Offenbar muss man einigen Foristen hier nochmal verdeutlichen, dass sich die derzeitigen Rahmenbedingungen bei Werder durch die finanzielle Situation quasi von allein ergeben. Auch der Aufsichtsrat selbst hat da relativ wenig Handlungsspielraum.
Ich würde die Rolle des ASR bei Werder nicht so Klein reden. Es wird hier gerne der Werderweg und das Hanseatische bemüht. Aus der Aktualität heraus, dass KDF mit Fricke vom WK gerade ein Buch über Werder veröffentlichen, wurde diese Woche eine Leseprobe im WK (?) veröffentlich.
Inhalt war der gescheiterte Effenberg-Transfer in den 90er. Werder war zu jener Zeit mit Rehagel als monozentrisches System sehr erfolgreich. Rehagel war die sportliche Kompetenz bei Werder und Lemke hat ihm als Manager zugearbeitet. OR war sich mit der Familie Effenberg über den Transfer einig und die finanziellen Bedingungen sollte dann WL ausarbeiten.
Die damalige Frau Effenberg hat sehr hohe Forderungen gestellt und WL hat sie entsprechend dem Werderweg abgelehnt. Das ist dann laut Deiner eigenen Interpretation der Werderweg mit finanziellem Augenmaß.
Die Folgen für Werder waren, dass das Verhältnis Lemke/Rehagel völlig zerrüttet war und OR dann Werder Richtung Bayern alsbald verließ. Damals hat WL OR sogar seinen Rücktritt angeboten, nur damit Otto nicht ging!
In der Jahren 1996-99 hat dann dieser ASR mit WL diversen Trainern AaD de Mos, Dörner, Sidka und Magath Millionen hinterher schmeißen müssen, um in einer Verzweifelungsaktion TS zum Cheftrainer zu machen. Das war am Ende pures Glück, dass TS hier so eingeschlagen ist. Normalerweise wären sie 1999 abgestiegen.
Mit Risikobereitschaft und einem Transfer von Effe zu uns, wäre hier einiges anders gelaufen und man hätte ihn am Ende mit Gewinn nach München verkauft.
Und zum Stadionumbau: der war notwendig. Aber die Finanzierung komplett idiotisch und riskant. Dafür sind die GF inklusive ASR verantwortlich, weil sie ja die Verträge unterschreiben.
Er wurde als "smarte Lösung" geholt, weil man sich von ihm ebensolche Entscheidungen versprochen hat. Nach 2,5 Jahren Amtszeit muss man konstatieren, dass ein zu hoher Anteil seiner Entscheidungen erfolglos waren/sind. Derzeit ist da insbesondere auf die völlig einseitige Konzentration auf die Defensive der Mannschaft zu verweisen.
Darf ich daran erinnern, dass Werder seit Jahren die schwächste Defensive stellt! Warum man TE nun vorwirft, diese stabilisieren, entzieht sich meiner Logik.
Selke wollte weg und das Geld wurde benötigt, um Ujah als Ersatz und Juno eine VVL anbieten zu können. Weitere Gelder für das MF wurden nicht bewilligt. Erst mussten die Altlasten weg <=> Kostendämpfung.
Was jetzt hier als smarte Lösung beschrieben bzw eingefordert wird, ist nichts anderes als die Suche nach Rohdiamanten, in der Hoffnung daraus einen großen Stern von Afrika zu machen. Was bei Micoud und Diego geklappt hat, meint der ASR, sei jederzeit wiederholbar. Das waren Ausnahmen und nicht die Regel, denn es sind Tausende von Schatzsuchern unterwegs.
Das wir uns hier richtig verstehen: ich exkulpiere in keiner Weise TE. Aber aus Dreck Gold zu machen, ist nicht so einfach, wie Alchimisten im Mittelalter bitter erlernen mussten.
Was ich an VS kritisiere, ist sein Nachwuchskonzept. Das ist ein Schlingerkurs ohne Masterplan. Die Generation Y und Z verzeiht einen solchen Kurs nicht und zieht sich in die innere Immigration zurück.
Und offensive Armut sehen wir hier unter diversen Trainern seit 5 Jahren. Das ist nicht neu und mittlerweile Standard für Werder. Da habe ich die Hoffnung längst aufgegeben.