Religionen - Gott und die Welt, Kritik und Krieg

Werdet ihr Euch am Kirchentag 2009 in Bremen beteiligen?

  • Ja, ich werde als Dauerteilnehmer dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich werde als Tagesbesucher dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich bin als Mitwirkender dabei.

    Votes: 2 1,7%
  • Ja, ich bin als Helfer dabei.

    Votes: 1 0,8%
  • Ja, ich stelle eine Privatquartier zur Verfügung.

    Votes: 0 0,0%
  • Ich weiß noch nicht, ob ich mich am Kirchentag beteilige.

    Votes: 9 7,5%
  • Nein, ich werde mich auf keinen Fall am Kirchentag beteiligen.

    Votes: 93 77,5%
  • Nein, ich bin katholisch oder andersgläubig

    Votes: 26 21,7%

  • Total voters
    120
Wie ich im anderen Thread schon geschrieben habe, wäre ich froh wenn irgend wann jede Art von Relegion mal ausstirbt. Das ist alles so lächerlich was im Bezug auf aller Art von Märchenbüchern in der Welt so passiert und passiert ist.

Der erste Schritt müsste sein das Relegion komplett aus dem Staat rausgehalten werden muß! Wenn die Leute ihren Glauben leben wollen können sie das gerne in ihrer Wohnung, da darf man ja fast alles solange es niemanden anderen schädigt. Also von mir aus auch die Inhalte eines Buches als einzige Wahrheit anerkennen!

Ich weiß das es dazu so schnell nicht kommen wird, gibt ja genug verrückte Christen, Islamisten, Juden, Budhisten und weiss der Geier die ihre Ideologie in einer Art Gehirnwäsche an ihren Nachwuchs weitergeben. So das sich deren Geist nie frei entfalten kann.

Aber die Hoffnung das es irgendwann mal alle erkennen was sie da für einen Blödsinn betreiben habe ich weiter. :)
 
Religion, Kirche, Gott, Bibel und alles was dazu gehört ist nicht meins. Ich kann damit nichts anfangen.

Kirche ist für mich ne große Verarsche. Was da hinter verschlossenen Türen abgeht, passt auf keine Kuhhaut. Egal von wem, ich lasse da keine Glaubensgemeinschaft außen vor. Sie haben doch alle irgendwo, irgendwie Dreck am Stecken...

Gott ist auch nicht meins, daran glaube ich nicht. Habe da keinen Bezug zu.

Die Bibel ist in meinen Augen ein komisches Buch. Viel Quatsch und vieles aus unserer Vergangenheit weggelassen... Vorallem all die Dinge zum Thema Evolution. Auf die Sache mit Adam und Eva und so gehe ich garnicht erst ein.

Die 10 Gebote halte ich nicht für den biblischen Grundsatz, sie sind ein menschlicher Grundsatz.

Ich glaube an mich und an all das, was ich sehen, hören, spüren oder anfassen kann.

Ich lasse mich einfach überraschen, was bzw ob überhaupt was nach meinem Tod passiert. Ich werde es ja mitbekommen. Vielleicht gibts sogar all das, an das ich nicht glaube. Ich habe keinen Plan. Wir werden sehen sprach der Blinde.

Achja, natürlich akzeptiere und respektiere ich jeden Gläubigen. Ich finde nur die Extreme nicht gut. Mir ist es auch egal, was für Gotteshäuser wo errichtet werden. Jedem das seine... Solange man mich in Ruhe lässt, ist meine Welt in Ordnung...
 
Habe die Diskussionsrunde gestern nach paar Minuten abgeschaltet. War einfach nur sinn- und zweckloses dummes Gebabbel mit schlechten Gästen... Da rege ich mich nur auf, wenn ich da zuhöre. Der Sachsensalafist hatte wohl extra für die Sendung das Wort "Totschlagargument" gelernt..

Aber gleich die ersten paar Sätze von dem muslimischen Weib in der Runde haben einiges auf den Punkt gebracht.. "Wir Muslime lieben Mohamed mehr als jeden Menschen...", "Ich wurde als Muslimin geboren." Der Großteil dieser Menschen hinterfragt zu 0% die Religion und lebt einfach dumm und hinterwäldlerisch danach...
 
Religion, Kirche, Gott, Bibel und alles was dazu gehört ist nicht meins. Ich kann damit nichts anfangen....

Ich stimme dir da zu, jeder kann seine Art von Glauben gerne ausleben, solange das ganze auf einer friedlichen Art und Weise geschieht.

Ich aber hab auch keine Lust, von Leuten in irgendwelche "Kämpfe" hineingezogen zu werden, sobald das das zu extrem wird, hab ich kein Verständnis mehr für solche Leute
 
Der Glaube allein schadet vor allem niemandem. Ob nun jemand an Gott, Yoda oder den Weihnachtsmann glaubt, ist ja grundsätzlich erstmal jedem egal. Schlecht wird der Glaube erst dadurch, wenn man andere missioniert und eine Religion entsteht, mit allem was dazu gehört(Regelungen, Glaubensbücher, Propaganda, Hass...).
 
Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too


Also ich bin katholisch und war früher Messdiener und auch öfter mal in der Kirche. Generell muss ich heute jedoch sagen, dass ich nicht wirklich ein gläubiger Mensch bin, was Religion im klassischen Sinne angeht. Wenn ich heutzutage mal noch in Kirche gehe, dann nicht, um irgendwelchen Lesungen oder Predigten zu lauschen, sondern einfach mal um Ruhe zu finden und ein bisschen nachzudenken. Wie Campino es gesagt hat, hat man jedoch manchmal Phasen, in denen man an irgendetwas glaubt oder glauben will, weil man Halt sucht. Dann glaubt man an eine Art Gott, was auch immer das dann gerade ist.
Für mich sind die Menschen, die in den Gemeinden und Städten ehrenamtlich in welcher Form auch immer einen Dienst für die Gemeinschaft leisten, entscheidend. Ob das Vereine, Suppenküchen oder was auch immer sind.

Ich habe in meiner engeren Verwandtschaft bspw. eine Nonne, die unglaublich gläubig ist. Ich würde es als absolut naiven Glauben bezeichnen und wenn ich mich mit ihr unterhalte (dies ist nur in einem gewissen Rahmen möglich, weil sie einfach ihre Sicht hat), dann kommt mir das alles so welt- und realitätsfremd vor. Mit so einer Art Glauben kann ich nix anfangen.

Aber solange unter dem Deckmantel der Religion keine Gewalt angewendet wird oder sonstige Verbrechen stattfiden, dann ist mir das eigentlich alles egal. Dann bin ich tolerant und jeder kann und soll seine Religion friedlich ausleben wie er will. Das dies ein naiver Wunsch ist, ist mir auch klar.
 
Ich kann der Abschaffung der Religion aus wissenschaftsatheistischer Perspektive nichts abgewinnen. Die Welt ist in weiten Teilen trostlos und zumindest der katholische Glaube, der bezeichnenderweise der hierzulande am entschiedensten und einhelligsten bekämpft wird, bietet den Menschen Trost, Aussicht auf Vergebung seiner Schuld, auf Versöhnung und Erlösung.

Bei Marx (Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung, must-read) steht, dass die Kritik der religion Voraussetzung aller Kritik ist - er will den Menschen die imaginären Blumen von den Ketten reißen, damit sie sich auch der Ketten entledigen. Dieser sympathische Ansatz verliert aber in der restlos verwalteten Welt, in der die Ketten nicht unmittelbar zu sehen sind und ebensowenig zerrissen werden können, seine Gültigkeit. Wer den Menschen keine bessere Alternative zum Katholizismus bieten kann, möge sie mit vulgäratheistischem Positivismus und der Zerstörung ihrer Illusionen in Ruhe lassen.
 
Ich halte Religion ohnehin für unabschaffbar.
Ich bin ein Freund der Religion im weiteren Sinne, also loslösend vom reinen Gottesglauben und von Religionsgemeinschaften hin zur Religiosität in allen Lebensbereichen. Jeder Mensch ist religiös.
 
Damit man mal eine Textgrundlage hat, kopiere ich einfach den Anfang der Marxschen Einleitung hier herein:

Für Deutschland ist die Kritik der Religion im Wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.

Die profane Existenz des Irrtums ist compromittirt, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis widerlegt ist. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Uebermenschen suchte, nur den Wiederschein seiner selbst gefunden hat, wird nicht mehr geneigt sein, nur den Schein seiner selbst, nur den Unmenschen zu finden, wo er seine wahre Wirklichkeit sucht und suchen muss.

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, ausser der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produziren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr encyklopädisches Compendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d'honneur, ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth [72] einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Die Kritik hat die imaginairen Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte, wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.

Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etabliren. Es ist zunächst die Aufgabe der Philosophie, die im Dienste der Geschichte steht, nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven. Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik.
(...)

http://de.wikisource.org/wiki/Zur_Kritik_der_Hegelschen_Rechtsphilosophie._Einleitung

Sensationeller Text und die Basis aller Religionskritik.
 
Die Basis aller Religionskritik alleine deswegen schon nicht, weil Religionskritik älter als Marx ist. In jedem Fall ist es aber DER religionskritische Text der westlichen Welt.
 
Gerade auf die religiösen Eiferer der östlichen Welt trifft der Text vollends zu. Er ist universal und nicht westlich, weil er wahr ist - Wahrheit im krassen Gegensatz zu dem, was positivistisch unter wirklich verstanden wird.
 
Er trifft zu, richtig. Aber er hat dennoch nich die Präsenz, die er hier hat, weswegen er nicht als dort elementarer Text durchgeht.


Wohingegen bei uns er der absolut exemplarische Text ist. Der Auszug "Opium Für's Volk" fällt ja bekanntlich ständig.
 
Ich vermute, dass man in der modernen Weltnicht mehr von hier und dort, denen und uns sprechen kann. Es sind, wie auch die der Religion, überkommene Kategorien. Also entweder ist ein Text universell und wahr, oder er ist es nicht. Es gibt keine Wahrheit des Abend- und des Morgenlandes, sondern nur eine.

