Gesamtsituation der Mannschaft

Du weißt aber auch, dass er vorher"nur" in Belgien gekickt hat und erst kurz vor Saisonbeginn gekommen ist und somit keine Vorbereitung mit der Mannscahft hatte? Ich persönlich kann Akpala noch überhaupt nicht einschätzen.

KdB ist auch Belgier und hat vorher noch nicht viel in England gespielt - er ist aber eine super Verstärkung. Akpala konnte mich bisher nicht überzeugen, keine Situation an die ich mich erinnere, in welcher er besonders positiv auffiel.
 
Wie wäre es mit Tempovariationen, einstudierten Spielzügen und Laufwegen und Ruhephasen, sodass das Team nicht nach 60 - 70 Minuten auch ohne Doppelbelastung platt wirkt?
 
Das die Spieler am Ende platt sind ist aber glaube ich auch der Tatsache geschuldet, dass sie nicht in Führung gegangen sind. Möglich wäre es ja, dass "das System" vorsieht, möglichst früh, gerne auch höher in Führung zu gehen, um nach hinten raus mehr Ruhe zu haben.
 
Hieß mal kontrollierte Offensive und war ein Erfindung von König Otto !

:daumen:

meine erinnerung an könig otto.. der hat hinten beton angerührt und den rest herzog und basler machen lassen ;x die zeit davor war ich noch zu jung, keine ahnung. - soll heissen, hinten helf ich mir selbst, vorne der liebe gott. ist das eure "kontrollierte offensive"?

was schaaf spielen lassen möchte ist aber dominantes offensivspiel, sodass der gegner gar nicht erst zum zug kommt. dazu gehört viel feinschliff und der wird zunehmend kommen. das grundgerüst der spielweise trägt jedenfalls schon (s)eine deutliche handschrift.
 
Fußballerisch war die letzte Hinrunde bereits desaströs und der Vorschein der Rückrunde. Da hatte wir mehr Punkte, als wir fußballerisch angeboten haben. Diese Hinrunde ist es andersherum.

Mir ist bei Punkten deswegen nicht egal, wie wir gespielt haben. Wenn wir gut spielen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Punkte holen, höher. Nach der letzten Hinrunde war der Absturz in der Rückrunde keine Überraschung. Diese Rückrunde sehe ich uns ziemlich stabil, es sei denn es bricht die große Verletztenmisere aus.

:tnx:

Ein weiterer Grund für die vielen Punkte der letzten Hinrunde und der schlechten Rückrunde war, dass wir die "leichten" Gegner in Heimspielen empfangen haben, die schweren Brocken auswärts.
Heißt, die Heimspiele wurden gewonnen, die Auswärtsspiele meist verloren. In der Rückrunde war es umgekehrt, nur dass wir die Auswärtsspiele bei den "leichten" Gegnern nicht für uns entscheiden konnten, und in den Heimspielen von den starken Gegnern platt gemacht wurden.

Ich bin nach der Hinrunde dieser Saison jedenfalls wesentlich optimistischer als letzte Saison, wo wir die Punkte tatsächlich nur mit viel Glück und Pizza geschafft haben
 
Also ich bin ja nicht als Fan von Schaaf bekannt. Nur lass ich mich gern auch vom Gegenteil Überzeugen. Contra Schaaf ist kein Dogma von mir.

Ich fand die Hinrunde Spielerisch schon viel besser als die Rückrunde der letzten Saison. Gegen Nürnberg sah ich teilweise sehr guten Fußball. Laufbereitschaft und Tempo waren ohne Zweifel vorhanden.

Nur sehe ich unter den Spielern auch einige die zu egoistisch und egozentrisch sind und deren Bild von sich selbst nicht annähernd mit der Realität mit hält. Allen voran Arnautovic. Nach einen guten Spiel folgen drei oder vier schlechte. Gegen Nürnberg fand ich es erschreckend. Einmal ließ er eine Ball ins aus rollen, obwohl er den Ball nach hätte erreichen können, ein anderes mal drosch er den Ball in den Bremer Nachthimmel. Ich fand viele Szenen einfach Arrogant von ihm. Mit mehr Köpfchen und willen wäre durchaus ein Sieg drin gewesen.

