Whisk(e)y

Nachdem ich ja weiter oben schon irrtümlicherweise Bruichladdich geschrieben hatte, ist es jetzt tatsächlich so weit...

Der Open Day bei Bruichladdich begann am Sonntag, 25. Mai ab 12 Uhr mittags. Man musste für die Eintrittskarten Schlange stehen (das ging aber schnell) und bekam direkt beim Warten den ersten Probierschluck:

Bruichladdich Scottish Barley

Ein sehr leckeres, nicht rauchiges Tröpfchen:

Nase: florale Noten und Honig.

Geschmack: zuerst ganz leicht und angenehm würzig, dann fruchtig-malzig.

Abgang: fruchtig, leicht.

Für den Eintrittspreis von 5 Pfund bekam man 2 Drams aus einer Auswahl - die rauchigen habe ich mal wieder ausgeblendet.... ;) Es gab zwei nicht rauchige nach meinem Geschmack, einmal den besagten Scottish Barley und dann noch den

Bruichladdich Islay Barley

Nase: Gras / Kräuter, gefolgt von fruchtigen Noten.

Geschmack: Kräuter, gefolgt von Früchten (aber weniger süß als beim Scottish Barley).

Abgang: würzig-fruchtig, länger als beim Scottish Barley.

Außerdem gab's für die fünf Pfund noch die Möglichkeit, jederzeit ohne Buchung in die Destillerie zu gucken (mit Führung oder selbständig), Live-Musik im Innenhof (die gab es bei den anderen Destillerien ohne Eintritt allerdings auch) und einen kleinen Basar mit Verkaufsständen mit allerlei Krimskrams, zum Teil für einen guten Zweck.

Wir hatten an dem Sonntag tolles Wetter, und da gibt es eigentlich nicht viel Schöneres als mit einem Whisky in der Hand und Meersalzgeruch in der Nase Dudelsäcken oder sonstiger schottischer Folk-Musik zu lauschen.... ;)
 
@ opalo

:tnx:

Das könnte erklären, warum es den Laddie Ten und Waves (und wahrscheinlich auch den Rocks) kaum noch gibt. Bei Bruichladdich wechseln die ihr Sortiment ja noch öfters als der HSV seine Trainer.
 
Moin,

Eure Berichte zu den Destillenbesuchen und auch die Ankündigung eines Kollegen, er würde am kommenden WE auf seine 4.000km-Tour von Hessen nach Schottland (dort Rundtour) aufbrechen, wecken pures Fernweh. :unfassbar:

Schon länger wollte ich mir mal den Oban 14 gönnen, hab ihn aber im heimischen Store länger vermisst (online kaufe ich die Tropfen nicht). Im real,- im Ort, an dem ich arbeite (gute 65 km von daheim entfernt) habe ich ihn dann im Regal stehen sehen und gleich mitgenommen. Voller Vorfreude am gleichen Abend verköstigt.

Nase - Fruchtig, süßlich, zu wenig Rauch. Sandelholz?

Geschmack - sehr rund und mild, leichte (!) Meeresnote, aber auch hier nur eine Spur Rauch, mir zu wenig

Abgang - schärfer als vermutet - bizzelte leicht.. leichte Rauchnote

Unterm Strich ein richtig rundes Ding, aber trotzdem bin ich nach dem ersten Dram noch losgefahren um mir den liebgewonnenen Laphroaig 10 zu besorgen.

Am gleichen Abend übrigens feierten wir den 40sten eines guten Freundes, dem ich wir eine Buddel Macallan Gold schenkten. Leider hat der Geizhals die Flasche nicht geöffnet :D Blends sind eh nicht so sehr mein Ding, aber probiert hätte ich ihn schon gerne mal.
 
Weiter geht's: Hier kommt mein absolutes Feis Ile Highlight....

Jura Destillery :)

Allein schon die Anfahrt ist super - man setzt mit einer Mini-Fähre, auf die maximal 5 Autos passen, von Port Askaig nach Jura über (das dauert nur ca. 10 Minuten, der Sound of Islay ist hier sehr schmal).

Am Anleger auf Jura gibt's ein Klohäuschen, ein Verkehrsschild, das vor Hirschen und Schafen warnt, und das war es dann auch schon.... Man fährt von dort durch die Einsamkeit - nur an 2-3 Stellen gibt's mal Häuschen - über eine einspurige Straße mit Ausweichbuchten gemächlich bis zur Destillerie.

