Ist aber wohl alles ein wenig sehr einfach. Komischerweise nimmt man immer Mannschaften die über einem stehen oder ganz oben und hält das für die super Arbeite/Taktik/Spielweise. Hallo, 20 Spieltage und noch lange keinen zählöbaren Erfolg.
Jetzt anhand von 20 Spieltagen das als Supefußball hinzustellen, wie man ihn spieln sollte ist doch Banane.
Es ging nicht um jahrelang oder 20 Spieltage, sondern um ein Beispiel. Warum der HSV gegen Bielefeld gewonnen hat und wir verloren. Obwohl von der Rollenverteilung her beide Spiele ähnlich verliefen, aber der völlig unterschiedliche Ausgang ganz einfach mit der unterschiedlichen Philosophie zusammenhängt.
Werder kann jeden schlagen, das beweist diese Saison eindrucksvoll. Und das aufgrund USNERER Mittel und Spielweise. Es hapert leider diese Saison an anderen Dingen. UND zwar Dingen, die alle Mannschaften dieser Erde mal befallen.
Falsch, der gravierende Unterschied ist, dass diese Dinge - Einbruch nach der Winterpause, Kontergegentore, zunehmende Berechenbarkeit wegen mangelnder Flexibilität - uns seit Jahren befallen, nur der Erfolg, der am Ende trotzdem stand, dies immer wieder kaschiert hat. Und das Ergebnis, dass darauf einfach nicht reagiert wurde, sich nichts änderte - erleben wir in dieser Spielzeit. Einiges davon wäre mE vermeidbar gewesen.
Ich finde auch nicht, dass wir in den letzten vier Spielen identische taktische Ausrichtungen gesehen haben.
Doch, finde ich schon. Wir müssen dahin kommen, ein Spielsystem so variieren zu können, dass wir je nach Gegner und vor allem nach den Spielern, die wir zur Verfügung haben in der Lage sind, taktisch flexibel dem entgegenen zu können. Das ist eben nicht der Fall, was sich schon seit ca. 2006 oftmals bitter rächt. Wir spielen die Grundausrichtung der Raute immer noch so, wir wir es 2004 mit Micoud, Ernst, Borowski gespielt haben. Damals ging es auf, weil zum einen die Gegner noch nicht so viel Respekt hatten (solche Konterchancen wie einst über Ailton würden wir heute kaum noch bekommen) und zum anderen weil seinerzeit die idealen Spieler dafür da waren. Die haben wir heute nicht mehr. Dieses System funktioniert, wenn der Ball im Direktspiel über wenige Stationen nach vorne kommt, mehr aus der Tiefe gespielt wird, wie es Micoud konnte. Auch Ernst spielte den sicheren Pass und eben nicht auf Risiko, konnte aber genau wie Baumann auch ein Spiel schnell machen. Heute haben wir Diego, der jede schnelle Spieleröffnung mit zu langem Ballhalten vernichtet oder Frings, der mehr Querpässe spielt und zudem ebenso zu lange in Ballbesitz ist. Alles Dinge die unser Spiel verlangsamen, Werder spielt aber im System immer noch so wie 2004. Das Resultat ist erhöhtes Konterrisiko, zunehmende Ausrechenbarkeit, denn wir haben zu viel Ballbesitz, was 2004 nicht so war, und dadurch wird die Raute hin und wieder zum Boomerang.
Das Spiel auf Schalke hat durchaus das gezeigt, was Mick-Werder sich gewünscht hat: eine abwartende Haltung und ein Reagieren auf ein Spiel des Gegners. Leider hat Schalke dasselbe getan - somit haben wir eine verdammt langweilige erste Halbzeit ohne zwingende Torchance gesehen. Hier hätte etwas mehr Offensivdrang sicher gut getan - diese musste nach dem Rückstand dann zwangsweise her.
Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Hier hat TS es tatsächlich versucht, wie schon in Mailand oder gegen Leverkusen. Aber was jahrelang brach lag, ist nun mal nicht so einfach aufzuholen. Ausserdem schrieb ich ja nicht, dass nichts, sondern dass viel zu wenig getan wird.
Schöner und auch langatmiger und teilweise ein etwas zu LAUTER Beitrag! Nur weil man etwas lauter schreibt, wird es dadurch nicht besser! Allerdings ist der Bericht m.E. nur auf die aktuelle, und eigentlich nicht einmal das, Situation abgestimmt.
Leute, die einen Beitrag nicht oder maximal 1/5 lesen, ihn dann aber abwatschen mit Langatmigkeit und zu laut, sollten sich erstmal selber hinterfragen, was sie da schreiben. Denn:
Wozu also die Aufregung? Weil man sich gegen Bielefeld nicht hinten reingestellt hat, also nur reagiert hat?
Da brachte uns ein individueller Fehler auf die Verliererstraße. Gegen Mailand war es auch so, dass uns solch ein Fehler nach hinten geworfen hat. Mit einer defensiveren Haltung hätten wird das Spiel gegen Mailand auch nicht gewonnen, da war die Ausrichtung schon vollkommen richtig.
Und das jetzt das aktuelle Beispiel vom HSV herhalten muss, ist schon echt krass. Seit jahren spielen die ein vollkommen defensives und unattraktives System und gewinnen seit Jahrzehnten aber auch gar nix und nur weil die momentan einige Spiele mit Glück gewinnen, ist das System der Schlüssel zur Glückseeligkeit?
Hätte Wichniarek den Elfer verwandelt, wäre das in Hamburg ein ganz anderes Spiel geworden. In Karlsruhe hat deren Defensive ja auch sehr gut gestanden!
Gerade in den letzten Spielen hätte uns eine defensivere Grundtaktik kaum weitergeholfen, außer man spricht ernsthaft darüber, dass man gegen Bielefeld und Gladbach einen Punkt holen wollte.
Wie ich oben schon sagte, habe ich nie behauptet, dass es der HSV jahrelang besser macht, sondern ein Beispiel rausgepickt. Und hätte, wenn, wäre...
Manche behaupten auch stetig, dass die Bayern so viel Spiele allem Anschein nach unverdient gewinnen, ist lediglich dem Glück geschuldet, und möglichst seit 20 Jahren. Nein, es ist eine Frage der Auffassung. Wann im Spiel, wie und aus welchem Grund muss eine Mannschaft in den entscheidenden Momenten hellwach sein. Und was hat sie aus der Vergangenheit gelernt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und Werder hat zum einen diese Mentalität einfach nicht und andererseits wird zu selten versucht, schon im Wesen des Vereins, dem gestiegenen Niveau, der teuren Mannschaft und dem guten Status Quo auch den Rest anzupassen. Wir machen auf der einen Seite Dinge wie ein Spitzenclub, wollen es vielleicht aber gar nicht sein oder verkennen die Bedeutung des gestiegenen Wertes. Da passt etwas nicht zusammen. Genau, wie Werder lernen sollte, das für uns inzwischen das Ergebnis das wichtigste ist, denn sonst sind die Spieler, die wir haben, nicht mehr lange da. Für tollen Fussball allein hat sich noch niemand etwas kaufen können, wir unterhalten aber eine nicht gerade billige Mannschaft.