Thomas Eichin (Bayer Leverkusen, Leiter Nachwuchs- & Frauenfußball)

Genau. Meine Erkenntnis daraus: Werder sollte ein "kleiner" Verein bleiben, "Klein" im Sinne von gute BL Mannschaft, keine CL Mannschaft. Ich kann es aber KA und TS trotzdem nicht wirklich verübeln, dass sie nach den Sternen gegriffen haben, sind halt ehrgeizig. Der anschliessende sportliche Abstieg nach 2009 hatte vielleicht auch mit dem Frust zu tun, es nicht nach oben geschafft zu haben.

Langsames, kontinuierliches Wachstum ist häufig gesünder und nachhaltiger als "Hau ruck".
 
Nenn mal Beispiele...!;)

Verantwortlich sind ja aber, wie Du selbst festgestellt hast, eh die Bremer Medien...! :p

Sich wirtschaftlich öffnen mit dem Verkauf des Stadion-Namens habe ich es des öfteren erwäht. Jede Wald- und Wiesenverein verdient mit seinem Stadionname Geld. Nur Werder nicht.
Zudem hat man nie eine Asien-Reise in der Vorbereitung mal gemacht um neue Märkte zu erschließen. Man hat es noch nicht mal versucht.

Zudem hätte man mehr in den Kader investieren müssen.
Natürlich hat man nach dem Özil-Transfer auch einfach eine sportliche Fehlentscheidung getroffen als man Hunt zutraute die "Nachfolge" anzutreten.
Es wäre so wichtig gewesen noch ein paar Jahre an den großen Fleischtöpfen teilzuhaben. Der Abstand zwischen den CL-Teams und den restlichen Teams in der Liga wird immer größer. Es ist quasi eine Zweitklassen-Gesellschaft entstanden.
 
Genau, und das für uns korrekte kalkulierte Risiko sind wir mehrmals eingegangen.

Finde ich jetzt nicht. Man hat sich gescheut Geld in einen Klose-Nachfolger zu investieren.
Im Sommer 08/09 hat man quasi gar nichts investiert in den Kader. Da wäre es wichtig gewesen im Kader nochmal diverse Schwachstellen auszugleichen.
Bei der Özil-Nachfolge war man sportlich einfach naiv. Man dachte sich Diego war der Micoud Nachfolger, Özil der Diego-Nachfolger und Hunt würde es schaffen der Özil-Nachfolger zu sein.
 
Genau, und das für uns korrekte kalkulierte Risiko sind wir mehrmals eingegangen.

Das ist richtig. Das ist und war auch der richtige Weg.
Meine Kritik an dem Verein ist, dass man aus der Marke Werder nach 2004 zu wenig gemacht hat. Nach dem Double wäre unabhängig von dem Standortnachteil mEn mehr im Sponsoring und somit ein Mehr im Kommerz möglich gewesen. Denn Werder war zu der Zeit eine echte Marke mit hohen Sympathiewerten in ganz D.
Das ist wohl das, was @felis andeutet, dass man sich zu sehr als das gallische Dorf verstanden hat, welches seine eigenen Wege, nicht dem Mainstream folgend, geht. Daher auch die hohe Abhängigkeit von den Fernsehgeldern und somit vom sportlichen Erfolg.
Mit Ausbleiben dieses Erfolges war der stete Abstieg folgerichtig.
 
Sich wirtschaftlich öffnen mit dem Verkauf des Stadion-Namens habe ich es des öfteren erwäht. Jede Wald- und Wiesenverein verdient mit seinem Stadionname Geld. Nur Werder nicht.
Zudem hat man nie eine Asien-Reise in der Vorbereitung mal gemacht um neue Märkte zu erschließen. Man hat es noch nicht mal versucht.