Wir waren um kurz nach 10 dort, da war es noch schön leer. Auf unsere Frage nach einer Destillerie-Besichtigung bekamen wir einen Termin für eine Führung (selbst durchlaufen geht nicht, aber Vorbuchen musste man immerhin auch nicht ;)) und dazu als Geschenk noch eine Tüte mit einem Jura-Nosing-Glas (die kosten im Shop - wie bei den anderen Destillerien auch - ca. 5 Pfund).

In der Destillerie konnten die bekannten Jura-Whiskies - Origin, Superstition, Prophecy und Diurachs' Own - und daneben noch der Travel Exclusive Whisky Turas Mara sowie die Festival-Abfüllung Tastival 2014 kostenlos probiert werden - und zwar ohne Limit. Im Gegenteil, ich musste darauf drängen, halbe Gläser zu bekommen, denn es war ja noch früh am Tag ;)

Besonders schön: überall standen Knabbereien herum, die man zu den Whiskies probieren konnte und sollte, um Geschmacksvielfalten zu entdecken - u. a. gab es Mandeln, getrocknete Cranberries, Nüsse, schokolierte Früchte und - da hörte bei mir aber die Probierfreudigkeit auf - Jelly Bellys. Als Deko war eine Art Garten angelegt mit einzelnen Bereichen, immer einen für jeden Whisky, und auch hier mit Nasch-Ideen - von Schokotalern über Äpfel bis hin zu Keksen und Bananen. Das Ganze war unheimlich liebevoll gemacht, und ich hatte hier noch mehr als auf Islay - obwohl die Leute auch dort super nett waren! - das Gefühl, dass sich alle über die vielen Gäste freuten und darüber, dass deutlich mehr Trubel war als sonst im Jahr....

Von der Destillerie-Führung ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, dass die Destillerie 1963 nach längerer Schließung wieder eröffnet wurde - nicht zuletzt als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, um junge Menschen auf der Insel zu halten...

Zu den Whiskies:

Jura Origin

Nase: fruchtig mit leichten Kräuternoten.

Geschmack: (Zitrus)früchte, Honig.

Abgang: leicht süß, entspannt

Für mich ein immer wieder gern genossener, unkomplizierter (Sommer)Whisky.

Ausbau: Bourbon und Sherry Casks

To be continued....
 
Bruichladdich 17 Year Rum Cask

- und den genieße ich genau jetzt, wir hatten gestern Tasting und es war ein winziger Rest übrig, so dass ich vor dem Spiel gesagt hatte, wenn das Ding gewonnen wird, gibt's den Rest zum Abschluss....

Nase: Fruchtig, leicht süß

Geschmack: Fruchtig, herb mit leichten floralen Noten - nicht so süß, wie es die Nase vermuten lässt.

Abgang: Lang und vanillig.

46 % vol., ein kleines bisschen Wasser lohnt sich :)

Sláinte - und gute Nacht :beer:
 
Moin,

habe mir letztens mal einen Bowmore 12y geholt, weil irgendein Honko im real,- alle Lagavulin-Kartons mit Glenlivet-Flaschen bestückt (und sich damit wohl ein paar sehr günstige Lagavulin-Flaschen gekauft) hat. Aber es hat sich gelohnt, der Bowmore gefällt mir sehr gut für seine gerade mal 30 EUR. Die Nase zeigt deutliche Zartbitter-Schoko-Noten, der Geschmack ist rund und absolut ausgewogen mit einem Hauch von Torf, geht auch schön lang ab. Mehr kann ich dazu aktuell nicht sagen, sitze im Büro und beschreibe den Geschmack aus der Erinnerung heraus. Aber: Werd ich wohl mal wieder kaufen! :daumen:
 
Den Bowmore 12 trinke ich auch sehr gerne, erst Recht, nachdem ich eine Woche lang mit Blick auf die Destillerie gefrühstückt habe, als ich auf Islay war :) 30 Euro ist ein Schnäppchen!

BTW: Wenn ich mal wieder Platz in der Bar habe, möchte ich mir den Glenmorangie Quinta Ruban gönnen, der ist sooooo leicker :)
 
So, nach längerer "Abstinenz" habe ich das Thema nun nochmal angeschoben und zwar mit dem Arran Amorane Cask Finnish und dem Balvenie Double Wood. Ersteren kenne ich noch gar nicht, aber diverse Tasting Notes lasen sich recht interessant. Konnte da nicht widerstehen. :D

Bin sehr gespannt und freue mich nun auf das erste Tasting. :grinsen:
 
So, nach längerer "Abstinenz" habe ich das Thema nun nochmal angeschoben und zwar mit dem Arran Amorane Cask Finnish und dem Balvenie Double Wood. Ersteren kenne ich noch gar nicht, aber diverse Tasting Notes lasen sich recht interessant. Konnte da nicht widerstehen. :D

Arran bringt immer mal wieder interessante Cask-Finish-Sorten heraus. Ich glaube, ich hatte hier schon mal geschrieben, daß ich vor Jahren eine Chianti Classico Riserva (toskanischer Rotwein mit langer Faßreifung, der überwiegend aus dem kräftigen Rebsorte Sangiovese besteht) Cask Finish hatte, von dem ich immer noch schwärme.
 
