Robin Dutt

Dass von der allgemeinen Kompaktheit her die Defensive schon das ganze Jahr besser war (von der Phase, als RD versucht hat Offensiv spielen zu lassen mal abgesehen) als die letzten Harakiri-Jahre ist wohl kaum abzustreiten.

Problem war öfters, dass wir nach Rückstand auseinandergefallen sind, und dann zwei Tore mehr bekommen haben als nötig.

Natürlich sprechen die Anzahl der zu-Null-Spiele ebenfalls eine eindeutige Sprache.
 
Zumindest den, dass wir jetzt schon 2 Punkte mehr haben als in der vergangenen Saison und uns vergleichsweise frühzeitig aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben. Und ganz ehrlich... Ich spiele lieber mal 0:0 oder hole ein dreckiges 1:0 als nach Offensivspektakel 3:6 zu verlieren.

Und wir haben zwei Punkte mehr weil unsere Defensive so stark ist oder weil wir effektiver sind? Also mich deucht, wir brauchten in der Vorsaison sehr viel mehr Torchancen als diese Saison. Und so schreibe ich Dutt, ob er was dafür kann oder nicht, einen Pluspunkt zu: Die Mannschaft nutzt ihre wenigen Chancen sehr effektiv und ich behaupte: Deswegen stehen wir mit der Punktzahl so gut in der Tabelle. Wenn ich mich nicht irre, dann haben wir letzte Saison die Pfosten-Latte-Wertung souverän angeführt.
 
Ich stimme dir zu das die Rückrunde besser aussieht, keine Frage. Aber die Hinrunde war eine einzige Katastrophe (wie auch der Beginn der Rückrunde) und wenn hier jemand ankommt und da noch was schönrechnen will um zu zeigen wie viel stabiler wir doch angeblich stünden wo aber die reinen Zahlen eine gänzlich andere Sprache sprechen, dann reagiere ich mittlerweile gereizt. Übrigens würde die Statistik noch sehr viel brutaler aussehen wenn beispielsweise Dortmund in der Hinrunde nicht so gnadenlos blind gewesen wäre, aber ich fange mit solchen Spielchen gar nicht erst an, die Statistik spricht ja so schon für sich.

Was hast du in der Hinrunde nach der letzten Rückrunde erwartet?
Ich habe nix anderes erwartet, als das man irgendwie wieder versucht der Mannschaft ein Gefühl zu vermitteln, dass sie noch Siegen kann. Mehr nicht. Und man hat mit 19 Punkten ne Basis gelegt, die Klasse zu halten. Man hat gesehen, dass kleinste Rückschläge das Team mental völlig aus der Bahn werfen und deshalb wars einfach nur brutal schwer irgendwas im spielerischen oder taktischen zu entwickeln. Enttäuschend war für mich der Start in die Rückrunde, nachdem man wie gesagt das Punktepolster aus der Hinrunde nach dem Sieg gegen Lev hatte. Da hätte ich mir von Anfang an mehr erwartet.
 
Und wir haben zwei Punkte mehr weil unsere Defensive so stark ist oder weil wir effektiver sind? Also mich deucht, wir brauchten in der Vorsaison sehr viel mehr Torchancen als diese Saison. Und so schreibe ich Dutt, ob er was dafür kann oder nicht, einen Pluspunkt zu: Die Mannschaft nutzt ihre wenigen Chancen sehr effektiv und ich behaupte: Deswegen stehen wir mit der Punktzahl so gut in der Tabelle. Wenn ich mich nicht irre, dann haben wir letzte Saison die Pfosten-Latte-Wertung souverän angeführt.

:tnx:

Ohne diese Effektivität vorn und das nötige Glück hinten, (längst nicht alle Zu Null-Spiele waren defensiv souverän) hätten wir dieses Jahr wohl keine Chance gehabt.
 
Dass von der allgemeinen Kompaktheit her die Defensive schon das ganze Jahr besser war (von der Phase, als RD versucht hat Offensiv spielen zu lassen mal abgesehen) als die letzten Harakiri-Jahre ist wohl kaum abzustreiten.

Wo ist eigentlich der konkrete Unterschied in der Balance ob man nun Harakiri spielt (und sich kaum daran erinnert das man auch sowas wie Verteidiger im Team hat) oder ob man Beton spielt (und sich kaum daran erinnert das man Offensive im Team hat)? In beiden Fällen existiert keine Balance, es ist aber genau die Balance die uns seit längerem fehlt. Ob wir diese in der kommenden Saison sehen werden bleibt abzuwarten, die letzten Spiele deuten zart in diese Richtung.
 
Welchen Wert hat das, wenn man dafür fast vollständig auf Offensive verzichtet/verzichten muss?