Die Vermarktung des Stadionnamens sehe ich mittlerweile auch als unabdingbar an, weil man sich, sofern man es nicht tut, in einen Wettbewerbsnachteil begibt, den man sich im heutigen Ligabetrieb nicht mehr leisten kann. Für die Fans wird es ohnehin immer das Weserstadion bleiben, egal welchen Namensmieter man gewinnt. Was Asien-Reisen anbelangt sehe ich das wesentlich skeptischer: Wie man aus Stellingen läuten hört, haben sich die Strapazen der Reise in finanzieller Hinsicht kaum gelohnt. Überdies sind diese Art von Vermarktungs- Reisen bei den Spielern in der spielfreien Zeit ungefähr so beliebt, wie ein Loch im Kopf und die Top-Spieler eines Vereins haben in dieser Zeit gerne mal "aua" und reisen nicht mit, was dem Vermarktungsgedanken nicht gerade zuträglich ist.....Also: Besser lassen.....
 
mein persönlich erster dicker Minuspunkt für Herrn Eichin, wie kann man nur mit Wiesenhof bis 2016 verlängern, dazu wegen eines kleckerbetrages von angeblich 700000 Euro, ich will nicht wissen, wie viele Leute sich aufgrund der Tatsache Wiesenhof, mittlerweile kein Werder Trikot mehr kaufen wollen, Nächster logischer Schritt wäre für mich, sich von Infront zu trennen. Irgendwie kommt es mir so vor als wäre Werder gar nicht auf die Einnahmen der Fans angewiesen, weil ja schon lange klar ist, dass sehr viele Leute gegen diesen Sponsor sind.
 
mein persönlich erster dicker Minuspunkt für Herrn Eichin, wie kann man nur mit Wiesenhof bis 2016 verlängern, dazu wegen eines kleckerbetrages von angeblich 700000 Euro, ich will nicht wissen, wie viele Leute sich aufgrund der Tatsache Wiesenhof, mittlerweile kein Werder Trikot mehr kaufen wollen, Nächster logischer Schritt wäre für mich, sich von Infront zu trennen. Irgendwie kommt es mir so vor als wäre Werder gar nicht auf die Einnahmen der Fans angewiesen, weil ja schon lange klar ist, dass sehr viele Leute gegen diesen Sponsor sind.

Man darf doch nicht nur die 700.000 Euro zum bisherigen Wiesenhof-Vertrag sehen. Man muss den Betrag von 5,7 Millionen im Vergleich zu anderen Angeboten sehen. Wenn man sich unsere sportlichen Leistungen der jüngsten Vergangenheit anschaut, dann liegen wir im Bereich von maximal 3,5 Millionen Trikotsponsoring. Von daher ist das Angebot finanziell schon extrem gut, wie ich finde.
 
Das ist richtig. Das ist und war auch der richtige Weg.
Meine Kritik an dem Verein ist, dass man aus der Marke Werder nach 2004 zu wenig gemacht hat. Nach dem Double wäre unabhängig von dem Standortnachteil mEn mehr im Sponsoring und somit ein Mehr im Kommerz möglich gewesen. Denn Werder war zu der Zeit eine echte Marke mit hohen Sympathiewerten in ganz D.
Das ist wohl das, was @felis andeutet, dass man sich zu sehr als das gallische Dorf verstanden hat, welches seine eigenen Wege, nicht dem Mainstream folgend, geht. Daher auch die hohe Abhängigkeit von den Fernsehgeldern und somit vom sportlichen Erfolg.
Mit Ausbleiben dieses Erfolges war der stete Abstieg folgerichtig.

:tnx:

Das kann man grundsätzlich so ausdrücken.

Was ich noch erwähnenswert finde, ist, dass das notwendige, zusätzliche Marketing übrigens auch unter einem, international erfahrenen, Vorstandsvorsitzenden Born vernachlässigt wurde, der hier ja zuletzt häufig stark übertrieben glorifiziert wurde.
 
