Allgemeiner Politik Thread

Abgesehen davon, dass wir hier vom Ursprungsthema abweichen, möchte ich gern noch mal Bezug nehmen auf die prekären Beschäftigungsverhältnisse und Hartz IV.
Wer hier von vornherein davon ausgeht, dass grundsätzlich mal alle lieber HartzIV beziehen wollen, statt arbeiten, weil im Endeffekt das selbe rauskommt, ist nicht nur ungerecht allen Leistungsbeziehern gegenüber, sondern zeigt zudem wenig Kenntnis der Sachlage.
Wer selbst mal in die Situation gekommen ist und Leistungen beziehen musste, weiß, wovon ich rede.
Für die meisten Leistungsbezieher gilt nach wie vor: Wenn sie einen Job bekommen, arbeiten sie lieber für ihr Geld anstatt sich den Schikanen des Amts und der abfälligen Meinung der Gesellschaft auszusetzen.

Nichtsdestotrotz wäre auch mir wichtig, dass endlich jeder das verdient, was er verdient!
Aber das wirst du kaum mit irgendwelchen Mindestlöhnen hinbekommen. Ich wette, dass es auch da wieder zig Schlupflöcher geben wird - und im Notfall entlässt du eben wieder Leute um das Lohnniveau in der Firma zu halten.

Das, was meiner Meinung nach in Deutschland nicht stimmt, ist die Einstellung zu vielen Bereichen. Da werden ständig nur verschiedene Meinungen gegeneinander ausgespielt und etwas, dass gerade "Trend" ist, zum neuen Modell erhoben und alles andere wird für schlecht erklärt. Aktuell sieht man das wunderbar beim gesamten Bereich Familienplanung, Bildung und Sozialleistung.



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Wer hier von vornherein davon ausgeht, dass grundsätzlich mal alle lieber HartzIV beziehen wollen, statt arbeiten, weil im Endeffekt das selbe rauskommt, ist nicht nur ungerecht allen Leistungsbeziehern gegenüber, sondern zeigt zudem wenig Kenntnis der Sachlage.

Ich habe nirgends gesagt, dass das auf alle zutrifft, und ich glaube auch nicht, dass es auf die Mehrheit zutrifft. Aber es gibt auch andere. Und, ganz ehrlich, dass ich für solche Sozialschmarotzer quasi mitarbeite, ärgert mich schon. Und man kann ihnen meiner Meinung nach nur durch konsequente Leistungskürzung beikommen.

Nichtsdestotrotz wäre auch mir wichtig, dass endlich jeder das verdient, was er verdient!
Aber das wirst du kaum mit irgendwelchen Mindestlöhnen hinbekommen. Ich wette, dass es auch da wieder zig Schlupflöcher geben wird - und im Notfall entlässt du eben wieder Leute um das Lohnniveau in der Firma zu halten.

Welche Alternative siehst Du denn, um zumindest in die Richtung zu kommen, dass jeder verdient, was er verdient?

Das, was meiner Meinung nach in Deutschland nicht stimmt, ist die Einstellung zu vielen Bereichen. Da werden ständig nur verschiedene Meinungen gegeneinander ausgespielt und etwas, dass gerade "Trend" ist, zum neuen Modell erhoben und alles andere wird für schlecht erklärt. Aktuell sieht man das wunderbar beim gesamten Bereich Familienplanung, Bildung und Sozialleistung.

Ich verstehe nicht, was Du damit sagen möchtest...

Sorry, wenn ich das so offen sage, aber ich sehe ich Verbesserung nicht. Insbesondere wenn ich im Hinterkopf habe, dass die Arbeitsplätze ganz verloren gehen könnten. Einzig ein Single könnte mit so einem Mindestlohn gerade über die Runden kommen. Alle anderen werden weiter aufstocken müssen.

Der einzig leich positive Aspekt würde sich bei den Rentenanwartschaften einstellen. Allerdings bin ich da ein großer Anhänger des schweizerischen Systems, womit sich das Thema erledigt hätte!

