BILD: Wie groß ist die Verunsicherung in der Mannschaft?
Eichin: Sie wird doch von außen herangetragen. Ich hasse diese Weltuntergangsstimmung. Hätten wir gewonnen, wären wir von der Stimmung her auf Europacup-Kurs.
sehe ich persönlich anders, nach den bisherigen Auftritt wären wir das von der Stimmung her nicht, ich glaube, da schätzt er die Lage nicht richtig ein.
BILD: Was genau passt Ihnen nicht?
Eichin: Dieses: Um Gottes Willen! Was passiert hier bloß, wo soll das nur hinführen? ist mit mir nicht zu machen egal ob von Spielern, Fans oder Medien.
ich -und viele andere- fragen uns doch aber tatsächlich: "Was passiert hier bloß"...diese Frage hat ja durchaus eine solide Grundlage
BILD: Kein Verständnis für die Sorgen vieler Fans nach drei schlechten Jahren?
Eichin: Auf Schalke lag vor zwei Wochen auch schon alles in Schutt und Asche. Und jetzt: Boateng und Friede, Freude, Eierkuchen. Ganz Bremen muss jetzt die richtige Einstellung haben.
die Aussage finde ich problematisch, da habe ich ein bisschen Sorge, dass er die Lage völlig verkehrt wahrnimmt. Schalke hat nun beim besten Willen keine Situation, die mit unserer vergleichbar ist. Bei Schalke geht es um Europa und das Etablieren in der Liga, bei uns geht es um die Existenz in der Bundesliga. Und Schalke hatte tatsächlich ein Problem, das mit vorhandenem sehr gutem Spielermaterial die Leistung nicht abgerufen wurde. Uns fehlen vor allen Dingen die Spieler, ich kann es nicht mehr hören, dass wir nur das Potential abrufen müssen - das ist eine fatale Fehleinschätzung. Mal davon abgesehen hat Schalke nunmal die Möglichkeiten, mit einem Boateng für Aufbruchstimmung zu sorgen, wir müssen uns diebisch über einen di Santo freuen. Das ist so und damit müssen wir umgehen, aber dieser Schalke-Vergleich hinkt und gefällt mir irgendwie nicht, bzw. macht mir Sorgen.
Was wir überhaupt nicht brauchen, ist immer zu gucken, was die letzten drei Jahre war.
genau DAS ist es meines Erachtens, was wir brauchen! Warum denn nicht? Nur so kann man die Lage doch vernünftig einschätzen!
Keiner kann hier erwarten, dass wir nach einem Fast-Abstieg eine Mannschaft hinzaubern, die alles in Grund und Boden haut. Das wird ein harter Weg, der dauert wahrscheinlich länger als nur ein Jahr.
BILD: Bis dahin heißt es also Abstiegskampf?
Eichin: Nur weil wir den Trainer gewechselt haben, spielen wir nicht sofort wieder im Konzert der Großen mit. Wir sind momentan im Mittelfeld. Diese Saison können sich viele Mannschaften nicht sicher fühlen. Auch Werder.
Wir sind momentan auf Tabellenplatz 14, haben drei Spiele infolge verloren und einen klaren Abwärtstrend. Zuvor haben wir zwei glückliche Siege gegen andere Abstiegskandidaten errungen. Das ist kein "im Mittelfeld sein". Solche Einschätzungen machen mir schon Sorge!
BILD: Warum macht die Mannschaft keine spielerischen Fortschritte?
Eichin: Die Mannschaft nimmt komplett an, was Robin Dutt vorgibt.
DANN frage ich mich aber, was Dutt vorgibt. Denn niemand hier sieht doch einen Fortschritt, eine Änderung. WAS ist es denn dann, was die Mannschaft annimmt?
Diese negative Tendenz in den Fragen gefällt mir nicht. Beim Auftakt in Braunschweig, vor denen da jeder Respekt hatte, gewinnen wir 1:0. Dann kommen alle und sagen: Sie haben aber schlecht gespielt.
Richtig. Weil diese Einschätzung einfach korrekt war
BILD: Welche Spieler sind jetzt gefordert?
Eichin: Alle, aber vor allem die Erfahrenen: Aaron Hunt, Clemens Fritz, Cedrick Makiadi.
Mir ist bewusst, dass Eichin in einem Interview auch ein bisschen Optimismus verbreiten muss und die Mannschaft nicht in Grund und Boden reden darf, aber manche Aussagen machen mir durchaus Sorgen und ich frage mich, ob die Lage momentan noch im Ansatz realistisch eingeschätzt wird. Und eine realistische Einschätzung wäre derzeit, dass es bis auf Braunschweig kaum ein Team gibt, das so schlechten Fussball spielt wie wir und bei dem sowohl offensiv als auch defensiv so wenig Fortschritte zu erkennen/Anlass zur Hoffnung gegeben ist.