Man darf doch nicht nur die 700.000 Euro zum bisherigen Wiesenhof-Vertrag sehen. Man muss den Betrag von 5,7 Millionen im Vergleich zu anderen Angeboten sehen. Wenn man sich unsere sportlichen Leistungen der jüngsten Vergangenheit anschaut, dann liegen wir im Bereich von maximal 3,5 Millionen Trikotsponsoring. Von daher ist das Angebot finanziell schon extrem gut, wie ich finde.

Du hast ja Recht, wenn man die momentane Verhandlungsposition des Vereins sieht, aber ich hätte es auch nicht für unmöglich betrachtet, eine ähnlich lukrative Alternative zu finden, mit einem etwas besseren Image, was vielleicht wieder die Verkauszahlen der Trikots hätte ansteigen lassen können..
 
Das ist richtig. Das ist und war auch der richtige Weg.
Meine Kritik an dem Verein ist, dass man aus der Marke Werder nach 2004 zu wenig gemacht hat. Nach dem Double wäre unabhängig von dem Standortnachteil mEn mehr im Sponsoring und somit ein Mehr im Kommerz möglich gewesen. Denn Werder war zu der Zeit eine echte Marke mit hohen Sympathiewerten in ganz D.
Das ist wohl das, was @felis andeutet, dass man sich zu sehr als das gallische Dorf verstanden hat, welches seine eigenen Wege, nicht dem Mainstream folgend, geht. Daher auch die hohe Abhängigkeit von den Fernsehgeldern und somit vom sportlichen Erfolg.
Mit Ausbleiben dieses Erfolges war der stete Abstieg folgerichtig.

Richtig. Das hat aber nix mit "mehr kalkuliertem Risiko" zu tun, Das playmaker hier dauernd propagiert.
 
Du hast ja Recht, wenn man die momentane Verhandlungsposition des Vereins sieht, aber ich hätte es auch nicht für unmöglich betrachtet, eine ähnlich lukrative Alternative zu finden, mit einem etwas besseren Image, was vielleicht wieder die Verkauszahlen der Trikots hätte ansteigen lassen können..

Also nach den negativen Erfahrungen, die man mit Wiesenhof gemacht hat, denke ich, dass man andere Angebote um die 5 Millionen sofort angenommen hätte. Das ist aber nur eine Vermutung. Aus rein wirtschaftlicher Zusammenarbeit ist ein Partner, der in schlechten Zeiten sogar die finanzielle Unterstützung erhöht schon außergewöhnlich wie ich finde. Klar ist aber auch, dass Wiesenhof wohl befürchtet, ohne Werder keinen entsprechenden Partner zu finden und daher mehr bezahlen muss, als wir eigentlich Wert sind.
 
Langsames, kontinuierliches Wachstum ist häufig gesünder und nachhaltiger als "Hau ruck".

Genau. Aber damals in der Situation "CL Dauergast" war es schwierig, freiwillig nen Gang zurückzuschalten. "Nächste Saison kommen wir endlich mal über CL Achtelfinal hinaus", das war zu der Zeit schon gängiger Wunsch. Da dann zu sagen: Nee, das gibt der Kader nicht her, lieber langsam in die Breite investieren und CL einfach als nettes Abfallprodukt mitnehmen, wenns klappt - das ist schwer.
Oh Gott, merke gerade, das CL fast schon negativ bei mir belegt ist :(
 
Genau. Aber damals in der Situation "CL Dauergast" war es schwierig, freiwillig nen Gang zurückzuschalten. "Nächste Saison kommen wir endlich mal über CL Achtelfinal hinaus", das war zu der Zeit schon gängiger Wunsch. Da dann zu sagen: Nee, das gibt der Kader nicht her, lieber langsam in die Breite investieren und CL einfach als nettes Abfallprodukt mitnehmen, wenns klappt - das ist schwer.
Oh Gott, merke gerade, das CL fast schon negativ bei mir belegt ist :(