Ist doch OK, wenn Du anderer Meinung bist. Ich denke, die Betroffenen müssen dann immerhin weniger aufstocken als bisher, und das ist doch ein Anfang. Stichwort Arbeitsplätze: mit Arbeitsplätzen, die so mies bezahlt werden, dass man nicht von dem Einkommen leben kann, ist auch keinem geholfen. Der Mindestlohn wird dieses Problem nicht beseitigen, aber abmildern. Es mag sein, dass zunächst Arbeitsplätze wegfallen. Aber ich glaube, dass das bei einer gesunden Wirtschaft nicht dauerhaft ist, denn irgendjemand muss die Arbeit, die anfällt, ja machen. Und es geht doch bei der Thematik um viele Bereiche, in denen eine Auslagerung in ein anderes Land zum Personalkosten sparen, nicht möglich ist.


Da bin ich eigentlich absolut bei dir. Aber man muss sich in der Politik - etwas was viele leider nicht verstehen - auch irgendwo am machbaren orientieren. Und wenn ich sehe, dass es mit der Union schon nicht möglich war, dass jetzige System zumindest einigermaßen so umzugestalten, dass tatsächlich alle Dinge, die den täglichen Bedarf entsprechen oder in sonstiger Weise sinnvoller Weise unter den ermäßigten Satz fallen sollten, dann auch tatsächlich unter den ermäßigten Satz fallen zu lassen, sehe ich für eine solchen komplett Systemwechsel derzeit keine Chance.

Es wäre grundsätzlich viel mehr machbar, wenn nicht jede Partei mehr auf Wahlergebnisse und ihre Klientel schielen würde als auf das, was wirklich sinnvoll und gut ist... Das ist in meinen Augen einer der Hauptgründe für die Politikverdrossenheit in Deutschland.

Das EEG ist Ergebnis perfekter Lobbyarbeit und eben von nicht geringen Spenden an eine Partei. Und ein Vertreter dieser Partei war sich diese Woche nicht mal zu blöd genau das im Fernsehen auch noch mal deutlich werden zu lassen.
Das EEG ist eine, um es mal im Jargon, den die Linken gerne benutzen, zu sagen, brutale Umverteilung von Unten nach Oben. Das ganze führt dann zu solchen Kuriositäten, dass Windparks, die nicht mal ans Netzt angeschlossen sind, Millionengewinne einstreichen. :crazy:

Die Grundidee hinter dem EEG halte ich, wie gesagt, für gut, nicht jedoch die Auswüchse, die die Förderung angenommen hat (die von Dir genannten Windparks eingeschlossen).

Grundsätzlich gebe ich dir auch da recht. Nur man kann es sich nicht immer aussuchen, wo man wohnt oder gerade arbeitet. Umzüge kosten im Übrigen auch ungemein viel Geld.
Das sehe ich anders. Wo jemand wohnt und arbeitet, ist seine eigene und freie Entscheidung. Grundsätzlich ist jede Konstellation denkbar, nur gegebenenfalls mit Nachteilen, die man nicht in Kauf nehmen will. Ich wohne nicht an meinem Arbeitsort, weil ich mir dort eine gleich große Wohnung in einem schönen Viertel nicht ansatzweise leisten kann. Ich könnte auf diesen Komfort verzichten, will es aber nicht. Dass ich für diese fehlende Bereitschaft vom Staat quasi noch durch die Pendlerpauschale belohnt werde, nehme ich dankend hin, bin aber dennoch der Meinung, dass es nicht unangemessen wäre, wenn dieses Privileg abgeschafft wird.

Mein Traum wäre, dass dieser Staat sich einer grundlegenden Aufgabenkritik stellt, er sich auf das Nötigste beschränkt und es so vielleicht wieder möglich wird, dass eine Familie von einem Durchschnittsgehalt gut leben kann.

Die Aussage in Kombination mit der Ablehnung eines Mindestlohns finde ich wirklich interessant ;) Ich gehe nämlich mal davon aus, dass Du mehr verdienst als 8,50 Euro pro Stunde und Dein Gehalt ja dennoch als zu wenig bezeichnest...
 
