100 und -Kekstage ist er mittlerweile im Amt und es ist meines Erachtens nach Zeit für ein kleines Zwischenfazit der geleisteten Arbeit bis hierhin.
Grundsätzlich lässt sich in meinen Augen sagen, dass diese oft geäußerte Meinung, Werder würde ein wenig frischer Wind in Führungspositionen gut tun, sich bewahrheitet hat. Eichin mag durch sein Handeln, auf welches ich später noch eingehen werde, zwar die heile Werder-Welt einiger hier zerstört haben, hat im Enddefekt bis hierhin aber vieles richtig gemacht. Wobei "zerstört" meines Erachtens nach nicht einmal der richtige Ausdruck ist, eingeschränkt würde es besser treffen. Denn Grundwerte wie Bodenständigkeit und Seriösität stehen auch beim Herrn Eichin im Vordergrund, wie es bei Werder schon immer gewesen ist und weshalb Werder ein so hohes Ansehen genießt, weshalb Werder oftmals eine Vorbildsfunktion zugesprochen wird und so viele Menschen mit unserem Club sympathisieren, was Umfragen immer wieder beweisen.
Ein Teil, welcher für viele allerdings zur heilen Werder-Welt zälte, wurde maßgeblich verändert. Thomas Schaaf ist nicht mehr Trainer Werders und dafür trägt Eichin in meinen Augen die Verantwortung. Zwar wurde stets betont, dass es eine gemeinsame Entscheidung der Geschäftsführung gewesen ist, Schaaf zu beurlauben, jedoch ist davon auf Grund von Erfahrungen auszugehen, dass Eichin ausschlaggebende Person gewesen ist.
Noch zur Osterzeit habe ich Eichin dafür kritisiert, dass er nicht die Eier in der Hose gehabt hat, um Schaaf mit sofortiger Wirkung freizustellen, vor wenigen Wochen allerdings hat sich dann doch herausgestellt, dass Eichin zum einen Eier in der Hose hat

D) und dass er im Enddefekt durch seine Haltung, dass man den Abstiegskampf besser mit Schaaf als ohnehin gewinnen könne, richtig gelegen hat. Dies war wohl, wie man jetzt sagen kann, die beste Variante, da es auch schwierig gewurden wäre, einen Trainer bis Saisonende zu finden. So hat man den Abstiegskampf für sich entschieden, aber die Saison, wie angekündigt, sofort als feststand, dass Werder gerettet ist, sachlich und nüchtern analysiert und ist dabei zu dem Entschluss gelangt, dass eine Trennung von Schaaf der richtige Weg ist. (Ob er das tatsächlich ist, wird sich natürlich erst zeigen müssen). Und an dieser Stelle wären wir auch beim Thema "frischer Wind" angelangt. Ich glaube nämlich, dass die Trennung nur erfolgt ist, weil Eichin und Schaaf kein engeres Verhältnis verbunden hat. Zwar haben sich beide anscheinend gut verstanden und beide wussten gut miteinander umzugehen, eine emotionale Bindung war allerdings nicht da, vielleicht auch, weil man sich noch nicht allzu lange kannte. Wäre Allofs die ausschlaggebende Person gewesen und nicht Eichin, wäre Schaaf meines Erachtens nach auch heute noch Trainer. Die Trennung von Schaaf erfolgte dann für viele sehr plötzlich, sodass auch Medien bis zur Pressemitteilung Werders nichts davon mitbekommen haben. Bei der Trennung ist man dann auf Schaafs Wünsche eingegangen, was, ganz einfach aus Respekt und Dankbarkeit für alles geleistete, meiner Ansicht nach auch angebracht gewesen ist. Werders Bild hat durch die Trennung Schaafs keinen Schaden genommen bzw. nur dann, wenn die Menschenmasse uninformiert gewesen ist und nicht gewusst hat, dass es Schaafs ausdrücklicher Wunsch gewesen ist, in Nürnberg nicht mehr dabei zu sein und diese Entscheidung nicht von Werder kam.