Der Kader hätte schon ein CL-Achtelfinale des öfteren her gegeben. In den ersten beiden Jahren hat man das CL-Achtelfinale ja auch erreicht. Auch wenn man in der Saison 05/06 riesen Glück hatte. Zudem hat man 06/07 eine sehr gute CL gespielt. Man ist mit 10 Punkten Dritter in der Gruppe hinter Chelsea und Barca geworden. Hätte man in den Jahren so gespielt dann wäre das Erreichen das CL-Achtelfinale noch öfters möglich gewesen Werder hat halt zu oft gegen Mannschaften wie Panathinaikos, Olympiakos und Lazio Rom verloren. Zudem muss man einfach Mannschaften wie Famagusta zweimal schlagen.
In der CL ist Werder mit seiner Art Fußball zu spielen auch öfters an seine Grenze gestoßen.
 
...Es wäre so wichtig gewesen noch ein paar Jahre an den großen Fleischtöpfen teilzuhaben. Der Abstand zwischen den CL-Teams und den restlichen Teams in der Liga wird immer größer. Es ist quasi eine Zweitklassen-Gesellschaft entstanden.
... es wäre wichtig gewesen, eine Diät zu starten, statt an den Fleischtöpfen zu hängen, die auf Dauer eh unerreichbar sind.

Deine Variante überspitzt: Ganz nach oben wollen mit dem Risiko ganz unterzugehen (s. Campino: gegen HSV II spielen)

Dazu gibt es die Alternative: mit weniger Risiko gutes BL Mittelmass zu bleiben. Keine CL, aber auch kein Untergang. Trotzdem professionell, modern, ehrgeizig und so, keine Frage.
Im nachhinein hat man den riskanten Weg gewählt und ist gescheitert.
 
... es wäre wichtig gewesen, eine Diät zu starten, statt an den Fleischtöpfen zu hängen, die auf Dauer eh unerreichbar sind.

Deine Variante überspitzt: Ganz nach oben wollen mit dem Risiko ganz unterzugehen (s. Campino: gegen HSV II spielen)

Dazu gibt es die Alternative: mit weniger Risiko gutes BL Mittelmass zu bleiben. Keine CL, aber auch kein Untergang. Trotzdem professionell, modern, ehrgeizig und so, keine Frage.
Im nachhinein hat man den riskanten Weg gewählt und ist gescheitert.

Ich finde eben nicht, dass man den riskanten Weg gewählt hat. Eher im Gegenteil.
Vergleiche das ganze doch mal mit dem BVB. Die sind jetzt auch gezwungen richtig zu investieren wenn sie weiter an die Fleischtöpfe wollen.
Wobei man in Bremen wohl nie gedacht hat, dass man so zur Bedeutungslosigkeit verkommen wird.
 
Der Kader hätte schon ein CL-Achtelfinale des öfteren her gegeben. In den ersten beiden Jahren hat man das CL-Achtelfinale ja auch erreicht. Auch wenn man in der Saison 05/06 riesen Glück hatte. Zudem hat man 06/07 eine sehr gute CL gespielt. Man ist mit 10 Punkten Dritter in der Gruppe hinter Chelsea und Barca geworden. Hätte man in den Jahren so gespielt dann wäre das Erreichen das CL-Achtelfinale noch öfters möglich gewesen Werder hat halt zu oft gegen Mannschaften wie Panathinaikos, Olympiakos und Lazio Rom verloren. Zudem muss man einfach Mannschaften wie Famagusta zweimal schlagen.
In der CL ist Werder mit seiner Art Fußball zu spielen auch öfters an seine Grenze gestoßen.

Man hat nicht nur in der CL gegen "kleinere Gegner" gepatzt, sondern auch in der Bundesliga.

Das Problem war häufig nicht die Qualität der CL, sondern die dauerhafte Mehrfachbeladtung. Der Kader dafür war viel zu schmal. Wenn immer dieselben Akteure spielen müssen, lassen sie es in scheinbar einfacheren Spielen eben mal "schleifen". Diese Phänomene musste auch Bayern München schon erleben, derzeit auch der BvB.
 
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