Meine Hoffnung ist, dass wenn Schaaf an einigen Stellschrauben dreht, unser Spiel nicht nur schön sondern auch erfolgreich sein wird.

Zum einen sollte im Sturm nachgebessert werden, zum einen würde ich Arnautovic durch Fritz ersetzen, der viel Mannschaftsdienlicher ist. Diese Forderung ist zwar unpopulär, aber meines erachtens ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch würde ich überlegen, mit zwei Sechsern zu spielen.
Also ein 4:2:3:1 System oder bei Bedarf wieder mit Raute, je nach Gegner.
 
meine erinnerung an könig otto.. der hat hinten beton angerührt und den rest herzog und basler machen lassen ;x die zeit davor war ich noch zu jung, keine ahnung. - soll heissen, hinten helf ich mir selbst, vorne der liebe gott. ist das eure "kontrollierte offensive"?

Rehhagel hat bis 1987 die AV (links Otten, rechts Schaaf) als Flankengeber von den Außenbahnen ins Offensivspiel mit einbezogen - dies ließ zwar mehr Variationsmöglichkeiten im Angriff zu, aber dieser starke Offensivendrang machte Werder hinten anfällig, so daß die die daraus resultierenden Gegentreffer 1985+86 die Meisterschaft kosteten, auch wenn Werder in den beiden Jahren die meisten Tore erzielte.

Der sonst so kritikresistende Rehhagel erkannte diesen Fehler und stellte auf die "kontollierte Offensive" um.


was schaaf spielen lassen möchte ist aber dominantes offensivspiel, sodass der gegner gar nicht erst zum zug kommt. dazu gehört viel feinschliff und der wird zunehmend kommen. das grundgerüst der spielweise trägt jedenfalls schon (s)eine deutliche handschrift.

Man kann diese Philosphie von Schaaf durchaus erfolgreich durchziehen - nur dafür braucht man auch das entsprechende Spielermaterial. Vom Doublejahr beginnend war dies bis 2010 (08/09 in der Buli ausgenommen) auch recht erfolgreich, weil wir mit Micoud, Diego, Özil etc. Spieler hatten, die den Ball halten und ein Spiel führen konnten, so daß der Gegner schwerlich zum Zug kam. Aber auch damals war Werders Achillesferse die Konteranfälligkeit, so daß diese dominate Spielweise nicht selten Punkte (und wohl auch die Meisterschaft 2007) kostete.

Und seitdem in den letzten 2,5 Jahre die spielerische Qualität des Kader nachgelssen hat, wurde und wird die vorher schon zu sehenden Anfälligkeit der Schaaf'schen Philosphie deutlich, weil sich die Zahl der Gegentore (von allen aktuellen Bundesligisten hat Werder die schlechteste Gegentorquote in den letzten 2,5 Jahren) sowie die daraus folgenden Punkverluste häuften.
 
Rehhagel hat bis 1987 die AV (links Otten, rechts Schaaf) als Flankengeber von den Außenbahnen ins Offensivspiel mit einbezogen - dies ließ zwar mehr Variationsmöglichkeiten im Angriff zu, aber dieser starke Offensivendrang machte Werder hinten anfällig, so daß die die daraus resultierenden Gegentreffer 1985+86 die Meisterschaft kosteten, auch wenn Werder in den beiden Jahren die meisten Tore erzielte.

Der sonst so kritikresistende Rehhagel erkannte diesen Fehler und stellte auf die "kontollierte Offensive" um.

ja darüber hab ich meinen daddy mal reden hören. und aus der zeit danach ist dann wohl auch sein zitat "die offensive gewinnt spiele, die defensive meisterschaften" - also lag ich mit der einschätzung richtig von dem was ihr hier gern sehen würdet? hinten beton, vorn göttliche hilfe? denn ne weiterführende erklärung fehlt da irgendwie in deinem post?


