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Mick_666
Guest
Mit Victor gab es einen Gegentreffer gegen Mainz mit vielen Großchancen der Mainzer und Stuttgarter in der ersten Halbzeit.
Darum geht`s doch aber - in der ersten Halbzeit....so beruhen die Tore in erster Linie auf die individuelle Klasse von Franco di Santo/ Fin Bartels, sowie auf eingespielte Standardsituationen, wie sie es schon unter RD gab.
Je länger die Spiele dauerten, desto besser haben wir Gegner und Spiel kontrolliert und desto stärker ist Werder in die Partie gekommen. Hier liegt mMn der Schlüssel. Dass wir mit unseren Mitteln Chancen zu und Spielanteile überlassen müssen, ist eben so. Aber: Hast Du einen Plan, den Du diszipliniert verfolgst, hast Du öfter auch das nötige Glück. Natürlich waren es dann Standardsituationen oder eine schöne Individualaktion wie in Mainz oder die von Bartels nach Ecke. Aber erstens war das jeweils gut gespielt und zweitens hatte Werder nicht weniger Tormöglichkeiten als Mainz und Stuttgart.
Gut, ich hab hier gelesen, Augsburg wäre in der letzten Saison im Weserstadion im Gegensatz zu Werder "rekordverdächtig im Auslassen von Torchancen" gewesen, was allerdings absoluter Unsinn ist. Das Chancenverhältnis seinerzeit lautete: 3:3. Werder hat damals Augsburg das Spiel überlassen, bei Ballbesitz und etlichen gegnerischen Torschüssen, aber in den entscheidenden Zonen den letzten Pass verhindert, den Angriff geblockt etc., und dadurch die Qualität der gegnerischen Torchancen niedrig gehalten. Insofern griff die Defensivstrategie. Zumindest für den Anfang.
Nur (!), und das ist meines Erachtens unter VS schon jetzt der wesentliche Unterschied, damals wusste die Mannschaft nicht, wie sie nach Ballgewinn oder Balleroberung weiter oder überhaupt einen Angriff strukturiert spielen soll. Sowas hat keine Zukunft, damit kommst Du mit Fortuna durch eine Saison, aber mangels Initiative erlahmt irgendwann aufgrund der fehlenden Idee der Glaube der Spieler an die Sache an sich. So konnte das irgendwie nichts werden, finde ich. Und ja, es ist auch was anderes als vor Dutt, wo wir überhaupt keine Stabilität in irgendeiner Form hatten, keine Zuordnungen oder Abstimmungen, die einem spielerischen und taktischen Gerüst dienlich gewesen wären, was gepaart mit einer eindimensionalen Spielstrategie die Mannschaft oft verzweifeln ließ und außerstande sah, entweder den Spielfaden zu finden oder eine Linie konsistent zu Ende zu spielen (sei es darin, Spiel- und Ballkontrolle auszuüben oder darin Führungen zu halten). Das war aber kein Problem der Moral (ich finde übrigens auch, dass das hier fehlinterpretiert wird), sondern eines der Variabilität und allgemeinen Spielintelligenz. Bei TS gingen Werder- Teams meinem Gefühl nach (im Gegensatz zu Dutt) eigentlich immer mit optimistischer Grundeinstellung und Glauben an die eigene Stärke in Spiele, nur wussten sie aus vor genannten Gründen meist nicht, wie sie eine abstrakte Philosophie (ohne Basis) umsetzen, geschweige denn über 90 Minuten durchbringen sollten.
Jetzt hingegen haben wir trotz des steten Bemühens der Mannschaft, fußballerische Struktur auf den Rasen zu bekommen, in drei Partien nur ein Gegentor kassiert und die Wahrscheinlichkeit, diese Serie bei den 4-Tore-Hamburgern noch auszubauen, ist keinesfalls gering.
Andererseits hat Skripnik den ersten Vergleich dieser Saison gegen Zinnbauer auf heimischen Rasen schon verloren. Deswegen seh ich`s nicht wie Marco Bode, ich wäre mit einem 0:0 zufrieden. Dann bleibt der HSV vorerst dahinter.
Von der Ost Oberrang hatte ich einen guten Blick darauf.gegen Stuttgart war es ein 4-4-1-1, mit zwei Viererketten und "Manndeckung" des DM, nur Di Santo arbeitete da wirklich gegen den Ball. Und durch die Manndeckung von Romeu war das Spiel hauptsächlich auf der linken Angriffsseite, da der Ball oft nicht den Weg auf die anderen Seite gefunden hat. Sieht also stark danach aus, als ob es einen Matchplan gibt, und nicht "alle rennen vorne wild an und die Räume dahinter sind frei" - Pressing welches Dutt zuletzt versucht hat.
Aber egal ob zwei Viererketten oder eine Dreierkette davor, das Verschieben und die Räume eng machen klappte eigentlich in allen drei Spielen hervorragend.
Prinzipiell war das praktisch die alte, schaafeske Raute mit den typischen Zonenübergaben der Halbpositionen im 4-3 , ob dann 4-3-3 oder 4-3-2-1 (Tannenbaum) gegen den Ball, kann sein, finde ich aber nicht erheblich. Aber 4-4-2 oder eine derartige, flache Hierarchie war es nie, entspräche zudem auch nicht der Skripnik - Spielidee. Richtig ist, dass di Santo in vorderster Linie gegen gepresst hat, während Bartels bei Heraus- oder Einrücken teilweise wie ein vorgezogener Rechts- oder Linksverteidiger (das allerdings weniger als ersteres) agierte. Wichtig: so konnten wir die Abstände halten, eine Maßgabe, die wenn sie VS/ TF verfestigen können, einen wichtigen Unterschied zum TS- oder Dutt- Fußball darstellen dürfte.



