Ich denke, der Verein wäre gut beraten, die Personalie Schaaf mit Augenmaß und Würde zu behandeln derart, dass man einen Abschied im Sommer ins Auge fasst, sich beizeiten einen geeigneten Nachfolger sucht und Herrn Schaaf mit allen ihm zustehenden Ehren nach der Saison entlässt; Vertragsauflösung in beiderseitigem Einvernehmen eben. Die Notwendigkeit zu einem solchen Schritt ist offenkundig, hier immer wieder begründet und sicher auch schon im Management des Vereins realisiert worden. Es gibt eben sportliche und damit zusammenhängend wirtschaftliche Entwicklungen, denen ein bestimmter Mensch, der zuvor tadellose Arbeit verrichtet hat, schlicht nicht mehr gewachsen ist und wo die ständige Wiederholung alter MUster nicht mehr greift. Als Beispiel sei das offensive Spielsystem und die Position des 6er benannt. Gab es früher bei Werder Spieler, die defensive Sicherheit ausstrahlten (der jüngere Frings, Baumann) dann gibt es die jetzt seit Spielzeiten nicht mehr und das sture Beharren auf einem Spielsystem mit derart offensiver Grundausrichtung misslingt vorhersagbar oft. Das Bild einer vogelwilden Abwehr gehört doch schon zum Markenzeichen! Es kann einfach nicht an den dort agierenden Individuen allein liegen, die sind alle mittelmäßig solide; doch wenn ich sie spielen lasse, als wären sie Extraklasse, dann bleibt nur der Offenbarungseid im Spiel, der mit beharrlicher Ignoranz verleugnet wird.
Wichtig erschiene es mir, eine langfristige Perspektive zu entwickeln, die finanziell relaisierbar wäre und anhand derer auch der eine oder andere talentierte Spieler gehalten oder geholt werden könnte. Als mögliche Perspektive würde ich Leute von der Art wie Streich oder Tuchel sehen, die ein realisierbares erfolgreiches Spielsystem anpeilen trotz auch eingeschränkter Ressourcen.
Es muss sich im Verein einiges ändern, Eichin wird viel Arbeit haben, die auch über das Managen des Moments hinausgeht. Hoffentlich finder er genug Unterstützung im Verein und steht nicht nur den ewig Gestrigen gegenüber, die erst die Ära Rehagel und dann die von Schaaf miterlebt haben und die Gegenwart und Zukunft mit dem verklärtem Blick in die Vergangenheit deuten.