Rübenacker hin wie her... Ein Fußballprofi muss diesen Ball ganz einfach verarbeiten können - sehe das also anders als bspw. @maddin. Selbst technisch limitierte Spieler sollten dazu in der Lage sein, das Halbhohe als Argument scheidet allein schon dadurch aus, dass dieser Ball butterweich geschlagen und daher relativ leicht anzunehmen gewesen ist. Prödl hat u.a. die Gelegenheit, ihn bei Ballannahme longline in Richtung seines eigenen möglichen Laufweges abtropfen zu lassen, um ihn bei eventueller mangelhafter Ausführung a) auch noch zu TGS weiterleiten zu können oder ihn notfalls aus der planlos nach vorn oder ins Seitenaus zu dreschen. Selassie hatte im Moment des Prödl - Blackouts knapp 5m Luft zu seinem Gegenspieler - der Bielefelder, der Prödl anlief, tat dies (in der Wiederholung deutlich zu sehen) auch nur noch halbherzig und mit einer Körpertäuschung spekulierend, sodass keine besonders gefährlichen Umstände erkennbar waren.
Somit ergibt sich für mich eine Schuldverteilung von in etwa 10% auf Casteels, der diesen Pass nicht unbedingt spielen muss, wobei am Pass selbst nichts Verwerfliches zu finden ist und somit eher die Grundsatzfrage nach der Art des gewünschten oder geforderten Torwartspiels zu stellen ist, knapp 10% auf Vestergaard, der - statt auf Abseits zu stellen auch versuchen könnte, Schütz zu verfolgen und ihn somit abzulaufen/abzudrängen/zu verzögern und knapp 80% auf Prödl für seine völlig abwegige Auflösung der Situation.