Dass man sich auch vom Übrigen Trainerstab getrennt hat, halte ich ebenso für richtig, da die Trainingsmethoden ebenso wie die von Schaaf eingefahren und veraltet sein dürften, weshalb Erfolg auch in Zukunft nicht wahrscheinlich gewesen wäre.
Auch die Suche nach Schaafs Nachfolger ist in meinen Augen sehr nüchtern, sachlich und sinnvoll abgelaufen. Anstatt auf einen ehemaligen Werderaner zurückzugreifen hat man sich auch hier für frischen Wind entschieden und eine Lösung von Außen angestrebt. Um eine optimale Lösung zu finden, hat man ein klares Anforderungsprofil (jung, aber dennoch mit Erfahrung in der 1.Bundesliga als Coach, motiviert, jemand, der mitreißen kann und Nachwuchsarbeit fördert) erstellt und mit Dutt letztlich auch den Wunschkandidaten unter Vertrag nehmen können. Während man schon Verhandlungen mit Dutt geführt hat, hat man die Medien etwas im Dunkeln tappen und spekulieren lassen.
Zwar mag der Umbruch, gerade was auch die Führungspersönlichkeiten betrifft, sehr radikal sein, was durchaus ein wenig Angst vor der Zukunft macht, jedoch halte ich den Weg, den Eichin eingeschlagen hat, für richtig. Es würde nämlich überhaupt nichts bringen, über Jahre immer einen kleinen Teil des Umbruchs durchzuführen. Dann lieber einmal radikal.
Auf jeden Fall ist Eichin in meinen Augen jemand, der einem wieder die Lust auf den Fussball durch seine Handlungen einhaucht. Man kann natürlich nicht abstreiten, dass er hier erstklassige Strukturen (Werder hat z.B. laut einer Studie den besten Twitterkanal und somit eine gute Kommunikation in die Öffentlichkeit) vorgefunden hat, jedoch vollrichtet er bis hierhin meiner Meinung nach sehr gute Arbeit, hat ein klares Konzept und eine Vision vor Augen. Eichin scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, Werder komplett umzukrempeln und ist auf dem besten Wege ein neues Werder zu basteln.
Bei seinem Vorhaben scheint Eichin, was die Kaderplanungen betrifft, zwar erfahrene Spieler (wie Makiadi) dazuholen zu wollen, aber das Wort Jugendarbeit weiterhin großzuschreiben. So krempelt er nicht nur die Führungsriege der Profis um, sondern richtet auch das Nachwuchszentrum komplett neu aus, von daher passt es natürlich, dass er mit Dutt einen Trainer verpflichtet hat, der den Nachwuchs ebenso fördert.
Grundsätzlich gefällt es auch, dass er versucht, obwohl de Bruyne Werder verlassen wird, noch von ihm zu profitieren in dem er eine Art Kooperation mit Chelsea auszuarbeiten scheint und sich bemüht, wieder Spieler aus der dritten Reihe Chelseas zu verpflichten.
In Bezug auf Neuverpflichtungen ist Eichins Vorgehen auch deutlich besser als das Allofs zuvor. In den Medien kursieren nur wenige Gerüchte, von konkreten Interesse wissen sie nichts zu berichten. Im Übrigen wählt Eichin seine Worte deutlich bedachter, gerade was Neuverpflichtungen betrifft, als Allofs das getan hat, lässt sich zumeist eine Hintertür offen.
Positiv ebenso, dass bei Eichin alles schneller zu gehen scheint. Die Trikots werden deutlich früher als gewohnt präsentiert, Vertragsverlängerungen wichtiger Spieler, wie jetzt im Falle Hunt, werden frühzeitig angestrebt.
Bis jetzt hat seine Arbeit Hand und Fuss und ich bin sehr von ihm überzeugt, wobei man natürlich die weitere Entwicklung abwarten sollte, um ein endgültiges Statement abgeben zu können. :daumen: