Religionen - Gott und die Welt, Kritik und Krieg

Werdet ihr Euch am Kirchentag 2009 in Bremen beteiligen?

  • Ja, ich werde als Dauerteilnehmer dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich werde als Tagesbesucher dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich bin als Mitwirkender dabei.

    Votes: 2 1,7%
  • Ja, ich bin als Helfer dabei.

    Votes: 1 0,8%
  • Ja, ich stelle eine Privatquartier zur Verfügung.

    Votes: 0 0,0%
  • Ich weiß noch nicht, ob ich mich am Kirchentag beteilige.

    Votes: 9 7,5%
  • Nein, ich werde mich auf keinen Fall am Kirchentag beteiligen.

    Votes: 93 77,5%
  • Nein, ich bin katholisch oder andersgläubig

    Votes: 26 21,7%

  • Total voters
    120
Ich bin immer dagegen, den Menschen alle möglichen Grundbedürfnisse zu attestieren, die sie dann unter anderen Bedingungen plötzlich ganz vergessen haben. Die Grundbedürfnisse sind vor allem die physischen der ersten Natur. Das, was Marx als zweite Natur bezeichnet, wozu die Einriuchtung der Gesellschaft, des Staats und auch die Glaubens- und moralvorstellungen gehören, ist vom Menschen geschaffene, diesem aber als scheinbar natürlich gegenübertretende Gesellschaftlichkeit.

Dies ist übrigens auch eine tolle Perspektive der Kritik des Wissenschaftsatheismus, der viele, auf Konkurrenz, Wettbewerb etc. basierende Annahmen als dem Menschen, den Genen etc. zugrunde liegend ansieht, weil dies die Vorstellungen sind, auf denen unsere Zeit basiert. Auch dies sind im Übrigen Glaubenssätze, die sich streng wissenschaftlich nicht beweisen lassen.
 
Religionsabschaffung wird unsere Probleme, die wir mit Krieg und Gewalt haben nicht beseitigen können, die werden wir weiterhin haben. Der Weg des vollkommenen Glückes wird für viele weiterhin über die Religion sein, für andere sind es materielle Werte, wiederum andere ... keine Ahnung.

Ich war mehr in christlichen Gotteshäusern als in moslemischen, gebetet habe ich nie, an Gott gedacht schon. Seit einigen Jahren spielt das aber bei mir keine praktische Rolle mehr. Ich sehe aber, dass das bei vielen anderen schon geeignet sein kann, um ihren inneren Frieden zu bekommen. Wieso sollte ich dagegen sein? Wenn jemand damit zufrieden ist, ist doch ok und wenn jemand das nicht will, ist es auch ok.
 
Ich "gönne" jedem Menschen seine Religion, sofern dadurch andere Menschen nicht beeinträchtigt werden oder gar zu Schaden kommen.

Meinen eigenen religiösen Glauben habe ich jedoch im wahrsten Sinne des Wortes verloren, weil bei mir der Mythos eines gerechten Gott oder was auch immer stetig am schwinden war bzw. ist. Ursache hierfür waren hier einerseits private Erfahrungen, anderseits das Menschen, insbesonders Kinder verhungern oder Qualen durch Mißhandlung/Mißbrauch erleiden müssen oder Terror bzw. Kriege unter dem Deckmantel einer Religion geführt worden sind/werden.
 
Ein Problem ist da der ungeglaubte Glaube, die Leute wissen im Grunde, dass es Unfug ist.
 
Ich meine dies ganz im Sinne der bereits erfolgten Aufklärung, der verwissenschaftlichung der Welt etc. pp. Früher konnte man sagen, dass Gott bzw. Zeus Blitze schleudert, heute wissen wir bessere Erklärungen. Dieses Menschheitswissen ist nun einmal in der Welt, man kann es nur verdrängen, aber nicht zum status quo ante zurück.
 
an religionen mag glauben wer will. höhere ordnung oder was auch immer.

religion fußte immer mehr oder weniger auf dem prinzip. sei jetzt brav, dann hast du es ewig fein...(ewiges leben, 1000e jungfrauen) oder auf sei jetzt brav dann kommt du als besserer wieder.

ein mittel um den pöbel ruhig zu halten.
 
ein mittel um den pöbel ruhig zu halten.


Ein Grund dafür, sicher.

Für mich bleibt Religion insgesamt etwas, dass ich nicht begreife und vor allem nicht nachvollziehen kann. Es heißt immer die Menschen bräuchten etwas an dem sich festhalten könnten. Mag sein, aber warum ist das dann häufig ein oder DER Gott? Da könnte ich mich doch auch einer Vielzahl von anderen von Menschenhand ausgedachten Dingen hingeben. Warum gerade eine Ebene auf der jede Beweisbarkeit für die Existenz fehlschlagen muss und eben ein reiner Glaube (im wahrsten Sinne des Wortes) für die Begründung herhält. Ich verstehe das einfach nicht und das ist auch mein Problem mit Glaube und Religion generell. Ich KANN einfach nicht glauben. Selbst wenn ich mir Mühe gäbe, mir ist das einfach nicht möglich.

