:daumen:
Ja, das hat er - und zwar eindrucksvoll. Umso bedauerlicher ist es, dass VS nicht in Ansätzen an die damalige Phase anknüpfen kann.
In der Vorbereitung lief es eigentlich ganz gut. Nun wissen wir alle, dass Vorbereitungen nur eine begrenzte Aussagekraft haben. Hinsichtlich der Offensive aber schienen wir bis dato, mit di Santo und dem Neuzugang Ujah, ein für den Saisonverlauf vielversprechendes Sturm-Duo zu besitzen.
Es ist anzunehmen, dass Skripnik um dieses Duo herum eine gewisse Spielidee für die Offensive im Kopf hatte. Eine, bei der einer der beiden vorn reingeht, "wo es weh tut", der andere ihm, in Ermangelung ebensolcher Mittelfeldspieler, als hängende Spitze bestmöglich zuarbeitet.
Dieses vermeintliche System ist durch den Abgang di Santos obsolet. Die von verschiedenen Medien kolportierte Reaktion Skripniks auf den "späten Verlust" di Santos lässt den Schluss zu, dass er mehr als nur einen für Werder wichtigen Spieler verloren hat!
Nun muss man von einem Bundesliga-Trainer erwarten können, dass er flexibel auf solch einen Vorfall reagieren kann. In Phasen, in denen der Kader aber eh schon nur mit wenigen "Routiniers" bestückt ist, wiegt solch ein Ausfall doppelt. Seither ist Skripnik auf der Suche nach einem neuen Matchplan. Mit einer komplett neuen Offensive, ohne große Alternativen im offensiven Mittelfeld. Team und Trainer fehlen nicht nur spielerisch starke Spieler (mit Öztunali, Aycicek, Eggestein) stünden die ggf. sogar zur Verfügung, sondern "erfahrene Typen". Vor dem Hintergrund mutete die Pizarro-Verpflichtung, Tage nach offiziellem Ende der Wechselperiode, wie eine Verzweiflungstat an. Skripnik wird die Frage beantworten müssen, ob er Pizarro tatsächlich eher als Mittelfeldspieler geholt hat, oder als (Ersatz für die) Spitze.
Das Fußball-Geschäft ist gnadenlos. Es wird Skripnik nicht mehr viel Zeit bleiben, eine neue Idee zu entwickeln, umzusetzen und damit Erfolg zu haben. Am Ende wird vermutlich wieder der Trainer das "schwächste Kettenglied" sein. Sollte er tatsächlich scheitern, müssen sich aber auch andere Entscheidungsträger unangenehmen Fragen nach der Zusammensetzung der Mannschaft stellen.