Wohingegen bei uns er der absolut exemplarische Text ist. Der Auszug "Opium Für's Volk" fällt ja bekanntlich ständig.

Wobei nicht nur in dieser falschen Zitierweise sich peinliche Textunkenntnis und Unverständnis der Marxschen Kritik äußert, weswegen es sinnvoll ist, das Zitat im Zusammenhang zu lesen, um zu verstehen, dass Marx den Menschen nicht einfach nur ihr Opium wegnehmen will wie Dawkins, Hitchens und diese unsympathischen Gesellen.

Ferner ist der Unterschied zwischen "des Volks" und "fürs Volk" von entscheidender Bedeutung, da "des Volkes" eben darauf abhebt, dass es des Opiums in unhaltbaren Zuständen bedarf, wogegen "fürs Volk" suggeriert, dass Religion eine Art in verschwörerischer Absicht von den Herrschenden den Menschen eingetrichtertes Beruhigungsmittel ist.
 
Es geht ja auch gar nicht um den Wahrheitsgehalt des Textes, sondern um seine Wertschätzung. Marx genießt in anderen Kulturkreisen trotz Globalisierung und Pluralisierungstendenzen nicht die Bekanntheit, die er hier genießt, weswegen sein Text auch nicht derartig grundlegend ist. Erst Recht nicht für andere Religionen im klassischen Sinne. Der Islam kennt z.B. nahezu keine Religionskritik.


Ferner ist der Unterschied zwischen "des Volks" und "fürs Volk" von entscheidender Bedeutung, da "des Volkes" eben darauf abhebt, dass es des Opiums in unhaltbaren Zuständen bedarf, wogegen "fürs Volk" suggeriert, dass Religion eine Art in verschwörerischer Absicht von den Herrschenden den Menschen eingetrichtertes Beruhigungsmittel ist.

Genau so ist es. Dabei hat grade das Christentum eine Biographie jenseits der Herrscherkulturen. Hand in Hand haben sich Christentum und weltliche Macht erst im Mittelalter durchgesetzt.
 
Was übrigens auch eine Parallele zum Islam in der orientalischen Welt ist, wogegen der Islam wie auch das Christentum jeweils zum Umsturz als Argument verwendet wurden. Da ich mich mit dem Islam nicht auskenne, möchte ich lieber die alte, in Deutschland von Thomas Münzer popularisierte Parole herbeizitieren:

Als Adam grub und Eva spann
wo war denn da der Edelmann?

Der Kommunismus und die Ideen Marx' haben ihren Urgrund im christlichen Frühsozialismus und die Menge der christlichen Metaphern bei Marx ist ebensowenig ein Zufall wie die Tatsache, dass die Schriften Marx', die sich doch ausdrücklich als "Kritik" apostrophieren, von "Marxisten" bis heute als Glaubenssätze statt als Denk- und Kritikansporn gelesen werden. Denn vor der Bibel, vor Jesus, vor dem Paradies und diesen Vorstellungen, gibt es für Herrschaft, Ausbeutung und Armut keine Rechtfertigung.
 
Und wer entscheidet wieviel Opium das Volk bedarf und wer verabreicht es ? Sind es heute die Medien, die diese Rolle einnehmen? Die Religion nimmt diese Rolle in großen Teilen der westlichen Welt doch nicht mehr ein oder? Ist der Wohlstand an diese Stelle getreten? Brauchen wir das Opium nur, wenn es uns schlecht geht?
 
Und wer entscheidet wieviel Opium das Volk bedarf und wer verabreicht es ? Sind es heute die Medien, die diese Rolle einnehmen? Die Religion nimmt diese Rolle in großen Teilen der westlichen Welt doch nicht mehr ein oder? Ist der Wohlstand an diese Stelle getreten? Brauchen wir das Opium nur, wenn es uns schlecht geht?

Das alte Problem solche prägnanten Sentenzen ist, dass sie absolut eingesetzt werden. Das Religion zum Opiat werden und somit die Rolle des Trostspenders einnehmen kann, heißt nicht, dass es nicht noch andere Funktionen gibt.

Ich halte z.B. die Begeisterung für Transzendenzerfahrungen für ein menschliches Grundbedürfnis.
 
Das alte Problem solche prägnanten Sentenzen ist, dass sie absolut eingesetzt werden. Das Religion zum Opiat werden und somit die Rolle des Trostspenders einnehmen kann, heißt nicht, dass es nicht noch andere Funktionen gibt.

Ich halte z.B. die Begeisterung für Transzendenzerfahrungen für ein menschliches Grundbedürfnis.

Der Hauptunterschied heute, zumindest in aufgeklärten, freien Ländern ist doch der, dass die Menschen sich die Religion bzw. den Glauben als Trostspender selbst suchen, wenn es ihnen schlecht geht und wenn sie ihn gereade brauchen. Die Religion "von oben" gibt es hier ja sozusagen nicht mehr. Wenn man heute noch von einem Opiat sprechen will, dann hat jeder Mensch selbst ein paar Spritzen in seinem Schrank liegen und verabreicht sich die, wenn er sie gerade braucht.
 
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