Insofern betrachte ich mich auch nicht als Gottesleugner. Für mich gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass ein oder mehrer Götter existieren. Also kann ich dessen oder deren Existenz auch nicht leugnen. Ich hatte auch noch nie Bedarf daran, auch in den schwersten persönlichen Krisen nicht, weil ich der Meinung bin, dass einem eben einfach Dinge passieren ohne dass dahinter eine höhere Macht steht, die dieses so gelenkt haben will. Vielleicht ist gerade dieser Umstand auch das für die meisten Menschen so schwer zu akzeptierende. Das Leben läuft und es passieren Sachen. Punkt. Kein Regisseur, kein Drehbuchschreiber, alles improvisierter Zufall.
 
Wie meinst du das? Einfach im Bezug auf Rituale?

Zweifelsohne steht und fällt die Frage nach der eigenen Religiosität mit dem, wie ich den Religionsbegriff charakterisiere. Dabei brauche ich keine endgültige Definition, denn Definitionen erheben einen Endgültigkeitsanspruch. An Religionsdefinitionen scheitern Menschen seit ihrem Gedenken.

Die Tendenz, Religion weiträumiger und entfernt vom reinen Gottesglauben und ihrer Gemeinschaftszugehörigkeit zu definieren, ist relativ modern und war im 20 Jh aktuell. Paul Tillich - den ich sehr schätze - erklärte Religion als das, was uns unbedingt angeht und distanziert sich grade aufgrund der kirchlichen Vorbelastung von einem klaren Gottesglauben als Alleinstellungsmerkmal. Karl Barth charakterisiert Religion als Unglaube, weil er der Versuch des Menschen ist, sich Gott zu nähern, dies aber nach klassisch christlicher Vorstellung nur anders rum geschieht.
Beide Vorstellungen gefallen mir im Ansatz.

Natürlich bestehen die Religionen als Klassifizierung verschiedener Gottheitgläubigen und damit verbundenen Lebenspraktiken. Daneben kann man Religion aber auch weiter begreifen.
Ich denke deswegen, dass jeder Mensch eine Religion hat, weil ich Religion als etwas sehr individuelles erachte und alles mit einbeziehe, was den Menschen prägt. Dazu gehören persönliche Vorlieben, in denen man sich wohlfühlen kann und durchaus auf scheinbar profaner Ebene religiöse Erfahrungen machen kann, aber auch ein gesamtes Wertesystem des Menschen. Moral und Ethik im klassischen Sinne sind also Teil dieser Religion, ebenso wie das klassische Freud'sche Über-Ich.
So erscheinen mir auch die religiöse Züge des Fußballs als absolut plausibel. Als Religion würde ich Fußball aber nicht ansehen - die Fußballfans bestehen ja nicht nur aus ihrem Sport.
Natürlich können dann auch Gottesglaube, Kirchenzugehörigkeit und Ritualteilhabe ihren Teil spielen. Aber im Rahmen dessen wären auch Atheisten religiös - das hören sie bloß nicht gerne, weil es ihr Selbstbild zerstört.
 
Ich meine dies ganz im Sinne der bereits erfolgten Aufklärung, der verwissenschaftlichung der Welt etc. pp. Früher konnte man sagen, dass Gott bzw. Zeus Blitze schleudert, heute wissen wir bessere Erklärungen. Dieses Menschheitswissen ist nun einmal in der Welt, man kann es nur verdrängen, aber nicht zum status quo ante zurück.

Ok. Das Problem dabei ist allerdings, daß der Wissenschaft zum trotz die christlichen Kirchen uns Menschen immer noch das Bibelwort verkaufen möchten, daß Gott Himmel und Erde erschaffen habe.
 
Religion ist für mich kompletter Schwachsinn und ich habe damit nichts am Hut.Ich respektiere aber jeden, der anders denkt und seinen Glauben friedlich auslebt.
 
Ok. Das Problem dabei ist allerdings, daß der Wissenschaft zum trotz die christlichen Kirchen uns Menschen immer noch das Bibelwort verkaufen möchten, daß Gott Himmel und Erde erschaffen habe.

Wobei das Christentum insgesamt dabei aber eine große Spannbreite der Interpretation zulässt, von der strikten Auslegung Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe, Satzzeichen für Satzzeichen bis hin zu einem eher allegorischen Verständnis der Überlieferung.

Letztlich ist Religion aber immer etwas, das auf Glaube basiert und somit niemals den Anspruch auf Wahrheit, und schon gar nicht auf eine absolute Form davon, erheben kann. Glaube ist etwas, was jeder ganz persönlich für sich daraus macht.
 
Wobei das Christentum insgesamt dabei aber eine große Spannbreite der Interpretation zulässt, von der strikten Auslegung Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe, Satzzeichen für Satzzeichen bis hin zu einem eher allegorischen Verständnis der Überlieferung.

Das ist z.B. im Islam nicht anders. Grundsätzlich wird im Koran Gewalt abgelehnt, aber die Suren sind so schwammig formuliert, daß die Billigung von Gewalt für die Durchsetzung der Interessen des Islam durchaus interpretierbar ist.
 