Ist doch OK, wenn Du anderer Meinung bist. Ich denke, die Betroffenen müssen dann immerhin weniger aufstocken als bisher, und das ist doch ein Anfang. Stichwort Arbeitsplätze: mit Arbeitsplätzen, die so mies bezahlt werden, dass man nicht von dem Einkommen leben kann, ist auch keinem geholfen. Der Mindestlohn wird dieses Problem nicht beseitigen, aber abmildern. Es mag sein, dass zunächst Arbeitsplätze wegfallen. Aber ich glaube, dass das bei einer gesunden Wirtschaft nicht dauerhaft ist, denn irgendjemand muss die Arbeit, die anfällt, ja machen. Und es geht doch bei der Thematik um viele Bereiche, in denen eine Auslagerung in ein anderes Land zum Personalkosten sparen, nicht möglich ist.

Sicher ist, dass nicht alle Arbeitsplätze verloren gehen werden. Einige werder sicher in Minijobs umgewandelt werden, andere bleiben, aber die Produkte Dienstleistungen werder teuerer. Frage ist, ob diese dann wirklich noch nachgefragt werden. Fakt ist nun mal, dass alle Länder mit gesetzlichem Mindestlohn unter hoher Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und Geringqualifizierten leiden.
Was heißt "abmildern"? Man kann dann immernoch nicht von eigener Händer Arbeit Leben, muss weiterhin aufs Amt, was ja für viele ganz schlimm sein soll.

Es wäre grundsätzlich viel mehr machbar, wenn nicht jede Partei mehr auf Wahlergebnisse und ihre Klientel schielen würde als auf das, was wirklich sinnvoll und gut ist... Das ist in meinen Augen einer der Hauptgründe für die Politikverdrossenheit in Deutschland.

Meine Erfahrung ist eher diejenige, dass alle möglichst viel für sich selbst von der Politik erwarten. Genau das funktioniert aber nicht und daher sind die Leute von der Politik enttäuscht. Zudem werden viele Zusammenhänge nicht verstanden.
Bestes Beispiels sind für mich viele Bürgerinitiativen, die sich ausschließlich eben mit ihren Belangen beschäftigen und "der Politik" dann eben entsprechende Vorwürfe machen. Aber ganz ehrlich: Irgendwo muss der Müll hin, den wir produzieren. Wenn wir EEs haben wollen, dann müssen die Windräder irgendwo stehen und auch die Leitungen irgendwo gebaut werden. Keine Sau will die Dinger bei sich zu hause. Jeder will in Urlaub fahren/fliegen, aber keiner will nen Flughafen in seiner direkten Umgebung, aber zu weit weg sein darf er auch nicht. Gleiches gilt für Autobahnen und Schienen!



Die Grundidee hinter dem EEG halte ich, wie gesagt, für gut, nicht jedoch die Auswüchse, die die Förderung angenommen hat (die von Dir genannten Windparks eingeschlossen).

Die Grundidee ist schon falsch. Da wurde der gleiche Fehler gemacht wie bei der "konventionellen" Energieversorgung. Man verschleiert den eigentlichen Marktpreis für Strom, indem man subventioniert. Diese ganze Subventionitis ist grausam!


Das sehe ich anders. Wo jemand wohnt und arbeitet, ist seine eigene und freie Entscheidung. Grundsätzlich ist jede Konstellation denkbar, nur gegebenenfalls mit Nachteilen, die man nicht in Kauf nehmen will. Ich wohne nicht an meinem Arbeitsort, weil ich mir dort eine gleich große Wohnung in einem schönen Viertel nicht ansatzweise leisten kann. Ich könnte auf diesen Komfort verzichten, will es aber nicht. Dass ich für diese fehlende Bereitschaft vom Staat quasi noch durch die Pendlerpauschale belohnt werde, nehme ich dankend hin, bin aber dennoch der Meinung, dass es nicht unangemessen wäre, wenn dieses Privileg abgeschafft wird.

Ist es wie gesagt eben nicht. Man bekommt nicht überall eine Wohnung oder entsprechenden Arbeitsplatz.
Ich hätte mich nach dem Studium auch einfach mal arbeitslos melden können. Und dann??? Mir wird zum Verhängnis, dass ich arbeiten will!