Man kann diese Philosphie von Schaaf durchaus erfolgreich durchziehen - nur dafür braucht man auch das entsprechende Spielermaterial. Vom Doublejahr beginnend war dies bis 2010 (08/09 in der Buli ausgenommen) auch recht erfolgreich, weil wir mit Micoud, Diego, Özil etc. Spieler hatten, die den Ball halten und ein Spiel führen konnten, so daß der Gegner schwerlich zum Zug kam. Aber auch damals war Werders Achillesferse die Konteranfälligkeit, so daß diese dominate Spielweise nicht selten Punkte (und wohl auch die Meisterschaft 2007) kostete.

Und seitdem in den letzten 2,5 Jahre die spielerische Qualität des Kader nachgelssen hat, wurde und wird die vorher schon zu sehenden Anfälligkeit der Schaaf'schen Philosphie deutlich, weil sich die Zahl der Gegentore (von allen aktuellen Bundesligisten hat Werder die schlechteste Gegentorquote in den letzten 2,5 Jahren) sowie die daraus folgenden Punkverluste häuften.

in all diesen jahren hatten wir auch einen spielmacher. seit özils abgang will man ja weg von dieser spielweise, sich so abhängig von einem spieler zu machen und das vom kollektiv bewerkstelligen lassen. das seh ich nicht als qualitätseinbuße, wenn auf dem platz kein zentraler lenker steht wie zuvor. egal wie der jetzt hieß, ob einer der 3 genannten oder ein frings oder sonstwer.
und es erinnert mich ein bisschen an die nationalmannschafts debatte, als es um die zeit nach ballack ging und jogi seitdem die breite hierarchie predigt um verständlich zu machen, warum eine solche persönlichkeit in der mannschaft nicht mehr nötig sei.
 
Das du dir überhaupt die Mühe machst, auf solch einen Quark zu antworten... Von Rehhagels Fußball keine Ahnung, kontrollierte Offensive mit Mauerfußball a la Duisburg oder Nürnberg in den späten 80er/90ern gleichsetzen und dann noch gereizt reagieren, wenn darauf Reaktionen erfolgen. Hut ab, dass du da noch antwortest...

Hier nochmal für @der_da zum Nachlesen:

Rehhagel hat bis 1987 die AV (links Otten, rechts Schaaf) als Flankengeber von den Außenbahnen ins Offensivspiel mit einbezogen - dies ließ zwar mehr Variationsmöglichkeiten im Angriff zu, aber dieser starke Offensivdrang machte Werder hinten anfällig, so daß die die daraus resultierenden Gegentreffer 1985+86 die Meisterschaft kosteten, auch wenn Werder in den beiden Jahren die meisten Tore erzielte.

Der sonst so kritikresistente Rehhagel erkannte diesen Fehler und stellte auf die "kontrollierte Offensive" um.
 
ja darüber hab ich meinen daddy mal reden hören. und aus der zeit danach ist dann wohl auch sein zitat "die offensive gewinnt spiele, die defensive meisterschaften" - also lag ich mit der einschätzung richtig von dem was ihr hier gern sehen würdet? hinten beton, vorn göttliche hilfe? denn ne weiterführende erklärung fehlt da irgendwie in deinem post?

Vom sachlichen Standpunkt hat Norge hiermit

"Kontrollierte Offensive" bedeutet nicht "Beton plus lieber Gott", sondern ein gerne dominantes Aufbauspiel, in das aber immer eine Absicherung eingebaut ist, so dass man bei Ballverlust nicht sofort in brenzlige Situationen kommt.

meine Aussage vorweggenommen.