Ursprünglich wurde Religion wohl doch dazu benutzt, Dinge zu erklären, die einfach nicht erklärbar waren. In dem Sinne gebe ich maddin Recht. Dass es da in heutiger Zeit immer schwieriger wird, die Leute an die Religion zu binden, die in aufgeklärten Ländern leben, ist nicht wenig verwunderlich (und umso erstaunlicher ist dann die Tatsache, dass das Christentum so groß ist in Ländern wie Spanien, Italien...). Umweltphänomene werden Göttern zugeschrieben, glückliche Zufälle als Wunder deklariert, jeder fantastischen Erzählung blind Glauben geschenkt. Dinge wie Magie und Zauber sind absolut realistisch, weil die Wissenschaft noch nicht so weit ist, diese Dinge zu erklären. Dazu gehört sicherlich auch der Tod und der Halt der Menschen daran, dass es nach dem Leben noch etwas gibt. Ich denke nicht, dass unsere Gesellschaft sich so weit hätte entwickeln können, wenn unsere Vorfahren nicht immer geglaubt hätten, dass nach dem Ende noch etwas kommt. Religionen helfen dabei.
Und damit kämen wir schon zu der berühmten Frage: Hat Gott die Menschen erschaffen, oder die Menschen Gott. Eine Frage, die sich theologisch und mit blindem Glauben leicht beantworten lässt. Die Wissenschaft kann da nur Punkte wie meine obigen anbieten und Theorien aufstellen. Ohne Zeitmaschine wird man das Ganze aber wohl nie ganz klären können.
 
Ursprünglich wurde Religion wohl doch dazu benutzt, Dinge zu erklären, die einfach nicht erklärbar waren. In dem Sinne gebe ich maddin Recht. Dass es da in heutiger Zeit immer schwieriger wird, die Leute an die Religion zu binden, die in aufgeklärten Ländern leben, ist nicht wenig verwunderlich (und umso erstaunlicher ist dann die Tatsache, dass das Christentum so groß ist in Ländern wie Spanien, Italien...). Umweltphänomene werden Göttern zugeschrieben, glückliche Zufälle als Wunder deklariert, jeder fantastischen Erzählung blind Glauben geschenkt. Dinge wie Magie und Zauber sind absolut realistisch, weil die Wissenschaft noch nicht so weit ist, diese Dinge zu erklären. Dazu gehört sicherlich auch der Tod und der Halt der Menschen daran, dass es nach dem Leben noch etwas gibt. Ich denke nicht, dass unsere Gesellschaft sich so weit hätte entwickeln können, wenn unsere Vorfahren nicht immer geglaubt hätten, dass nach dem Ende noch etwas kommt. Religionen helfen dabei.
Und damit kämen wir schon zu der berühmten Frage: Hat Gott die Menschen erschaffen, oder die Menschen Gott. Eine Frage, die sich theologisch und mit blindem Glauben leicht beantworten lässt. Die Wissenschaft kann da nur Punkte wie meine obigen anbieten und Theorien aufstellen. Ohne Zeitmaschine wird man das Ganze aber wohl nie ganz klären können.

Ich glaube nicht, dass Religion nur der Erklärung von Sachverhalten galt. Das hat eine von mehren Aufgaben dargestellt. Das merkt man auch heute noch, wenn z.B. in bildungsfernen Sozialkreisen der dritten Welt Naturkatastrophen auf Gott zurückgeführt werden - Stichwort Tsunami.

Trotzdem existiert Religion auch noch bei Leuten, die sich bsp. der Evolution voll bewusst sind und keinen Zweifel an den Naturwissenschaften haben. Damit erbrignt sie den Beweis, dass sie eben nicht einfach ausstirbt, wenn ihr ihre vermeidliche Aufgabe genommen wird.

Auf jeden Fall ändert sich die Religion, wenn man sich der Evolution oder den Naturkatastrophen bewusst ist. Oben genannter Erklärungsanspruch fällt weg, dafür nehmen z.B. religiöse Bewegungen fernab der kirchlichen Instanzen und theosophische Strömungen zu.
 
Trotzdem existiert Religion auch noch bei Leuten, die sich bsp. der Evolution voll bewusst sind und keinen Zweifel an den Naturwissenschaften haben. Damit erbrignt sie den Beweis, dass sie eben nicht einfach ausstirbt, wenn ihr ihre vermeidliche Aufgabe genommen wird.

Was eben leider aber überhaupt nicht für diese Leute spricht, ein Psychiater wüde ja mindestens eine gespaltene Persönlichkeit attestieren.

An irgendein Gottwesen zu glauben ist eben einfach nur Erziehungssache, kein Kind den man diese Märchen nicht erzählt würde auf die Idee kommen einfach mal so was von einem Gott zu faseln.

Wenn ich meinen Kindern seit ihrer Geburt jeden Tag erzählen würde, das Otto Rehhagel Gott ist, und eine Papierkugel ;) um den Hals trage weil das eben zum einzigen Glauben dazugehört würden die diesen Blödsinn als Erwachsene auch machen egal was ihnen andere sagen.
 
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