Dafür wurde vorher fast vollständig auf die Defensive verzichtet...
Wie auch immer: man kann seinen jeweilgen Standpunkt pro Offensiv bzw. pro Defensiv noch so oft wiederholen, es ändert aber nun einmal nichts daran, daß a) es eine logische Konsequenz ist, das wenn ein Coach seinen Schwerpunkt auf die eine Variante legt, dies zu Lasten der jeweils anderen Spielweise geht, b) die Ausrichtung allein nicht entscheidend für den sportlichen Erfolg sein kann, sondern ausschhließlich wie gut die jeweilige Umsetzung erfolgt und c) daran eine noch so oft haarspalterisch geführte Diskussion auch nichts ändert, sondern lediglich einen ähnlichen Nährwert hat wie die Debatte, ob nun zuerst das Huhn oder das Ei existierte.
;)
 
Glück war, dass Werder im letzten Jahr trotz Ohnmacht nicht abgestiegen ist.
Die zu Null-Spiele waren kein Glück! Werder hat zwar Torschüsse zugelassen, aber sehr wenige Torchancen...

Ist dabei auch immer die Frage wie die "Qualität" der Torschüsse ist die Werder zulässt bzw. ob man den Gegner von den "billigen Plätzen schiessen lässt oder nicht" ;) Wenn der Schütze wenig Optionen hat und somit der Ball für den Torwart berechenbarer wird, dann kann man im Vorfeld so einiges "eingrenzen" ... :D
 
Du erklärst die Punktegewinne also allesamt mit Glück? Das ist also wirklich dein Ernst?

Nicht alle. Das habe ich in den vergangenen Tagen aber auch schon öfter erklärt. Besonders die Nordderbys wurden verdient gewonnen. Auch das Spiel gegen Leverkusen, zuhause gegen Nürnberg. Insgesamt kann man sagen, dass gerade in Spielen, in denen wir auch die Offensive "entdeckt" und genutzt haben, verdient gepunktet wurde. ;)
 
Und wir haben zwei Punkte mehr weil unsere Defensive so stark ist oder weil wir effektiver sind? Also mich deucht, wir brauchten in der Vorsaison sehr viel mehr Torchancen als diese Saison. Und so schreibe ich Dutt, ob er was dafür kann oder nicht, einen Pluspunkt zu: Die Mannschaft nutzt ihre wenigen Chancen sehr effektiv und ich behaupte: Deswegen stehen wir mit der Punktzahl so gut in der Tabelle. Wenn ich mich nicht irre, dann haben wir letzte Saison die Pfosten-Latte-Wertung souverän angeführt.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass dies genau das ist, was ich mir wünsche. Effektives, ökonomisches Spiel mit eher defensiver, stabiler Grundordnung (davon sind wir noch einiges entfernt). Danach habe ich mich gesehnt, nachdem wir zuvor oftmals riesigen Aufwand für wenig Ertrag betrieben haben und uns die Gegner genau mit solch einer defensiven, effektiven Spielweise geschlagen haben.
 
Mein Kompliment an Robin Dutt geht dahin, dass er Mitte der Rückrunde das Konzept geändert hat, übrigens in eine Richtung, die ich vorher bereits gefordert hatte, wie man hier nachlesen kann.

Anstatt nur hohe Bälle auf Petersen und di Santo zu kloppen, hat er mit Elia einen beweglichen, technisch starken Stürmer gebracht, was es sehr viel leichter macht, auch mal schnell umzuschalten, einen Pass flach in den Lauf eines Stürmers zu spielen und dann mal das 1:1 gegen die großen Innenverteidiger des Gegners zu suchen, diese in Probleme zu bringen. Dieses banale Konzept hätte man bereits viel früher umsetzen können. Die ganze hinrunde bis zum desaströsen Dortmund-Spiel musste Elia im rechten Mittelfeld ran, ganz am Anfang gab es die Experimente mit Hunt als falscher 9, für die bereits da Elia der deutlich geeignetere Spielertyp gewesen wäre, mit hunt, der Pässe spielt, dahinter.

Dass er dieses banale Konzept, das den Stärken unserer drei Fußballer Hunt, Elia und di Santo entspricht, jetzt endlich umgesetzt hat, also endlich eine Formation spielen lässt, die den Stärken des Kaders für jeden ersichtlich entspricht, finde ich sehr positiv und deswegen möchte ich die Frage des "warum erst jetzt" zurückstellen. Dass er jetzt weiß, was dem Team hilft, ist die Hauptsache, dass er es vorher nicht hingekriegt hat, war der Grund für die damals berechtigte Kritik. Ich denke, alle, die Robin Dutt sehr wenig positives abgewinnen konnten und können, sind sich dessen klar, dass es für Werder deutlich besser ist, wenn es mit Dutt einigermaßen hinhaut, als wenn wir schon wieder den Trainer wechseln würden. Insofern bin ich in allererster Linie erleichtert, dass dieser Trainer Mitte der rückrunde die Kurve gekriegt hat, so dass man ohne komplette Absturzangst die letzten Spiele kucken kann und in der nächsten Saison die hoffnung haben darf, dass die Spielweise weiterhin den Stärken und Schwächen des Teams entspricht.
 
Was hast du in der Hinrunde nach der letzten Rückrunde erwartet?

Sagen wir es so: Mit einem komplett neuen Trainerteam und ein paar Transfers, habe ich nicht erwartet das die Mannschaft das Spielen verlernt. Defensive, ja. Konterfußball, ja. Kein Spektakel, ja. Aber das die Mannschaft wirklich komplett eigenes Spiel einstellt, das nicht mal mehr der Hauch von Umschaltspiel vorhanden ist, das fand ich und finde ich bis heute erschreckend. Ich habe nicht damit gerechnet das Robin Dutt so viel probieren muss, eine komplette Halbserie samt zwei Trainingslager, eher er selbst ein greifendes Konzept entwickelt. Offenbar war das Jahr Auszeit bei Dutt, gepaart mit den Problemen in Leverkusen, doch deutlicher spürbar als er es selbst zugeben würde.
 
Wo ist eigentlich der konkrete Unterschied in der Balance ob man nun Harakiri spielt (und sich kaum daran erinnert das man auch sowas wie Verteidiger im Team hat) oder ob man Beton spielt (und sich kaum daran erinnert das man Offensive im Team hat)? In beiden Fällen existiert keine Balance, es ist aber genau die Balance die uns seit längerem fehlt. Ob wir diese in der kommenden Saison sehen werden bleibt abzuwarten, die letzten Spiele deuten zart in diese Richtung.

:tnx:
Absolut richtig. Wir hatten unter TS keine Balance und wir haben sie unter RD auch nicht. Aber wie du richtig sagt, machen die letzten Spiele ein wenig Hoffnung. Zumindest bei mir.
 
@Campino und Gustav Jacobi

Wie könnt ihr euch eigentlich erdreisten, zu behaupten, dass wir letztes Jahr nur mit Glück nicht abgestiegen sind?

Es wurde doch mittlerweile schon mehrmals fundiert erklärt das man letzte Saison weniger Angst um Werder hatte als dieses Jahr.
Immerhin hatten wir 14 Spiele lang letzte Saison keinen dreier mehr geholt und haben uns mit souveränen Unentschieden am 33. Spieltag gerettet. Und nicht erst am 31. wie dieses Jahr mit einem glücklichen unverdienten Sieg gegen übermächtige Hoffenheimer.
 
Welchen Wert hat das, wenn man dafür fast vollständig auf Offensive verzichtet/verzichten muss?

Einen sehr großen: in dieser Saison hatten wir bisher 21 Spiele in denen wir nur max. 1 Tor geschossen haben. Daraus haben wir 19 Punkte geholt (4 Siege, 7 Unentschieden). In den beiden Saisons davor konnten wir kein einziges Spiel gewinnen, in dem wir nicht mindestens 2 Tore geschossen haben! Und auch da waren es jeweils 19 Spiele mit 0 oder 1 Tor für uns, aus denen wir gerade mal jeweils 7 Punkte holten.

Die stärkere Defensive ist also ganz ganz klar für Punkte gut und wir sind nicht mehr so abhängig davon, dass wir mindestens zwei oder mehrere Tore schießen müssen, um etwas mitnehmen zu können.
 
:tnx:

Ohne diese Effektivität vorn und das nötige Glück hinten, (längst nicht alle Zu Null-Spiele waren defensiv souverän) hätten wir dieses Jahr wohl keine Chance gehabt.

Wir hatten dieses Jahr das Glück das uns letztes Jahr gefehlt hat. Muss ja auch mal sein. Nach den 1 1/2 Jahren der Verletzungsseuche, dem beginnenden Ausverkauf und dem am Schluss mangelnden Glück im Abschluss und mit Schiedsrichterentscheidungen (man erinnere sich nur an Hannover....), da nehme ich diese Saison jeden glücklichen Punkt gerne mit. Wir werden diese Saison kaum verpfiffen, im Gegenteil hatte ich in vielen Spielen das Gefühl das WIR uns sicher nicht über den Schiri aufregen müssen. Und dann werden so Dinge wie von Bargfrede halt mal richtig abgefälscht statt das sie wie vor einem Jahr totsicher an den Pfosten gehen würden. Wie gesagt: Auch so eine Saison muss mal sein.
 
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