Was heißt "abmildern"? Man kann dann immernoch nicht von eigener Händer Arbeit Leben, muss weiterhin aufs Amt, was ja für viele ganz schlimm sein soll.
Ich würde es definitiv entwürdigend finden, wenn ich trotz Vollzeitjob aufs Amt laufen müsste und Almosen vom Staat bräuchte. Deshalb bin ich ja pro Mindestlohn, weil ich denke, dass ein solcher Mindestlohn der Anfang wäre, um davon wegzukommen.
Meine Erfahrung ist eher diejenige, dass alle möglichst viel für sich selbst von der Politik erwarten. Genau das funktioniert aber nicht und daher sind die Leute von der Politik enttäuscht.
Das glaube ich wiederum nicht. Ich glaube, dass viele bereit wären, Einschnitte, die sie selbst treffen, zu akzeptieren, wenn sie erkennen, dass diese Einschnitte für das Land als Ganzes gut und richtig sind und wenn sie der Auffassung sind, dass die betreffende Regierung in ihrer Arbeit auch wirklich das Land als Ganzes im Fokus hat.
Zudem werden viele Zusammenhänge nicht verstanden. Bestes Beispiels sind für mich viele Bürgerinitiativen, die sich ausschließlich eben mit ihren Belangen beschäftigen und "der Politik" dann eben entsprechende Vorwürfe machen. Aber ganz ehrlich: Irgendwo muss der Müll hin, den wir produzieren. Wenn wir EEs haben wollen, dann müssen die Windräder irgendwo stehen und auch die Leitungen irgendwo gebaut werden. Keine Sau will die Dinger bei sich zu hause. Jeder will in Urlaub fahren/fliegen, aber keiner will nen Flughafen in seiner direkten Umgebung, aber zu weit weg sein darf er auch nicht. Gleiches gilt für Autobahnen und Schienen!
Ich finde es, ehrlich gesagt, ziemlich anmaßend, dass Du offenbar unterstellst, dass die meisten Bürgerinitiativen die Zusammenhänge nicht verstehen. Sorry, aber die Bürger sind nicht blöd (obwohl ich den Eindruck nicht loswerde, dass manche Politiker genau das denken)! Du hast Recht, Leute, die wegen Fluglärm protestieren, aber mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen, sind nicht ernstzunehmen. Aber man kann z. B. für Erneuerbare Energien sein, jedoch dagegen, dass die Windräder, wie vielfach geschehen, wild in der Landschaft gebaut werden, anstatt gebündelt in großen Windparks. Genauso finde ich es nachvollziehbar, dass Bürger kritisch hinterfragen, ob ein potentieller Standort für eine Mülldeponie tatsächlich geeignet ist, oder ob hinter der Standortwahl vielleicht doch irgendwelche "Kuhhandel" o. Ä. stecken.
Die Grundidee ist schon falsch. Da wurde der gleiche Fehler gemacht wie bei der "konventionellen" Energieversorgung. Man verschleiert den eigentlichen Marktpreis für Strom, indem man subventioniert. Diese ganze Subventionitis ist grausam!
Die Grundidee finde ich richtig, denn wir werden früher oder später Alternativen zur konventionellen Energieversorgung brauchen, und diese Alternativen würden nicht im erforderlichen Umfang entstehen, wenn es keine Anschubhilfe gäbe. Dass dabei über das Ziel hinausgeschossen wurde, sehe ich genauso wie Du.
Ist es wie gesagt eben nicht. Man bekommt nicht überall eine Wohnung oder entsprechenden Arbeitsplatz.
Ich hätte mich nach dem Studium auch einfach mal arbeitslos melden können. Und dann??? Mir wird zum Verhängnis, dass ich arbeiten will!
Doch, ich glaube, dass jeder, der wirklich will, einen Arbeitsplatz und eine Wohnung in der Nähe dieses Arbeitsplatzes bekommen kann, wenn er bundesweit sucht. Er muss natürlich ggf. Abstriche machen - sei es beim Gehalt, wenn der Arbeitsplatz in einem strukturschwachen Gebiet liegt (da dürfte Wohnen kein Thema sein), oder eben beim Wohnkomfort, wenn der Arbeitsplatz in einem Gebiet mit hohen Mieten liegt. Das wollen aber viele aus den unterschiedlichsten Gründen nicht. Es ist völlig OK, wenn jemand sagt, er will nicht in eine andere Region ziehen, in einer kleineren Wohnung oder einer hässlichen Stadt wohnen oder was auch immer. Nur sollte er - meine Meinung - nicht erwarten, dass der Staat Fahrtkosten bezuschusst, die in dieser Weigerung begründet sind.
Du sagst, Du bist gegen Subventionitis. Die Pendlerpauschale ist aber nichts anderes als eine Subvention. Gleiches gilt für Zuschüsse vom Staat an diejenigen, die mit ihrer Erwerbstätigkeit nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Irgendwo anders oben hast Du geschrieben, Du würdest Dir wünschen, dass der Staat sich auf die Förderung des Notwendigsten beschränkt. Da stimme ich Dir zu - und finde, dass weder Pendlerpauschale noch Lohnzuschüsse zum Notwendigsten gehören. Beides sollte durch ein angemessenes Gehalt für den betreffenden Arbeitsplatz bzw. Flexibilität der Arbeitnehmer überflüssig werden.
Nö! Ich bekommen umgerechnet auf eine 40 Stundenwoche genau 8,01 pro Stunde Brutto!
Dann finde ich es erst recht interessant, dass ich mit einem höheren Stundenlohn pro Mindestlohn bin und Du dagegen, obwohl Du ja ggf. davon profitieren würdest...
