoffenheim sieht man dass wir eigentlich da sind wo wir hingehören. Ich sehe alle diese Mannschaften von den Spielern her auf einem Niveau, fragt sich also woher kommt der Unterschied. Das mag teilweise Tagesform sein, auf Dauer muss man aber leider sagen, dass bei den höher in der Liga positionierten Mannschaften bessere Spielkonzepte dahinter stehen, mit denen man auch gewinnen und Punkte holen kann.
Sogar bei Mannschaften wie z.B. Augsburg die Punktemäßig aktuell in gleicher Region mit Werder aufzufinden sind, sieht man klare Pass- und Laufwege, etwas dass ich bei Werder seit einiger Zeit entweder nur ansatzweise erkenne oder teilweise komplett vermisse.
Also grundsätzlich finde ich die Haltung von Eichin und den weiteren Werderverantwortlichen gut. Man darf nicht immer gleich in schlechten Zeiten den Kopf verlieren und emotionalen Blödsinn verzapfen. Dann wäre man am besten aufgehoben bei Schalke oder dem HSV

. Man muss auch einfach mal abwarten wie sich das ganze entwickelt und vielleicht an verschiedenen Punkten ansetzen um die Situation zu verbessern.
Das Problem hierbei ist, in der Winterpause hat man Spielertechnisch gut nachgelegt und eigentlich sollte sich das in den Mannschaftsleistungen wiederspiegeln. Leider sind vom Spielniveau her keine Veränderungen zu verzeichnen. Das letzte Element an dem es nun noch liegen kann, ist leider der Trainer.
Und auch wenn ich grundsätzlich bei Eichin bin, dass man nicht überreagieren sollte, gibt es auch einen Zeitpunkt zum "reagieren" und den sollte man tunlichst nicht verpassen, sonst findet man sich plötzlich in Liga 2 wieder und keiner weiss warum.
Ich möchte hier nur einmal zu bedenken geben, was so ein Trainerwechsel bewirken kann. Sieht man sich die Gladbacher an, die bei einem Wechsel von Frontzek auf Favre von der Schießbude der Liga zu einer der sichersten Abwehrreihen der Liga wurden und fortan eher im oberen Drittel der Liga zu finden waren...
Ein solcher Trainerwechsel ist natürlich nicht immer der Heilsbringer. Es gibt genug negative Beispiele, bei denen auch ein Trainierwechsel nichts bewirkt hat. Und bei den bisherigen Trainern, die unsere Führungsetage ausgewählt hat, könnte sich auch ein erneuter Trainerwechsel als teurer "Griff ins Klo" erweisen. Vielleicht dann doch besser geordnet, aber halbwegs schuldenfrei mit Skripnik in die zweite Liga. Allerdings würde mir persönlich ein Trainerwechsel zum jetztigen Zeitpunkt wieder Hoffnung machen auf einen Erhalt der Erstklassigkeit.