Die Aussage in Kombination mit der Ablehnung eines Mindestlohns finde ich wirklich interessant ;) Ich gehe nämlich mal davon aus, dass Du mehr verdienst als 8,50 Euro pro Stunde und Dein Gehalt ja dennoch als zu wenig bezeichnest...

Nö! Ich bekommen umgerechnet auf eine 40 Stundenwoche genau 8,01 pro Stunde Brutto! Wobei ich idR weit mehr als 40 Stunden die Woche am Schreibtisch, in der Bibilothek oder am Arbeitsplatz verbringe. Wobei das nicht ganz vergleichbar ist, da ich derzeit meinen juristischen Vorbereitungsdienst absolviere!
 
Das Wahlprogramm der Linke ist in diesem Jahr in meinen Augen recht gut. Wäre vielleicht gar nicht so verkehrt, wenn es auf rot-grün-rot hinausläuft...
 
Das Wahlprogramm der Linke ist in diesem Jahr in meinen Augen recht gut. Wäre vielleicht gar nicht so verkehrt, wenn es auf rot-grün-rot hinausläuft...

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Rot-Grün für den ESM abgestimmt haben, wo das Geld doch so dringend für Aufgaben im eigenen Land gebraucht würden - die Linke übrigens haben als Einzige den Vertrag abgelehnt. Wo soll Deiner Meinung das Geld für mehr soziale Gerechtigkeit herkommen, wenn es an anderer Stelle abgeschöpft wird ?
 
Gleich wird Merkel dem Steinbrück die Grenzen aufzeigen :applaus:

Persönlich finde ich diese TV-Duells völlig Schwachsinn, denn ersten ingnorieren sie unser Wahlsystem und machen den Menschen vor sie würden entweder Merkel oder Steinbrück am 22.09 wählen. Und zweitens ist das dieses Jahr nicht mal ein richtiges Kanzlerduell, den Steinbrück wird nich Kanzler werden. Wenn dann müssten die Gabriel da hinschicken, denn wenns auf Rot-Rot-Grün hinausläuft wird er am Ende Kanzler werden!
 
Was ist denn bitte an einem Programm gut, welches die hart arbeitenden Menschen weiter schröpft und in die Abhängigkeit vom Staat treibt, nur damit dieser sich selbst rechtfertigen kann???

Amen. :tnx:

Von der Umsetzbarkeit der populistischen Wahlversprechen der Linken ganz zu schweigen.

Gabriel wäre in der Tat der absolute Super-GAU. Man kann nur hoffen, dass die SPD vernünftig genug ist, eine große Koalition einzugehen, wenn es für schwarz-gelb nicht reichen sollte...
 
Amen. :tnx:

Von der Umsetzbarkeit der populistischen Wahlversprechen der Linken ganz zu schweigen.

Gabriel wäre in der Tat der absolute Super-GAU. Man kann nur hoffen, dass die SPD vernünftig genug ist, eine große Koalition einzugehen, wenn es für schwarz-gelb nicht reichen sollte...

Gabriel übrigens mal ganz sympthisch! Kann man nur auf facebook sehen.

Irgendwie hat er ja nicht ganz Unrecht, auf der anderen Seite ist wohl der Sinn der Fragen gewesen, dass Gabriel das mal erklärt...
 
Gibt es bisher Überraschungen?
Ich finde nicht!

Steinbrück wirkt sehr kämpferisch, parteipolitisch motiviert.
Merkel eher "staatsmännisch" (staatsfraulich :grinsen:)!
 
Wenn dann müssten die Gabriel da hinschicken, denn wenns auf Rot-Rot-Grün hinausläuft wird er am Ende Kanzler werden!

Immer dieses Schreckgespenst einer Rot-Rot-Grünen Koalition auf Bundesebene. In der Bevölkerung sehr unbeliebt, viele Forderungen der Linkspartei sind schlicht nicht finanzierbar und bei anderen Themen auch reichlich "Sollbruchstellen" (z.B. Auslandseinsätze der Bundeswehr), die eine solche Koalition faktisch unmöglich machen - wieso schreibst Du dann immer von ihr? Braucht der FDP-Wähler von heute das, um mit den kümmerlichen 5 % der aktuellen Vorhersagen zufrieden zu sein?
 
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