Was wir sehen wollen? Ich kann nur beantworten, was ich sehen möchte, und das ist eine Werder-Mannschaft die in allen Mannschaftsteilen sicher, souverän und mit einer Ausgewogenheit von Offensive und Defensive agiert. Aber Sicherheit und Souveränität kann gerade eine Mannschaft mit relativ wenig Erfahrung nur dann ausstrahlen, wenn sie durch Erfolgserlebnisse an Selbstvertrauen gewinnt. Der Hurra-Stil von Thomas Schaaf sorgt jedoch für weit mehr Gefahr für das eigene Tor als es diese junge Mannschaft mit ihren derzeitigem Leistungsvermögen ausgleichen kann, so das mehrheitlich Mißerfolge entstehen. Und jedem Mißerfolg schwindet auch das Selbstvertrauen der jungen Truppe.
 
Und insofern kann ich Posts wie diesen hier kaum nachvollziehen.

Im vergangenen Sommer hat man hier in Bremen einen großen Schnitt gezogen, einen Umbruch vorangetrieben, vorwiegend auf junge, talentierte und entwicklungsfähige Spieler mit Potential gesetzt. Während der Saison kam dann noch der Abgang des Geschäftsführers Allofs' hinzu, der ebenfalls für Unruhe sorgte. Trotz dieses radikalen Schnitts bin ich mit der Hinrunde aber weitesgehend zufrieden. Natürlich spiegelt die Tabelle im Enddefekt aber nicht das wieder, was Werder gezeigt hat. Denn im Enddfekt hat Werder die ganze bisherige Saison über, trotz der komplett neuformierten Mannschaft nach Abgängen von Leistungsträgern und der Systemumstellung und trotz der Tatsache, dass der zweitälteste Spieler gerade einmal 26 Jahre alt ist, gute Leistungen gezeigt. Das Team (und ich schreibe bewusst Team, da Werder für mich wieder ein Team ist, das Leidenschaft und Zusammenhalt verkörpert, was in den vergangenen Jahren zu vermissen war) wirkte von Beginn an unheimlich eingespielt, viele Automatismen griffen sofort, was auch der intensiven Vorbereitung zu verdanken ist. Ein Lob geht an dieser Stelle an unseren Trainer, der es nochmals geschafft hat, Werder eine neue Philosophie einzuimpfen, das Team zu einer Einheit zu formen, etwas aus der Mannschaft herauszuholen, was ich so vorher nicht erwartet hatte. Natürlich gibt es hier und da noch Probleme - bspw. die Effektivität, die Laufwege. Aber man konnte vor der Saison auch nicht erwarten, dass Werder sofort an die starken Leistungen der Vergangenheit anknüpfen kann. Werder durchläuft momentan einen schleichenden Prozess, der auf Dauer zu dem führen kann, was Dortmund momentan ist. Dieser Prozess wird aber noch andauern, auf gute werden schlechte Partien folgen, auf Licht Schatten. Denn genau das war ja bisher auch das große Problem - Werder konnte an Leistungen aus siegreichen Spielen nicht oder nur selten anknüpfen, war zu unkonstant, was aber mit der Unerfahrenheit der Mannschaft zu begründen ist. Zumal man sagen muss, dass die Tabelle täuscht. Werder ist nicht nur wieder ein Team geworden, das in der individuellen Einheit ebenso groß wie in der individuellen Klasse ist, in welchem sich Persönlichkeiten wie Arnautovic entwickelt haben, reifer geworden sind und welches wieder das anbietet, wofür es schon immer stand: den Spaß am Fußball. Nein, Werder ist momentan auch ein Team, das sich einfach nicht belohnt. Werder hat in der Hinrunden sowohl gegen Bayern, als auch gegen Schalke, Dortmund und Hannover, sehr anständige Leistungen gezeigt, taktisch gut agiert, konnte am Ende jedoch keine Punkte einfahren, weil man entweder zu unkonzentriert wurde oder verpfiffen worden ist. Hinzu kommen die verschenkten Punkte gegen Stuttgart, Fürth, Augsburg, jüngst Nürnberg, die man eigentlich ebenso hätte mitnehmen müssen. Hätte man hier über all gepunktet, sähe es auch in der Tabelle anders aus. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Hat man nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man in der Rückrunde mehr Punkte sammeln, sich öfter belohnen und Ergebnisse halten können wird. Und eben, weil ich einen Prozess, eine Entwicklung bei Werder sehe, ist die Hinrunde für mich mehr als solide verlaufen und rechne ich uns, Werder, gute Chancen auf die Qualifikation zumindest für die Europa-League aus.

