Sorry, aber über soviel groben Unfug kann ich nur lachen.
Robin Dutt selber steht für eine andere Fußballphilosophie als zuhause gegen Augsburg auf Konter zu spielen. Diese Spielweise gegen Braunschweig, Augsburg, Dortmund und Mönchengladbach (das Spiel wird immer ausgeblendet, weil wir da trotz Mauertaktik aufn Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

gekriegt haben) angewendet haben, war erstens aus purer Not nach dem vercoachten Pokalspiel in Saarbrücken (eine der absolut schwächsten Mannschaften der dritten Liga nebenbei bemerkt) geboren. Zweitens aber war der relative "Erfolg" den man damit hatte, auch einem gewissen Glück geschuldet. Zudem ist Braunschweig einfach grottenschlecht, da war der Auftritt, den wir da hingelegt haben und der eine Niederlage verdient gehabt hätte, trotz des Ergebnisses extrem peinlich.
So wenig ich von Robin Dutt halte, so sehr bin ich davon entfernt, ihn dermaßen schlechtzumachen wie Campino. Denn auch wenn der Trainer Dutt kein Konzept zu haben scheint, traue ich ihm mehr Selbstvertrauen zu, als seine Spielweise per Abstimmung in Internetforen auszuwählen. Wäre daran auch nur irgendwas richtig, müsste man ihn sofort entlassen. Der Versuch, Werder auch mehr Fußball spielen zu lassen, resultierte doch ganz klar daraus, dass die Spiele in Braunschweig, Mönchengladbach und gegen Frankfurt ganz klar gezeigt haben, dass wir ohne ein eigenes Offensivspiel nur der Spielball jeder einigermaßen strukturierten Truppe sind. Die beste Saisonleistung würde ich deswegen trotz der Niederlage auf Schalke gesehen haben wollen, wo wir nur durch die Bundesligauntauglichkeit eines Einwechselspielers verloren haben. Aber da hatten wir eine Mischung aus eigenem Spiel und defensiver Ordnung. In die Richtung müsste es gehen.
Dass wir gegen grottenschlechte Braunschweiger, Hamburger und teilweise Nürnberger gut ausgesehen haben, ist für mich kein Maßstab. Auf solche Gegner trifft man immer mal und das muss man dann nutzen, klar. Da war das Nürnberg-Spiel ein Negativbeispiel, da hat Dutt die Mannschaft in der Halbzeit deutlich defensiver eingestellt und prompt wurde es grausam. Da musste man über das 3:3 fast noch froh sein.
Das Problem ist, dass Dutt mit seinen Umstellungen und Herumdoktereien der Mannschaft keine Sicherheit gibt. Fußball statt Dutt ist deswegen die korrekte Parole, weil nur mit Spielen wie in Braunschweig holt man in der Bundesliga in der Saison keine 30 Punkte, bei der Leistung hätte man gegen 15 andere Teams klar verloren. Dutt muss es also schaffen, dass wir defensiv gut stehen und gleichzeitig dafür sorgen, dass wir mit Hunt, di Santo, Elia, Yildirim, Petersen etc. endlich unser fußballerisches
Potential auf den Rasen bringen. Dafür wird er schließlich bezahlt.
Zu Recht. Das war absoluter Not-Fußball, mit dem man gegen Gladbach und Frankfurt keine Sonne gesehen hat und gegen Braunschweig die schlechtere Mannschaft war. Wer das nicht kritisiert, dem kann ich nicht helfen.
Nur muss Dutt als Trainer mit einem klaren Konzept antreten und das eben auch allen vermitteln, intern, den Fans, den Spielern. Davon ist nichts zu sehen. Er sagt immer nur, es brauche Zeit, mal ein Jahr, mal 24 Monate. Vielleicht spielen wir dann ja in der Rückrunde 14/15 uns ins gesicherte Mittelfeld der 2. Liga?