Den Bowmore 12 trinke ich auch sehr gerne, erst Recht, nachdem ich eine Woche lang mit Blick auf die Destillerie gefrühstückt habe, als ich auf Islay war :) 30 Euro ist ein Schnäppchen!

Ich kaufe in letzter Zeit oft in dem genannten Supermarkt, und ich muss sagen, dass der seine Whisky-Ecke aufgemotzt hat, aber auch in Eschborn, wo ich arbeite. Scheint wohl eine neue "Philosophie" in Sachen Whisky zu sein. Die sind günstig und haben eine annehmbare Auswahl für einen Supermarkt. Und Islay... ja... ich möchte unbedingt mal mit dem Mopped nach Schottland hoch, das wäre toll... :tnx:
 
moin,

kann mir einer der zahlreichen whisk(e)ykenner hier einen whisk(e)y für so um die 25-30€ empfehlen? über den geschmack der zielperson weiß ich nur, dass sie den caol ila nicht mag. sind jetzt natürlich nicht all zu viele anhaltspunkte, aber wäre trotzdem super, wenn mir jemand eine empfehlung geben könnte. :)
 
Aus dem "Nein" zu Caol Ila schließe ich jetzt mal, dass es kein rauchiger Whisky sein sollte..... ;)

Gar nicht rauchig:
Glenfarclas 12 finde ich im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht schlecht:
Klick
Mit Glück bekommst Du ihn unter 30 Euro.

oder:
Glenmorangie 10
http://www.whisky.de/shop/Schottland/Single-Malt/Highland-G/Glenmorangie-Original-10-Jahre--.html

Alternative:
Ganz leicht rauchig (wirklich nicht viel) und auch für ca. 30 Euro zu haben ist der Bowmore 12.
http://www.whisky.de/shop/Schottland/Single-Malt/Islay/Bowmore-12-Jahre--.html
 
Zufall. Ich habe noch einen dritten ergänzt.

Mir schmecken alle drei und ich finde sie ordentlich für verhältnismäßig kleines Geld. Aber es ist natürlich immer eine Geschmackssache.
 
Solange man sie nur ab und an mal anguckt, ja ;)

Berichte mal, für welchen Du Dich entschieden hast, und wie er angekommen ist.

Tipp: Wenn es bei Dir in der Nähe einen großen Edeka gibt, schau dort mal nach den Whiskies, hier gibt es bei Edeka eine gute Auswahl, meistens auch zu vernünftigen Preisen.
 
Neu in meiner Hausbar:


Scallywag - Douglas Laing (unabhängiger Abfüller)


Blended Whisky aus der Speyside (Schottland), u.a. mit den Sorten Glenrothes, Macallan und Mortlach, 46%vol

Herstellung: Vatted Scotch (d.h. ohne "billigen" Grain-Whisky), nicht gefärbt, nicht kältegefiltert

Reifung: in Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässern

Preis: ca. 50 €

Das Etikett des Scallywag (engl. Lausbub) ziert ein Fox Terrier, dem Lieblingshund der Familie Laing


Aussehen: goldgelb

Nase: der Lausbub ist wohl eher eine verführerische Göre, die einem mit malzig-süßen Toffee- und Karamellaromen umklammert sowie mit sanften Tönen von Getreide, Heu, Vanille und Nüssen zusätzlich umgarnt.

Mund: Eine gefühlvolle uns ausgwogene Explosion von zahlreichen süßen und würzigen Aromen, so daß man gar nicht weiß, wo man mit der Aufzählung anfangen soll. Noten von Oma's hausgemachten Kompott, Orangen, Rosinen, Kandis, pikantem Pfeffer, Ingwer, dunkler Schokolade usw. verwöhnen den Gaumen, dem man seine 46%vol. nicht anmerkt und über einen mittelangen, für die Speyside typischen milden Finish verfügt.

Fazit: mal wieder ein Meisterwerk von Douglas Laing; ein Blend mit einem sehr individuellen, unverkennbaren Charakter ohne daß er seine Herkunft von der Speyside verleugnet.
 
@opalo: hab den glenmorangie 10 bestellt. :)

nach dem wochenende kann ich dann auch sagen, wie er angekommen ist.
 
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