Das könnte auch ein Weihnachtsgruß von Tommy und Willi sein. Warme Worte garniert mit Durchhalteparolen frei nach dem Motto: "Alles wird gut." Zudem wird - werdertypisch - das Defensivverhalten völlig ausgespart.
 
Das du dir überhaupt die Mühe machst, auf solch einen Quark zu antworten... Von Rehhagels Fußball keine Ahnung, kontrollierte Offensive mit Mauerfußball a la Duisburg oder Nürnberg in den späten 80er/90ern gleichsetzen und dann noch gereizt reagieren, wenn darauf Reaktionen erfolgen. Hut ab, dass du da noch antwortest...

Hier nochmal für @der_da zum Nachlesen:

was heisst von rehagels fussball keine ahnung. anfang der 80er war ich nur noch einfach zu jung, auch wenn ich erinnerungsfetzen an die spiele hab.
wirklich werder eigenständig verfolgt hab ich etwa ab dem zeitpunkt mit herzog und basler.
und da war es, für mich in meinem damaligen alter, eben so in der wirkung, dass man sich mehr oder minder erstmal hinten reingestellt hat. also vorne weg auf stabilität bedacht und die konter über herzog und basler. das sind jedenfalls die erinnerungen die am präsentesten sind.
und auf die frage was ihr denn nun unter dieser "kontrollierten offensive" versteht, wurde eben nicht wirklich eingegangen, sondern nur darauf verwiesen, dass er auf diese umstellte. das in verbindung mit meiner erinnerung von damals an die spiele, hatt dann eben dieses bild erzeugt.
also lies da keine emotionen rein wo keine sind.

Vom sachlichen Standpunkt hat Norge hiermit



meine Aussage vorweggenommen.

Was wir sehen wollen? Ich kann nur beantworten, was ich sehen möchte, und das ist eine Werder-Mannschaft die in allen Mannschaftsteilen sicher, souverän und mit einer Ausgewogenheit von Offensive und Defensive agiert. Aber Sicherheit und Souveränität kann gerade eine Mannschaft mit relativ wenig Erfahrung nur dann ausstrahlen, wenn sie durch Erfolgserlebnisse an Selbstvertrauen gewinnt. Der Hurra-Stil von Thomas Schaaf sorgt jedoch für weit mehr Gefahr für das eigene Tor als es diese junge Mannschaft mit ihren derzeitigem Leistungsvermögen ausgleichen kann, so das mehrheitlich Mißerfolge entstehen. Und jedem Mißerfolg schwindet auch das Selbstvertrauen der jungen Truppe.

über den psychologischen effekt bei misserfolgen, gerade bei jungen spielern, brauchen wir nicht reden - in dem punkt bin ich komplett bei dir.
deshalb hab ich ja auch so gewettert gehabt, bei der geschichte um thy und fand es fatal, weil die konstellation ihm einen knick verpasst hat.
solang aber auch erfolgserlebnisse drunter sind, seh ich das nicht so schwerwiegend, weil man eben auch aus fehlern lernen kann.
das dieser prozess langwierig sein kann und viel fingerspitzengefühl benötigt, ist aber auch kein geheimnis.
ich mein, diese hinrunde ist doch im grunde genommen das perfekte beispiel für diese lernprozesse.
 
"Kontrollierte Offensive" bedeutet nicht "Beton plus lieber Gott", sondern ein gerne dominantes Aufbauspiel, in das aber immer eine Absicherung eingebaut ist, so dass man bei Ballverlust nicht sofort in brenzlige Situationen kommt.

