Wie sagt man einer Frau, dass man einfach noch nicht bereit dazu ist, ihr die "eine" Frage zu stellen, weil man es noch für zu früh hält?
Das hängt doch ein wenig vom Alter und Status der Beziehung ab, von dem Lebensumständen etc. Wenn man zum Beispiel noch studiert und ziemlich unklar ist, wohin anschließend die Reise geht, sind Lebensumstände oft noch prekär, veränderbar. Ist man zudem noch unter, sagen wir mal: 25, dann sollte es normal sein, dass Hochzeit für einen kein Thema ist.
Sollte das nicht zutreffen, dann sollte man sich ehrlich hinterfragen, ob man mit dieser Person sein Leben oder zumindest die nächsten 5-10 Jahre überhaupt verbringen möchte. Wenn man das bejaht, dann spricht meiner persönlichen Meinung nichts dagegen, sich einen Stoß zu geben und es auch durchzuziehen. Denn wie waechter völlig zu Recht anmerkt: Man kann nur herausfinden, ob es funktioniert, wenn man es macht.
Es ist auch ebenso mit Kindern. Ich wollte immer welche und meine Verlobte und ich haben uns sehr kurzfristig für ein gemeinsames Kind entschieden. Ob und wie das klappt, kann mir vorher keiner sagen, das lässt sich nur praktisch ermitteln, das ist wie mit einer Revolution. Damit haben Theoretiker natürlich oft ein Problem, sie wollen es vorher wissen, aber hierbei handelt es sich um eine Frage des richtigen Gespührs, des Gefühls.
Im Übrigen sehe ich in dieser Skepsis gegen die Ehe und eigene Kinder, die man heute unter sogenannten Akademikern antrifft, auch eine Folge ihrer Unreife. Sie leben oft noch zuhause, studieren im selben Ort, lassen sich von Mama den Kühlschrank vollstopfen und die Wäsche waschen, leben von Papas Konto, erstreiken Bildung, statt sie sich anzueignen, fordern sie von Institutionen statt von sich selbst. Diese fortgesetzte Kinder- und schulzeit, die das Studium heute meist darstellt, trägt mehr zum Kindermangel bei Akademikern bei als irgendwelche Familienpolitik.
Es gehört zum Leben, insbesondere zum bürgerlichen Leben, das in der Familie stattfindet, für sich und einen Partner und eventuelle Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Bindungsangst ist nicht ein Ausdruck von Freiheitswille oder Unabhängigkeit, sondern eine Angst vor der Freiheit, da Freiheit Verantwortung bedeutet.