:tnx: Dortmund hat die vergangenen zwei Jahre wunderschönen Fußball angeboten und das aus einer sicheren Defensive heraus. Da würde auch niemand auf die Idee kommen, das mit "Beton anrühren" zu umschreiben. Auch unter Schaaf ist Werder das zeitweise, zumindest die HR 08/09, richtig gut gelungen.
 
Nur sehe ich unter den Spielern auch einige die zu egoistisch und egozentrisch sind und deren Bild von sich selbst nicht annähernd mit der Realität mit hält. Allen voran Arnautovic. Nach einen guten Spiel folgen drei oder vier schlechte. Gegen Nürnberg fand ich es erschreckend. Einmal ließ er eine Ball ins aus rollen, obwohl er den Ball nach hätte erreichen können, ein anderes mal drosch er den Ball in den Bremer Nachthimmel. Ich fand viele Szenen einfach Arrogant von ihm. Mit mehr Köpfchen und willen wäre durchaus ein Sieg drin gewesen.

Daß Arnautovic auf dem Platz eine Primadonna sein kann und seine Auftritte stark von seiner Laune abhängig sind, läßt sich wohl nicht von der Hand weisen. Aber ob dieser Egosimus ausschlaggebend für nicht gewonnene Spiele sind?

Vielleicht, aber andererseits muß man auch folgendes berücksichtigen: ein Gegner kann sich i.d.R. recht leicht auf Werders Offensivbemühungen einstellen, weil diese wenig überraschendes bieten. Um so wichtiger ist es, wenn jemand aus der Werder-Mannschaft bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und es mal mit Einzelaktionen probiert. Wenn er dabei den Ball in die Wolken drischt, ist dies zwar ärgerlich, aber wenigstens hat dieser Spieler signalisiert, daß er bereit ist, etwas für das Spiel der eigenen Mannschaft zu tun. Und das ist, auch wenn der Versuch bis ins Stümperhafte endet, immer noch besser, als darauf zu warten, daß ein Mitspieler das Heft in die Hand nimmt.
 
und da war es, für mich in meinem damaligen alter, eben so in der wirkung, dass man sich mehr oder minder erstmal hinten reingestellt hat. also vorne weg auf stabilität bedacht und die konter über herzog und basler. das sind jedenfalls die erinnerungen die am präsentesten sind.

In der Saison 94/95 hat Werder mit 70 Buden die meisten Tore geschossen und Basler wurde (zuammen mit dem damaligen Gladbacher Heiko Herrlich) Torschützenkönig. Mit "vorne weg auf Stabilität gedacht, hinten reinstellen und auf Konter lauern" bekommt man solche Werte wohl kaum hin. Und wenn dir diese Saison so in Erinnerung ist, denn erinnere dich doch mal z.B. an das 5:1 gegen Freiburg, dem 6:1 gegen Uerdingen, dem 3:1 gegen Dortmund, dem 4:1 in Stuttgart oder auch an die 1:4-Heimpleite gegen den HSV - waren das Spiele einer Mannschaft, die sich hinten einigelt?

Ich vermute, du hast bei Defensive und Offensive nur eine binäre Denkweise: null oder Vollgas, dazwischen gibt es für dich nichts. So kann man im Fußball keinen Blumenpott gewinnen, weil beide Spielweisen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen. Wenn du dich an 94/95 so gut erinnerst, dann dreh die Uhr doch mal zwei weitere Jahre zurück. Bei Auswärtsspiel in Karlsruhe versuchte Rehhagel eine "totale Offensive" mit Herzog und Harttgen als Doppelspielmacher, Bode und Rufer im Sturm, sowie den offensiv ausgerichteten "6er" Legat und Borowka. Nach 15 Minuten führte Werder 2:0, spielte so offensiv weiter und wurde so brutal ausgekontert, daß man mit einer 2:5-Klatsche nach Hause fuhr und Rehhagel diese Variante für alle Zeiten in die Tonne trat - und somit den Weg zum Titel 1993 ebnete.
 
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